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Augustus’ Selbstdarstellung im Monumentum Ancyranum

Gegenüberstellung von propagandistischen Aussagen und historischer Realität anhand von ausgewählten Passagen

Titel: Augustus’ Selbstdarstellung im Monumentum Ancyranum

Facharbeit (Schule) , 2010 , 33 Seiten , Note: 14 Punkte

Autor:in: Matthias Sperl (Autor:in)

Latein
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Auch wenn der Begriff „Propaganda“ erst sehr spät – nämlich im 17. Jahrhundert – zum ersten Mal genannt worden ist, war das Phänomen, Werbung in eigener Sache zu machen, schon in der Antike bekannt. Als Mittel der Propaganda verwendete man in der Antike neben Münzen historiographische Werke, Mythen, Reden, Vasen, Gemälde und – wie im Falle des Monumentum Ancyranum – auch Inschriften und Bauten.

Will man Erkenntnisse über Propaganda mit dem Monumentum Ancyranum in Verbindung bringen, so tauchen folgende Fragen auf:
Zunächst wird man nach dem Inhalt des Monumentum Ancyranum fragen. Ferner ist interessant, wofür Augustus eigentlich wirbt und an wen er sich wendet. Von besonderer Bedeutung ist schließlich die Suche nach Belegen, an denen man festmachen kann, dass es sich beim Monumentum Ancyranum um Werbung in eigener Sache handelt.
Im der Facharbeit werden Antworten auf diese Fragen gegeben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Definition von „Propaganda“

1.1 Wortbedeutung

1.2 Propaganda in der Antike

2 Das Monumentum Ancyranum

2.1 Entstehung der „Res gestae (divi Augusti)“

2.2 Veröffentlichung der „Res gestae (divi Augusti)“

2.3 Wiederentdeckung und Erforschung des Monumentum Ancyranum

2.3.1 Wiederentdeckung im Jahre 1555 durch Busbecq

2.3.2 Erforschung durch Theodor Mommsen

2.4 Inhalt des Monumentum Ancyranum

3 Kritische Untersuchung von zwei Textstellen

3.1 Kapitel 5: Annahme der Aufsicht über die Getreidebeschaffung, Zurückweisung der Diktatur und des Konsulats auf Lebenszeit

3.1.1 Inhalt des Kapitels

3.1.2 Sprachliche und formale Gestaltung

3.1.3 Annahme der Aufsicht über die Getreidebeschaffung

3.1.4 Zurückweisung der Diktatur und des Konsulats auf Lebenszeit

3.2 Kapitel 25: Sieg über Sextus Pompeius und Schlacht bei Actium

3.2.1 Inhalt des Kapitels

3.2.2 Formaler Aufbau des Kapitels

3.2.3 Sieg über Sextus Pompeius

3.2.4 Schlacht bei Actium

3.2.5 Bedeutung der Zahlen im Kapitel

4 „Herrscherliche Selbstdarstellung“ und Propaganda in der jüngeren Geschichte und Gegenwart

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Monumentum Ancyranum als ein Instrument der antiken Propaganda, mit dem Ziel, die von Augustus in seinem Tatenbericht propagierte Selbstdarstellung der historischen Realität gegenüberzustellen.

  • Begriffsdefinition und historische Einordnung von Propaganda
  • Entstehungsgeschichte und wissenschaftliche Erforschung des Monumentum Ancyranum
  • Kritische Textanalyse spezifischer Passagen zu politischen Ehrungen und militärischen Erfolgen
  • Untersuchung propagandistischer Techniken wie Verschweigen und sprachliche Rahmung
  • Transfer der Erkenntnisse zur herrscherlichen Selbstdarstellung auf moderne politische Kontexte

Auszug aus dem Buch

3.1.2 Sprachliche und formale Gestaltung

Bereits durch die sprachliche und formale Gestaltung des Kapitels werden propagandistische Elemente deutlich. Bemerkenswert ist die Ablehnung der Diktatur, obwohl sie ihm so vehement angeboten wurde.72 Diese Eindringlichkeit des Anbietens wird durch die Verwendung von Polysyndeta zum Ausdruck gebracht: „[Dic]tat[ura]m et apsent[i e]t praesent[i mihi delatam et a popu]lo et a se[na]tu [M. Marce]llo e[t] L. Arruntio [cos.] non rec[epi.“73. Durch den antithetischen Chiasmus „[Dic]tat[ura]m (…) non rec[epi. Non sum] depreca[tus] (…) curatio[n]em an[non]ae“74 betont Augustus, dass er keine politische Macht (z. B. Diktatur, Konsulat) will, sondern nur aus Sorge um das Allgemeinwohl („civitatem univ[ersam“75) handelt.76 Verstärkt wird dies dadurch, dass er die Machtfülle, die durch den Ausdruck „Consul[atum] (…) annuum e[t perpetuum]“77 dargestellt wird, durch die Stellung der beiden Wörter „non recepi]“78 am Satzende von sich weist. Dass er sogar dazu bereit ist, als Privatmann für das Allgemeinwohl zu sorgen, wird durch die Schlussstellung von „impensa] et cura mea“79 verdeutlicht. Des Weiteren betont er die Eindringlichkeit der Not durch den Superlativ „in s[umma f]rum[enti p]enuria“80 sowie durch die furchterregenden Substantive „metu“ und „periclo“81 und begründet somit seine Annahme der Sorge um die Getreideversorgung. Im fünften Kapitel liegt außerdem eine eindeutige Rahmenkomposition vor. Die Aussage über die Getreideversorgung wird durch die beiden Verneinungen „non recepi“82 zu Beginn und am Ende des Kapitels eingerahmt, wobei durch diese Repetitio betont wird, welche Ämter Augustus nicht angenommen hat.83 84

Zählt man ferner die Wörter des Kapitels, so stellt man fest, dass das Wort „curationem“85 exakt in der Mitte angesiedelt ist. Die Aussage über die Ablehnung der Diktatur kann somit als Crescendo aufgefasst werden, wogegen die Bekräftigung des Verzichtens auf das jährliche Konsulat auf Lebenszeit als Decrescendo zu verstehen ist86.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Definition von „Propaganda“: Dieses Kapitel erläutert die etymologische Herkunft des Begriffs und definiert Propaganda als ein Mittel der publizistischen Beeinflussung.

2 Das Monumentum Ancyranum: Hier werden die Entstehungsgeschichte, die Wiederentdeckung durch Busbecq und die wissenschaftliche Erschließung durch Theodor Mommsen beschrieben.

3 Kritische Untersuchung von zwei Textstellen: In diesem Hauptteil wird anhand der Kapitel 5 und 25 aufgezeigt, wie Augustus durch propagandistische Techniken historische Fakten selektiv darstellt.

4 „Herrscherliche Selbstdarstellung“ und Propaganda in der jüngeren Geschichte und Gegenwart: Das Kapitel reflektiert die Kontinuität der Selbstdarstellung von antiken Herrschern bis hin zu modernen totalitären Regimen.

Schlüsselwörter

Augustus, Monumentum Ancyranum, Propaganda, Res gestae, Selbstdarstellung, Getreidebeschaffung, Diktatur, Schlacht bei Actium, Sextus Pompeius, Herrschaftssicherung, Antike, politische Kommunikation, Manipulation, Historische Realität, Machtinstrumente

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Tatenbericht des Augustus, das Monumentum Ancyranum, hinsichtlich seiner propagandistischen Elemente und vergleicht diese mit der historischen Realität der damaligen Zeit.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind das Wesen von Propaganda, die Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte des Monumentum Ancyranum sowie die kritische Analyse augusteischer Selbstdarstellung im Kontext seiner Machtpolitik.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Publikation?

Ziel ist es, nachzuweisen, dass Augustus gezielt Informationen selektierte und verschleierte, um sein Handeln vor dem Volk und Senat zu rechtfertigen und seinen Herrschaftsanspruch zu legitimieren.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine kritische, vergleichende Textanalyse angewandt, die den Inhalt der Inschrift Augustus’ mit zeitgenössischen Ereignissen und anderen Quellen abgleicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die detaillierte Analyse der Kapitel 5 und 25, wobei Themen wie die Getreideversorgung, die Ablehnung von Sonderämtern wie der Diktatur und die Bedeutung der Siege über Sextus Pompeius und Antonius kritisch beleuchtet werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den prägenden Begriffen zählen Augustus, Propaganda, Res gestae, Selbstdarstellung, Herrschaftssicherung und die kritische Distanz zur historischen Darstellung.

Wie geht die Arbeit mit den im Monumentum Ancyranum genannten Zahlen um?

Die Arbeit zeigt auf, dass Augustus Zahlen gezielt verwendet, um sein Handeln als gerechtfertigt erscheinen zu lassen und um kritische Aspekte, wie den Übertritt prominenter Senatoren zu seinem Gegner Antonius, zu verschleiern.

Warum wird im Buch ein moderner Bezug zu Diktaturen wie dem Nationalsozialismus hergestellt?

Dies dient der Veranschaulichung, wie Mechanismen der propagandistischen Selbstdarstellung nicht auf die Antike beschränkt sind, sondern über Jahrhunderte hinweg von Herrschern genutzt wurden, um ihre Macht durch Vergleiche und Gleichsetzungen ideologisch zu stützen.

Ende der Leseprobe aus 33 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Augustus’ Selbstdarstellung im Monumentum Ancyranum
Untertitel
Gegenüberstellung von propagandistischen Aussagen und historischer Realität anhand von ausgewählten Passagen
Hochschule
Ortenburg-Gymnasium Oberviechtach
Veranstaltung
Leistungskurs Latein
Note
14 Punkte
Autor
Matthias Sperl (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
33
Katalognummer
V179655
ISBN (eBook)
9783656020295
ISBN (Buch)
9783656021803
Sprache
Deutsch
Schlagworte
augustus’ selbstdarstellung monumentum ancyranum gegenüberstellung aussagen realität passagen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Matthias Sperl (Autor:in), 2010, Augustus’ Selbstdarstellung im Monumentum Ancyranum, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/179655
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  33  Seiten
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