Frankreichs Mediensystem und die TV-Übertragung der Tour de France im Vergleich mit Deutschland


Seminararbeit, 2011
16 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhalt

1.0 Einleitung

2.0 Prägende Faktoren von Mediensystemen
2.1 Presse- und Medienrecht
2.2 Geografie
2.3 Sprachkulturen
2.4 Politisches System
2.5 Medientechnologie
2.6 Wirtschaftsverfassung

3.0 Die drei wichtigsten Marktteilnehmer
3.1 Die Tageszeitung
3.2 Radio/Hörfunk
3.3 Fernsehen

4.0 Die TV-Übertragung der Tour de France
4.1 In Frankreich
4.2 In Deutschland
4.3 Im Vergleich

5.0 Fazit

6.0 Literaturverzeichnis

7.0 Quellenverzeichnis

1.0 Einleitung

Die folgende Arbeit porträtiert das französische Mediensystem und die dazugehörigen Einflussfaktoren. Diese Ausarbeitung wird die Mediengeschichte Frankreichs, sowie die demografischen und geografischen Aspekte, die in Betracht gezogen werden müs­sen, erläutern.

Die prägenden Faktoren von Mediensystemen erörtern die Rahmenbedingungen für ein funktionierendes und strukturiertes Mediensystem. Dabei wird auf die rechtlichen und menschlichen Basen bezüglich der Herkunft und des Aufbaus des medialen fran­zösischen Systems eingegangen. Diese Punkte werden die Eckpfeiler des kompletten Mediengerüstes genauestens darstellen und die Unterschiede zum deutschen Medien­system und seiner Struktur darlegen.

Um die Medienkonzentration in Frankreich genauer kennen zu lernen, wird im weiteren Verlauf auf die Entstehung und Entwicklung der drei wichtigsten Marktteilnehmer ein­gegangen. Diese drei wichtigsten Marktteilnehmer werden von der Tageszeitung, dem Hörfunk, beziehungsweise dem Radio und natürlich dem Fernsehen gebildet. Dabei werden die beliebtesten und prominentesten Medienkonzerne der jeweiligen Branche genannt und teilweise in ihrer Entstehung vorgestellt. Ein abschließendes Ranking zur Auflage und Reichweite der jeweilig beliebtesten Medien dokumentiert die Beliebt­heitsskala der französischen Bevölkerung.

Das Fernsehen ist trotz verschiedener neuer Medien und der fortschreitenden Entwick­lung der Technologie weiterhin eines der beliebtesten Unterhaltungs- und Informations­träger Frankreichs. Die Tour de France ist dabei eines der weitverbreitesten Sportver­anstaltungen im französischen Fernsehen. Das letzte Kapitel beinhaltet eben diesen Radsportevent und befasst sich mit der TV-Übertragung der Tour in Frankreich und in Deutschland. Dabei wird kurz auf die Entstehung und die Geschichte, sowie die ge­genwärtige Entwicklung eingegangen. Der resümierende Vergleich der Übertragungs­konzepte beider Länder verdeutlicht, warum es sich bei der Tour de France um ein Medienphänomen handelt.

2.0 Prägende Faktoren von Mediensystemen

2.1 Presse- und Medienrecht

Seit dem 29. Juli 1881 besteht in Frankreich offiziell ein Gesetz zur Presse- und Mei­nungsfreiheit (loi sur la liberté de la presse). Bis heute hat sich dieses Gesetz jedoch des Öfteren geändert und wurde mehrmals überarbeitet. Dieses Gesetz besagt, dass jeder französische Bürger eine Zeitung gründen und drucken darf (Glose, 2006, S.9):

„Pressefreiheit umfasst demnach nicht nur das Recht, Ideen und Meinungen frei zu äu­ßern und zu verbreiten, sondern auch das Recht, sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu informieren. Wirkliche Presse- und Meinungsfreiheit besteht überdies nur dann, wenn der Staat dafür Sorge trägt, dass es jedem Bürger auch finan­ziell möglich ist, seine Ideen öffentlich zu verbreiten bzw. sich die Ideen und Meinungen anderer zugänglich zu machen.“ (Mathien, 2004, S. 136)

Aufgrund dieser Auffassung von Pressefreiheit schuf der französische Staat ein För­derprogramm für die Presse. Durch staatliche Subventionen soll gewährleistet werden, dass die Pressefreiheit nicht durch die Regeln der Marktwirtschaft gesteuert wird. (Glo­se, 2006, S.9)

Anfang des 21. Jahrhunderts wurden einige Gesetze beschlossen, die sich mit der immer schnelleren und weiträumigeren Verbreitung, sowie der neuen Medien befas­sen:

- Gesetz über das Urheberrecht und die verwandten Schutzrechte in der In­formationsgesellschaft (27. Juli 2006)
- Verfassungsergänzungsgesetz über die Ernennung der Vorsitzenden der Gesellschaften France Télévisions und Radio France, sowie der für die Verbreitung der audiovisuellen Massenmedien außerhalb Frankreichs zuständigen Gesellschaft (3. März 2009)
- Gesetz über die audiovisuellen Massenmedien und das neue öffentliche Fern­sehen (3. März 2009)
- Gesetz zur Förderung der Verbreitung und des Schutzes künstlerischen Schaffens im Internet (10. Juni 2009)
- Gesetz über den strafrechtlichen Schutz des Urheberrechts im Internet (22. Oktober 2009)[1]

2.2 Geografie

Frankreich hat 62,8 Millionen Einwohner, die sich auf einer Fläche von 522.000 Quad­ratkilometern erstrecken.[2] Frankreich hat mit 113 Einwohnern pro Quadratkilometer ungefähr halb so viele Einwohner wie Deutschland. Dies bedeutet, dass Frankreich weniger dicht besiedelt ist im Gegensatz zur Bundesrepublik.[3] Aufgrund der Vielzahl von Großstädten und der damit zusammenhängenden Laufkundschaft auf Frankreichs Straßen, ist der Straßenverkauf von Zeitung gegenüber den Abonnements deutlich im Plus. Hinzu kommt die immer stärker anwachsende Kluft zwischen Arm und Reich. Der Straßenverkauf erreicht demzufolge alle Schichten der französischen Gesellschaft. Die Fläche Frankreichs umfasst 96 „Departements“. Dabei besitzt jedes Departement ei­nen eigenen Namen, welcher zumeist von dem umliegenden Fluss oder Gebirge stammt. Jedes Departement hat zudem eine eigene Nummer, welche auch am Anfang der jeweiligen Postleitzahl des Departements steht.[4]

2.3 Sprachkulturen

Die französische Sprache ist eine romanische Sprache, die von rund 131 Millionen Menschen der Welt gesprochen wird. Über Jahrhunderte hinweg war französisch die Sprache des europäischen Hochadels und ist bis heute eine der wichtigsten Kultur­sprachen. Sie gliedert sich in zwei Dialektgruppen, das Nordfranzösische (im Norden) und das Provencalische (im Süden). Aus der nordfranzösischen Sprache entwickelte sich auch die moderne französische Schriftsprache.[5] Der Artikel 2 der französischen Verfassung beinhaltet, dass „die Sprache der Republik (...) Französisch ist. Im Jahre 1539 entschied Franz I., dass die französische Sprache die einzige gesprochene Sprache, wie auch Urkunden- und Verwaltungssprache des Königreiches ist. Franzö­sisch ist bis heute die einzige gemeinsame Sprache der Französischen Republik. Al­lerdings gibt es auch eine Vielzahl von Regionalsprachen, die ihre Region oder ihr „Departement“ kulturell repräsentieren. Einige der regionalen Sprachen sind Baskisch, Bretonisch, Korsisch oder Kreolisch.[6] Jedoch ist es so, dass Frankreich offiziell seine sprachlichen Minderheiten nicht anerkennt. Demzufolge ist der größte Teil der franzö­sischen Medien rein französisch sprechend. Mittlerweile gibt es einige Fernsehsender, die sich den Sprechern der Minderheitssprachen widmen, wie beispielsweise „France 3“ oder „TV Breizh“. In landesweiten Radiosendern hingegen finden sich alle 13 Regi­onalsprachen wieder. (Pfisterer, 2003, S. 42 ff.)

2.4 Politisches System

Frankreich ist seiner Verfassung zu Folge eine unteilbare, laizistische, demokratische und soziale Republik. Dementsprechend sind alle Bürger, egal welche Rasse sie ha­ben, wo sie herkommen oder welcher Religion sie angehören, vor dem Gesetz gleich zu behandeln. Das Staatsoberhaupt, der Präsident, wird unmittelbar vom Volk für sie­ben Jahre gewählt und hat in Frankreich eine sehr starke Stellung. (Schloß Verlag GmbH, 1996, S. 279) Frankreich war lange Zeit ein Zentralstaat, ist jedoch mittlerweile ein dezentralisierter Einheitsstaat. Dabei wurden die Verwaltungseinheiten und Rege­lungskompetenzen auf die Regionen und Départements verlagert. Allerdings besitzen die Regionen nicht das Recht Gesetze zu beschließen und haben auch keine Regie­rungsbefugnis. Frankreich beinhaltet vier Verwaltungsebenen: den Zentralstaat, die Region, das Département und die Gemeinde.[7]

Für die Medienpolitik in Frankreich ist der Staat verantwortlich. Im Gegensatz zur deut­schen Medienkompetenz auf Landesebene werden in Frankreich alle Mediengesetze von der Regierung in Paris aus beschlossen. Das mediale Geschehen und die dazu­gehörigen Regeln und Normen werden also in Form eines Zentralstaats kontrolliert und entschieden. (Seggelke, 2007, S. 69)

2.5 Medientechnologie

Es gibt weltweit drei Farbübertragungssysteme im Fernsehbereich. Die Amerikaner haben das NTSC- (National Television System Committee), die Deutschen das PAL- und die Franzosen im Jahre 1957 in Person von Henri de France das SECAM-System entwickelt. Das Farbsystem SECAM arbeitet mit Frequenzmodulation für den Farbträ­ger. Aus diesem Grund können die Farbsignale nur nacheinander übertragen werden, sodass eine Verzögerungsleitung im Empfänger nötig ist, um beide Farbsignale zur gleichen Zeit zusammenzuführen. (Sautter, Weinerth, 1993, S. 305) SECAM arbeitet im Gegensatz zu NTSC und PAL nicht mit einer, sondern mit zwei Trägerfrequenzen mit Frequenzmodulation. (Altendorfer, 2006, S. 439) Dieses Verfahren der Farbüber­tragung weist jedoch bei schnellen Farbwechseln deutlich auffallende Flimmereffekte auf. (Böhringer, Bühler, Schlaich, 2006, S. 831) Das Fernsehen über Internet (IP- TV) ist die modernste Art TV-Programme zu schauen. Dabei werden Breitband- oder Kabelanschlüsse für Highspeed-Internet benutzt. Eine weitere technische Neuerung im TV-Bereich ist das qualitativ hochwertige Digitalfernsehen (HD-TV). Frankreich hat eine hohe Breitbanddichte und eine weniger hohe Kabeldichte und hat demzufolge einen höheren Anteil an IP-TV-Nutzern als Deutschland. (PWC, 2008, S. 20)

[...]


[1] Vgl. Conseil Constitutionnel, 2010, Entscheidungen des Verfassungsrates mit der Bezeich­nung QPC, zuletzt abgerufen am 03.12.2010, unter: http://www.conseilconstitutionnel.fr/conseil-constitutionnel/deutsch/entscheidungen/entscheidungen.25744.html.

[2] Vgl. Fläche von Frankreich, zuletzt abgerufen am 03.12.2010, unter: http://www.europa- daten.de/Frankreich_Flaeche.htm.

[3] Vgl. Infographie: Einige Zahlen zur französischen Bevölkerung, zuletzt abgerufen am 03.12.2010, unter: http://www.france.fr/de/wissen/gesellschaft/demographie/article/infographie- einige-zahlen-zur-franzoesischen-bevoelkerung.

[4] Vgl. Gliederung nach Departements, zuletzt abgerufen am 04.12.2010, unter: http://www.frankreich-experte.de/modules.php?name=Pages&pa=showpage&pid=236.

[5] Vgl. französische Sprache, zuletzt abgerufen am 04.12.2010, unter: http://www.wissen.de/wde/generator/wissen/ressorts/bildung/index,page=1102740.html.

[6] Vgl. Französische Sprache, zuletzt abgerufen am 04.12.2010, unter: fi- le:///Users/haller_mail/Desktop/5.%20Semester/Französische%20Sprache.webarchive.

[7] Vgl. Vogel, Wolfram: Charakteristika des politischen Systems, zuletzt abgerufen am 06.12.2010, unter: http://www.bpb.de/publikationen/K1RH0G,5,0,Charakteristika_des_politischen_Systems.html#art5.

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Details

Titel
Frankreichs Mediensystem und die TV-Übertragung der Tour de France im Vergleich mit Deutschland
Hochschule
Macromedia Fachhochschule der Medien Köln
Veranstaltung
Internationale Medienwirtschaft
Note
2,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
16
Katalognummer
V179660
ISBN (eBook)
9783656021414
ISBN (Buch)
9783656021773
Dateigröße
539 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Tour de France, Frankreich, Mediensystem, TV-Übertragung, Deutschland
Arbeit zitieren
Daniel Haller (Autor), 2011, Frankreichs Mediensystem und die TV-Übertragung der Tour de France im Vergleich mit Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/179660

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