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Die Herrschaftslegitimation der römischen Adoptivkaiser

Die Herausforderungen und Erfolge Trajans in der Rechtfertigung seiner Herrschaft

Titel: Die Herrschaftslegitimation der römischen Adoptivkaiser

Bachelorarbeit , 2011 , 39 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Julia Rudloff (Autor:in)

Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Als Trajan am 18. September 53 n. Chr. in Italica geboren wurde, war es nicht vorstellbar, dass dieser später der Herrscher über das römische Weltreich sein sollte. Er wurde sogar zum Idealbild des römischen Herrschers. Er stand am Anfang einer Reihe von Kaisern, welche die Hochphase des römischen Kaiser-tums prägten. Die Periode des Adoptivkaisertums wurde als die glücklichste und beste der Prinzipatszeit beschrieben.

„In den rund 80 Jahren des Adoptivkaisertums gelangte die von Augus-tus begründete Prinzipatsideologie auf ihren Höhepunkt. Sie erhielt nun Züge, die den Princeps in noch viel höherem Maße als bisher zum idea-len Herrscher stilisierten.“

Trajan stand am Beginn eines neuen Systems innerhalb des Principats. Somit war es für ihn nötig, seinen Herrschaftsanspruch entsprechend zu legitimieren. Auch musste das neue System, nämlich die Adoption des Besten und die damit einhergehende Designation zum Nachfolger, gerechtfertigt werden. Zum Zeit-punkt des Herrschaftsantritts Trajans standen ihm hierfür alle Türen offen. Es lag in seiner Hand, das neue System entsprechend zu propagieren und zu legi-timieren, um die Grundlage der römischen Glanzzeit hervorzubringen. Andern-falls wäre ein schnelles Scheitern des Adoptivkaisertums absehbar gewesen. Aus diesem Grund beschäftigt sich die vorliegende Untersuchung mit den Her-ausforderungen und Problemen Trajans in Bezug auf die Legitimation seines Herrschaftsanspruches.
Welche Möglichkeiten bestanden für Trajan, sich auf dem Kaiserthron zu rechtfertigen und wie nutzte er diese? War es für ihn besonders schwer, sich zum Beginn einer neuen Prinzipatszeit entsprechend zu profilieren? Entstand aus diesem Hintergrund die Ideologie des Adoptivkaisertums als letzter Notan-ker, um die Herrschaft Trajans legitimieren zu können und nutzte er diese als einzige Legitimationsbasis?
Als Grundlagenquelle für die vorliegende Untersuchung dient der Panegyricus des jüngeren Plinius , eine Lobrede auf Kaiser Trajan. Dieser ist für den Beginn der Regierungszeit Trajans die einzige aussagekräftige literarische Quelle. Es wird wichtig zu sehen sein, ob Trajan diese Lobrede für seine Zwecke benutzte, um die Legitimationslücke zu Beginn seiner Herrschaft schließen zu können. Gleichzeitig wird sich die Frage nach der Funktion des Panegyricus stellen. Ist er eher Legitimationsinstrument des Kaisers und wurde Plinius somit zum Propagandist des Kaisers?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Panegyricus von Plinius dem Jüngeren als Grundlagenquelle

2.1. Inhalt, Aufbau und Adressaten des Panegyricus

2.2. Ziele und Interessen des Plinius

3. Die Legitimation Trajans durch dessen Adoption

3.1. Die kaiserliche Adoption von Caesar bis Galba

3.2. Nerva legt den Grundstein für das Zeitalter der Adoptivkaiser

3.3. Durch die Adoptionsideologie zur Legitimation

4. Der Kaiserkult Trajans als Legitimationsinstrument

4.1. Trajan und der Kaiserkult zu seinen Lebzeiten

4.2. Der Beiname „Optimus“ als Gleichsetzung mit Iupiter

4.3. Legitimation durch divinisierte Väter

5. Legitimation durch militärische Erfolge

5.1. Die anfänglich fehlende militärische Legitimation

5.2. Die Erfüllung der verlangten Sieghaftigkeit

6. Ein Ausblick – Das Adoptivkaisertum nach Trajan

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Legitimationsstrategien Kaiser Trajans zu Beginn seiner Herrschaft. Im Zentrum steht die Frage, wie Trajan seinen Machtanspruch ohne dynastische Herkunft rechtfertigen konnte und welche Rolle der Panegyricus des Plinius dabei als propagandistisches Instrument einnahm.

  • Die Ideologie des Adoptivkaisertums als Mittel zur Machtfestigung
  • Die Funktion des Panegyricus als Legitimationsgrundlage
  • Die strategische Nutzung des Kaiserkults und der Divinisierung
  • Die militärische Legitimation als entscheidender Faktor zur Akzeptanzsicherung

Auszug aus dem Buch

3.2. Nerva legt den Grundstein für das Zeitalter der Adoptivkaiser

Nach der Ermordung des Galba und dessen adoptierten Sohn kam es im römischen Reich zu zahlreichen Unruhen. Das folgende Jahr sollte als Vierkaiserjahr in die Geschichte eingehen. Schließlich sollte sich Vespasian als neuer Princeps herausstellen und somit die Dynastie der Flavier begründen. Als Kaiser folgten ihm seine Söhne Titus und Domitian, wobei letzterer als Tyrann auftrat und durch dessen Ermordung die neue Dynastie ein rasches Ende fand.

Trotz großer Unterstützung durch das Militär, fehlte es vor allem am nötigen Feingefühl im Umgang mit dem Senat. Durch seine überspannte Selbstinszenierung sah die Senatorenschaft die Gefahren für sich und ihre eigene Machtbasis durch absolutistische Herrschaft des Princeps all zu offensichtlich.

Nach der Ermordung Domitians am 18. September 96 n. Chr. kam es am gleichen Tag zur Akklamation des Nerva zum neuen Kaiser. Die Wahl des neuen Kaisers war durchaus überraschend, da dieser nicht zu den politischen Drahtziehern gehörte. Doch brachte die Wahl des Nerva zum neuen Kaiser gewisse Vorteile mit sich. Nerva galt innerhalb des Senates als hoch angesehener Konsul. Jedoch war es absehbar, dass Nerva mit einem stattlichen Alter von 66 Jahren den Kaiserthron nicht auf lange Zeit für sich beanspruchen konnte. Ebenso hatte er zu diesem Zeitpunkt noch keinen Nachfolger und auf Grund seines Alters waren die Chancen einer neuen Dynastiegründung relativ gering.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einführung erläutert die Ausgangslage Trajans als erster Adoptivkaiser und definiert die Forschungsfrage bezüglich seiner Herrschaftslegitimation.

2. Der Panegyricus von Plinius dem Jüngeren als Grundlagenquelle: Dieses Kapitel analysiert den Panegyricus als literarische Quelle sowie die Ziele des Autors Plinius bei der Verfassung dieser Lobrede.

3. Die Legitimation Trajans durch dessen Adoption: Der Abschnitt befasst sich mit der historischen Entwicklung der kaiserlichen Adoption und der Etablierung der Adoptionsideologie als Herrschaftsinstrument.

4. Der Kaiserkult Trajans als Legitimationsinstrument: Hier wird untersucht, wie Trajan durch Kaiserkult, göttliche Beinamen und die Divinisierung seiner Väter seine Macht sakral überhöhte.

5. Legitimation durch militärische Erfolge: Dieses Kapitel behandelt die Notwendigkeit militärischer Siege als Beweis für die Herrschaftstauglichkeit und die Bedeutung der Dakerkriege.

6. Ein Ausblick – Das Adoptivkaisertum nach Trajan: Der Ausblick zeigt die langfristigen Auswirkungen der von Trajan geschaffenen Legitimationsgrundlage auf seine Nachfolger auf.

7. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Trajan seine Herrschaft durch eine Kombination aus Adoption, religiöser Überhöhung und militärischer Propaganda erfolgreich absichern konnte.

Schlüsselwörter

Trajan, Adoptivkaisertum, Plinius der Jüngere, Panegyricus, Legitimation, Kaiserkult, Adoption, Optimus, Dakerkriege, Herrschaftsanspruch, Nerva, Senat, Propaganda, Römische Geschichte, Machtstruktur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Strategien, mit denen Kaiser Trajan seine Herrschaft zu Beginn seiner Regierungszeit legitimierte, da er ohne leibliche Nachfolge und dynastische Absicherung den Thron bestieg.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Kernbereichen gehören die Adoptionsideologie, die Instrumentalisierung des Kaiserkults, der Panegyricus des Plinius und die militärische Legitimationsbasis durch die Dakerkriege.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es wird untersucht, welche Möglichkeiten Trajan nutzte, um sich als legitimer Herrscher zu etablieren, und inwiefern der Panegyricus dabei als Werkzeug der kaiserlichen Propaganda diente.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin bzw. der Autor führt eine historisch-analytische Untersuchung durch, die sich auf zeitgenössische literarische Quellen sowie neuzeitliche historische Forschung stützt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert drei Ebenen: die Adoptionsideologie, den Kaiserkult und die militärische Legitimation durch Erfolge gegen Feinde des Reiches.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Adoptivkaisertum, Legitimation, Kaiserkult, Propaganda, Panegyricus und Machtanspruch definiert.

Warum war der Panegyricus für Trajan so wichtig?

Der Panegyricus diente als Sprachrohr, um Trajans Herrschaft gegenüber dem Senat zu rechtfertigen, Mängel in seiner Legitimation zu kaschieren und ihn als "Besten" zu inszenieren.

Wie sicherte Trajan seine Nachfolge ab?

Trajan etablierte durch die Adoption ein neues System, das statt Blutsverwandtschaft die Auswahl der besten Männer in den Vordergrund stellte, um eine langfristige Stabilität zu gewährleisten.

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Details

Titel
Die Herrschaftslegitimation der römischen Adoptivkaiser
Untertitel
Die Herausforderungen und Erfolge Trajans in der Rechtfertigung seiner Herrschaft
Hochschule
Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig
Note
1,3
Autor
Julia Rudloff (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
39
Katalognummer
V179669
ISBN (eBook)
9783656020264
ISBN (Buch)
9783656020196
Sprache
Deutsch
Schlagworte
herrschaftslegitimation adoptivkaiser herausforderungen erfolge trajans rechtfertigung herrschaft
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Julia Rudloff (Autor:in), 2011, Die Herrschaftslegitimation der römischen Adoptivkaiser , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/179669
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Leseprobe aus  39  Seiten
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