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Moral ohne Gott? Eine Betrachtung des Euthyphrondilemmas

Titel: Moral ohne Gott? Eine Betrachtung des Euthyphrondilemmas

Bachelorarbeit , 2011 , 29 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Daniel Jacobs (Autor:in)

Philosophie - Philosophie der Antike
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit geht es um Fragen, die wahrscheinlich schon so alt sind wie die
Menschheit selbst: Was ist gut? Was ist böse? Gibt es das objektiv Gute und Böse? Geht
es demnach in unserem menschlichen Leben darum, jenes Gute und Böse zu erkennen,
um dementsprechend richtig handeln zu können? Oder sind es im Wesentlichen die
Folgen unserer Handlungen die entscheiden was gut und schlecht ist und somit
Grundlage unserer Moralität sein müssen? Seit der Antike bestimmen jene Fragen das
Geschehen der Moralphilosophie und spiegeln zeitgleich ein Bedürfnis der Menschheit
nach Handlungsstandards wider, welche ein gutes, menschliches Leben gewährleisten
sollen. Schon Platon befasste sich mit diesen Fragen und machte in seinen Werken immer
wieder deutlich, dass es ihm um das Erkennen der Wesenheit dieser Dinge ging. So lässt
er in den meisten seiner Werke, die in dialogischer Form verfasst sind, zwei oder mehrere
Gesprächspartner argumentativ den Ursprung, beziehungsweise das Wesen verschiedener
Tugenden ergründen. So geht es im Falle des Euthyphrondialoges um die Bestimmung
des Frommen. Der Anspruch dieser Arbeit besteht nun darin zu veranschaulichen, in wie
weit es vernünftig ist, eine Moral ohne Gott zu vertreten oder ob unsere
Moralvorstellungen zwangsläufig eines Gottes bedürfen. Hierbei ist zu beachten, dass das
zu Platons Zeiten polytheistisch geprägte Weltbild auf ein, unserer Zeit entsprechendes
Theistisches übertragen wird, was jedoch, wie im Verlauf der Arbeit herausgearbeitet
wird, für eine Untersuchung des Themas selbst, irrelevant ist. Basis zur Diskussion stellt
das Euthyphrondilemma dar, das sich aus einer Frage des Sokrates im Zuge der
Bestimmung des Frommen ergibt. Zu diesem Zweck wird nun zunächst in Kapitel 2 der
gesamte Euthyphrondialog nachempfunden. Erste problematische Formulierungen seitens
Sokrates Gesprächspartner Euthyphron fördern nunmehr erste Schwierigkeiten zu Tage,
die eine Bestimmung des Frommen, mittels Verweisen auf Gottheiten, mit sich bringen.
Als Zuspitzung dieser Problematik kann somit das Euthyphrondilemma verstanden
werden, auf welches, nach einer detaillierten Darstellung beider Argumentationsgänge,
speziell in Kapitel 2.2 eingegangen wird. Im weiteren Verlauf der Arbeit werden dann
Argumente vorgetragen, die jeweils für oder gegen die Vernünftigkeit einer göttlichen
Moral plädieren. [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Euthyphrondilemma

2.1 Sachverhalt und Dialog

2.2 Darstellung und Konsequenzen des Argumentationsganges

3 Argumente für die Vernünftigkeit göttlicher Moral

4 Argumente gegen die Vernünftigkeit göttlicher Moral

5 Kritische Beurteilung

6 Zusammenfassung

7 Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das sogenannte Euthyphrondilemma, um zu klären, ob moralische Werte unabhängig von einer göttlichen Instanz existieren oder ob sie zwingend auf einem göttlichen Willen basieren. Dabei wird hinterfragt, ob eine allein auf Gott begründete Moral eine inhaltliche Leere sowie moralisch fragwürdige Konsequenzen nach sich zieht.

  • Das Euthyphrondilemma und seine philosophische Bedeutung.
  • Analyse der moralphilosophischen Argumente von Platon bis Kant.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Begründung von Moral durch göttliche Gebote.
  • Diskussion über die Autonomie moralischer Werte.
  • Gegenüberstellung von theistischen und atheistischen moralphilosophischen Positionen.

Auszug aus dem Buch

2.1 Sachverhalt und Dialog

Wie die meisten anderen Werke Platons ist dieses relativ kurze Stück in Dialogform verfasst. Protagonist dieses Gespräches ist wie so oft Platons Lehrer Sokrates, der selbst keine Schriften hinterlassen hat; den wir also ausschließlich aus den platonischen Dialogen kennen. Er wurde im damaligen Athen, genau wie sein Schüler Platon als „lästiger Neuerer“ und „Utopist“ empfunden. Dieses Bild wurde wesentlich durch seine Art der philosophischen Gesprächsführung geprägt. So erregte er vor Allem damit Anstoß, dass er seinen Gesprächspartnern durch gezieltes Fragen ihre Begrenztheit aufzeigte und ihre Auffassungen als Scheinwissen enttarnte.

„Bis heute wird Sokrates für ein `gnadenlos bohrendes` Fragen bewundert, das die Ansichten der Gesprächspartner als nur vermeintliches Wissen entlarvt, ohne zu beanspruchen, es besser zu wissen: ,Ich weiß, daß [sic] ich nichts weiß‘. Sokrates Methode besteht in einer faszinierend geschickten Gesprächsführung: einer „Hebammenkunst“, die den Partnern eine Wahrheit zu gebären hilft, um die sie nicht ausdrücklich wußten [sic], die sie aber schon unbewußt [sic] in sich trugen […]“

In den meisten frühen Dialogen des Platons geht es um die genaue Bestimmung, beziehungsweise um die möglichst genaue Definition grundlegender Begriffe. Es handelt sich hierbei um einen Lern-Prozess in Dialogform: „Während die Philosophen vor Platon ihre Einsichten in Sprüchen und Lehrgedichten ,verkünden‘, entfaltet Platon sie in kommunikativen Denk-Prozessen: in Dialogen“

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die historische und philosophische Relevanz der Frage nach dem Ursprung von Gut und Böse ein und stellt das Euthyphrondilemma als zentrales Werkzeug der Untersuchung vor.

2 Das Euthyphrondilemma: Dieses Kapitel rekonstruiert den Euthyphrondialog Platons, beleuchtet die Rollen der Akteure und arbeitet die zentrale Fragestellung heraus, die zur Unterscheidung zwischen göttlichem Willen und dem moralisch Guten an sich führt.

2.1 Sachverhalt und Dialog: Hier wird der inhaltliche Rahmen des Dialogs dargelegt, insbesondere die Charaktere des Sokrates und Euthyphron sowie der Kontext ihrer Begegnung am Gerichtsgebäude.

2.2 Darstellung und Konsequenzen des Argumentationsganges: Dieses Kapitel analysiert die logische Struktur des Dialogs und die daraus resultierenden Implikationen für die Bestimmung des "Frommen" als Teil der Gerechtigkeit.

3 Argumente für die Vernünftigkeit göttlicher Moral: Hier werden Positionen, etwa von J.L. Mackie oder Immanuel Kant, diskutiert, die eine göttliche Instanz zur Begründung einer verbindlichen Moral für notwendig erachten.

4 Argumente gegen die Vernünftigkeit göttlicher Moral: Dieses Kapitel betrachtet die Gegenposition, insbesondere anhand von Bertrand Russell, und kritisiert die Abhängigkeit der Ethik von göttlichen Autoritäten als potenziell schädlich.

5 Kritische Beurteilung: In der Beurteilung werden die verschiedenen Argumentationslinien gegeneinander abgewogen und die Unabhängigkeit der Moral von göttlichen Vorgaben hervorgehoben.

6 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung rekapituliert die Ergebnisse der Untersuchung und bekräftigt die Notwendigkeit einer kritischen Prüfung von moralischen Wertestandards.

7 Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen.

Schlüsselwörter

Euthyphrondilemma, Platon, Sokrates, Moralbegründung, göttliche Moral, Ethik, Autonomie, Gewissen, Gerechtigkeit, Bertrand Russell, Immanuel Kant, Religionsphilosophie, Gott, Wertemaßstab, theistische Ethik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Frage, ob Moral zwingend auf einer göttlichen Instanz beruht oder ob ethische Prinzipien eine autonome, vom göttlichen Willen unabhängige Grundlage haben können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Moralphilosophie, Religionskritik, das Euthyphrondilemma Platons sowie die Untersuchung der Verbindung zwischen göttlicher Autorität und ethischem Handeln.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Vernünftigkeit einer Moral ohne Gott zu beleuchten und kritisch zu hinterfragen, ob unsere moralischen Vorstellungen zwangsläufig eines Gottes bedürfen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt die philologisch-philosophische Analyse, insbesondere die Argumentationsanalyse von Dialogen sowie die Untersuchung klassischer und moderner philosophischer Texte zum Theismus und Atheismus.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert den Euthyphrondialog, diskutiert Pro- und Contra-Argumente zur göttlichen Moralbegründung und prüft die Positionen von Denkern wie Kant, Mackie und Russell.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie das Euthyphrondilemma, Autonomie der Moral, theistische Moralbegründung und die Kritik an einer rein autoritätsbasierten Ethik charakterisiert.

Wie unterscheidet der Autor "fromm" und "gottgeliebt"?

Durch die sokratische Methode wird herausgearbeitet, dass "fromm" nicht identisch mit "gottgeliebt" ist. Etwas ist nicht fromm, weil es geliebt wird, sondern es wird geliebt, weil es das Attribut "fromm" (bzw. moralisch gut) bereits in sich trägt.

Warum ist das Euthyphrondilemma für die heutige Zeit relevant?

Es bleibt relevant, weil es die Frage aufwirft, ob moralische Werte "an sich" existieren oder bloßen Machtsprüchen unterliegen, was essenziell für das Verständnis von Menschenrechten und säkularer Ethik ist.

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Details

Titel
Moral ohne Gott? Eine Betrachtung des Euthyphrondilemmas
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen
Note
1,0
Autor
Daniel Jacobs (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
29
Katalognummer
V179853
ISBN (eBook)
9783656024316
ISBN (Buch)
9783656024712
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Moralphilosophie Platon Euthyphron Euthyphrondilemma Gottesmoral Sokrates Das Gute Das Böse Ethik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Daniel Jacobs (Autor:in), 2011, Moral ohne Gott? Eine Betrachtung des Euthyphrondilemmas, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/179853
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  29  Seiten
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