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Gerechtigkeit in der Finanzierung des Gesundheitswesens?

Titel: Gerechtigkeit in der Finanzierung des Gesundheitswesens?

Seminararbeit , 2007 , 10 Seiten , Note: 3,0

Autor:in: Bachelor Thorsten Kozik (Autor:in)

Theologie - Systematische Theologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Gerechtigkeit an sich ist ein komplexer Begriff. Ihn eindeutig zu definieren ist schwer, auch wenn man ihn nur im Zusammenhang mit dem deutschen Gesundheitswesen betrachtet. Dem Begriff der Gerechtigkeit kann man sich sehr gut nähern, wenn man seine eigene Definition des Begriffes „ungerecht“ offen legt. Falls einem in einem System mehr Dinge ungerecht als gerecht erscheinen, dann bietet dieses System keine Gerechtigkeit. Aus meiner Sicht ist ein System dann gerecht, wenn es solidarisch finanziert ist, d.h. Menschen mit hohen Ein¬kommen müssen Menschen mit geringen Einkommen unterstützen. Jeder muss einen Anspruch auf die bestmögliche Versorgung haben, selbst wenn er zur Finanzierung des Gesund-heitswesens weniger beiträgt als andere. Nach diesen Gesichts¬punkten wird die Hausarbeit das Gesundheitssystem untersuchen.
Zudem wird sie einen kurzen Überblick über die Strukturen und Funktionsweisen des Gesundheitssystems in Deutschland geben. Die Gesundheitssysteme anderer Länder sowie deren Finanzierung werden nicht ausführlich behandelt. Da das Gesundheitssystem häufig reformiert wird, werden auch die jüngsten Reformen erwähnt und in den Gesamtkontext der Fragestellung eingearbeitet. Allerdings werden die unterschiedlichen parteipolitischen Vorstellungen nicht intensiv dargestellt, da sie nur in einer zukünftigen Gesundheitsreform eine Rolle spielen könnten. Dem derzeitigen Zustand kommt das Hauptaugenmerk zu.
Ziel der Hausarbeit ist es, einen Überblick über die jetzige Struktur der Finanzierung des Gesundheitssystems zu geben und mögliche Ungerechtigkeiten aufzuzeigen. Besonders die Rolle der Krankenkassen wird dabei genauer untersucht.[...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1 Struktur, Funktionsweise und Ziele des deutschen Gesundheitssystems

2.2 Probleme des Gesundheitssystems

2.3 Die Gesundheitsreform von 2006

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das deutsche Gesundheitssystem hinsichtlich seiner strukturellen Finanzierung und analysiert dabei bestehende Ungerechtigkeiten, um aufzuzeigen, inwieweit das System den Anforderungen an soziale Gerechtigkeit und Solidarität gerecht wird.

  • Grundlegende Struktur und Funktionsweise des deutschen Gesundheitssystems
  • Finanzierungsprobleme und demographischer Wandel
  • Die Auswirkungen der Gesundheitsreform von 2006
  • Die Rolle der Krankenkassen und des Solidarausgleichs
  • Potenziale zur Steigerung der Gerechtigkeit im Gesundheitswesen

Auszug aus dem Buch

2.2 Probleme des Gesundheitssystems

Wenn tatsächlich jeder Bundesbürger das Gesundheitswesen mit finanzieren würde, wären die Probleme, die das Gesundheitssystem hat, nicht so groß. Die scheinbar gerechte Umverteilung von Armen zu Reichen, von Gesunden zu Kranken, von Jungen zu Alten hat allerdings nur dann eine Chance, wenn sich tatsächlich alle daran beteiligen. Dies ist allerdings in Deutschland nicht der Fall. Durch die Beitragsbemessungsgrenze ist der Geldzufluss des Gesundheitssystems begrenzt und nicht jeder zahlt etwas ein. Zunächst leisten nur diejenigen einen Beitrag, die sozialversicherungspflichtige Arbeit leisten, d.h. Rentner und Beamte sowie Selbstständige tragen nichts zum Einkommen der gesetzlichen Krankenkassen bei. Diejenigen, die mehr als 3562,50€ Brutto monatlich im Jahr 2007 verdient haben, konnten sich zusätzlich aus den gesetzlichen Krankenversicherungen freikaufen.

Die Beitragsbemessungsgrenze ist eine Grenzgröße, die festlegt, bis zur welcher Summe Beiträge abgeführt werden müssen. Wer also sehr viel verdient, muss nichts an die gesetzlichen Krankenkassen abführen. Stattdessen können sich Wohlhabende privat krankenversichern bei privaten Krankenkassen. So haben die gesetzlichen Krankenkassen Konkurrenz, die nur besser Verdienende aufnimmt. Das heißt, es werden nicht die maximalen Möglichkeiten zur Finanzierung des Gesundheitswesens herangezogen, ein Teil der Bevölkerung kann sich diesem entziehen.

Auch werden nicht alle Einkommensarten berücksichtigt. Wer durch Vermögen hohe Zinserträge erwirtschaftet, oder durch Aktienhandel hohe Summen verdient, zahlt ebenso wenig etwas in die gesetzliche Krankenkasse ein. Dadurch trägt eigentlich nur ein Teil der Gesellschaft die Kosten der gesetzlichen Krankenkassen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Das Kapitel definiert den Begriff der Gerechtigkeit im Kontext des Gesundheitswesens und erläutert die Zielsetzung der Untersuchung unter Fokus auf die Struktur der Finanzierung.

2. Hauptteil: Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des bestehenden Systems, dessen akute Probleme wie Unterfinanzierung oder demographische Risiken sowie die Analyse der 2006 eingeführten Reformschritte.

2.1 Struktur, Funktionsweise und Ziele des deutschen Gesundheitssystems: Hier werden die staatlichen Rahmenbedingungen, das Solidaritätsprinzip und der Risikostrukturausgleich als zentrale Steuerungsinstrumente erläutert.

2.2 Probleme des Gesundheitssystems: Dieser Abschnitt beleuchtet kritisch die Beitragsbemessungsgrenze, die Finanzierungslücken durch nicht erfasste Einkommensarten und die Herausforderungen durch den demographischen Wandel.

2.3 Die Gesundheitsreform von 2006: Das Kapitel beschreibt die Einführung des Gesundheitsfonds und die damit einhergehenden Änderungen in der Beitragserhebung und Finanzierung.

3. Fazit: Das Fazit bewertet die Auswirkungen der Reform von 2006 und diskutiert Lösungsansätze zur Erreichung einer größeren Solidarität durch stärkere Einbindung von Steuermitteln.

Schlüsselwörter

Gesundheitssystem, Solidaritätsprinzip, Gesundheitsreform, Krankenkassen, Gerechtigkeit, Finanzierung, Beitragsbemessungsgrenze, Gesundheitsfonds, Demographischer Wandel, Risikostrukturausgleich, Sozialstaat, Gesundheitswesen, Patientenorientierung, Solidarausgleich, Krankenversicherung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Gerechtigkeit und Finanzierungsstruktur des deutschen Gesundheitssystems, insbesondere im Hinblick auf solidarische Ausgleichsmechanismen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören das Solidaritätsprinzip, die Funktionsweise der Krankenkassen, die Auswirkungen der Gesundheitsreform 2006 und die Problematik von Finanzierungsgrenzen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, einen Überblick über die jetzige Struktur der Finanzierung zu geben und mögliche Ungerechtigkeiten innerhalb des Systems aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven Analyse von Strukturen, Funktionsweisen und gesetzlichen Rahmenbedingungen des Gesundheitswesens unter Einbeziehung relevanter Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der organisatorischen Struktur, den systemischen Problemen wie der Beitragsbemessungsgrenze sowie den spezifischen Inhalten der Gesundheitsreform von 2006.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Solidaritätsprinzip, Gesundheitsfonds, Finanzierungsgerechtigkeit und demographischer Wandel geprägt.

Was bewirkt der Risikostrukturausgleich?

Er sorgt dafür, dass Krankenkassen, die überproportional viele kranke oder pflegebedürftige Mitglieder versichern, finanziell durch andere Kassen mit gesünderer Mitgliederstruktur entlastet werden.

Warum wird die Beitragsbemessungsgrenze kritisiert?

Sie wird kritisiert, da sie wohlhabende Bürger von höheren Beiträgen befreit und somit das Ziel einer solidarischen, einkommensabhängigen Finanzierung teilweise unterläuft.

Inwiefern hat die Gesundheitsreform 2006 die Situation verändert?

Sie führte den Gesundheitsfonds ein, der eine pauschale Zuweisung an Krankenkassen ermöglicht und den Einfluss der Bundesregierung auf die Finanzierung stärkte.

Welche Schlussfolgerung zieht die Arbeit bezüglich der Gerechtigkeit?

Das Fazit kommt zu dem Schluss, dass das System durch mehr Steuermittel und eine breitere finanzielle Basis zwar gerechter gestaltet werden könnte, aber weiterhin Lücken in der solidarischen Finanzierung bestehen.

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Details

Titel
Gerechtigkeit in der Finanzierung des Gesundheitswesens?
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Evangelisch Theologische Fakultät)
Veranstaltung
Grundfragen der Medizinethik
Note
3,0
Autor
Bachelor Thorsten Kozik (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
10
Katalognummer
V179919
ISBN (eBook)
9783656024903
ISBN (Buch)
9783656024620
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Medizinethik Gerechtigkeit Gesundheitssystem Ethik Fianzierung Gesundheitswesen Struktur Funktionsweise und Ziele des deutschen Gesundheitssystems Die Gesundheitsreform von 2006 Gesundheit Gesundheitsreform
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Bachelor Thorsten Kozik (Autor:in), 2007, Gerechtigkeit in der Finanzierung des Gesundheitswesens?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/179919
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  10  Seiten
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