Der „Unbundling‐Abschluss“ nach § 6b EnWG


Seminararbeit, 2011

28 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Externe Rechnungslegung von Energieversorgungsunternehmen
2.1 Aufstellungspflicht
2.2 Prüfungspflicht
2.3 Offenlegungspflicht

3 Interne Rechnungslegung von Energieversorgungsunternehmen
3.1 Adressatenkreis
3.2 Zu entflechtende Tätigkeitsbereiche
3.3 Methoden der buchhalterischen Entflechtung
3.3.1 Progressive und retrograde V erbuchung
3.3.2 Direkte und indirekte Zuordnung
3.3.3 Innerbetriebliche Leistungsverrechnung
3.4 Zuordnung einzelner Posten im Tätigkeitsabschluss

4 Fazit

Literaturverzeichnis

Verzeichnis sonstiger Quellen

Verzeichnis der Gesetze und sonstiger Normen

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Mit dem Zweiten Gesetz zur Neuregelung des Energiewirtschaftsrechts, das am 13.07.2005 in Kraft getreten ist,[1] wurde das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) umfassend reformiert. In diesem Zusammenhang wurden insbesondere die Vor- schriften zur Entflechtung (Unbundling) neu gestaltet. Diese Vorschriften sind vornehmlich an sog. vertikal integrierte Energieversorgungsunternehmen [2] gerich- tet,[3] die auf dem Energiemarkt häufig eine Monopolstellung aufweisen und wett- bewerbshemmend agieren.[4] Um Intransparenz, Diskriminierung[5] und Quersub- ventionierung[6] zu vermeiden,[7] müssen solche Energieversorgungsunternehmen (EVU) grundsätzlich informatorische, buchhalterische, rechtliche [8], operationelle [9] sowie eigentumsrechtliche [10] Entflechtungsmaßnahmen umsetzen.[11] Diese Maß- nahmen bewirken eine weitgehende Unabhängigkeit des Netzbetriebs gegenüber den übrigen Wertschöpfungsstufen der Energieversorgung wie der Elektrizitätser- zeugung, der Gasgewinnung oder dem Energievertrieb.[12]

Die vorliegende Arbeit widmet sich ausschließlich der buchhalterischen Entflech- tung bzw. der Entflechtung in der Rechnungslegung,[13] indem die einschlägige Vorschrift des § 6b EnWG diskutiert wird.[14] Zu diesem Zweck wird in Kapitel 2 zunächst erörtert, welche Verpflichtungen EVU hinsichtlich der externen Rech- nungslegung zu erfüllen haben. Neben der Aufstellung werden hier auch Prüfung und Offenlegung des Jahresabschlusses thematisiert. Sodann wird in Kapitel 3 die interne Rechnungslegung von EVU gemäß § 6b Abs. 3 EnWG untersucht. Diese Vorschrift bildet die eigentliche Rechtsgrundlage für die buchhalterische Ent- flechtung und für die Aufstellung des „Unbundling-Abschlusses“.[15] Abschließend wird in Kapitel 4 ein Fazit gezogen.

2 Externe Rechnungslegung von Energieversorgungsunternehmen

EVU haben gemäß § 6b Abs. 1 EnWG einen Jahresabschluss nach den für Kapi- talgesellschaften geltenden Vorschriften des HGB aufzustellen, prüfen zu lassen und offenzulegen.[16] Diese Verpflichtungen sind unabhängig von den Eigentums- verhältnissen und von der Rechtsform.[17] Zudem besitzt diese Vorschrift nicht nur für vertikal integrierte EVU Gültigkeit, sondern für alle EVU[18]. Ziel ist es, eine bessere Transparenz und Vergleichbarkeit herzustellen.[19] Im Folgenden werden die Verpflichtungen näher erläutert.

2.1 Aufstellungspflicht

EVU haben einen Jahresabschluss aufzustellen, der den Vorschriften des HGB für Kapitalgesellschaften entspricht. Konkret bedeutet dies gemäß § 264 Abs. 1 HGB die Aufstellung einer Bilanz, einer Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) und ei- nes Anhangs. Das EnWG fordert nicht die Aufstellung eines Lageberichts.[20] Inso- fern ist ein Lagebericht nur aufzustellen, soweit andere Gesetze (wie § 264 Abs. 1 HGB und § 25 EigVO NRW) dies erfordern.[21]

Der Verweis auf die Vorschriften des HGB im § 6b Abs. 1 EnWG ist als Rechts- folgenverweis zu verstehen, nicht als Rechtsgrundverweis.[22] Dies bedeutet, dass die Befreiungsvorschriften für die Ausstellung (sowie Prüfung und Offenlegung) des Jahresabschlusses im HGB – wie § 264 Abs. 3 oder § 264b HGB – für EVU keine Anwendung finden.[23] Größenabhängige Erleichterungsvorschriften für kleine oder mittelgroße Kapitalgesellschaften stehen dagegen nicht im Konflikt mit dem EnWG und können grundsätzlich angewendet werden.[24] Mithin können kleine EVU i.S.d. § 267 Abs. 1 HGB bspw. eine verkürzte Bilanz nach § 266 Abs. 1 Satz 3 HGB aufstellen oder bestimmte Anhangangaben gemäß § 288 Abs. 1 HGB unterlassen.[25]

Hinsichtlich der Anhangangaben verlangt § 6b Abs. 2 EnWG einen gesonderten Ausweis von Geschäften größeren Umfangs mit verbundenen Unternehmen oder assoziierten Unternehmen i.S.v. § 271 Abs. 2 oder § 311 HGB.[26] Ein solches Ge- schäft ist dann anzunehmen, „wenn es aus dem Rahmen der gewöhnlichen Ener- gieversorgungstätigkeit herausfällt und für die Bewertung der Vermögens- und Ertragslage des Unternehmens nicht nur von untergeordneter Bedeutung ist“.[27] Neben Vertragspartner und Vertragsgegenstand sollten insbesondere Angaben über Leistung und Gegenleistung des Geschäfts gemacht werden.[28]

2.2 Prüfungspflicht

Analog zur Aufstellungspflicht besteht gemäß § 6b Abs. 1 EnWG eine rechts- formunabhängige Prüfungspflicht für EVU nach den Vorschriften der §§ 316ff. HGB. Kleine EVU, die unter § 267 Abs. 1 HGB subsumiert werden können, sind gemäß § 316 Abs. 1 HGB von der Prüfungspflicht befreit.[29]

Gegenstand der Prüfung ist nicht nur der Jahresabschluss (und ggf. der Lagebe- richt), sondern auch der „Unbundling-Abschluss“ bzw. Tätigkeitsabschluss[30] nach § 6b Abs. 3 EnWG. Der Abschlussprüfer hat gemäß § 6b Abs. 5 EnWG zu prüfen, ob die Maßnahmen zur buchhalterischen Entflechtung vorgenommen wurden und ob die Maßnahmen sowohl in qualitativer als auch in betragsmäßiger Hinsicht sachgerecht und nachvollziehbar umgesetzt worden sind. Zudem ist die Einhal- tung des Stetigkeitsgrundsatzes (§ 252 Abs. 1 Nr. 6 i.V.m. § 246 Abs. 3 HGB) zu prüfen.[31] Ferner unterliegen die Angaben nach § 6b Abs. 2 und § 6b Abs. 3 Satz 7 EnWG ebenfalls der Prüfungsplicht.[32] Im Bestätigungsvermerk und im Prüfungs- bericht ist gesondert anzugeben bzw. zu berichten, ob die Vorgaben nach § 6b Abs. 3 EnWG erfüllt worden sind.[33]

Die Prüfung der Maßnahmen zur rechtlichen, operationellen, informatorischen und eigentumsrechtlichen Entflechtung ist grundsätzlich nicht Gegenstand der Prüfung, da diese Maßnahmen keinen Bezug zur Rechnungslegung aufweisen.[34] Wird jedoch der Prüfungsauftrag um eine Prüfung nach § 53 HGrG oder entspre- chenden kommunalrechtlichen Regelungen erweitert, hat der Abschlussprüfer zu beurteilen, ob sämtliche Entflechtungsmaßnahmen ordnungsmäßig umgesetzt worden sind.[35] Des Weiteren kann die Bundesnetzagentur als Regulierungsbehör- de gemäß § 6b Abs. 6 EnWG hinsichtlich der Abschlussprüfung zusätzliche Best- immungen treffen und zusätzliche Prüfungsschwerpunkte festlegen.[36]

2.3 Offenlegungspflicht

Neben Aufstellung und Prüfung muss der Jahresabschluss (und ggf. der Lagebe- richt) von EVU gemäß § 6b Abs. 1 EnWG offengelegt werden; mithin sind die Vorschriften der §§ 325ff. HGB entsprechend zu beachten. So muss der Jahresab- schluss gemäß § 325 Abs. 1 und 2 HGB innerhalb einer bestimmten Frist beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers elektronisch eingereicht werden und nach der Einreichung im elektronischen Bundesanzeiger bekannt gemacht werden.[37] Die Offenlegungspflicht gilt gemäß § 6 Abs. 4 EnWG ebenso für den Tätigkeitsabschluss. Es gelten sogar strengere Vorschriften für den Tätigkeitsab- schluss, da die größenabhängige Erleichterungsvorschrift des § 326 HGB insoweit nicht anzuwenden ist. Mithin ist der Tätigkeitsabschluss vollständig beim Betrei- ber des elektronischen Bundesanzeigers einzureichen. Für den Jahresabschluss ist § 326 HGB (und § 327 HGB) ohne Einschränkung anwendbar.[38]

Neben der Einreichung beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers müs- sen EVU gemäß § 6b Abs. 7 EnWG ihren Jahresabschluss und Tätigkeitsab- schluss ebenfalls der Bundesnetzagentur übersenden. Sofern ein Lagebericht zu erstellen ist, muss dieser auf die Tätigkeiten nach § 6b Abs. 3 EnWG eingehen. Zudem hat der Abschlussprüfer den Prüfungsbericht bei der Bundesnetzagentur einzureichen. Geschäftsberichte zu den Tätigkeiten nach § 6b Abs. 3 Satz 1 EnWG sind von den EVU auf ihren Internetauftritten zu veröffentlichen. Die ge- nannten Verpflichtungen des § 6b Abs. 7 EnWG gelten nicht, wenn das EVU nicht unter der Definition eines vertikal integrierten EVU fällt.[39]

3 Interne Rechnungslegung von Energieversorgungsunternehmen

Vertikal integrierte EVU i.S.v. § 3 Nr. 38 EnWG haben hinsichtlich ihrer internen Rechnungslegung die Vorschrift des § 6b Abs. 3 EnWG zu beachten. Demnach sind sie zur buchhalterischen Entflechtung verpflichtet, was konkret bedeutet, dass sie für bestimmte Tätigkeitsbereiche getrennte Konten in der Art und Weise zu führen haben, als wenn diese Tätigkeiten von rechtlich selbstständigen Unter- nehmen durchgeführt würden.[40] Für die jeweiligen Tätigkeitsbereiche sind zudem eine Bilanz und eine GuV (Tätigkeitsabschluss) nach den einschlägigen handels- rechtlichen Vorschriften für Kapitalgesellschaften aufzustellen.[41] Zielsetzung die- ser Vorschrift ist die Vermeidung von Diskriminierung und Quersubventionierung im Netzbereich.[42] Im Folgenden wird der Anwendungsbereich des § 6b Abs. 3 EnWG sowie ihre praktische Umsetzung näher erörtert.

3.1 Adressatenkreis

Vertikal integrierte EVU nach § 3 Nr. 38 EnWG sind Unternehmen oder eine Gruppe von Unternehmen, die im Elektrizitäts- oder Gasbereich tätig sind, wobei das betreffende Unternehmen oder die betreffende Unternehmensgruppe neben Tätigkeiten im Bereich des Netzbetriebes (Übertragung oder Verteilung im Elekt- rizitätsbereich bzw. Fernleitung, Verteilung, Betrieb einer LNG-Anlage[43] oder Speicherung im Erdgasbereich) auch Tätigkeiten auf den vor- bzw. nachgelager- ten Wertschöpfungsstufen der Energieversorgung wahrnimmt, d. h. die Erzeugung bzw. Gewinnung sowie der Vertrieb von Elektrizität bzw. Erdgas.[44]

Bei der Frage, unter welchen Voraussetzungen eine Gruppe von EVU unter die Definition eines vertikal integrierten EVU fällt, wird im Gesetz auf den Art. 3

[...]


[1] Vgl. EnWG (2005): 1970-2018. Der Grund für die Neuregelungen war insbesondere die Um­setzung der EU-Stromrichtlinie (2003/54/EG), der EU-Gasrichtlinie (2003/55/EG) sowie der EU-Verordnung zum grenzüberschreitenden Stromhandel (Nr. 1228/2003). Vgl. Bundestag (2004): 1.

[2] Die Legaldefinition findet sich im § 3 Nr. 38 EnWG. Ausfühlich dazu siehe Kapitel 3.1. Nahe­zu alle deutschen Stadtwerke sind vertikal integrierte EVU. Vgl. Britsch/Küper (2008): 10.

[3] Vgl. § 6 EnWG.

[4] Vgl. Bundestag (2004): 51; Britsch/Müller (2008): 1f. Elektrizitäts- und Gasversorgungsnetze (aber auch Eisenbahnnetze sowie Telekommunikationsnetze) stellen ein natürliches Monopol dar; d. h. ein Netzbetreiber kann den Markt kostengünstiger bedienen als mehrere Anbieter. Vgl. Knieps (2008): 21f.; Ströbele/Pfaffenberger/Heuterkes (2010): 241.

[5] Diskriminierung bedeutet in diesem Zusammenhang, wenn der mit dem Netzbetrieb verbunde­ne Energievertrieb gegenüber einem externen Energievertrieb bevorteilt wird. Vgl. Leverkus (2006): Z. 1.

[6] Quersubventionierung bedeutet die nicht kostenverursachungs- bzw. leistungsgerechte Verla­gerung von Ergebnissen einer Wertschöpfungsstufe in eine andere. Vgl. Poullie (2006): 166; Britsch/Müller (2008): 2.

[7] Vgl. Bundestag (2004): 1, 51; Koenig/Kühling/Rasbach (2008): 139.

[8] Wird auch als gesellschaftsrechtliche Entflechtung bzw. Legal Unbundling bezeichnet. Vgl. VDEW (2006): 6; Rasbach (2009): 240.

[9] Wird auch als organisatorische Entflechtung bzw. Management Unbundling bezeichnet. Vgl. VDEW (2006): 6; Rasbach (2009): 244; Rogler (2009): 4.

[10] Wird auch als Ownership Unbundling bezeichnet. Vgl. Britsch/Müller (2008): 2; Wachovius (2008): 50.

[11] Vgl. §§ 6-10e EnWG. Die informatorische (§ 6a EnWG) und buchhalterische (§ 6b EnWG) Entflechtung gilt für alle vertikal integrierte EVU, d. h. sowohl für Verteilernetzbetreiber als auch für Transportnetzbetreiber. Die rechtliche (§ 7 EnWG) und operationelle (§ 7a EnWG) Entflechtung gilt grundsätzlich für Verteilernetzbetreiber. Die eigentumsrechtliche Entflech­tung nach den §§ 8ff. EnWG gilt grundsätzlich für Transportnetzbetreiber. Die Definition zu Verteilernetzbetreiber und zu Transportnetzbetreiber findet sich im § 3 Nr. 3 i.V.m. § 3 Nr. 37 EnWG bzw. im § 3 Nr. 31c i.V.m. § 3 Nr. 32 und § 3 Nr. 19 EnWG.

[12] Vgl. § 6 EnWG; Appel et al. (2006): 36; Volz (2006): 32.

[13] Zur rechtlichen, operationellen und informatorischen Entflechtung vgl. Bundesnetzagentur (2006): 12-27; Rasbach (2009): 206-273; de Wyl/Finke (2011): Z. 37-192. Zur eigentumsrecht­lichen Entflechtung vgl. Wachovius (2008): 49-300.

[14] Zuvor wurde die buchhalterische Entflechtung im § 10 EnWG (a. F.) geregelt. Die Vorschrift de lege lata besteht seit dem 26.07.2011. Vgl. Gesetz zur Neuregelung energiewirtschaftsrecht­licher Vorschriften (2011): 1554-1594. Im Rahmen dieser Novellierung wurden Vorschriften einerseits „verschoben“ und anderseits wurden auch inhaltliche Änderungen vorgenommen sowie die eigentumsrechtliche Entflechtung neu ins EnWG eingeführt.

Vgl. Eder (2006): Z. 6; Rogler (2009): 5; de Wyl/Finke (2011): Z. 197.

[16] Der Gesetzgeber nennt konkret die Vorschriften des Ersten, Dritten und Vierten Unterab­schnitts des Zweiten Abschnitts des Dritten Buches des HGB.

[17] Demnach sind auch Eigenbetriebe, Kommunalunternehmen (Anstalten des öffentlichen Rechts), Regiebetriebe, Zweckverbände, Stiftungen, Personenhandelsgesellschaften sowie Ein­zelunternehmen dieser Vorschrift unterworfen, soweit sie die Definition eines EVU erfüllen. Vgl. IDW (2006a): Z. 8; Poullie (2008): 197. Für Personenhandelsgesellschaften und Einzelun­ternehmen ist zusätzlich § 6b Abs. 1 Satz 2 EnWG zu beachten.

[18] Die Legaldefinition findet sich im § 3 Nr. 18 EnWG.

[19] Bundestag (2004): 55.

[20] Der Lagebericht ist nicht Bestandteil des Jahresabschlusses. Dies lässt sich aus dem Gesetzes­wortlaut des § 264 Abs. 1 HGB erkennen. Vgl. auch Coenenberg/Haller/Schultze (2009): 27­29; Baetge/Kirsch/Thiele (2011a): 34-36.

[21] Vgl. Eder (2006): Z. 19; IDW (2006a): 3. Zur Verdeutlichung: EVU in der Rechtsform einer Personenhandelsgesellschaft (mit ausschließlich persönlich haftenden Gesellschaftern) oder EVU, die kleine Kapitalgesellschaften sind, müssen einen Jahresabschluss nach § 264 Abs. 1 HGB aufstellen, jedoch keinen Lagebericht. Vgl. auch § 264 Abs. 1 Satz 4 HGB.

[22] Vgl. Ellerich (2006): 836; Poullie (2008): 197.

[23] Ebenso finden eigenbetriebsrechtliche Vorschriften der Bundesländer keine Anwendung, so­weit sie hinter den HGB-Anforderungen für Kapitalgesellschaften zurückbleiben. Vgl. IDW (2006a): Z. 4, 9; Poullie (2008): 197f.

[24] Es wird in diesem Zusammenhang auch von einer Kombination aus Rechtsgrund- und Rechts­folgenverweis gesprochen. Vgl. Bundesnetzagentur (2006): 29; Eder (2006): Z. 15.

[25] Weitere Beispiele für größenabhängige Erleichterungsvorschriften siehe § 274a, § 288 Abs. 2, § 316 Abs. 1, § 326 und § 327 HGB.

[26] Geschäfte zwischen rechtlich selbstständigen Tochterunternehmen derselben Gebietskörper­schaft (Bund, Länder, Gemeinde) fallen nicht unter diese Vorschrift, da die Gebietskörper­schaft kein Unternehmen und mithin weder verbundenes Unternehmen noch assoziiertes Un­ternehmen i.S.d. HGB sein kann. Vgl. IDW (2006a): Z. 50.

[27] Bundestag (2004): 55. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Geschäfte mit Tätigkeiten des Elek- trizitäts- oder Gassegments zusammenhängen oder sonstige Tätigkeiten des Unternehmens dar­stellen. Vgl. IDW (2006a): Z. 51. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, ob z. B. Lie­ferverträge mit Sondervertragskunden, die Aufrechterhaltung der Straßenbeleuchtung oder der Betrieb von Erdgastankstellen unter gewöhnliche Energieversorgungstätigkeiten subsumiert werden können. Vgl. auch Poullie (2008): 199.

[28] Vgl. Eder (2006): Z. 25; IDW (2006a): Z. 52; de Wyl/Franke (2011): Z. 213.

[29] Vgl. IDW (2006b): Z. 5; VDEW (2006): 36. Jedoch können kleine EVU aufgrund eigenbe­triebsrechtlicher Vorschriften prüfungspflichtig sein. Vgl. auch § 26 EigVO NRW.

[30] Der Begriff des „Unbundling-Abschlusses“ und des Tätigkeitsabschlusses werden synonym verwendet. Der Gesetzgeber benutzt im § 6b EnWG den Begriff des Tätigkeitsabschlusses. Aus diesem Grund soll dieser für den weiteren Verlauf der Arbeit verwendet werden.

[31] Man spricht hier auch von der materiellen Stetigkeit. Vgl. Baetge/Kirsch/Thiele (2011a): 117.

[32] Vgl. IDW (2006b): Z. 8, 10.

[33] Vgl. § 6b Abs. 5 Satz 3 HGB; IDW (2006b): Z. 16f. Im IDW Prüfungsstandard 610 finden sich Musterformulierungen für Bestätigungsvermerke. Vgl. Anhang von IDW (2006b).

[34] Jedoch hat der Abschlussprüfer gemäß § 321 Abs. 1 Satz 3 HGB im Prüfungsbericht über fest­gestellte Unregelmäßigkeiten hinsichtlich der Einhaltung dieser Vorschriften des EnWG zu be­richten. Vgl. IDW (2006b): Z. 12.

[35] Vgl. IDW (2006b): Z. 13. Ausführlich zur Prüfung nach § 53 HGrG vgl. Marten/Quick/Ruhnke (2007): 655-659; IDW (2010): Z. 1-18.

[36] Anmerkung: Der § 6b Abs. 6 EnWG verweist auf § 6b Abs. 4 EnWG. Dieser Verweis ist nach Meinung des Verfassers als „Druckfehler“ anzusehen, da Absatz 4 die Offenlegung regelt. Der Verweis auf Absatz 5 wäre korrekt.

[37] Ausfühlich zum § 325 Abs. 1 und 2 HGB vgl. Ellrott/Grottel (2010): Z. 1-52.

[38] Vgl. Bundesnetzagentur (2006): 30; Nill-Theobald/Theobald (2008): 302; de Wyl/Franke (2011): Z. 210.

Vgl. auch Eder (2006): Z. 39f.; de Wyl/Finke (2011): Z. 228f.

[40] Die sog. De-minimis-Regelung, wonach kleinere EVU von der rechtlichen und operationellen Entflechtung befreit werden, gilt nicht für die buchhalterische (und informatorische) Entflech­tung. Vgl. Poullie (2006): 168. Vgl. auch § 7 Abs. 2 und § 7a Abs. 7 EnWG.

[41] Mithin sind die GoB ebenfalls zu beachten. Vgl. Ellerich (2006): 838. Zwar wird in der Vor­schrift des § 6b Abs. 3 EnWG von „interner Rechnungslegung“ gesprochen, jedoch wird hier deutlich, dass damit nicht die Kosten- und Leistungsrechnung bzw. das interne Rechnungswe­sen i.e.S. gemeint ist. Vgl. Poullie (2008): 221. Im Gegensatz zur externen Rechnungslegung besteht für die Kosten- und Leistungsrechnung grundsätzlich keine gesetzliche Fixierung. Vgl. Haberstock/Breithecker (2008): 8; Schweitzer/Küpper (2011): 9.

[42] Insbesondere dient die buchhalterische Entflechtung der kosteneffizienten Prüfung der Netz­nutzungsentgelte von Netzbetreibern im Rahmen der Regulierung. Vgl. Bundestag (2004): 55; Angenendt (2007): 164. Ausführlich zur Entgeltregulierung vgl. Otto (2008): 253-264.

[43] LNG ist die Abkürzung für Liquefied Natural Gas (Flüssigerdgas). Vgl. Poullie (2008): 210. Vgl. auch § 3 Nr. 8 i.V.m. § 3 Nr. 26 EnWG.

[44] Vgl. Leverkus (2006): Z. 8; Theobald (2007): Z. 288.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Der „Unbundling‐Abschluss“ nach § 6b EnWG
Hochschule
Universität Duisburg-Essen  (Mercator School of Management)
Note
1,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
28
Katalognummer
V179992
ISBN (eBook)
9783656025771
ISBN (Buch)
9783656026334
Dateigröße
580 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Energierecht, Unbundling, EnWG, Entflechtung, buchhalterische Entflechtung, Energiewirtschaft, Energiewirtschaftsgesetz, Netznutzungsentgelt, StromNEV, GasNEV, § 6b EnWG, Regulierung, Bundesnetzagentur
Arbeit zitieren
Yu-Hui Liu (Autor:in), 2011, Der „Unbundling‐Abschluss“ nach § 6b EnWG, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/179992

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