In der vorliegenden Hauptseminararbeit steht das Gemälde "Raub der Proserpina" von Joseph Heintz im Mittelpunkt.
Der literarische Ursprung des Bildthemas, sowie dessen frühe Darstellungen und deren kompositorische Einflüsse auf das hier behandelte Kunstwerk werden erläutert.
Danach wird zu einer ausführlichen Werkanalyse übergegangen, die sich mit Werken befasst, welche Joseph Heintz bei seinem Entwurf für das Gemälde beeinflusst haben (könnten).
Übereinstimmungen und Unterschiede werden durch sorgfältige Vergleiche herausgearbeitet und in einem abschließenden Resumée zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Provenienz des Bildes Raub der Proserpina von Joseph Heintz
3. Die Zuschreibung
4. Angaben und Beschreibung des Bildes
4.1. Allgemeine Angaben
4.2. Die Beschreibung
5. Der Inhalt – Das mythologische Thema
6. Die Bildtradition
7. Die Vergleiche
7.1. Die Holzschnitte der Bibles des poètes – Komposition und Motivation zur Darstellung des Raptus-Themas
7.2. Der Raub der Proserpina als Simultandarstellung
7.3. Die Nymphe Cyane als dritte Hauptfigur des Raub der Proserpina-Themas
7.4. Die kritische Betrachtung der Figuren Palma Vecchios aus dem Bad der Diana als Vorbild für Joseph Heintz’ Nymphen
7.5. Der Vergleich mit dem Gemälde Der Raub der Proserpina von Hans von Aachen
7.6. Die möglichen Vorbilder der Pluto-Proserpina-Gruppe
8. Resumée
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Werk "Raub der Proserpina" von Joseph Heintz, analysiert dessen mythologischen Hintergrund, seine Provenienz und die künstlerische Einordnung im Kontext des rudolfinischen Manierismus. Ziel ist es, durch Vergleiche mit zeitgenössischen Holzschnitten und Gemälden, wie denen von Hans von Aachen oder Palma Vecchio, die Kompositionsvorbilder sowie die künstlerische Eigenständigkeit des Malers bei der Synthese verschiedener Bildthemen herauszuarbeiten.
- Provenienz und historische Zuschreibungsgeschichte des Gemäldes
- Analyse der mythologischen Vorlage aus Ovids Metamorphosen
- Vergleich der Komposition mit Holzschnittserien (Bibles des poètes)
- Einfluss italienischer Meister und Zeitgenossen auf das Werk
- Untersuchung der spezifischen malerischen Technik und Farbgebung
Auszug aus dem Buch
7. Die Vergleiche
Neben Rom und anderen Städten verbrachte Joseph Heintz auch Zeit in Venedig und Florenz. Auf der Suche nach Vorbildern seiner Komposition scheint es daher ratsam, bei den italienischen Künstlern zu beginnen, aber immer auch auf die damals verbreiteten Holzschnitte und Stiche zu achten.
Schon zu seinen Lehrzeiten in Basel bei Hans Bock beschäftigte sich Heintz vor allem mit dem Abzeichnen und Studieren der Werke von Hans Holbein, aber auch die ihm durch Stiche vorliegenden Werke von Raphael und anderen italienischen Künstlern dienten ihm als Zeichenvorlagen. Daher könnte als Vorbild des kompositorischen Aufbaus der Landschaft und des Gespanns Das Urteil des Paris von Marcantonio Raimondi in Frage kommen. Entworfen wurde dieser Stich von Raphael; er gehört zu den Hauptwerken der Zusammenarbeit zwischen Raphael und Raimondi. Die Vorzeichnung Raphaels ist leider nicht erhalten.
Joseph Heintz hat sich relativ frei an diesem Stich orientiert: Die Landschaft, welche das Bild rechts begrenzt und zur Mitte hin abfällt, die friesartig über die gesamte Bildbreite gefächerten Figuren und das Motiv des aufwärts strebenden Wagens können aus dem Werk Raimondis, bzw. Raphaels abgeleitet werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Zielsetzung der Arbeit dar, das Werk von Joseph Heintz unter Berücksichtigung von Bildtradition und Vorbildern zu analysieren.
2. Die Provenienz des Bildes Raub der Proserpina von Joseph Heintz: Hier werden der Lebensweg des Künstlers sowie die wechselvolle Geschichte des Gemäldes von der Entstehung am Hofe Kaiser Rudolfs II. bis zu seiner Wiederentdeckung skizziert.
3. Die Zuschreibung: Dieses Kapitel erläutert die schwierige historische Zuordnung des Werkes, das lange Zeit fälschlicherweise Giulio Romano zugeschrieben wurde.
4. Angaben und Beschreibung des Bildes: Die technischen Daten, der Erhaltungszustand und eine detaillierte formale Bildbeschreibung bilden den Kern dieses Abschnitts.
5. Der Inhalt – Das mythologische Thema: Hier wird der Bezug zur literarischen Vorlage aus Ovids Metamorphosen hergestellt, um den dargestellten Ort und die mythologische Handlung zu deuten.
6. Die Bildtradition: Das Kapitel widmet sich den frühneuzeitlichen Bildquellen, insbesondere den Holzschnitt-Serien, die das Thema maßgeblich geprägt haben.
7. Die Vergleiche: In diesem umfassenden Hauptteil werden durch systematische Bildvergleiche Einflüsse auf Komposition, Figurenwahl und Technik aufgezeigt.
8. Resumée: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung, die Joseph Heintz als eigenständigen Künstler würdigt, der Einflüsse verschiedener Schulen virtuos miteinander verknüpft.
Schlüsselwörter
Joseph Heintz, Raub der Proserpina, Rudolfinischer Manierismus, Ovids Metamorphosen, Kunstkammer, Bildtradition, Ikonographie, Hans von Aachen, Palma Vecchio, Renaissance, Farbigkeit, Komposition, Mythologie, Provenienz, Manierismus
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Gemälde "Der Raub der Proserpina" des Künstlers Joseph Heintz und beleuchtet seine kunsthistorische Bedeutung im Kontext des rudolfinischen Manierismus.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Provenienz des Werkes, die mythologische Vorlage nach Ovid, die Bildtradition im 16. Jahrhundert sowie die stilistische Einordnung durch Vergleiche mit anderen zeitgenössischen Künstlern.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Eigenständigkeit von Joseph Heintz als Komponist herauszuarbeiten, indem nachgewiesen wird, wie er Vorbilder aus Holzschnitten und Gemälden italienischer Meister abstrahiert und zu einer eigenen "Inventio" verschmilzt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer ikonographischen und formalen Bildanalyse sowie dem systematischen Vergleich des Werkes mit Druckgrafiken und zeitgenössischen Gemälden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil ist in verschiedene Vergleichsstudien untergliedert, die von frühen Holzschnitt-Illustrationen (Bibles des poètes) bis hin zu direkten stilistischen Vergleichen mit Künstlern wie Hans von Aachen und Palma Vecchio reichen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Joseph Heintz, Manierismus, mythologische Bildtradition, Kompositionsanalyse und rudolfinische Hofkunst geprägt.
Warum ist die Zuschreibung des Bildes historisch relevant gewesen?
Die historische Zuschreibung an Giulio Romano zeigt, dass das Werk des Künstlers lange Zeit unterschätzt oder verkannt wurde, bis erst durch Stiche und Dokumente die eindeutige Autorschaft von Joseph Heintz nachgewiesen werden konnte.
Welche Rolle spielt die Landschaft im Gemälde?
Im Gegensatz zu vielen Vergleichswerken, bei denen die Landschaft dominiert, ordnet Heintz die Landschaft den Figuren unter, nutzt sie jedoch zur bühnenartigen Rahmung des Geschehens.
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- Jasmine Massler (Author), 2008, Der "Raub der Proserpina" von Joseph Heintz - Eine Werkanalyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/180001