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Zur Rolle des Körpers in der weiblichen Adoleszenz

Ausgewählte Essstörungen als kritische Körperstrategie auf der Suche nach weiblicher Identität

Titel: Zur Rolle des Körpers in der weiblichen Adoleszenz

Seminararbeit , 2011 , 29 Seiten , Note: 2

Autor:in: Mag. phil., Bakk.phil. Eva Maria Calvi (Autor:in)

Geschlechterstudien / Gender Studies
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Schön, schlank, fit und gesund – unter anderem sind dies wesentliche Eigenschaften, die Individuen in der modernen westlichen Industriegesellschaft zu erfolgreichen Männern und Frauen werden lassen. Besonders der weibliche Körper wird häufig ins Zentrum der Betrachtung gestellt: Jung, schlank und androgyn soll er gemäß dem gängigen Ideal von Schönheit sein. Doch sind gesellschaftlich akzeptierte Normierungen und Schönheitsvorstellungen, unter Berücksichtigung der möglichen negativen gesundheitlichen Folgen, tatsächlich so wünschenswert, wie sie dargestellt werden und wie beeinflussen diese die Heranwachsenden auf der Suche nach ihrer Identität?
In der vorliegenden Arbeit wird ein Augenmerk auf den Einfluss gesellschaftlicher Erwartungshaltungen auf die Selbst- und Körperwahrnehmung junger Frauen sowie auf dessen Rolle bei der Entwicklung von Essstörungen als kritische Körperstrategie in der weiblichen Adoleszenz gelegt. Nach einer Einführung in die (weibliche) Adoleszenz sollen somit generelle Schwierigkeiten bei der Körperaneignung aufgezeigt werden, um in weiterer Folge das Thema Essstörungen anhand seiner Einfluss- und Risikofaktoren zu diskutieren. Auf diese Weise wird verdeutlicht, welche Rolle der Körper in der weiblichen Adoleszenz spielt und welche negativen Auswirkungen und Belastungen – in Form von diversen Essstörungen – gesellschaftliche Normierungs- und Gestaltungsprozesse bei der weiblichen Identitätsbildung nach sich ziehen können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG – INTERESSE AN DER THEMATIK

2. ALLGEMEINE EINFÜHRUNG IN DIE ADOLESZENZ

2.1. SOMATISCHE UND PSYCHISCHE VERÄNDERUNGEN IM ZUGE DER ADOLESZENZ: PUBERTÄT

2.2. EXKURS: MÄNNLICHKEIT UND WEIBLICHKEIT ALS GESELLSCHAFTLICHE KONSTRUKTE?

3. MERKMALE WEIBLICHER KÖRPERANEIGNUNG UND IDENTITÄTSBILDUNG IN DER ADOLESZENZ

3.1. SOZIALISATION UND KÖRPERANEIGNUNG JUNGER FRAUEN

3.2. KÖRPERGEFÜHL UND SELBSTBILD: SCHWIERIGKEITEN BEI DER ANEIGNUNG DES WEIBLICHEN KÖRPERS

4. KRITISCHE KÖRPERSTRATEGIE – ESSSTÖRUNGEN

4.1. HÄUFIGE FORMEN VON ESSSTÖRUNGEN

4.1.1. Anorexia nervosa

4.1.2. Bulimia nervosa

4.2. ERKLÄRUNGSANSÄTZE UND RISIKOFAKTOREN FÜR DIE ENTSTEHUNG VON ESSSTÖRUNGEN

4.2.1. Mögliche Einflussfaktoren auf die Selbstwahrnehmung und Körperaneignung junger Frauen

4.2.1.1. Familiendynamische Betrachtungsweise

4.2.1.2. Gesellschaftliche und soziokulturelle Betrachtungsweise

5. SCHLUSSWORT

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die Arbeit untersucht die zentrale Rolle des weiblichen Körpers während der Adoleszenz und analysiert, wie gesellschaftliche Erwartungshaltungen sowie Identitätskrisen dazu führen können, dass junge Frauen Essstörungen als kritische Körperstrategie zur Identitätsfindung entwickeln.

  • Die Adoleszenz als kritische Phase der körperlichen und psychosozialen Identitätsentwicklung.
  • Die Konstruktion von Männlichkeit und Weiblichkeit in der modernen Gesellschaft.
  • Herausforderungen der Körperaneignung und die Entstehung von Körperbildstörungen.
  • Die Rolle von Essstörungen (Anorexie und Bulimie) als soziosomatisches Phänomen.
  • Familiendynamische und soziokulturelle Einflussfaktoren auf das Essverhalten junger Frauen.

Auszug aus dem Buch

4.1.1. Anorexia nervosa

Unter Anorexie versteht man die so genannte Magersucht, wobei es sich hierbei um einen „willentlich herbeigeführten hohen Gewichtsverlust“ (ebd. 2010, S.22) handelt, da Betroffene scheinbar eine Angst davor entwickeln, dick zu werden und aus diesem Grund ihr Körpergewicht unter der dem jeweiligen Alter entsprechenden Norm halten (vgl. Zitt 2008, S.171). Man unterscheidet hierbei zwischen zwei Formen der Anorexia nervosa:

„Eine Gruppe der betroffenen Personen zeigt ständig ein stark kalorienreduziertes Essverhalten ohne aktive Maßnahmen der Gewichtsabnahme (Restriktiver Typus). Die andere Gruppe hat ‚Fressanfälle’, die mit Erbrechen oder anderen Maßnahmen zur Magen – Darmentleerung kompensiert werden (‚Binge – Eating / Purging’ – Typus)“ (ebd. 2008, S.171).

Die so genannte Magersucht ist bereits ein altes Phänomen und „in der Medizin schon seit Jahrhunderten beschrieben“ (Stahr et al 2010, S.22), während „Binge Eating – Störungen“ erst seit 1994 in der deutschen Fassung des DSM – IV erwähnt wurden. Die Bezeichnung „Anorexia nervosa“ ist auf Gull zurückzuführen, wobei der Begriff „Anorexie“ soviel wie Appetitlosigkeit bedeutet, was für diese Krankheit nicht passend erscheint, wenn man bedenkt, „dass die Annahme fehlenden Hungers bei den Patientinnen und Patienten keinesfalls zutreffend ist, im Gegenteil: Hungergefühle werden […] bewusst unterdrückt“ (ebd. 2010, S.23).

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG – INTERESSE AN DER THEMATIK: Die Einleitung beleuchtet den Körper als zentrales Identitätsmedium und identifiziert Essstörungen als ein zunehmendes Problem, das eng mit Identitätssuche und gesellschaftlichen Anforderungen verknüpft ist.

2. ALLGEMEINE EINFÜHRUNG IN DIE ADOLESZENZ: Dieses Kapitel klärt die somatischen und psychischen Veränderungen in der Pubertät und reflektiert Weiblichkeit sowie Männlichkeit als gesellschaftliche Konstrukte.

3. MERKMALE WEIBLICHER KÖRPERANEIGNUNG UND IDENTITÄTSBILDUNG IN DER ADOLESZENZ: Hier wird der Prozess der Sozialisation und die damit verbundenen Schwierigkeiten bei der Aneignung des eigenen Körpers sowie die Ausprägung von Körpergefühlen und Selbstbildern untersucht.

4. KRITISCHE KÖRPERSTRATEGIE – ESSSTÖRUNGEN: Das Hauptkapitel analysiert Essstörungen als kritische Körperstrategien, erläutert die Formen Anorexie und Bulimie und diskutiert deren familiäre und gesellschaftliche Entstehungsfaktoren.

5. SCHLUSSWORT: Das Fazit fasst zusammen, dass Essstörungen als Ausdruck gesellschaftlicher Leiden und Bewältigungsstrategien zu verstehen sind, und fordert mehr Raum für eine positive Körperaneignung junger Frauen.

Schlüsselwörter

Adoleszenz, Identitätsbildung, Weiblichkeit, Essstörungen, Anorexia nervosa, Bulimia nervosa, Körperaneignung, Körperbild, Selbstwertgefühl, Gesellschaftliche Konstrukte, Familiendynamik, Soziokulturelle Einflüsse, Geschlechterrollen, Pubertät, Körperstrategien.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Rolle des Körpers in der weiblichen Adoleszenz und analysiert, inwiefern Essstörungen als eine kritische Bewältigungsstrategie im Prozess der Identitätsfindung junger Frauen dienen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die körperliche und psychische Entwicklung in der Pubertät, die gesellschaftliche Konstruktion von Geschlecht, Identitätskrisen bei jungen Frauen und die multifaktoriellen Ursachen von Essstörungen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt danach, wie sich gesellschaftliche Erwartungen an den weiblichen Körper auf das Selbstbild von heranwachsenden Mädchen auswirken und welche Rolle Essstörungen als „Körperstrategie“ bei der Identitätssuche spielen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer fundierten Literaturanalyse basiert und interdisziplinäre Ansätze aus Psychologie, Soziologie und Geschlechterforschung verbindet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Merkmale der Körperaneignung, die Definition und Diagnose von Anorexia und Bulimia nervosa sowie die theoretischen Erklärungsmodelle (familiär und soziokulturell) für das Entstehen dieser Erkrankungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Adoleszenz, Identitätsbildung, Weiblichkeitskonstrukte, Körperbild, Anorexie, Bulimie und der Einfluss gesellschaftlicher Normierungen auf das Individuum.

Warum spielen die Medien eine so wichtige Rolle für das Entstehen von Essstörungen?

Medien fungieren als „Spiegel der Gesellschaft“, die ein rigides Schlankheitsideal verbreiten. Dies erzeugt bei jungen Frauen einen hohen Anpassungsdruck, der das Selbstwertgefühl mindert und die Entwicklung gestörten Essverhaltens begünstigt.

Welche Rolle spielt die Familie bei der Ausbildung einer Essstörung?

Die Familie kann durch rigidere Muster, Überfürsorglichkeit, Leistungsorientierung oder unterschwellige Konflikte (Pseudoharmonie) den Ausbruch einer Essstörung begünstigen, da das Mädchen den Körper als Ventil für Autonomie oder Abgrenzung nutzt.

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Details

Titel
Zur Rolle des Körpers in der weiblichen Adoleszenz
Untertitel
Ausgewählte Essstörungen als kritische Körperstrategie auf der Suche nach weiblicher Identität
Hochschule
Karl-Franzens-Universität Graz
Note
2
Autor
Mag. phil., Bakk.phil. Eva Maria Calvi (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
29
Katalognummer
V180186
ISBN (eBook)
9783656029038
ISBN (Buch)
9783656028895
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Identität Körper Adoleszenz Essstörungen Weiblichkeit Geschlechterforschung Sex Gender Konstruktion Sozialisation Anorexia nervosa Bulimia nervosa
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Mag. phil., Bakk.phil. Eva Maria Calvi (Autor:in), 2011, Zur Rolle des Körpers in der weiblichen Adoleszenz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/180186
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Leseprobe aus  29  Seiten
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