Das Bild des Teufels im protestantischen England im 16. und 17. Jahrhundert


Essay, 2010
11 Seiten

Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2.1 Der Weg der Reformation

2.2 Die „Synagoge des Satans“

2.3 Der Teufel in der protestantischen Vorstellung

3 Fazit

4 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Der Teufel, als Gegenspieler des Guten, kann auf eine lange und bewegte Geschichte zurückblicken. Die Wandlungen seiner Gestalt, seines Verhaltens und auch seiner Absichten wurden im Verlauf der Jahrhunderte stetig vorangetrieben.[1] Dies gilt auch für die Veränderung des Teufelsbildes im Zuge der Reformation. Das folgende Essay soll das neu gestaltete Bild des Teufels im protestantischen England der Frühen Neuzeit skizzieren und dessen Wirkweise darstellen. Es soll untersucht werden, wie der Teufel den Protestanten gegenübertritt, welche Absichten er hat und welche Möglichkeiten es gab sich dem Teufel zu widersetzen. Es soll somit herausgearbeitet werden, welcher

Herausforderung sich die Protestanten gegenübersahen und wie sie dieser Begegneten.

Vorangestellt sei dieser Betrachtung im Folgenden ein kurzer Abriss der Ereignisse, die zur Umdeutung des Teufels innerhalb der protestantischen Glaubensgemeinschaften in England führten.

2.1 Der Weg der Reformation

Nachdem Heinrich VIII. den Wunsch der Annullierung seiner Ehe mit Katharina von Arangón beim Papst nicht hatte durchsetzen können,[2] obwohl sie ihm keinen männlichen Thronerben hatte schenken können, heiratete er ohne den Segen des Heiligen Stuhls Anne Boleyn und wurde darauf mit der Exkommunizierung belegt. 1534 erhob sich Heinrich VIII. mit dem Act of Supremacy zum Oberhaupt der englischen Kirche und sagte sich damit vollends von der katholischen Kirche los. Unter seinem Thronfolger Eduard VI. formte sich die Staatskirche weiter aus und erreichte weitestgehend die Form, die sie bis zum Bürgerkrieg innehatte. Es entstand „eine im wesentlichen protestantische, vor allem zwinglikanisch-calvinistische, d.h. reformierte Ausrichtung in der Lehre, gepaart mit einer in ihren hauptsächlichen Elementen katholisch gebliebene Form des Gottesdienstes (...) in einer bischöflichen Kirchenorganisation“.[3]

Als Maria Tudor 1553 auf Eduard VI. auf den englischen Thron folgte, versuchte sie die gesamte Reformation rückgängig zu machen. Die Rückführung Englands in die katholische Kirche war ein Schock für viele Protestanten. Sie waren überzeugt, dass „God was pushing the nation for its sins“.[4] Doch blieben die Bemühungen Marias auf Grund der Kürze ihrer Regentschaft „ein fünfjähriges Intermezzo, das mit der Thronbesteigung Königin Elisabeths I. (...) ein jähes Ende fand“[5]. In der Folge wurde der Status quo der ,Vor-Maria-Ära’ wiederhergestellt und somit die Grundlage zur Entwicklung des englischen Puritanismus hergestellt. Im Zuge dieser Konfrontationsstellung zwischen Katholizismus und Protestantismus entwickelte sich sichtbar der Konflikt zwischen den Konfessionen, der unter anderem in der Auseinandersetzung zwischen Spanien und England deutlich wurde und zeitgenössisch als ein Kampf zwischen ,Gut und Böse’ wahrgenommen wurde.[6]

[...]


[1] Für einen breiten Überblick vgl.: G. Roskoff, Geschichte des Teufels. Eine kulturhistorische Satanologie von den Anfängen bis ins 18. Jahrhundert (Paderborn 2005).

[2] Anm.: Sofern nicht anders gekennzeichnet sind nachfolgende Darstellungen Greyerz (1994) entnommen.

[3] Ebd., S. 77.

[4] Johnstone (2006), S. 37.

[5] Greyerz (1994), S. 78.

[6] Vgl.: Johnstone (2006), S. 40.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Das Bild des Teufels im protestantischen England im 16. und 17. Jahrhundert
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Autor
Jahr
2010
Seiten
11
Katalognummer
V180188
ISBN (eBook)
9783656031857
ISBN (Buch)
9783656031628
Dateigröße
390 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Geschichte, England, Protestantismus, Frühe Neuzeit, Teufel
Arbeit zitieren
Tobias F. König (Autor), 2010, Das Bild des Teufels im protestantischen England im 16. und 17. Jahrhundert, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/180188

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