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Das Bild des Teufels im protestantischen England im 16. und 17. Jahrhundert

Titel: Das Bild des Teufels im protestantischen England im 16. und 17. Jahrhundert

Essay , 2010 , 11 Seiten

Autor:in: Tobias F. König (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Teufel, als Gegenspieler des Guten, kann auf eine lange und
bewegte Geschichte zurückblicken. Die Wandlungen seiner Gestalt,
seines Verhaltens und auch seiner Absichten wurden im Verlauf der
Jahrhunderte stetig vorangetrieben. Dies gilt auch für die Veränderung
des Teufelsbildes im Zuge der Reformation. Das folgende Essay soll das
neu gestaltete Bild des Teufels im protestantischen England der Frühen
Neuzeit skizzieren und dessen Wirkweise darstellen. Es soll untersucht
werden, wie der Teufel den Protestanten gegenübertritt, welche
Absichten er hat und welche Möglichkeiten es gab sich dem Teufel zu
widersetzen. Es soll somit herausgearbeitet werden, welcher
Herausforderung sich die Protestanten gegenübersahen und wie sie
dieser Begegneten.
Vorangestellt sei dieser Betrachtung im Folgenden ein kurzer Abriss der
Ereignisse, die zur Umdeutung des Teufels innerhalb der
protestantischen Glaubensgemeinschaften in England führten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2.1 Der Weg der Reformation

2.2 Die „Synagoge des Satans“

2.3 Der Teufel in der protestantischen Vorstellung

3 Fazit

4 Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das transformierte Bild des Teufels im protestantischen England der Frühen Neuzeit und analysiert, wie dieser durch die Reformation in der Wahrnehmung der Gläubigen neu verankert wurde, um als Feindbild und Herausforderung für die individuelle Frömmigkeit zu dienen.

  • Wandel des Teufelsbildes im Kontext der Reformation
  • Die Konstruktion des Katholizismus als "Synagoge des Satans"
  • Der Teufel als Geistwesen und die Zentralität der Versuchung
  • Individuelle Widerstandsmöglichkeiten gegen sündhafte Verführung
  • Politische Einbettung des Teufelsglaubens in das Anti-Popery

Auszug aus dem Buch

2.3 Der Teufel in der protestantischen Vorstellung

Für die Vorstellung des Teufels im protestantischen England der Frühen Neuzeit war der Gedanke der Verführung maßgebend. JOHNSTONE stellte dazu fest, dass „a characteristically Protestant conception of the Devil [exists] that centred around the notion of temptation”. Diese Zentralisierung des Aspekts der Verführung durch den Teufel sieht er als einen fundamentalen Unterschied gegenüber der Teufelskonzeption des Mittelalters an, in welcher der Gedanke der Verführung durch den Teufel nur einer unter vielen war. Ein weiterer wichtiger Unterschied war die Form, in der sich der Teufel den Menschen offenbarte. In der mittelalterlichen Vorstellung trat der Teufel vor allem als ein Wesen auf, dessen Gestalt zwischen Mensch und Tier schwankte. Die Körperlichkeit des Wesens war unabdingbar, da sie eine Voraussetzung war um den Pakt mit dem Teufel einzugehen. Der protestantische Teufel hingegen trat vor allem als ein ‚Geistwesen’ auf, das in das Bewusstsein eindrang und hier versuchte die Opfer zu verführen. So berichtet Henry Jessey von einer Frau, die eines Morgens einen seltsamen Rauch bemerkt habe und daraufhin sei ein Feuer durch ihren Mund in ihren Körper gefahren und anschließend habe sie gehört, wie eine Stimme in ihr sagte, dass sie verdammt sei. Nachdem der Teufel in das Bewusstsein eingedrungen war, versuchte er das potentielle Opfer zur Sünde zu verführen. „He could introduce sinful thoughts into the mind, or take hold on man’s corrupted will and turn him to sin.” Also begann die Sündhaftigkeit bereits im Kopf mit dem bloßen sündigen Gedanken und konnte sich bis zur sündigen Tat steigern.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung skizziert die historische Entwicklung des Teufelsbildes und definiert das Forschungsziel, die Wirkweise des Teufels im frühneuzeitlichen protestantischen England zu untersuchen.

2.1 Der Weg der Reformation: Dieses Kapitel beschreibt die kirchenpolitischen Umbrüche unter Heinrich VIII., Eduard VI. und Maria Tudor als Grundlage für die konfessionelle Identitätsbildung.

2.2 Die „Synagoge des Satans“: Hier wird analysiert, wie die katholische Kirche im protestantischen England als korrumpiertes Feindbild und Werkzeug des Teufels diskreditiert wurde.

2.3 Der Teufel in der protestantischen Vorstellung: Das Kapitel erläutert den Wandel vom körperlichen Teufel zum inneren Geistwesen, das den Menschen durch Versuchung zur Sünde führen will.

3 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Teufelsvorstellung eine direkte Folge der politischen und religiösen Loslösung von Rom war und den Protestanten zur persönlichen moralischen Standhaftigkeit zwang.

4 Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Standardwerke zur Thematik.

Schlüsselwörter

Teufel, Reformation, England, Frühe Neuzeit, Protestantismus, Versuchung, Synagoge des Satans, Anti-Popery, Geistwesen, Sünde, Katholizismus, Auserwähltheit, Teufelsglaube, Religionsgeschichte, Satanologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht das sich verändernde Teufelsbild im protestantischen England während des 16. und 17. Jahrhunderts unter Berücksichtigung der politischen und konfessionellen Spannungen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die Etablierung der Reformation in England, die Konstruktion des Katholizismus als "Synagoge des Satans" und das spezifisch protestantische Verständnis von Versuchung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich das Bild des Teufels im Zuge der Reformation wandelte und welche Herausforderungen dies für die protestantische Lebensführung bedeutete.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Der Autor nutzt eine kulturhistorische Analyse, um die Transformation religiöser Vorstellungen im Kontext zeitgenössischer politischer Ereignisse darzustellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die politische Reformation Englands, die Identifikation des Papsttums mit dem Antichristen und die psychologische bzw. spirituelle Dimension der Versuchung durch den Teufel.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind unter anderem Reformation, Versuchung, Teufel, Anti-Popery und die Synagoge des Satans.

Wie unterscheidet sich der protestantische Teufel vom mittelalterlichen Bild?

Der mittelalterliche Teufel war eher ein körperliches Wesen, während der protestantische Teufel der Frühen Neuzeit als Geistwesen begriffen wurde, das direkt in das menschliche Bewusstsein eindringt.

Warum wurde das Theater von Protestanten oft als sündig abgelehnt?

Da der Teufel als Geistwesen direkt im Bewusstsein ansetzte, wurden Freizeitbeschäftigungen wie das Theater als Einfallstore für sündige Gedanken betrachtet, die den Gläubigen vom rechten Weg abbringen konnten.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Bild des Teufels im protestantischen England im 16. und 17. Jahrhundert
Hochschule
Universität Münster
Autor
Tobias F. König (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
11
Katalognummer
V180188
ISBN (eBook)
9783656031857
ISBN (Buch)
9783656031628
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Geschichte England Protestantismus Frühe Neuzeit Teufel
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tobias F. König (Autor:in), 2010, Das Bild des Teufels im protestantischen England im 16. und 17. Jahrhundert, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/180188
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Leseprobe aus  11  Seiten
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