[...] Auch in unserer Projektgruppe haben zwei von drei Mitgliedern selbst nach dem Abitur erst eine duale Ausbildung absolviert. Deshalb haben diese Behauptungen ein besonderes Interesse in uns geweckt. Wir haben uns die Frage gestellt, ob es einen aktuellen Trend gibt, dass immer mehr Abiturienten anstatt eines Studiums eine berufliche Ausbildung annehmen und absolvieren. Schließlich haben sich viele Strukturen des Studiums geändert, wie beispielsweise die Dauer oder Studiengebühren. Es gilt nicht mehr als besonderes Privileg das Gymnasium zu besuchen und dieses mit einem Abitur abzuschließen. Deshalb fehlt manchen vielleicht der Ansporn, danach zu studieren. Oder es kann sich eben nicht mehr jeder leisten (trotz unterstützenden Leistungen wie bspw. Bafög). Daraufhin haben wir eine These über den vermuteten Trend aufgestellt, um diese anschließend empirisch überprüfen zu können und eine allgemeingültige Aussage über tatsächliche Entwicklungen auf dem Ausbildungsmarkt treffen zu können. Unser Ziel war dabei, herauszufinden, wie viel Wahrheitsgehalt hinter der medialen Annahme wirklich steckt. Schließlich haben wir folgende These aufgestellt: „Immer mehr Abiturienten / Abiturientinnen nehmen eine duale Ausbildung an.“ Wir haben eine schriftliche quantitative Befragung mithilfe eines Fragebogens an verschiedenen Berufsschulen durchgeführt. An Berufsschulen deshalb, da wir ja untersuchen wollten, wie viele der derzeiti-gen Azubis ein Abitur besitzen und somit auch potenzielle Studenten wären und sich dennoch für eine duale Ausbildung entschieden haben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil: Unsere Erhebung
2.1 Das quantitative Forschungsverfahren
2.2 Erstellung eines Fragebogens
2. 3 Unser Fragebogen
2.4 Erhebungsplan
2.5 Die duale Ausbildung
2.6 Ergebnisse
3. Vergleich mit anderen Studien/ Ergebnissen
4. Schluss: Fazit
4.1 Methodisches Fazit / Reflexion
4. 2 Fachliches Fazit / Überprüfung unserer These
5. Verbindung zu anderen Seminaren
Zielsetzung & Themen
Die Projektarbeit untersucht empirisch den medial vermittelten Trend, dass zunehmend Abiturienten eine duale Berufsausbildung anstelle eines Studiums wählen. Das Ziel ist es, durch eine quantitative Befragung an verschiedenen Berufsschulen herauszufinden, ob dieser Trend existiert und welche Auswirkungen er auf die Ausbildungschancen von Hauptschulabgängern hat.
- Quantitative Forschungsmethodik und Fragebogendesign
- Strukturen und Herausforderungen der dualen Ausbildung in Deutschland
- Empirische Analyse des Bildungsniveaus in verschiedenen Ausbildungsberufen
- Vergleich der erhobenen Daten mit offiziellen Bildungsberichten
- Reflexion über die Rolle der Berufsberatung in der Sekundarstufe II
Auszug aus dem Buch
2.1 Das quantitative Forschungsverfahren
In der Erziehungswissenschaft und in der Sozialforschung gibt es mehrere Methoden zur empirischen Erhebung und Auswertung von Daten. Empirisch meint den Bezug der systematischen Beobachtung zum Realen hin. Zu den am häufigsten eingesetzten Methoden gehören Interviews, Befragungen, Beobachtungsverfahren, Inhaltsanalysen von Texten, Verfahren der Stichprobenziehung und viele andere mehr. Dabei wird nach qualitativen und quantitativen Methoden unterschieden. Man kann sagen, dass sich die Anwendungsgebiete in der Pädagogik und der Erziehungswissenschaft (Fragen und Evaluation der Erziehung und des Lernens) mit Teilen der Soziologie (Bildungssoziologie und Sozialisationsforschung) und der Psychologie (Entwicklung von Kindern) stark überschneiden und somit werden hier teilweise gleiche Forschungsverfahren angewendet.
„Empirische Forschung […] stellt […] eine Verbindung zwischen Theorie und der Realität her […]“ (Wellenreuther, 2000, S. 11). Um auf aktuelle Probleme in der Gesellschaft eingehen zu können und um den Umgang mit diesen zu erleichtern, benötigen wir prognostisches Wissen, das empirisch überprüft wurde. Das heißt also wir müssen (möglichst wahre) Thesen aufstellen, diese anhand der Realität und durch Forschungsverfahren überprüfen, so dass diese eine allgemeine Gültigkeit erlangen.
In unserer Erhebung haben wir die These aufgestellt, dass es einen aktuellen Trend gibt, der besagt, dass immer mehr Abiturienten eine duale Ausbildung zur Vorbereitung auf ein späteres Studium annehmen. Aus dieser These schlussfolgern wir, dass sich die Chancen für Hauptschüler erheblich verschlechtert haben, einen Ausbildungsplatz zu erhalten. Um das zu überprüfen, haben wir als quantitatives Forschungsverfahren die Befragung in Form eines Fragebogens gewählt und führen unsere Erhebung als eine Querschnittsstudie durch.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Autoren begründen das Interesse an der Thematik durch eigene Erfahrungen und stellen die Hypothese auf, dass vermehrt Abiturienten eine duale Ausbildung anstreben.
2. Hauptteil: Unsere Erhebung: Dieses Kapitel erläutert die quantitative Forschungsmethode, die Erstellung des Fragebogens, den Erhebungsplan sowie die Grundlagen der dualen Ausbildung und präsentiert die erhobenen Ergebnisse.
3. Vergleich mit anderen Studien/ Ergebnissen: Die erhobenen Daten werden mit statistischen Ergebnissen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung aus dem Jahr 2001 abgeglichen.
4. Schluss: Fazit: Die Arbeit reflektiert methodisch den Prozess der Befragung und überprüft die aufgestellte These anhand der erarbeiteten Ergebnisse.
5. Verbindung zu anderen Seminaren: Es wird der Bezug zur Planung von Schulausflügen hergestellt und die Bedeutung einer frühzeitigen Berufsberatung an Schulen hervorgehoben.
Schlüsselwörter
Duale Ausbildung, Abiturienten, Berufsschule, Quantitative Forschung, Fragebogen, Bildungsabschluss, Berufsorientierung, Empirische Erhebung, Arbeitsmarkt, Studienberechtigung, Ausbildungsplatz, Sozialforschung, Querschnittsstudie, Berufswahl, Bildungsstatistik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Projektarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob immer mehr Abiturienten eine duale Berufsausbildung anstelle eines direkten Studiums wählen und wie sich dies auf den Ausbildungsmarkt auswirkt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentral sind die Untersuchung von Bildungsabschlüssen bei Auszubildenden, die Methodik der quantitativen Datenerhebung sowie die Struktur und Probleme des dualen Ausbildungssystems.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist die empirische Überprüfung der These, dass ein Trend existiert, bei dem Abiturienten vermehrt in die duale Ausbildung drängen, was potenziell die Chancen für Hauptschulabgänger reduziert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autoren nutzen eine quantitative Vorgehensweise in Form einer schriftlichen Befragung (Querschnittsstudie) an verschiedenen regionalen Berufsschulen, die mittels SPSS statistisch ausgewertet wurde.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretische Herleitung des Forschungsverfahrens, die methodische Erstellung des Fragebogens sowie die detaillierte Darstellung und Auswertung der erhobenen Daten über die befragten Auszubildenden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind duale Ausbildung, Abiturienten, quantitative Forschung, Berufsorientierung, Bildungsabschluss und empirische Erhebung.
Welche Schwierigkeiten traten bei der Durchführung der Studie auf?
Die Autoren berichten über Probleme bei der Genehmigung der Erhebung durch die Schulleitungen sowie über den hohen Zeitaufwand bei der Dateneingabe in die Statistiksoftware.
Welches Fazit ziehen die Autoren bezüglich ihrer These?
Die These wird bestätigt: Zwar lässt sich der Trend nicht in allen Berufen gleichermaßen feststellen, aber insgesamt zeigt sich, dass Auszubildende mit Abitur oder Fachhochschulreife in vielen Bereichen einen signifikanten Anteil einnehmen.
- Quote paper
- Misel Saric (Author), 2010, "Immer mehr AbiturientInnen nehmen duale Berufsausbildungen an" - Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/180189