Arbeiten in Gruppen, Teamwork und Teams sind Begriffe die untrennbar mit modernen Organisationen verbunden sind. Die Unternehmun-gen streben nach Gewinnmaximierung und erhoffen sich aus der inter-personellen Zusammenarbeit ihrer Mitarbeiter Effizienz- und Leistungssteigerungen. High-Performance Teams, bzw. Hochleistungsteams, sollen diesen Tribut in besonderem Maße zollen. Dies zeigt sich dadurch, dass sie Leistungen fernab des Durchschnitts erbringen. Hochleistungsteams sind im Sport (Team Alinghi, vgl. Jennewein/Schmitz 2007, S.26ff.), im öffentlichen Leben (Rettungskräfte, vgl. Pawlowsky et. al. 2005, S.50ff.) als auch in Unternehmen (Elite-Team der Zeitung Democrat’s, vgl. Katzenbach / Smith 2003, S.67ff.) anzutreffen. Innerhalb der folgenden Seiten soll geklärt werden, was High-Performance Teams von anderen Teams unterscheidet, welche Vor-aussetzungen für die Schaffung vorhanden sein müssen und ob Hochleistungsteams das anzustrebende Ziel in Unternehmungen darstellen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsklärung und Abgrenzung
2.1 Definition Team
2.2 Definition Hochleistung
2.3 Arbeitsgruppe und Team
2.4 Charakteristika von Hochleistungsteams
3. Das Leadership-House – Ein Modell nach Jennewein/Heidbrink
4. Implementierung von High Performance Teams in Unternehmungen
4.1 Möglichkeiten der Implementierung
4.2 Fallstudie: Deutsche Post World Net Inhouse Consulting – Ein empirisches Beispiel (vgl. Winklbauer 2007)
5. Kritische Würdigung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Phänomen von High-Performance-Teams, definiert deren spezifische Merkmale im Vergleich zu klassischen Arbeitsgruppen und analysiert, wie solche leistungsstarken Strukturen gezielt in Unternehmen implementiert werden können.
- Grundlagen und Definition von Hochleistung in Teams
- Differenzierung zwischen Arbeitsgruppen, Teams und High-Performance-Teams
- Das "Leadership-House"-Modell als Orientierungshilfe
- Fallbeispiel der Deutschen Post World Net Inhouse Consulting
- Kritische Reflexion der Übertragbarkeit von Sport- auf Wirtschaftsmodelle
Auszug aus dem Buch
2.4 Charakteristika von Hochleistungsteams
Das Hochleistungsteam ist sowohl von der Leistungskraft als auch von der Effektivität oberhalb des echten Teams angeordnet. Hochleistungsteams sind dadurch gekennzeichnet, dass ihre Leistungen von der Umgebung als herausragend wahrgenommen und die hochgesteckten Teamziele erreicht bzw. übertroffen werden (vgl. auch Katzenbach/Smith 2003). Dies geschieht nach Buchholz/Roth (1987) dadurch, dass sie sich in der „Zone der Inspiration“ (vgl. ebenda S.11) befinden. Jene beschreibt einen Zustand bei dem alle Mitglieder des Teams Aufgaben erhalten, die anspruchsvoll, jedoch mit dem Vermögen des Teams erreichbar sind. In einem Hochleistungsteam herrscht großes gegenseitiges Vertrauen. Laut Nagel/Schlesinger (2008, S.385) unterstützen Teammitglieder die Anderen bei der Erreichung ihrer persönlichen Ziele. Im Gegenzug dazu sind alle Mitarbeiter auch auf die erfolgreiche Arbeit der anderen angewiesen, um das Gesamtziel erreichen zu können.
Ein weiteres Kennzeichen ist die klare Zielsetzung. Dies umfasst die Kenntnis über den Endsollzustand der Teamaufgabe, die Schaffung nachvollziehbarer Ziele ebenso wie die klare und eindeutige Rollenverteilung. High-Performance Teams unterscheiden sich in diesem Punkt von anderen Teams dadurch, dass die langfristigen, strategischen, und die kurzfristigen, operationalen, Ziele sich nicht konterkarieren (vgl. Hanlan 2004, S.85).
Hochleistungsteams vergeuden keine Energie. Dies ist daran zu erkennen, dass der gewählte Führungsstil laut Blanchard (2008) laufend dem Entwicklungsstadium des Hochleistungsteams angepasst und dadurch die Fokussierung der Mitarbeiter auf die Unternehmensziele erreicht wird. Zudem wird eine „One-to-Group“ an Stelle einer „One-to-One“ Kommunikation angestrebt, wodurch die Führungskraft ungehindert den eigenen Aufgaben innerhalb des Teams nachgehen kann und nicht als zentrale Ansprechperson für alle aufkommenden Fragen fungiert (vgl. Buchholz/Roth 1987, S.8).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz von High-Performance-Teams in modernen Organisationen ein und definiert das Ziel der Arbeit, deren Charakteristika und Erfolgsfaktoren zu beleuchten.
2. Begriffsklärung und Abgrenzung: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Basis, indem Begriffe wie Team und Hochleistung definiert sowie das High-Performance-Team von klassischen Arbeitsgruppen abgegrenzt wird.
3. Das Leadership-House – Ein Modell nach Jennewein/Heidbrink: Hier wird das gleichnamige Modell vorgestellt, welches durch transformationale Führung und spezifische Säulen Handlungsanweisungen für die Teamentwicklung bietet.
4. Implementierung von High Performance Teams in Unternehmungen: Dieses Kapitel diskutiert die praktische Anwendung des Modells im wirtschaftlichen Kontext und analysiert die Implementierung am Beispiel der Deutschen Post World Net.
5. Kritische Würdigung und Ausblick: Der Autor hinterfragt die Übertragbarkeit der Erkenntnisse aus dem Sport auf die Wirtschaft und identifiziert zukünftigen Forschungsbedarf bezüglich des Kausalzusammenhangs zwischen Teamleistung und Unternehmenserfolg.
Schlüsselwörter
High-Performance-Teams, Hochleistung, Teamentwicklung, Teamorganisation, transformationale Führung, Leadership-House, Empowerment, Inhouse Consulting, Deutsche Post, Unternehmensführung, Projektteams, Gruppenarbeit, Leistungssteigerung, Unternehmenserfolg, Personalmanagement
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse und kritischen Würdigung von High-Performance-Teams als Organisationsform, die Leistungen weit über dem Durchschnitt erbringt.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Definition von Teamleistungen, die Anwendung des Leadership-House-Modells und die Implementierung dieser Konzepte in Unternehmungen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es zu klären, was High-Performance-Teams von anderen Teams unterscheidet, welche Voraussetzungen für ihre Bildung nötig sind und ob sie für Unternehmen ein anzustrebendes Ziel darstellen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine literaturgestützte Seminararbeit, die theoretische Modelle durch praktische Beispiele und Fallstudien, insbesondere aus dem Sport und der Unternehmensberatung, ergänzt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsabgrenzung, die Darstellung des Leadership-House-Modells sowie eine detaillierte Fallstudie zur Implementierung bei der Deutschen Post.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen Hochleistungsteams, transformationale Führung, Empowerment sowie die spezifische Methodik der Teamorganisation in Krisen- und Projektumgebungen.
Was genau macht das Leadership-House-Modell aus?
Es ist ein Modell, das auf empirischen Erkenntnissen basiert und durch transformationale Führung, klare Teamstrukturen und kompromisslose Personalselektion Regeln für die Teamentwicklung definiert.
Wie unterscheidet sich die Arbeit von anderen Studien zum Thema Teamleistung?
Die Arbeit legt einen besonderen Fokus auf die kritische Übertragbarkeit von Teamkonzepten aus hochdynamischen Umgebungen wie dem Sport auf die komplexen Anforderungen und Hierarchien in Wirtschaftsunternehmen.
- Arbeit zitieren
- Benjamin Ries (Autor:in), 2009, High Performance Teams, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/180242