„Nobody’s perfect“
Ein Ausspruch, der selten so gut zu dem Wesen eines Menschen passt, wie dieser simple Satz es schafft. Er verkörpert das Menschliche in einer automatisierten Welt. Der Faktor Mensch und Menschlichkeit wird in unserer heutigen Gesellschaft leider oftmals unter den Teppich gekehrt, missachtet oder mit Füßen getreten. Doch ist es das Ziel eines Jeden nach dem Perfekten zu streben? Nicht jeder Ablauf funktioniert jeden Tag gleich, nicht jeder Vorgang läuft reibungslos ab oder findet seinen geeigneten Weg. Es ist schlichtweg fatal und falsch zu glauben, dass, je weiter der technische Fortschritt voranschreitet, alles nach Plan, Mustern und Schemata abläuft, bei dem der Mensch an sich nicht mehr „viel Kaputt“ machen kann. Als mahnendes Beispiel sei hier eine Situation aus dem Monat Mai im Jahr 2010 erwähnt, als ein Börsenmakler durch einen folgeschweren Tippfehler und dem anschließenden Knopfdruck eine riesige Lawine automatisierter Prozesse losgetreten hatte, die nicht mehr zu stoppen war und enorme Folgen hatte. Es führte zu einem Börsencrash an der Wall Street, was eindeutig beweist, wie abhängig wir Menschen von den Maschinen geworden sind.
Im Rahmen meiner Studienarbeit möchte ich genauer eingehen auf automatisierte Prozesse bei der automatischen Materialdisposition für ein Sachkostenartikellager. Ich möchte jedoch vor allem darauf hinweisen, dass nicht jeder Prozess einwandfrei von statten gehen kann. Es ist immer noch ein Mensch, der diese Maschinen bedient und sie programmiert. Einem Menschen unterlaufen Fehler, welche verziehen werden sollten. Jeder Mensch macht Fehler, niemand ist perfekt. Wird dies berücksichtigt und Fehler minimiert, entsteht im Gesamtkonzept ein Zusammenspiel aus Mensch und Maschine, was uns Beschäftigten die Arbeit enorm erleichtert aber die Verantwortung immer wachsen lässt. Eine Maschine ist nur so clever und intelligent, wie der Nutzer, der davor sitzt. So muss in mancher Situation mit Vorsicht der nächste Schritt wohl überlegt sein, um in einem automatisierten System kein Chaos zu verursachen. Wie das funktionieren kann wird im Folgenden genauer erläutert werden.
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Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Definition automatische Materialdisposition
3 Vorrausetzung für eine automatische Materialdisposition
3.1 Disponent
3.2 Einkäufer
3.3 Mahnwesen
3.4 Ersatzlieferung
3.5 System
4 Ablauf der automatischen Materialdisposition
4.1 Verschiedene Bedarfsarten
4.1.1 Primärbedarf
4.1.2 Sekundärbedarf
4.1.3 Tertiärbedarf
4.2 Verschiedene Möglichkeiten der Bedarfsermittlung
4.2.1 Auftragsgesteuerte Disposition
4.2.2 Plangesteuerte Disposition
4.2.3 Verbrauchsgesteuerte Disposition
4.2.3.1 Bestellpunktdisposition
4.2.3.2 Stochastische Disposition
4.3 Ablaufschema
4.3.1 Nettobedarfsrechnung
4.3.2 Losgrößenberechnung
4.3.3 Terminierung
4.3.4 Ermittlung von Bestellvorschlägen
4.3.5 Erstellung von Ausnahmemeldungen
5 ABC- und XYZ-Analyse
6 Automatische Materialdisposition
6.1 Ablauf
6.1.1 Meldebestanddisposition
6.1.2 Berechnung Meldebestand/ Bestellpunkt
6.1.3 Steuerung Lagerbestand
6.1.4 Verhalten bei Lieferverzug
6.1.5 Mahnwesen
6.2 Problemstellungen
6.1.1 Fehlerhafte Materialstämme
6.2.1 Kritische Materialien
6.2.2 Mehrlieferanten- Strategie
6.2.3 Zuverlässigkeit der Lieferanten
6.2.4 Automatische Materialdisposition im Ausland
7 Resümee
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Mechanismen und Herausforderungen automatisierter Materialdispositionsprozesse in einem Sachkostenartikellager, mit dem Ziel, durch ein optimiertes Zusammenspiel von Mensch und System Fehlartikel zu vermeiden und die Effizienz zu steigern.
- Grundlagen und Definitionen der automatischen Materialdisposition
- Prozessschritte der Bedarfsermittlung und Disposition
- Anwendung von ABC- und XYZ-Analysen zur Bestandsoptimierung
- Rollen und Verantwortlichkeiten im automatisierten Dispositionsumfeld
- Identifikation und Lösung von Problemstellungen in der Praxis
Auszug aus dem Buch
4.2.3.1 Bestellpunktdisposition
„Bei der Bestellpunktdisposition wird der Lagerbestand ständig mit einem Meldebestand verglichen, der sich aus dem ermittelten Materialbedarf (Erfahrungswerte / Kennzahlen) plus einen Sicherheitsbestand […] errechnet.“
Rechnerisch setzt sich der Meldebestand aus dem Durchschnittsverbrauch, multipliziert mit der Beschaffungszeit und dem addierten Sicherheitsbestand zusammen.
Bei der Bestellpunktdisposition wird nur darauf geachtet, wann der Meldebestand erreicht ist. Wird er unterschritten, reagiert das System sofort darauf und veranlasst eine neue Bestellung für dieses Material. Es ist vollkommen unabhängig davon, wie schnell oder langsam das Material aufgebraucht wird. Es obliegt dem Disponenten, den Meldebestand so zu wählen, dass der Lagerbestand, in der Zeit von der Bestellung zur Lieferung und bis das Material im Lager eingetroffen ist, ausreicht.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Rolle des Menschen in einer automatisierten Welt und führt in die Thematik der automatischen Materialdisposition ein.
2 Definition automatische Materialdisposition: Dieses Kapitel definiert die Aufgaben der Materialdisposition als Bestandsüberwachung und automatische Bestellgenerierung zur Sicherstellung der Materialverfügbarkeit.
3 Vorrausetzung für eine automatische Materialdisposition: Hier werden die organisatorischen Voraussetzungen beleuchtet, einschließlich der Rollen von Disponent, Einkäufer und der Bedeutung des Mahnwesens sowie des Systems.
4 Ablauf der automatischen Materialdisposition: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen Bedarfsarten, Dispositionsmethoden und den detaillierten fünfstufigen Prozessablauf der Nettobedarfsrechnung bis hin zur Ausnahmemeldung.
5 ABC- und XYZ-Analyse: Es wird die Methode zur Kategorisierung von Gütern nach Wert und Verbrauchsstruktur dargelegt, um zu bestimmen, welche Materialien für die automatische Disposition geeignet sind.
6 Automatische Materialdisposition: Das Kapitel behandelt die praktische Umsetzung im Unternehmen, inklusive spezifischer Dispositionsarten wie der Meldebestanddisposition und Herausforderungen bei Lieferanten und Stammdaten.
7 Resümee: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ziele und dem Ausblick auf Prozessverbesserungen sowie Schulungsmaßnahmen.
Schlüsselwörter
Automatische Materialdisposition, Sachkostenartikellager, Meldebestand, Disponent, Einkauf, Bestellpunktdisposition, ABC-Analyse, XYZ-Analyse, SAP, Lieferantenmanagement, Lagerbestand, Bedarfsplanung, Bestandsverfügbarkeit, Prozessoptimierung, Stammdaten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Studienarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die automatisierte Materialdisposition in einem Sachkostenartikellager und beleuchtet das Zusammenspiel zwischen menschlicher Verantwortung und technischer Systemunterstützung.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die Prozessschritte der Bedarfsermittlung, verschiedene Dispositionsarten, Analysemethoden wie die ABC- und XYZ-Analyse sowie praktische Herausforderungen im Lagerbetrieb.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Reduktion von Fehlartikeln und die Optimierung des Materialflusses durch ein effizientes, automatisiertes Dispositionssystem.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit Logistik-Konzepten, betriebswirtschaftlichen Methoden zur Bedarfsermittlung und kombiniert diese mit Praxisbeispielen aus dem Unternehmenskontext.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen der Disposition, eine detaillierte Prozessbeschreibung, die analytische Klassifizierung von Gütern sowie eine kritische Betrachtung von Problemstellungen in der Praxis.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie automatische Materialdisposition, Meldebestand, Disponent, Lageroptimierung und Lieferantenmanagement beschreiben.
Wie unterscheidet sich die stochastische Disposition von der Bestellpunktdisposition?
Während die Bestellpunktdisposition bei Unterschreitung eines definierten Bestands reagiert, nutzt die stochastische Disposition Prognoseprogramme, die auf Erfahrungswerten und Zeitintervallen basieren.
Warum ist die Pflege der Materialstämme für die automatische Disposition so entscheidend?
Fehlerhafte Stammdaten führen zu Fehlern im System bei der automatischen Generierung von Bestellvorschlägen, was wiederum die Materialverfügbarkeit gefährden kann.
- Quote paper
- Moritz Krueger (Author), 2011, Die automatische Materialdisposition am Beispiel eines Sachenkostenartikellagers, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/180371