Meine Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Jungen Deutschen Film, angefangen bei der
Entstehung über die Entwicklung, seinen Filmen und Regisseuren bis zu seinem Ende. Wenn
man an den Jungen Deutschen Film denkt, fällt einem wohl zuerst Rainer Werner Fassbinder
ein. Ist ja auch kein Wunder, denn Fassbinder war einer der fleißigsten und engagiertesten
Regisseure dieser Zeit und ist bis heute der wahrscheinlich bekannteste Vertreter des Jungen
Deutschen Films. Ich beschäftige mich jedoch in meiner Hausarbeit nicht mit Fassbinder,
sondern richte mein Augenmerk auf andere Regisseure und deren Filme.
Ich beginne mit einem kurzen Überblick über die Entstehung des Jungen Deutschen Films,
die Gründe für die Entstehung, den Zusammenhang mit der Nouvelle Vague und das
Oberhausener Manifest. Danach gehe ich auf die Filme ein. Zuerst erkläre ich den Begriff des
Autorenfilms und erläutere daraufhin den Film „Abschied von gestern“ von Alexander Kluge.
Später beschäftige ich mich mit den herausragendsten Regisseuren neben Fassbinder.
Alexander Kluge soll hier am ausführlichsten vorgestellt werden. Abschließend zeichne ich
den Untergang des Jungen Deutschen Films und die Gründe hierfür nach. Das Ziel meiner
Hausarbeit ist es, die Epoche des Jungen Deutschen Films einzufangen und zu
charakterisieren. Dass Kunst auch immer ihren Anfang in der Rebellion findet, sich aber nicht
immer durchsetzen kann, ist ein weiterer Aspekt, auf dem der Schwerpunkt dieser Arbeit
liegt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Entstehung des Jungen Deutschen Films
2.1 Die Gründe
2.2 Die Nouvelle Vague
2.3 Das Oberhausener Manifest
2.4 Andere Erklärungen und Manifeste
2.4.1 Mannheimer Erklärung vom 11. Oktober 1967
2.4.2 Hamburger Erklärung vom 22. September 1979
2.4.3 Manifest der Filmarbeiterinnen vom Dezember 1979
2.4.4 Münchener Erklärung vom 22. Juni 1983
3. Die Filme
3.1 Der Autorenfilm
3.2 Ein Beispiel des Jungen Deutschen Films: „Abschied von gestern“ von Kluge
3.2.1 Inhalt
3.2.2 Hintergrund
4. Die Regisseure
4.1 Alexander Kluge
4.1.1 Biographie
4.1.2 Charakteristika seiner Filme
4.2 Die anderen Regisseure
5. Das Ende des Jungen Deutschen Films
6. Zusammenfassung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Epoche des Jungen Deutschen Films von ihren Anfängen durch das Oberhausener Manifest 1962 bis hin zu ihrem wirtschaftlichen und künstlerischen Ausklang in den achtziger Jahren. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie sich diese Bewegung als Gegenentwurf zum kommerziellen Unterhaltungskino etablieren wollte und welche ästhetischen sowie politischen Herausforderungen die Regisseure dabei bewältigen mussten.
- Die Entstehungsgeschichte und die Einflüsse der französischen Nouvelle Vague.
- Die Bedeutung von Manifesten und Erklärungen als Mittel politischer und künstlerischer Positionsbestimmung.
- Die Theorie und Praxis des Autorenfilms am Beispiel von Alexander Kluges Werk.
- Die Rolle zentraler Regiepersönlichkeiten wie Alexander Kluge, Werner Herzog und Wim Wenders.
- Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Gründe für das Ende der Bewegung.
Auszug aus dem Buch
3.1 Der Autorenfilm
Der Autorenfilm ist ein Phänomen des Neuen Deutschen Films. Er zeigt, dass Kino nicht nur Geschäft ist, sondern auch tatsächlich was mit Kunst zu tun hat. In der Zeit des Jungen Deutschen Films wurde für viele Regisseure das Wort Autorenfilmer verwendet. Dies bedeutet, dass die Filmemacher quasi mehrere Rollen übernahmen: sie schrieben das Buch, machten Regie, Bildgestaltung und Schnitt selber. Sie waren daher eher Künstler bzw. wurden mit anderen Künstlern wie Malern, Poeten und Komponisten auf eine Stufe gestellt. Alles lag in ihrer Hand. Der Regisseur war „Schöpfer eines Kunstwerks“. Somit ging es ihnen weniger darum, schöne Bilder zu zeigen und „visuell, sinnliche Erfahrungen zu vermitteln“. Sie wollten das Publikum von ihrer Meinung überzeugen. „Sie sahen sich in der Rolle einer kritischen Avantgarde, deren Aufgabe es war, gesellschaftliche Missstände aufzudecken.“
Da es in Deutschland keine feste Genretradition gab, wurde experimentell gearbeitet. So gelang es jungen Filmemachern Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre alte filmische Strukturen zu brechen und den deutschen Film neu zu interpretieren. Der Autorenfilm stellte somit eine Gegenbewegung zum Kommerzfilm der 50er Jahre dar.
Es gab aber auch andere Meinungen zum Autorenfilm. In den achtziger Jahren wurde das Wort „Autorenfilm“ fast zu einem Schimpfwort. Man assoziierte damit ein „publikumsfeindliches, vergrübeltes, der Nabelschau dienendes Kino“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Themas und der Zielsetzung der Arbeit, die den Jungen Deutschen Film in seiner Gesamtheit von der Entstehung bis zum Ende betrachtet.
2. Die Entstehung des Jungen Deutschen Films: Analyse der Gründe für den Aufbruch, einschließlich der Einflüsse durch die Nouvelle Vague und der zentralen Rolle des Oberhausener Manifests.
2.1 Die Gründe: Erläuterung der Abkehr vom „Papas Kino“ und der Motivation, die deutsche Filmgeschichte kritisch aufzuarbeiten.
2.2 Die Nouvelle Vague: Darstellung der französischen Stilbewegung als Inspirationsquelle für die jungen deutschen Filmemacher.
2.3 Das Oberhausener Manifest: Betrachtung des Gründungsdokuments von 1962, das den formellen Startschuss für die Erneuerungsbewegung gab.
2.4 Andere Erklärungen und Manifeste: Überblick über weitere programmatische Erklärungen, die die fortwährenden Forderungen der Regisseure untermauerten.
2.4.1 Mannheimer Erklärung vom 11. Oktober 1967: Aufruf zur wirtschaftlichen und inhaltlichen Neuausrichtung.
2.4.2 Hamburger Erklärung vom 22. September 1979: Rückblick der Regisseure nach 17 Jahren und Bilanzierung des Erreichten.
2.4.3 Manifest der Filmarbeiterinnen vom Dezember 1979: Forderung nach Gleichstellung und Förderung von Filmen von Frauen.
2.4.4 Münchner Erklärung vom 22. Juni 1983: Politische Positionierung gegen staatliche Einflussnahme und Zensur.
3. Die Filme: Untersuchung der ästhetischen Merkmale und der inhaltlichen Ausrichtung der Filme jener Zeit.
3.1 Der Autorenfilm: Definition und kritische Betrachtung des Autorenfilms als künstlerisches und oft experimentelles Medium.
3.2 Ein Beispiel des Jungen Deutschen Films: „Abschied von gestern“ von Kluge: Exemplarische Analyse eines Schlüsselwerkes der Epoche.
3.2.1 Inhalt: Zusammenfassung der Handlung von „Abschied von gestern“.
3.2.2 Hintergrund: Kontextualisierung des Films in der Biografie Kluges und der damaligen Zeit.
4. Die Regisseure: Vorstellung der prägenden Köpfe der Bewegung.
4.1 Alexander Kluge: Detaillierte Betrachtung von Kluges Wirken als Wegbereiter und Theoretiker.
4.1.1 Biographie: Lebensweg von Alexander Kluge und sein Weg zum Film.
4.1.2 Charakteristika seiner Filme: Analyse der filmtechnischen und inhaltlichen Besonderheiten seiner Werke.
4.2 Die anderen Regisseure: Kurzporträts weiterer wichtiger Akteure wie Schlöndorff, Herzog und Wenders.
5. Das Ende des Jungen Deutschen Films: Erörterung der ökonomischen Gründe und des Verlusts der kulturellen Relevanz in den 1980er Jahren.
6. Zusammenfassung: Fazit zur Bedeutung des Jungen Deutschen Films als mutiges, wenngleich kommerziell schwieriges Unterfangen.
Schlüsselwörter
Junger Deutscher Film, Oberhausener Manifest, Autorenfilm, Alexander Kluge, Rainer Werner Fassbinder, Nouvelle Vague, Filmgeschichte, Westdeutschland, Filmpolitik, Kulturfilm, Nachkriegskino, Filmförderung, Ästhetik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert die Geschichte des Jungen Deutschen Films, beginnend bei seinem Aufbruch durch das Oberhausener Manifest 1962 bis hin zu seinem schleichenden Ende in den 1980er Jahren.
Welche Themenbereiche stehen im Fokus?
Im Zentrum stehen die künstlerische Rebellion gegen das traditionelle deutsche Kino, die Bedeutung von Manifesten, die Entwicklung des Autorenfilms und die Rolle prominenter Regisseure.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Epoche des Jungen Deutschen Films zu charakterisieren und zu verdeutlichen, wie die Filmemacher versuchten, gesellschaftliche Missstände durch ästhetische Experimente aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?
Es handelt sich um eine filmhistorische und inhaltliche Analyse, die auf der Auswertung von Primärdokumenten, zeitgenössischen Manifesten und einer Auswahl repräsentativer Filme basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Entstehungsgeschichte, die Analyse der Filmästhetik, die Vorstellung zentraler Regisseure und die Dokumentation der verschiedenen manifestartigen Erklärungen der Filmemacher.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Autorenfilm, Oberhausener Manifest, Widerstand gegen das „Papas Kino“ und die Verbindung von Kunst, Politik und Filmförderung.
Welche Rolle spielt Alexander Kluge in dieser Arbeit?
Alexander Kluge nimmt eine zentrale Rolle ein, da er nicht nur einer der Unterzeichner des Oberhausener Manifests war, sondern durch sein Werk „Abschied von gestern“ und seine filmtheoretischen Schriften den Autorenfilm maßgeblich prägte.
Warum konnte sich der Neue Deutsche Film laut der Autorin letztlich nicht durchsetzen?
Die Autorin argumentiert, dass der Neue Deutsche Film in der Wahrnehmung der breiten Masse eher als Kunst denn als Unterhaltung galt und sich daher wirtschaftlich gegen das populäre US-amerikanische Blockbuster-Kino schwer behaupten konnte.
- Quote paper
- Suzana Dulabic (Author), 2003, Der Junge Deutsche Film - Vom Oberhausener Manifest 1962 bis zu seinem Ende, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18037