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Vokaloppositionen im Deutschen

Titel: Vokaloppositionen im Deutschen

Bachelorarbeit , 2011 , 35 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Sören Benjamin Sobbe (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Gegenstand dieser Arbeit ist die Beantwortung der Fragen, welche Vokallaute und Phoneme zum Bestand der deutschen Standardsprache gehören und wie sich der Vokalismus und die mit ihm verbundenen Vokaloppositionen in Modellen erklären lassen. Dazu wird zuerst aufgezeigt, wie sich Vokallaute klassifizieren lassen, und gängige Überlegungen zum Vokalismus des Deutschen werden erläutert und hinterfragt. Dann wird die Verteilung der Vokale in Oppositionsreihen dargestellt, erklärt, worauf sich diese begründen, und erläutert, wie das in Modellen dargestellt werden kann.
Dieses Thema ist besonders interessant, weil in letzter Zeit neue Theorien zu den Vokaloppositionen im Deutschen entstanden sind, die sich auf die autosegmentale Phonologie stützen und sich von älteren, nur darstellenden Modellen unterscheiden.
Diese Arbeit gliedert sich in zwei Teile. Zuerst wird eine Bestandsaufnahme über den Vokalismus getätigt. Dazu wird aufgezeigt, anhand welcher Merkmale die Vokallaute üblicherweise klassifiziert werden und welche davon überhaupt präzise und sinnvoll sind. Ein wichtiger Aspekt dabei ist die Erläuterung, warum das Konzept der Gespanntheit sinnigerweise durch das der Zentralisiertheit ersetzt werden sollte. Dann wird der Phonemstatus der Schwa-Vokale sowie des Lautes [ɛː] erklärt und schließlich werden alle be-handelten Vokale in den Oppositionsreihen dargestellt. Dabei ist zu klären, was unter den Vokaloppositionen überhaupt zu verstehen ist. Die Ergebnisse aus der ersten Hälfte dienen dann als Grundlage für den zweiten Teil dieser Arbeit, in welchem die Fragen beantwortet werden, wie der Vokalismus und die Vokaloppositionen modellhaft erklärt werden können und worauf sich die Oppositionen begründen. Des Weiteren wird beschrieben, inwiefern die neuesten Modelle das unterschiedliche Verhalten der Vokale in betonten und unbetonten Silben unter einen Hut bringen können. Die Arbeit schließt mit Überlegungen darüber, welche Modelle zur Erklärung der Vokaloppositionen optimal sind, was problematisch bleibt und ob überhaupt ein universelles Modell gefunden werden kann.
In dieser Arbeit wird aufgezeigt, dass das Thema Vokaloppositionen im Deutschen momentan viel diskutiert wird und hiermit möglicherweise eine Momentaufnahme vorliegt, die in wenigen Jahren schon wieder ganz andere, neue Theorien behandeln würde.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Vokale der deutschen Standardsprache

2.1 Qualitative Klassifizierung der Vokale

2.1.1 Höhe

2.1.2 Horizontale Position

2.1.3 Lippenrundung

2.2 Quantitative Klassifizierung der Vokale

2.2.1 Länge

2.2.2 Gespanntheit

2.2.3 Zentralisiertheit

2.3 „Oppositionsreihen“

2.4 Die Schwa-Vokale [ə] und [ɐ]

2.5 Sonderrolle des [ɛː]

3. Das Vorkommen der Vokale des Deutschen in Vokaloppositionen

3.1 Prosodische Beschreibung der Vokalopposition

3.2 Silbenschnittmodell mit Implosionsposition

3.3 Silbenstrukturelle Opposition

3.4 Abschließende Gedanken zu den unterschiedlichen Theorien

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Bestand der Vokallaute und Vokalphoneme der deutschen Standardsprache sowie die modellhafte Erklärung von Vokaloppositionen, wobei insbesondere neuere Theorien der autosegmentalen Phonologie kritisch beleuchtet werden.

  • Qualitative und quantitative Klassifizierung deutscher Vokale
  • Analyse der Begriffe Gespanntheit, Länge und Zentralisiertheit
  • Untersuchung von Vokaloppositionen und deren Verteilung
  • Vergleich verschiedener linguistischer Modelle (z.B. Silbenschnittmodell)
  • Diskussion zur Sonderrolle spezifischer Laute wie des [ɛː] und der Schwa-Vokale

Auszug aus dem Buch

3.1 Prosodische Beschreibung der Vokalopposition

Da es in unbetonten Silben in der deutschen Sprache keinen Dauerkontrast gibt, sehen deshalb viele Vokaloppositionstheorien das Merkmal Zentralisiertheit als entscheidendes Korrelat an. Aber Vennemann nennt ein wichtiges Argument gegen diese Annahme:

Looking at the distribution of tenseness and laxness in vowels, we saw that these properties too are intimately linked to prosodic properties, namely openness and closeness of syllables, ambisyllabicity, and length Vennemann 1991:218).

Diese Eigenschaften zählt Becker dann auch konkret auf: „Betonte Kurzvokale kommen im Gegensatz zu Langvokalen nur in gedeckter13 Stellung vor. […] Nach Kurzvokalen im Wortinneren gilt ein einzelner Konsonant als ambisyllabisch [und n]ach Langvokal oder Diphthong entsteht niemals der Eindruck von Ambisyllabizität“ (Becker 1998:48).

Außerdem stellt er fest, dass Lang- und Kurzvokale unterschiedlich viele strukturelle Positionen einnähmen. Auf einen Kurzvokal könne ein Konsonant mehr folgen als auf einen Langvokal. Ein Langvokal nehme folglich zwei strukturelle Positionen ein, ein Kurzvokal eine (vgl. Becker 1998:52).

Deshalb spricht sich Becker für eine Theorie aus, die auf einer Unterscheidung der Struktur und der Prosodie fußt, der sogenannten Silbenschnitttheorie. Für diese Theorie differenziert man zwischen dem „scharfen“ und dem „sanften“ Silbenschnitt:

(14) (a) sanfter Silbenschnitt: [ʹʁaː.zə n] rasen

(b) scharfer Silbenschnitt: [ʹʁas.tə n] rasten

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit definiert den Untersuchungsgegenstand des deutschen Vokalismus und stellt die methodische Vorgehensweise sowie die Zielsetzung vor.

2. Die Vokale der deutschen Standardsprache: Es erfolgt eine detaillierte qualitative und quantitative Klassifizierung der Vokale anhand von Kriterien wie Höhe, Position und Zentralisiertheit.

3. Das Vorkommen der Vokale des Deutschen in Vokaloppositionen: Dieses Kapitel analysiert die modellhafte Erklärung der Vokalverteilung, insbesondere mittels des Silbenschnittmodells und der silbenstrukturellen Opposition.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die verschiedenen Ansätze zur Erklärung des deutschen Vokalismus kritisch hinsichtlich ihrer Universalität.

Schlüsselwörter

Vokalismus, Vokalopposition, Phonem, Standardsprache, Silbenschnitttheorie, Gespanntheit, Zentralisiertheit, Prosodie, Ambisyllabizität, Implosionsposition, Langvokal, Kurzvokal, Schwa-Vokal, autosegmentale Phonologie, Artikulationshöhe.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit analysiert das System der Vokale in der deutschen Standardsprache, ihre Klassifizierung und die theoretischen Modelle, die ihre Vorkommen und Oppositionen erklären.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zu den Kernpunkten gehören die phonetische Klassifizierung (Qualität/Quantität), die Diskussion um Gespanntheit vs. Zentralisiertheit sowie die Untersuchung von Silbenstrukturen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Es soll geklärt werden, welche Vokallaute zum Bestand der Standardsprache gehören und welche theoretischen Modelle (insbesondere von Becker und Lenerz) am besten geeignet sind, Vokaloppositionen zu erklären.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Der Autor führt eine literaturbasierte Bestandsaufnahme durch, vergleicht bestehende Forschungspositionen (z.B. Vennemann, Becker, Lenerz) und bewertet deren Erklärungsmodelle auf ihre Konsistenz hin.

Was ist der Schwerpunkt im Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil gliedert sich in die Bestandsaufnahme des Vokalismus und die darauf aufbauende Untersuchung, wie Vokale und ihre Oppositionen modellhaft (u.a. durch das Silbenschnittmodell) dargestellt werden können.

Was charakterisiert die in der Arbeit untersuchten Vokale besonders?

Besonders relevant sind die Unterscheidung zwischen Lang- und Kurzvokalen sowie das Verhalten von Vokalen in betonten versus unbetonten Silben und die daraus resultierende Zentralisierung.

Welche Rolle spielt der Schwa-Laut in dieser Untersuchung?

Der Schwa-Laut wird als "Rest im Vokalbestand" diskutiert, wobei die Frage nach seinem Phonemstatus und seiner Funktion als unbetonte Realisierung anderer Vokale im Zentrum steht.

Warum wird die „Implosionsposition“ in Beckers Modell kritisiert?

Sie wird als „nebulöses“ Konstrukt bezeichnet, das als Ausnahme in die Silbenstruktur eingeführt wird, ohne dass eine präzise phänomenale Begründung für den Unterschied zwischen scharfem und sanftem Schnitt vorliegt.

Wie unterscheidet sich Lenerz’ Ansatz von dem von Becker?

Lenerz verzichtet auf die Implosionsposition und führt stattdessen eine universelle Silbenstruktur (CVC) ein, die auf der Unterscheidung zwischen offenen und geschlossenen Silben basiert.

Ende der Leseprobe aus 35 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Vokaloppositionen im Deutschen
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum
Note
1,0
Autor
Sören Benjamin Sobbe (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
35
Katalognummer
V180380
ISBN (eBook)
9783656030089
ISBN (Buch)
9783656030478
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Deutsch Linguistik Vokalismus Vokale Vokalopposition Vokaloppositionen Oppositionen Oppositionsreihen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sören Benjamin Sobbe (Autor:in), 2011, Vokaloppositionen im Deutschen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/180380
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Leseprobe aus  35  Seiten
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