Vielseitigkeit der Sprache

Definition - Zeichenmodell - Ferdinand de Saussure


Referat (Ausarbeitung), 2005

7 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Vielseitigkeit von Sprache

3 Definiton von Sprache
3.1 Lexikondefinition
3.2 Definition nach Edward Sapir
3.3 Eigenständigkeit einer Sprache

4 Sprachmodell nach Saussure
4.1 Einteilung der Sprache
4.2 Zusammenfassung
4.3 Zeichenmodell

5 Fazit

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Meine Ausarbeitung stellt die Einleitung zu dem Referatsthema der AG 3 „Jugend-‚Sprache’, Sprechstile, Register?“ dar. Hierbei konzentriere ich mich in meinem Teil hauptsächlich auf den Begriff der Sprache.

Zunächst veranschauliche ich die Vielseitigkeit von Sprache und beginne dann mit der Erarbeitung einer Definition von Sprache. Hierbei arbeite ich mit zwei Lexikon-Definitionen und der Definition nach Edward Sapir (1921). Im darauf folgenden Kapitel gehe ich auf die Einteilung der Sprache in langue, parole, langage von Ferdinand de Saussure (1967) ein und erläutere in diesem Zusammenhang auch sein Zeichenmodell. Abschließend werde ich mein persönliches Fazit aus dieser Erarbeitung ziehen und kurz erläutern.

2 Vielseitigkeit von Sprache

Um herauszufinden, ob es sich bei der Jugendsprache um eine eigenständige Sprache handelt, muss zunächst ein Überblick geschaffen werden und erklärt werden, was Sprache eigentlich alles bedeutet und umfasst.

Eine Möglichkeit, die Sprache zu gliedern, ist, sie in eine natürliche und künstliche Sprache zu unterteilen. Bei einer künstlichen handelt es sich beispielsweise bei den verschiedenen Fachsprachen wie Mathe und Chemie, Geheimsprachen und Zeichensprachen wie Morsezeichen und Blindenschrift. Als eine natürliche Sprache bezeichnet man beispielsweise die Gebärdensprache, eine Fremdsprache wie Englisch etc. Die Muttersprache lässt sich beispielsweise im Fall von Deutsch noch in verschiedene Dialekte wie zum Beispiel Bayrisch oder Sächsisch einteilen.

Diese mögliche grobe Gliederung soll zu Anfang die Vielschichtigkeit von Sprache veranschaulichen. Es zeigt, in wie vielen Bereichen wir von Sprache sprechen. (s. Hempel, 1994)

3 Definition von Sprache

3.1 Lexikondefinition

Um dem Begriff der Sprache jedoch noch näher zu kommen, muss zunächst, wie man es in einigen Lexika finden kann, unterschieden werden zwischen ’die Sprache’, ohne Plural, und ’eine Sprache/Sprachen’, mit Plural.

„Die Sprache bezeichnet die Kommunikationsformen des Menschen. Die bewusste Kommunikation wird durch Lautsprache, Gebärdensprache und Schriftsprache vollzogen. Die unbewusste Kommunikation vollzieht sich beispielsweise durch Körpersprache. Die Wissenschaft von der Sprache heißt Linguistik.“ (s. Adilbo Ltd.)

Eine Sprache dagegen ist jedes einzelne Zeichensystem, das der Kommunikation dient, also menschliche Einzelsprachen (z.B. Deutsch), Fachsprachen (z.B. Rechtssprache), Computersprache (…). Die Wissenschaft einzelner Sprachen ist die Philologie (Anglistik, Germanistik). Die Linguistik dagegen beschäftigt sich mit einzelnen Sprachen nur als “Beleg“ für Theorien über die Sprache im allgemeinen.“ (ebd.)

3.2 Definition nach Edward Sapir (1921):

Eine leicht verständliche Zusammenfassung zum Begriff ’Sprache’ bietet uns die Definition nach Edward Sapir:

„Sprache ist eine ausschließlich dem Menschen eigene, nicht im Instinkt wurzelnde Methode zur Übermittlung von Gedanken, Gefühlen und Wünschen mittels eines Systems von frei geschaffenen Symbolen.“ (ebd., zit. nach John Lyons 1992: 13)

In seiner Definition kommt zum Ausdruck, dass der Mensch fähig ist, sich seiner Sprache bewusst zu bedienen, um sich anderen mitzuteilen. Dies macht er in Form eines vom Menschen frei kreierten Systems von Symbolen.

3.3 Eigenständigkeit einer Sprache

Nachdem ich nun den Begriff der Sprache versucht habe zu definieren, komme ich nun dem eigentlichen Problem in Bezug auf den Begriff der Jugendsprache zu Sprechen. Denn Thema des Referats ist es heraus zu stellen, in wie weit man von Jugendsprache als eigenständige Sprache sprechen kann. Hierzu soll zunächst die Frage geklärt werden, wie sich die Eigenständigkeit einer bestimmten Sprache begründet. Eine mögliche Antwort auf diese Frage lässt sich auf lexikalischen Bereich finden.

Demnach ist eine Sprache dann eigenständig, wenn sie möglichst viele eigene Lexeme aufzeigen kann, welche in anderen Sprachen nicht vorhanden sind. Wenn man davon ausgehen würde, wäre auch die Existenz von Sondersprachen mit einem eigentümlichen

Wortschatz denkbar. Jedoch ist es fraglich, ob eine eingeschränkte Zahl lexikalischer Einheiten, deren Verwendung auf eine gewisse altersspezifische Gruppe beschränkt ist, Grund genug ist, von einer eigenständigen Sprache zu sprechen( Kohrt/Kucharczik 2003: 20). Doch ob diese Bedingung letztendlich ausreichend ist für die Eigenständigkeit, wird in einer weiteren Referatsausarbeitung anhand der Jugendsprache von einer Kommilitonin diskutiert werden.

4 Sprachmodell von Saussure

4.1 Einteilung der Sprache

Der schweizerische Sprachwissenschaftler Ferdinand de Saussure unterscheidet bei der Sprache als Forschungsgegenstand der Linguisten zwei, bzw. drei unterschiedlich definierte Teilaspekte.

Langue wird übersetzt mit ’Sprachsystem’. Hier wird die Sprache als ein System von Zeichen für Begriffe und ein System von Regeln für die Kombination dieser Zeichen aufgefasst. Dies umfasst die Grammatik und den Wortschatz, welche im Gehirn eines jeden Menschen gespeichert sind. (s. Arcor 2001)

Die Parole bezeichnet die “konkrete Anwendung der Sprachkenntnis durch Produktion von mündlichen und schriftlichen Äußerungen […]“ (Lehmann, Christian) auf der Basis des Sprachsystems.

Die Langage ist die Gesamtheit von langue und parole und bezeichnet die Sprachfähigkeit und Redetätigkeit des Menschen überhaupt bzw. die Fähigkeit, eine Sprache zu lernen. Über diese verfügen schon Kleinkinder und sie ist nicht auf eine Einzelsprache beschränkt.

4.2 Zusammenfassung

Das abstrakte Sprachsystem (langue) ist als solches nicht einfach zu beobachten. Es lässt sich lediglich über konkrete Äußerungen (parole) untersuchen, wobei man Rückschlüsse auf das Sprachsystem ziehen kann.

Wenn der Mensch seine Äußerungen plant, so entnimmt er der langue die jeweils nötigen ‚Einträge’. Dazu gehören die Inhalts- und Lautbildvorstellungen sowie (die entsprechenden) Regeln zur Anwendung. Nachdem ein Sprecher nun das Geplante gesagt oder aufgeschrieben hat, spricht de Saussure (1967) von der parole.

Der Sprecher wird von anderen verstanden, weil alle Sprachbenutzer einer Nationalsprache ein sehr ähnliches virtuelles Repertoire haben. Somit kann man sagen, dass die langue eine ‚soziale Tatsache’ bzw. ein ‚Konsens’ ist, wohingegen die parole durch ihre ‚individuelle Anwendung’ gekennzeichnet ist. (s. Arcor 2001)

4.3 Zeichenmodell

Saussure geht noch einen Schritt weiter, indem er die sprachlichen Zeichen aus dem System der Sprache noch weiter definiert:

„Die Sprache (langue) ist ein System von Zeichen, die Ideen ausdrücken...“ (Saussure 1967:19)

„Das sprachliche Zeichen vereinigt in sich […] eine Vorstellung und ein Lautbild“ (Saussure 1967:77)

Nach Saussure hat das Zeichen somit eine Form- und eine Inhaltsseite. Für die Begriffe Vorstellung und Lautbild verwendet Saussure die Ausdrücke signifié (’Bezeichnetes’) und signifiant (’Bezeichnendes, Bezeichnung’). Beide bilden aufgrund von Konvention, bzw. Vereinbarung innerhalb einer Sprachgemeinschaft, eine Einheit (das Zeichen).

Die Verbindung zwischen dem Bezeichnetem und dem Bezeichnendem geschieht willkürlich. Diese Beliebigkeit des sprachlichen Zeichens nennt man auch Arbitrarität.

Deshalb könnte rein theoretisch der Tisch auch Stuhl heißen und umgekehrt. Jedoch hat sich die Gesellschaft per Konvention darauf geeinigt, dass der Tisch Tisch heißt und der Stuhl Stuhl. Wir verbinden die jeweilige Zeichenform assoziativ mit dem Zeicheninhalt.

Wenn das signifiant kein signifié besitzt, so ist es eine ‚leere Form’. So hat für uns die Zeichenform rem keine Bedeutung, weil wir damit keinen Zeicheninhalt verbinden.

(s. Linke et al. 1996: 30-36)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

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Ende der Leseprobe aus 7 Seiten

Details

Titel
Vielseitigkeit der Sprache
Untertitel
Definition - Zeichenmodell - Ferdinand de Saussure
Hochschule
Universität Osnabrück
Note
2,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
7
Katalognummer
V180423
ISBN (eBook)
9783656031765
Dateigröße
450 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
vielseitigkeit, sprache, definition, zeichenmodell, ferdinand, saussure
Arbeit zitieren
Petra Richter (Autor), 2005, Vielseitigkeit der Sprache , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/180423

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