Rumänien als kulturell und wirtschaftsräumlich heterogener Staat


Hausarbeit (Hauptseminar), 2011

24 Seiten, Note: 1,00


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bukowina, Moldau und Walachei
2.1. Bukowina : Geschichte, Bevölkerung und Kultur
2.2. Moldau und Walachei : Geschichte, Bevölkerung und Kultur

3. Dobrudscha: Geschichte, Bevölkerung und Kultur

4. Transsilvanien und Banat: Geschichte, Bevölkerung und Kultur

5. Wirtschaft

6. Fazit

7. Überlegungen

8. Bibliografie

1. Einleitung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Ursprung, D. „Die Walachei als historische Region“ S. 806, Rumänien , Bd. II

Es war mir wichtig über Rumäniens kulturelle und wirtschaftsräumliche Unterschiede zu referieren, einerseits weil ich im prosperierenden Transsilvanien lebe und andererseits um zu zeigen, dass auch die anderen historischen Regionen des Landes im Aufschwung begriffen sind. Rumänien hat seit Anfang des 21. Jh. viele wichtige Ziele erreicht, wie z.B. die Aufnahme in die E.U. oder in die N.A.T.O. und es hat ein erstaunliches Wirtschaftswachstum verzeichnet, desgleichen hat es sich auch in kultureller Hinsicht verbessert (zu erwähnen wäre z.B. dass Sibiu/Hermannstadt im Jahre 2007 zusammen mit Luxemburg europäische Kulturhauptstadt war).

Der Hauptteil der Seminararbeit ist so aufgeteilt, dass zuerst die Moldau inkl. der Bukowina und die Walachei vorgestellt werden weil diese Regionen das frühe Rumänien (1859) bildeten, dann folgt die Dobrudscha die 1878 zu Rumänien kam und schließlich Transsilvanien, das ab 1918 auch zu Rumänien gehört. Alle drei Großregionen werden aus geschichtlicher, ethnischer, kultureller (im Sinne von Regionalbewusstsein) und wirtschaftlicher Perspektive betrachtet.

Die Beantwortung folgender Forschungsfragen: Wobei unterscheiden sich die drei Regionen? Was hält Rumänien dadurch zusammen? und Wie präsentiert sich Rumänien in der Welt ? sollen helfen das heutige Rumänien besser zu verstehen, indem versucht wird das negative Image dieses Staates ein wenig zu bereinigen.

2. Bukowina, Moldau und Walachei

2.1. Bukowina : Geschichte, Bevölkerung und Kultur

Die Bukowina, in Nordosten des Landes gelegen, war von 1774 bis 1918 144 Jahre lang aus strategisch-militärischen Gründen Teil der Habsburger Monarchie. Diesen Naturraum dominieren drei markante Großlandschaften: die moldauische Höhe im Südosten, das Karpatenvorland und die Karpaten selbst. Seit 1918, durch die Pariser Friedensverträge offiziell anerkannt, gehört der südliche Teil der Region durch einen Beschluss des rumänischen Kongresses zu Rumänien bzw. ist es der heutige Kreis Suceava und ein Teil des Kreises Botosani. Von 1861-1918 war diese Region Kronland und verfügte daher über Autonomie, um die sie sich durch zahlreiche Petitionen und Interventionen an den Kaiser sehr bemüht hatten. In dieser Zeit stieg die Bevölkerungszahl durch die Zuwanderung der jüdischen Bevölkerung als auch durch natürliches Bevölkerungswachstum der Ukrainer, Rumänen und Deutschen an. Die Bevölkerung lebte und arbeitete hauptsächlich am Lande bzw. in der Landwirtschaft, Forstwirtschaft, im Bergbau (Salzförderung) oder im Kurtourismus (Vatra Dornei, Gura Humor). Auch die wenigen Städte wie Cernauti, Radauti und Suceava verzeichneten deutliche Zuwächse, vor allem durch den jüdischen Bevölkerungsteil.

Die zwei Weltkriege Anfang des 21. Jh. stürzten die österreichische Bukowina in eine tiefe Krise, die weitreichende Folgen verursachte: zum einen wurde sie nach dem 15.11.1918 ins Königreich Rumänien angegliedert, was zum Verlust der Sonderstellung der Bukowina als direkter wirtschaftlicher wie gesellschaftlicher Mittler zwischen West und Ost führte, zum zweiten durchlebte sie eine Zeit der massiven Rumänisierung und drittens erlebten weite Teile der ursprünglich in der Bukowina ansässigen Bevölkerung nach 1940 Flucht, Vertreibung und Vernichtung. Dazu kommt noch eine über 40-jährige kommunistische Ära, die der dort ansässigen Bevölkerung den letzten Rest Identität zu nehmen versuchte. Trotz dieser schweren Schicksalsschläge lassen sich nach 1991 vermehrt Tendenzen aufspüren, die einen Anschluss an die Erinnerung eines Bukowiner Selbstbewusstseins suchen bzw. pflegen weil die mentale Identifikation durch Bevölkerungsteile der Region weiterhin besteht. Ein Bewusstsein, das freilich auch von einer vielfach mythisch historisierenden, westlichen Außensicht beeinflusst wird, das an das Regionalbewusstsein, das sich Ende des 19. Jh. herausbildete, erinnert.

Es ist ein Regionalbewusstsein, dass durch den positiven Faktor Tourismus bestärkt wird und der den Bewohnern dieses Gebietes zeigt, dass sie sich doch von der restlichen Moldau unterscheiden. Denn der touristische Sektor hat sich in der rumänischen Bukowina nicht zuletzt dank der Moldau-Klöster, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören, und der reizvollen Landschaft lebendig entwickelt. Gastronomie-und Beherbergungsbetriebe von Hotels mit gehobenem Angebot bis hin zu den weit zahlreicheren kleine ‚ „Zimmer-mit-Frühstück” Anbietern geben davon Zeugnis.[1]

2.2. Moldau und Walachei : Geschichte, Bevölkerung und Kultur

Die Donaufürstentümer Moldau und Walachei entstanden im 14. Jh. bzw. 1352/53 und 1310. Seit 1460 musste die Walachei und seit 1513 die Moldau die türkische Oberhoheit anerkennen. Dem walachischen Fürsten Michael dem Tapferen gelang es 1599/1600 noch einmal, sein Land mit Siebenbürgen und der Moldau für kurze Zeit zu vereinigen. Die Kleine Walachei/Oltenien gehörte von 1718 bis 1739 zu Österreich und 1812 fiel Bessarabien/heutige Republik Moldawien an Russland, das seinen Einfluss im gesamten Donaufürstentum zunehmend ausweitete, besonders zwischen 1821 und 1859. Nach der russischen Niederlage im Krimkrieg blieben die Fürstentümer jedoch bis ins 19. Jh. unter osmanischer Oberhoheit. Zwischen 1711/1716-1821 herrschten die Phanarioten in dieser Region während der sich der byzantinische Einfluss bemerkbar machte. Die Phanarioten waren einflussreiche christliche Landesfremde aus Phanar, einem Stadtteil Istanbuls, die eine Zeit der Korruption, aber auch der Modernisierung prägten.

Die Vereinigung im Jahre 1859 war möglich dank der Schwächung Russlands infolge des Krimkriegs und der beginnenden rumänischen Nationalbewegung. Der von der Walachei und Moldau bestätigte Fürst Alexandru Ian Cuza I. proklamierte 1862 die Vereinigung beider Donaufürstentümer unter dem Namen Rumänien. Am 10. Mai 1866 wurde durch eine Volksabstimmung Karl (Carol) I. aus dem Hause Hohenzollern-Sigmaringen als sein Nachfolger gewählt, der Rumänien kulturell und politisch an Mittel-und Westeuropa anschloss. 1881 wurde Rumänien ein konstitutionelles Königreich, bevor es drei Jahre zuvor als unabhängiger Staat anerkannt wurde.

Im Ersten Weltkrieg blieb Rumänien zunächst neutral, erklärte jedoch 1916 Österreich-Ungarn und damit dem Deutschen Reich den Krieg. Infolge des günstigen Kriegsschlusses für Rumänien kamen 1918 Bessarabien, die Bukowina, Transsilvanien und die südliche Dobrudscha an das „Altreich“ Rumänien.

Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges erklärte Rumänien zunächst wieder seine Neutralität. Aber unter Druck eines sowjetischen Ultimatums 1940 verlor Rumänien Bessarabien, das 1991 die unabhängige Republik Moldawien wurde und die nördliche Bukowina an die spätere Ukraine. Durch den 2. Wiener Schiedsspruch ging Nordsiebenbürgen in den Jahren 1940-1944 an Ungarn und im Vertrag von Craiova musste es 1940 die südliche Dobrudscha an Bulgarien abtreten. General Ion Antonescu rief nach der erzwungenen Abdankung Karls II. dessen Sohn Michael (Mihai I.) zum König aus und errichtete eine profaschistische Militärdiktatur, die dem Dreimächtepakt beitrat. Rumänien trat 1941 auf deutscher Seite in den Krieg gegen die Sowjetunion ein. 1944 kam es zur bedingungslosen Kapitulation und sowjetische Streitkräfte besetzten das Land, trotz des Seitenwechsels am 23.08.1944. 1945 wurde eine Koalitionsregierung gebildet, in der die Kommunistische Partei zu immer größerem Einfluss gelangte. Nach dem Verbot der nicht kommunistischen Parteien 1947 wurde König Michael I. zur Abdankung gezwungen und die kommunistische Volksrepublik Rumänien ausgerufen.

Nach 1960 setzte eine auf größere Selbständigkeit von der UdSSR bedachte Politik ein, die besonders Nicolae Ceausescu vertiefte. Die katastrophale wirtschaftliche Lage nach 1980, schwere Menschenrechtsverletzungen und Ceausescus diktatorisches Herrschaftssystem, das zunehmend von einem Personenkult orientalischen Ausmaßes sowie Vetternschaft geprägt war, führten Rumänien in die internationale Isolierung. Nachdem aber Osteuropa im Herbst 1989 eine Welle von friedlichen Revolutionen erlebte, lösten blutig bekämpfte Demonstrationen und Bürgeraufstände in Temeswar, dann in Hermannstadt, auch in ganz Rumänien eine Volkserhebung aus, in deren Verlauf sich die Armee auf die Seite der Protestbewegung stellte. Das Ehepaar Ceausescu wurde dann am 25.12.1989 hingerichtet und die sozialistische Republik Rumänien wurde in Republik Rumänien umbenannt.[2]

Die Annahme einer neuen Verfassung 1991 markierte zwar die Trennung vom totalitären Regime, aber Politik und Wirtschaft wurden weiter durch die ehemalige kommunistische Kaderelite bestimmt sowie die Opposition weiter unterdrückt. Alle Regierungen ab 1996 setzten sich zwar zum Ziel, den wirtschaftlichen und politischen Rückstand gegenüber den anderen Transformationsländern, der nach 1992 entstanden war, abzubauen, blieben aber zunächst erfolglos. Nach 2000 begann sich die Wirtschaft zögernd zu stabilisieren, ja auch zu wachsen, 2004 wurde es in die N.A.T.O. aufgenommen und am 1.1.2007 trat es zusammen mit Bulgarien der E.U. bei.

Die Walachei präsentiert sich im Süden und vor allem im östlichen Teil als große Tiefebene, teils mit Steppencharakter (Baragan östlich von Bukarest), an die sich gegen Norden eine Hügel-und schließlich eine Gebirgszone anschließen. Die Moldau hingegen ist durch das Karpatenvorland und die Ostkarpaten im Westen und die moldauische Ebene im Osten gekennzeichnet. Es sind die Gebiete der romanischsprachigen Vlachen bzw. der späteren Rumänen, die seit dem 14.Jh. orthodox waren und nie ins Osmanische Reich eingegliedert wurden. Die führende soziale Oberschicht der beiden Fürstentümer erlebte im Laufe der Zeit auf kulturellem Gebiet eine Orientalisierung (Mode, Literatur, Bildung) bei gleichzeitiger Zunahme der Bedeutung der rumänischen Sprache in Verwaltung, Kirche und Chronistik. Das Alltagsleben, Moral-und Rechtsvorstellungen blieben auch im 18. Jh. stark vom Gewohnheitsrecht und dem byzantinisch inspirierten Recht der orthodoxen Kirche geprägt. Es dominierten lokale Gebräuche und eine ad hoc auf den Einzelfall, nicht auf gesetzte Normen aufbauende Rechtsprechung. Beide Fürstentümer waren zudem lange Zeit Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen.

Nach der Erweiterung Rumäniens um eine ganze Reihe weiterer Territorien 1918 behielt die Walachei in gewisser Weise dank des starken Zentralismus in wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht ihre bedeutende Rolle, weil hier die Landeshauptstadt Bukarest liegt, die das ganze Gebiet polarisiert. Als klar konturierte, eigenständige Landschaft hingegen ist die Walachei innerhalb Rumäniens jedoch nur wenig präsent und auf der mentalen Karte wird sie kaum als geschlossene Einheit wahrgenommen. Das wird wohl daran liegen, dass sie immer als offener Raum ohne klare Grenzen wahrgenommen wurde, trotz der auffallend geografischen Merkmalen wie Donau und Karpaten. Der Fluss Olt/Alt hingegen markiert eine unscharfe Trennlinie zwischen der großen und kleinen Walachei. Diese beiden doch klar unterscheidbaren geographischen Zonen(Ebene im Süden und Osten vs. dem am Fuße der Karpaten entlang verlaufenden Hügelland) markieren auch zwei grundsätzlich verschiedene Kulturlandschaften (eine stärker Byzanz und die andere stärker nach Westen ausgerichtet). Im historischen Verlauf äußern sich diese Unterschiede an Merkmalen wie Bevölkerungsdichte, Siedlungsweise, unterschiedlicher Ausprägung sozialer Phänomene und ethnographische Besonderheiten).

Die Moldau lag in ihrer langen Geschichte immer nur auf dem zweiten Platz innerhalb der Donaufürstentümer. Obwohl sie seit ihrer Gründung in kultureller und politischer Hinsicht beachtliche Leistungen hervorbrachte, schafft sie es bis heute nicht als die Region wahrgenommen zu werden, die nicht nur aus Landwirschaft, Bauern,Dörfern und Kirchen besteht. Einzig und allein Iasi, als Hauptstadt der Region kann mit anderen Städten in kultureller und wirtschafticher Hinsicht konkurrieren. Die Moldau wird meistens mit den Klöstern in der Bukowina, Iasi, rurale Gegend und den Flüssen Prut und Siret assoziiert. Sie wird meiner Meinung nach aber im Gegenzug zur Walachei, als geschlossener Raum empfunden, der die acht Kreise von Suceava bis Galati umfasst.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass beide Regionen durch drei politische und kulturelle Orientierungsströme charakterisiert sind. Erstens die osmanische, zweitens die byzantinische und drittens die westliche Prägung bzw. Denk –und Handlungsweise. Heute ist die Anpassung an die westeuropäische Entwicklung bestimmend, weil der ökonomische, soziale und kulturelle Rückstand dies erfordert. Dies zeigt, wie prägend für die Geschichte der beiden Fürstentümer ihr Status als Schnittstelle und Übergangsgebiet stets war.[3]

Um die Bevölkerungsstruktur der Moldau, der Walachei und der Bukowina zu veranschaulichen, zeigen die folgenden Diagramme die Ethnien aus der Region Nordost bzw. der Bukowina und der Moldau. Zu beobachten ist, dass diese Regionen keine großen Minderheiten aufweisen. An erster Stelle treten die Roma auf, gefolgt von Ukrainern und Russen-Lipowanern, es folgen Ungarn, Polen und Deutsche. Die jüdische Bevölkerung lebt mehrheitlich in der Bukowina und die Ceangai, ein ungarisch sprechendes Volk, leben in der südlichen Moldau.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Q: eigene Bearbeitung[4]

In der Region Süd bzw. Muntenien ( Große Walachei) und Region Südwest bzw. Kleine Walachei sticht nur die Minderheit der Roma hervor.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Q: eigene Bearbeitung Q: eigene Bearbeitung

In der Landeshauptstadt Bukarest und dem benachbarten Kreis Ilfov leben viele Roma, gefolgt von Angehörigen der deutschen, ungarischen, jüdischen und chinesischen Minderheit.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Q: eigene Bearbeitung

3. Dobrudscha: Geschichte, Bevölkerung und Kultur

Die historische Region Dobrudscha umfasst das Gebiet zwischen dem Schwarzen Meer, dem Donaudelta und dem Unterlauf der Donau. Die rumänische Dobrudscha erfasst die beiden Kreise Tulcea im Norden und Constanta im Süden. Sie ist mehrheitlich eine lössige Ebene, die von Trockentälern, Seen und kurzen Flussläufen durchfurcht wird.

Zwischen dem 4. und 13. Jh. stand die historische Dobrudscha abwechselnd unter bulgarischer und byzantinischer Herrschaft, die dann ab dem 15. Jh. bis ins 19 .Jh. von der osmanischen Herrschaft abgelöst wurde. Zur Zeit der Osmanen wanderten viele Türken und Tataren aus dem Osmanischen Reich, aber auch viele Russen-Lipowaner und Ukrainer aus dem Zarenreich ein. Bulgaren, Deutsche und Juden zählten auch zu den Immigranten des Gebietes. Die wohl wichtigste und prägendste Einwandergruppe waren und sind die Rumänen, die seit dem 18. Jh. die bestimmende Ethnie sind und aus der Moldau, Siebenbürgen und der Walachei her ausgewandert sind. Infolge des Krimkrieges 1878 kommt die Dobrudscha zu Rumänien, wobei diese Situation nicht nur eine Umstrukturierung der Bevölkerung nach sich zog, sondern auch einen Wandel der Siedlungen und der Kulturlandschaft bzw. von einer ethnisch sehr heterogenen Zone zu einer fast homogen rumänischen und von einer sehr ländlich, einfachen, einstöckigen mit Stroh und Lehm gemauerter Siedlungslandschaft zu einer immer urbaneren, zweistöckigen mit Ziegeln und Stein befestigten Siedlungslandschaft.

Infolge des Zweiten Balkankrieges 1913 erhält Rumänien auch die Süddobrudscha bzw. den bulgarischen Teil der Region, der aber 1940 endgültig an Bulgarien zurückfällt.

In der Region Südost, die auch die Dobrudscha umfasst leben vor allem Türken, Tataren und Russen-Lipowaner sowie Ukrainer.

Die wichtigsten Siedlungen der Muslime (Türken und Tataren) sind heute Constanta, Medgidia, Tulcea, Babadag, Harsova, Cobadin und Mihail Kogalniceanu. In fast allen Siedlungen sind sie heute in der Minderheit. Ausnahmen bilden lediglich die Dörfer Fantana Mare und Faurei im Kreis Constanta, wo sie fast 100 Prozent der Bewohner stellen. Im Süden des Kreises Constanta wohnen sie auch im ländlichen Raum, im Kreis Tulcea vorwiegend in den Städten.

Die Ukrainer siedeln hauptsächlich im Donaudelta, wobei nur noch die ältere Generation sprachfest ist.

In der Dobrudscha gibt es auch ganze Stadtviertel die von muslimischen und christlichen Roma besiedelt sind, wie z.B. in Babadag, Constanta und Medgidia aber auch im ländlichen Raum wie in Baneasa, Cobadin, Negru Voda etc.

Im Donaudelta bilden die Lipowaner das kulturell prägende Element; lediglich das Dorf C.A.Rosetti und die Küstenstadt Sulina haben mehrheitlich rumänische Bevölkerung. Sie leben mehrheitlich in peripheren ländlichen Ortschaften.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Q. eigene Bearbeitung

[...]


[1] Vgl. Kurt Scharr. Historische Region „Bukowina“ Entstehen und Persistenz einer Kulturlandschaft“ S. 839-853

[2] Vgl. GEO Themenlexikon. Unsere Erde. Rumänien

[3] Vgl. Die Walachei als historische Region- Schnittstelle europäischer Verflechtungen an der Peripherie S. 806-822

[4] Nach http://www.insse.ro/cms/files/statistici/Statistica%20teritoriala%202008/rom/8.htm

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Rumänien als kulturell und wirtschaftsräumlich heterogener Staat
Hochschule
Universität Wien  (Institut für Geographie und Regionalforschung)
Veranstaltung
Südosteuropa als heterogener Kulturraum
Note
1,00
Autor
Jahr
2011
Seiten
24
Katalognummer
V180424
ISBN (eBook)
9783656032021
ISBN (Buch)
9783656032090
Dateigröße
3038 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
rumänien, staat
Arbeit zitieren
Petra Henning (Autor), 2011, Rumänien als kulturell und wirtschaftsräumlich heterogener Staat, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/180424

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