Weihnachten im Religionsunterricht

Ein Stundenentwurf zur Unterrichtseinheit Jesus Christus in seiner Zeit


Unterrichtsentwurf, 2010

13 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Voraussetzungen des Unterrichts
2.1 Informationen zur Schule
2.2 Organisation des Religionsunterrichts
2.3 Lerngruppenbeschreibung

3 Unterrichtsanalyse
3.1 Fachwissenschaftliche Analyse
3.2 Didaktisch-Methodische Analyse
3.3 Curriculare Verortung der Stunde
3.4 Einordnung der Stunde in die Unterrichtseinheit
3.5 Stundenverlaufsplanung
3.6 Lernziele
3.7 Durchführung

1 Einleitung

Den im Folgenden beschriebenen Unterrichtsentwurf konnte ich im vergangenen Jahr durch meine Tätigkeit als Vertretungslehrerin im Rahmen des Programms »Verlässliche Schule« in einer fünften Realschulklasse realisieren. Zur Planung der Unterrichtsstunde inspirierten mich die Vorbereitungen für das Referat im Seminar »Feste im Kirchenjahr und anderswo«, welches ich unter dem Fokus »Schüler, bzw. Schülerorientierter Unterricht« erarbeitete.

2 Voraussetzungen des Unterrichts

2.1 Informationen zur Schule

Meine Schule[1] ist eine Kooperative Gesamtschule mit Förderstufe und Ganztagsangebot. An der Schule werden demnach alle drei Schulzweige, nämlich Hauptschule, Realschule und Gymnasium unter einem Dach unterrichtet. Zudem ist an der Schule für die fünften und sechsten Klassen eine Förderstufe eingerichtet, in der zunächst alle Schüler gemeinsam lernen, bevor in der siebten Klasse eine Aufteilung erfolgt. Dabei werden die Schülerinnen und Schüler in der sechsten Klasse in Mathematik und Englisch auf drei verschiedenen Kursniveaus unterrichtet (A-,B-, und C-Kurs), damit die sie die Möglichkeit erhalten, nach ihren spezifischen Leistungen innerhalb der Kurse individuell gefördert zu werden. Die StS umfasst die Jahrgangsstufen fünf bis zehn und ist somit eine weiterführende Sekundarstufe I-Schule. Insgesamt wird sie von ca. 700 Schülerinnen und Schülern besucht, die sich auf 26 Klassen verteilen. Der Anteil der ausländischen Schülerinnen und Schülern beläuft sich dabei auf über 40 %.

2.2 Organisation des Religionsunterrichts

Der Religionsunterricht an der StS wird im Klassenverband unterrichtet und ist demnach nicht konfessionsgebunden. Didaktisch soll der Unterricht im multikulturellen Kontext gestaltet werden. Er soll Informationen über die verschiedenen Weltreligionen vermitteln, sowie eine Auseinandersetzung der Schüler mit religiösen sowie ethischen Fragen und Sinnfragen ermöglichen. Für den religiösen Unterricht im Klassenverband stehen insgesamt zwei evangelische, und drei katholische Lehrerinnen und Lehrer zur Verfügung.

Die Umsetzung mit inhaltlicher Schwerpunktsetzung erfolgt jedoch von Lehrer zu Lehrer unterschiedlich. Während ein Lehrer in seinem Religionsunterricht nur ethische Themen zum Unterrichtsgegenstand macht, thematisieren die restlichen Lehrerinnen die verschiedenen Weltreligionen und machen zudem religiöse Fragen zum Unterrichtsgegenstand. Zwei der Lehrer halten sich jedoch auch strikt an die Lehrpläne für den evangelischen bzw. katholischen Religionsunterricht.

2.3 Lerngruppenbeschreibung

Dich führte meinen Unterrichtsentwurf in einer Realschulklasse durch. Ich kenne die 6b nun seit einem Jahr durch meine Tätigkeit als Vertretungslehrerin an der Stadtteilschule. Ich habe in dieser Klasse schon die unterschiedlichsten Fächer unterrichtet und vertreten und die Schülerinnen und Schüler dabei gut kennengelernt.

Die Klasse setzt sich aus 11 Schülerinnen und 10 Schülern[2] zusammen. Der Religionsunterricht dieser 6. Klasse findet einmal wöchentlich, Freitag in den ersten beiden Stunden statt. Das Schüler-Schüler-Verhältnis ist als offen und entspannt einzustufen, was durch einen respektvollen Umgang miteinander, und eine entspannte Arbeitsatmosphäre, zum Ausdruck kommt. Bei der F6b handelt es sich um eine sehr motivierte und lerninteressierte Klasse. Dies wird im Unterricht durch stetige Wortmeldung fast aller SuS sichtbar. Die Leistungsspitze der Klasse übernehmen Yusuf und Heidi. Sie zeichnen sich durch kontinuierliche Mitarbeit, hohes Lerntempo und sehr gute Beiträge aus. Ihr erhöhtes Maß an religiösem Interesse, wird durch Wortmeldungen deutlich, in denen sie versuchen, sich einen Gesamtzusammenhang zu erschließen, falls ihnen etwas unklar erscheint.

Das gute Mittelfeld besteht aus James, Kemer, Sina, Theresa, Luisa, Lauren, Vitali[3] und Max. Vitali hat ADS. Deshalb ist es bei diesem Schüler besonders wichtig, die Mitarbeit und Motivation ständig aufrecht zu erhalten. Ein "bewegter Unterricht", mit stetigem Phasenwechsel ist für Vitali besonders hilfreich. Die Klasse ist an das Verhalten des Schülers gewöhnt, so dass sich niemand daran stört, wenn er während des Unterrichts seinen Platz verlässt, um z.B. etwas in den Mülleimer zu werfen. Ömer, Laura, Tiffany, Jaqueline und Enes bilden das untere Mittelfeld. Sie sind zwar alle stets am Unterrichtsgeschehen interessiert und hören zu, melden sich aber eher selten zu Wort. Zu den leistungsschwächeren SuS zählen Taner, Salva, Sören, Kimba, Nele und Yasemin. Diese SuS sind zwar alle stets sehr bemüht und versuchen sich teilweise durch Beiträge am Unterricht zu beteiligen, sind aber stellenweise auch überfordert. Deshalb wird bei diesen sechs SuS besonders darauf geachtet, dass sie bei Einstiegsfragen die Möglichkeit haben, sich zu äußern.

In dieser Lerngruppe ist ein sehr hohes Maß an Disziplin vorhanden, deswegen ist es völlig unproblematisch Partner-, oder Gruppenarbeiten für den Religionsunterricht anzusetzen. Alle SuS sind in der Lage die gestellten Aufgaben selbstständig, mit einem Partner, oder in der Gruppe zu bewältigen. Die Resultate, die beim selbstständigen Erarbeiten, oder in Gruppenarbeiten entstehen, sind zum Teil sehr gut und ergiebig.

Das religiöse Vorwissen zum Christentum gestaltet sich der religiösen Pluralität innerhalb der Klasse und der Tatsache entsprechend, dass einige Schüler erst seit anderthalb Jahren den Religionsunterricht innerhalb der Klasse erteilt bekommen, eher mäßig. Jedoch verfügen die meisten Schüler nicht-christlicher Konfessionen durch den bisherigen Religionsunterricht über ein Grundwissen zum Christentum. Einzelne evangelischen und katholischen SuS sind, wie ich von der Religionslehrerin erfahren habe, christlich erzogen und besuchen regelmäßig den Kindergottesdienst.

3 Unterrichtsanalyse

3.1 Fachwissenschaftliche Analyse

Das Weihnachtsfest ist als Fest zu betrachten, dem man sich innerhalb unserer Gesellschaft nur sehr schwer entziehen kann, da die Festkultur durch ihre Symbolik während der Weihnachts- bzw. Adventszeit in unserer Gesellschaft allgegenwärtig ist. Alle Menschen, unabhängig ihrer Religiosität, Konfession, Weltanschauung oder ihrer politischen Einstellung werden von den Symbolen und Ritualen des Weihnachtsfests direkt oder indirekt erfasst. Dabei verbinden sich im Weihnachtsfest Symbole unterschiedlicher Art: Der Stern am Himmel, das Licht in der Finsternis, die Krippe, Der Weihnachtsmann, der Weihnachtsbaum, das Christkind, sowie Nikolaus und Knecht Ruprecht. Peter Biehl geht sogar so weit die Behauptung aufzustellen, dass niemand in unserer Gesellschaft Weihnachten nicht feiern könne. Dies begründet er damit, dass man selbst in Abgrenzung und Opposition gegen das Weihnachtsfest vom Festgeschehen geprägt wäre.[4]

Das Weihnachtsfest ist eine totale Institution der Zeit und heutzutage wesentlich in einen ökonomischen Prozess eingebunden. Dies wird zum Beispiel dadurch offenkundig, dass Einzelhandel und Tourismusbranche in der Weihnachtszeit, nicht zuletzt durch das Weihnachtsgeld, enorme Umsatzsteigerungen verbuchen können. Als inszeniertes, öffentliches Ritual spielt das Weihnachtsfest mit symbolischen Ausdrucksmitteln. Krippenspiele, Weihnachtskrippen, Weihnachtsbaum und Geschenke werden als Brauchtum inszeniert.[5]

Zum Weihnachtsfest gibt es eine eigene Festlegende und literarische Gattung, nämlich die Weihnachtserzählung, welche ihre biblischen Wurzeln in der Geburtsgeschichte bei Lukas (2,1-20) und Matthäus (1-2) hat. Diese spricht von der Geburt des Messias. Mit der Ankunft des Messianischen Kindes wird das Friedensreich eingeleitet. Die Inkarnation Gottes eröffnet eine neue Zukunft, die ihren Beginn bei den Armen und Mittellosen, nimmt. Durch die Kindheitsthematik in der Weihnachtsgeschichte werden Ambivalenzen erkennbar. Allmacht und Ohnmacht, sowie Anbetung des Kindes und der Kindermord von Bethlehem.[6] Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Weihnachten als Fest der Geburt des göttlichen Kindes (Lukas 2,1-20), als Fest des Lichtes und der Inkarnation (Johannes 1,14 »Das Wort ward Fleisch«) insgesamt drei theologische Motive beinhaltet.

3.2 Didaktisch-Methodische Analyse

Es gibt es wohl keinen Zeitpunkt im Jahr der weltweit, zumindest in den Ländern mit christlicher Tradition emotional so intensiv besetzt ist, wie die Weihnachtszeit. Als Fest der Liebe, des Friedens, der Besinnung, der Verständigung der Religionen, der Integration und der Freude birgt es gesellschaftlich nicht nur einen hohen moralischen Anspruch. In vielen Familien bestimmen Traditionen den Heiligen Abend und die übrigen Festtage. Augenscheinlich ist Weihnachten vor allem ein religiöses Fest, welches als Fest der Erlösung durch die Geburt des Christus begangen wird. Zudem wird das Weihnachtsfest aber auch von Atheisten und Angehörigen verschiedener Konfessionen als gesellschaftliches und kommerzielles Event gefeiert.

In einer multikulturellen Gesellschaft treffen mit den unterschiedlichen Religionen, auch Unterschiede bezüglich des Umgangs mit dem Weihnachtsfest und den Ansichten dazu, aufeinander. Dies kommt vor allem in der Schule zum Tragen.[7] Deswegen sollte den Schülerinnen und Schülern, vor allem dort, eine wertfreie Orientierungshilfe geboten werden. Dem Thema Weihnachten kann deswegen, falls innerhalb der Unterrichtsplanung im Religionsunterricht ein Puffer an Stunden besteht, genügend Platz eingeräumt werden.

Dabei ist es wichtig, sich in der thematischen Auswahl zum Gegenstand des Weihnachtsfests in einem Religionsunterricht im Klassenverband nicht ausschließlich auf die Weihnachtsgeschichte oder eine Weihnachtsfeier zu konzentrieren, da die Reduzierung auf Gebräuche, wie dem Singen von Weihnachtsliedern und dem Erzählen der Weihnachtsgeschichte dazu führen kann, dass sich SuS anderer, nicht christlicher Konfessionen schnell ausgeschlossen und fremd in der Klasse fühlen, da sie nicht auf persönliche Erfahrungen und Erlebnisse mit dem Begehen des Weihnachtsfests zurückgreifen können.

[...]


[1] im Folgenden wird zur Vereinfachung nur noch die Abkürzung StS benutzt.

[2] Im Folgenden wird zur Vereinfachung nur noch die Abkürzung SuS benutzt.

[3] Die Namen wurden geändert.

[4] Vgl. Biehl, Peter: Manifestation des Christusglaubens in den Festen. Zum Beispiel: Weihnachten. In: JRP 15 (1998) Neukirchen 1999. S.105

[5] Vgl. Vgl. Biehl, Peter: Manifestation des Christusglaubens in den Festen. Zum Beispiel: Weihnachten. In: JRP 15 (1998) Neukirchen 1999. S.109

[6] Vgl. ebd.

[7] Vgl. Weihnachten in der Schule. Hilfestellung zur Orientierung. URL: hhtp://www.tip-top.de/detiptop/dsl/html/weihnachten_in_der_schule.html Stand: 11.11.2009

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Weihnachten im Religionsunterricht
Untertitel
Ein Stundenentwurf zur Unterrichtseinheit Jesus Christus in seiner Zeit
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Note
1,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
13
Katalognummer
V180502
ISBN (eBook)
9783656034537
ISBN (Buch)
9783656034391
Dateigröße
482 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
kein Arbeitsmaterial enthalten
Schlagworte
weihnachten, religionsunterricht, stundenentwurf, unterrichtseinheit, jesus, christus, zeit
Arbeit zitieren
Alina Müller (Autor), 2010, Weihnachten im Religionsunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/180502

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