Praktikumsbericht im Modul SPS 2

Dokumentation des Schulpraktikums im Fach Ev. Religion


Hausarbeit (Hauptseminar), 2008

26 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Beschreibung der Praktikumsstelle
1.1. Beschreibung der Schule
1.2. Organisation des Religionsunterrichts an der StS
1.3. Beschreibung der persönlichen Wahrnehmung der Schule

2. Beschreibung einer Unterrichtsstunde
2.1 Lerngrupppenbeschreibung
2.2 Einordnung der Stunde in die Unterrichtseinheit
2.3 Lernziele
2.4 Stundenverlaufsplan
2.5 Didaktisch-methodische Analyse
2.6 Durchführung
2.7 Reflexion der Stunde

3. Beobachtungsschwerpunkt „Motivationˮ
3.1 Begriffsdefinition
3.2 Beobachtungen unter dem Schwerpunkt „Motivationˮ im RU

4. Reflexion des Praktikums

5. Quellenverzeichnis

1. eschreibung der Praktikumsstelle

1.1 Beschreibung der Schule

Die Stadtteilschule in Arheiligen[1] ist eine Kooperative Gesamtschule mit Förderstufe und Ganztagsangebot. An der Schule werden demnach alle drei Schulzweige, Hauptschule, Realschule und Gymnasium unter einem Dach unterrichtet. Zudem ist an der Schule für die fünften und sechsten Klassen eine Förderstufe eingerichtet, in der zunächst alle Schüler gemeinsam lernen, bevor in der siebten Klasse eine Aufteilung erfolgt. Dabei werden die Schülerinnen und Schüler in der sechsten Klasse in Mathematik und Englisch auf drei verschiedenen Kursniveaus unterrichtet (A-,B-, und C-Kurs), damit die sie die Möglichkeit erhalten, nach ihren spezifischen Leistungen innerhalb der Kurse individuell gefördert zu werden. Die StS umfasst die Jahrgangsstufen fünf bis zehn und ist somit eine weiterführende Sekundarstufe I-Schule. Insgesamt wird sie von ca. 700 Schülerinnen und Schülern besucht, die sich auf 26 Klassen verteilen. Der Anteil der ausländischen Schülerinnen und Schülern beläuft sich dabei auf 40 %.

Die Schule besteht aus einem Haupt- und zwei Nebengebäuden, sowie einem Container und einer Sporthalle. Der Schulhof lässt sich in zwei Bereiche aufteilen. Der Hauptteil befindet sich zwischen dem Container und dem Hauptgebäude. Dort ist auch der Schulgarten, welcher von Schülerinnen und Schülern sowohl für zahlreiche AGs, als auch für den Biologieunterricht verwendet und bewirtschaftet wird. Der zweite Teil ist etwas kleiner und liegt zwischen dem Haupt- und den beiden Nebengebäuden. Das Hauptgebäude der Schule ist einstöckig. Im Erdgeschoss ist die Pausenhalle, die nur in Regenpausen als Aufenthaltsraum dient, außerdem befinden sich darin die Schulverwaltung, sowie das Zimmer des Hausmeisters und drei Fachräume. Im oberen Stockwerk befindet sich das Lehrerzimmer, einige Klassensäle und das Zimmer der Sozialpädagogin. Das B-Gebäude beinhaltet sechs Klassenzimmer, während im C-Gebäude neben den fünf Klassenzimmern auch noch die Cafeteria „Café de Schulˮ. Im Café de Schul können die Schülerinnen und Schüler während der Pausen Verpflegung einkaufen. Ab 13.00 Uhr gibt es dort ein Mittagessensangebot.

Der Unterricht an der StS beginnt zur ersten Stunde um 7.50 Uhr. An den Pflichtunterricht schließt sich um 13.00 Uhr, wie bereits erwähnt, ein Mittagessensangebot und die Eventualität einer Hausaufgabenbetreuung an, bevor für die Schüler ab 15.00 Uhr die Möglichkeit besteht, an diversen AGs teilzunehmen. Das Angebot an Arbeitsgemeinschaften richtet sich an alle Jahrgangsstufen und reicht vom Jugendorchester und diversen Sportarten bis hin zum Koch- und Choradokurs. Ab 15.00 Uhr gibt es für schwächere Schülerinnen und Schüler zudem einen Förderunterricht. Das Nachmittagsangebot der Schule wird in Zusammenarbeit mit dem Sozialkritischen Arbeitskreis Darmstadt e.V. ausgerichtet. Die Einzugsgebiete der Schule sind neben Arheiligen und Darmstadt, auch Kranichstein, Wixhausen, Eberstadt und Messel.

Die StS besitzt ein Kollegium aus 48 Lehrkräften, deren Altersdurchschnitt bei 45 bis 47 Jahren liegt. Zudem sind derzeit drei Referendarinnen an der Schule beschäftigt. Die StS besitzt eine Sozialpädagogin, die täglich von 12.30 Uhr bis 13.30 Uhr und nach Vereinbarung Sprechstunde hat. Diese wird momentan vorrangig zwecks Mediation in Klassen und Gruppen und zur systematischen Beratung im Einzelfall wahrgenommen. Das Sekretariat ist mit einer Sekretärin besetzt. Der Vertretungsunterricht wird von der stellvertretenden Schulleitung organisiert und erfolgt zu 60% durch interne Vertretungskräfte und zu 40% durch externe Vertretungskräfte im Rahmen des Programms „Verlässliche Schuleˮ. Randstunden fallen dabei nur in Ausnahmefällen weg.

1.2 Organisation des Religionsunterrichts an der StS

Der Religionsunterricht an der Stadtteilschule in Arheiligen wird im Klassenverband unterrichtet und ist demnach nicht konfessionsgebunden. Didaktisch soll der Unterricht im multikulturellen Kontext gestaltet werden. Er soll Informationen über die verschiedenen Weltreligionen geben, sowie eine Auseinandersetzung mit religiösen Fragen und Sinnfragen ermöglichen. Für den religiösen Unterricht im Klassenverband stehen insgesamt eine evangelische Lehrerin und drei katholische Lehrerinnen und Lehrer zur Verfügung.

Die Umsetzung mit inhaltlicher Schwerpunktsetzung erfolgt jedoch von Lehrer zu Lehrer unterschiedlich. Während ein Lehrer in seinem Religionsunterricht nur Sinnfragen und ethische Themen zum Unterrichtsgegenstand macht, thematisieren die restlichen Lehrerinnen die verschiedenen Weltreligionen und machen zudem religiöse Fragen (z.B. Sinnfragen) zum Thema im Unterricht.

1.3 Beschreibung der persönlichen Wahrnehmung der Schule

Am ersten Tag des Praktikums wurden wir durch den Schulleiter sehr freundlich empfangen. Er stellte sich uns vor, gab uns einige Informationsbroschüren über die Stadtteilschule und händigte uns sofort einen Schulschlüssel aus, damit wir uns über die Zeit im Praktikum voll und ganz in der Lehrerrolle befinden können. Ich habe sofort den Eindruck gewonnen, dass die StS eine sehr gut organisierte Schule sein muss. Dieser Eindruck entstand nicht zuletzt, als mir ein externe Vertretungslehrerin erzählte, dass sie von der Schule meistens mindestens zwei Tage vor dem Einsatz an der StS ihre Einteilung in den Klassen erfährt und dann üblicherweise über telefonischen Kontakt mit den zu vertretenden Lehrkräften in Kontakt tritt, um sich über den jeweiligen Stoff, der gerade in den Klassen behandelt wird, zu informieren. Da die eigentlich für uns vorgesehene Mentorin zu Beginn des Praktikums noch erkrankt war, bat der Schulleiter die restlichen Religionslehrer der Schule, sich uns anzunehmen. Was auch sehr gut geklappt hatte. Die Kontakte zu ihnen waren sehr gut. Leider hatten wir das gesamte Praktikum über Probleme Anschluss an das übrige Kollegium zu finden, was ich sehr schade fand.

Die StS ist eine Brennpunktschule. »Die Schule wird von extrem vielen "Problemschülern" besucht«, wie ich von einigen Kollegen erfuhr. Die Schule kooperiert deswegen mit mehreren Darmstädter Jugendhäusern und einem Schulbeauftragten der Darmstädter Polizei. Ansprechpartner in Problemfällen sind die Vertrauenslehrer und die Sozialpädagogin der Schule.

2. Beschreibung einer Unterrichtsstunde

2.1 Lerngrupppenbeschreibung

Die Klasse F5b, habe ich über fünf Wochen im Religionsunterricht begleitet. Sie setzt sich aus 11 Schülerinnen und 10 Schülern[2] zusammen. Der Religionsunterricht dieser 5. Klasse zweimal wöchentlich statt (Dienstag in der zweiten Stunde und Freitag in der ersten Stunde). Das Schüler-Lehrer-Verhältnis ist als offen und entspannt einzustufen, was durch einen respektvollen Umgang miteinander und eine entspannte Arbeitsatmosphäre zum Ausdruck kommt. Bei der F5b handelt es sich um eine sehr motivierte und lerninteressierte Klasse. Dies wird im Unterricht durch stetige Wortmeldung fast aller SuS sichtbar. Die Leistungsspitze der Klasse übernehmen Yusuf und Heidi. Sie zeichnen sich durch kontinuierliche Mitarbeit, hohes Lerntempo und sehr gute Beiträge aus. Ihr erhöhtes Maß an religiösem Interesse, wird durch Wortmeldungen deutlich, in denen sie versuchen, sich einen Gesamtzusammenhang zu erschließen, falls ihnen etwas unklar erscheint.

Das gute Mittelfeld besteht aus J., Y., S., T., L1., L2., V. und M.. Vitali hat ADS. Deshalb ist es bei diesem Schüler besonders wichtig, die Mitarbeit und Motivation ständig aufrecht zu erhalten. Ein "bewegter Unterricht", mit stetigem Phasenwechsel ist für Vitali besonders hilfreich. Die Klasse ist an das Verhalten des Schülers gewöhnt, so dass sich weder die Mitschüler noch die Lehrkraft daran stören, wenn er während des Unterrichts seinen Platz verlässt, um z.B. etwas in den Mülleimer zu werfen. Ö., L., T., J. und E. bilden das untere Mittelfeld. Sie sind zwar alle stets am Unterrichtsgeschehen interessiert und hören zu, melden sich aber eher selten zu Wort. Zu den leistungsschwächeren SuS zählen T., S1., S2., K., N. und Y..[3] Diese SuS sind zwar alle stets sehr bemüht und versuchen sich teilweise durch Beiträge am Unterricht zu beteiligen, sind aber stellenweise auch überfordert. Deshalb wird bei diesen sechs SuS besonders darauf geachtet, dass sie bei Einstiegsfragen die Möglichkeit haben, sich zu äußern.

In dieser Lerngruppe ist ein sehr hohes Maß an Disziplin vorhanden, deswegen ist es völlig unproblematisch Partner-, oder Gruppenarbeiten für den Religionsunterricht anzusetzen. Alle SuS sind in der Lage die gestellten Aufgaben selbstständig, mit einem Partner, oder in der Gruppe zu bewältigen. Die Resultate, die beim selbstständigen Erarbeiten, oder in Gruppenarbeiten entstehen, sind zum Teil sehr gut und ergiebig.

2.2 Einordnung der Stunde in die Unterrichtseinheit

Thema der Unterrichtseinheit: Islam

2.3 Lernziele

Soziale Lernziele:

Die SuS sollen

Innerhalb einer Kleingruppe mit den Klassenkameraden kooperieren und sich sachbezogen verständigen.

Die leistungsschwächeren SuS unterstützen lernen.

Kognitive Lernziele:

Die SuS sollen

Die fünf Säulen des Islam nennen können.

Die damit verbundenen Grundpflichten der Muslime kennen und schildern können.

Psychomotorisches Lernziel:

Die SuS sollen

Texte erschließen und zusammenfassen können.

Ihren Mitschülern unterrichtsrelevante Inhalte frei vortragen können.

2.4 Stundenverlaufsplan

Thema der Stunde: „Die fünf Säulen des Islamˮ

Zeitraum: 7.50 Uhr-8.35Uhr

2.5 Didaktisch-methodische Analyse

Der hessische Lehrplan sieht im Rahmen des Lernschwerpunkts „Religion und Weltdeutungˮ das Thema „Islamˮ für den evangelischen Religionsunterricht der 6. Klassen vor. Diesem Thema kommt wohl für Schülerinnen und Schüler aller Konfessionen eine Bedeutung zu, da man in der Öffentlichkeit ein sowohl zweifelhaftes, als auch unvollständiges Bild des Islams vortreffen kann, welches Klischees und Vorurteile befördert. [4] Diese sollen durch sachgerechte Informationen über den Islam im Religionsunterricht abgebaut werden, denn das ist die Grundlage für den erforderlichen Dialog zwischen Christen und Muslimen. Das Thema bietet nicht zuletzt eine hohe Schülerrelevanz, da sich in der Klasse fünf muslimische Kinder befinden. Die restlichen SuS interessieren sich für die Religion ihrer Klassenkameraden und sind gespannt mehr darüber zu erfahren. Außerdem sind alle SuS in ihrer Schule mit einer Vielzahl an muslimischen Kindern konfrontiert. Die Behandlung des Themas Islam soll auch im Allgemeinen zu mehr Toleranz gegenüber den Andersgläubigen führen. In der vorherigen Stunde, der Einführungsstunde in das Thema, erfuhren wir, dass viele SuS gerne mit ihren Eltern islamische Länder bereisen. Somit können neben den muslimen SuS auch weitere SuS bei der Behandlung des Themas an ihr Vorwissen anknüpfen.

[...]


[1] im Folgenden wird zur Vereinfachung nur noch die Abkürzung StS benutzt.

[2] Im Folgenden wird zur Vereinfachung nur noch die Abkürzung SuS benutzt.

[3] Durch meine Beobachtungen während des Praktikums habe ich mir ein Bild der Klasse gemacht. Meine Einschätzungen der SuS habe ich erst nach einem ausführlichen Gespräch mit der Klassenlehrerin notiert.

[4] Vgl. URL: http://www.lpo-hessen.de/pdf/15.pdf Stand 22. 05. 09

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Praktikumsbericht im Modul SPS 2
Untertitel
Dokumentation des Schulpraktikums im Fach Ev. Religion
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Note
2,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
26
Katalognummer
V180508
ISBN (eBook)
9783656033721
ISBN (Buch)
9783656033684
Dateigröße
691 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
praktikumsbericht, modul, dokumentation, schulpraktikums, fach, religion
Arbeit zitieren
Alina Müller (Autor), 2008, Praktikumsbericht im Modul SPS 2 , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/180508

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Praktikumsbericht im Modul SPS 2



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden