Theorien Sozialer Differenzierung nach Weber, Marx, Simmel und Durkheim


Hausarbeit, 2010

16 Seiten, Note: 2,0

Medi Ramo (Autor)


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

Einleitung

1. Was ist soziale Differenzierung?

2. Theorien Sozialer Differenzierung nach den „Klassikern“
2.1 Durkheim
2.2 Simmel
2.3 Weber
2.4 Marx

3. Vergleich

4. Welcher Ansatz überzeugt und warum?

Fazit

Literaturverzeichnis

EINLEITUNG

In dieser Arbeit soll ein Überblick über die „Klassiker“ der Soziologie und ihre Auf fassung von sozialer Differenzierung gegeben werden. Marx, Weber, Simmel und Durkheim beschreiben jeweils aus ihrer Perspektive in Bezug auf die Zeit in der sie lebten soziale Differenzierung und ihre Auswirkung. Jedem Einzelnen ist ein Ab schnitt gewidmet, indem diese Auffassung verdeutlicht werden soll. Desweiteren wird ein vergleichendes Resümee der vier Soziologen erstellt und dargestellt wie ihre Sicht der sozialen Differenzierung auf die heutige Gesellschaft des 21. Jahrhunderts zu übertragen ist.

Die Reihenfolge der Vorstellung der einzelnen Soziologen ist nicht chronologisch sondern logisch aufgebaut, da sich so ein Vergleich leichter gestaltet, wenn Themengebiete bei einander liegen, wie sich im späteren Verlauf noch zeigen wird.

1. WAS IST SOZIALE DIFFERENZIERUNG?

Die soziale Differenzierung oder auch gesellschaftliche Differenzierung gehört zum Strang der Ungleichheitstheorien der soziologischen Gesellschaftstheorien, welche sich von den marxistischen Klassentheorien über Schichtungstheorien bis hin zu Theorien über Milieus und Lebensstile wiederfindet. (vgl. Schimank 2000, S. 9)

„Die Grundvorstellung der ungleichheitstheoretischen Perspektive auf die moderne Gesellschaft besteht darin, dass unterschiedliche soziale Lagen bessere oder schlechtere Lebenschancen vermitteln. Als Lagedeterminanten kommen dabei Beruf, Bildung, Einkommen, aber auch Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit oder Wohnregion in Betracht.“(Schimank 2000, S. 9f)

Menschen stellen gesellschaftliche Vergleiche an, in denen sie soziale Lagen in der Gesellschaft vergleichen und Auskunft über ihre Benachteiligung oder Bevorzugung in Bezug auf das kulturelle Gleichheitspostulat gewinnen. Diese unmutstiftende Dif ferenz zwischen der eigenen und anderen sozialen Lagen in der Gesellschaft führt zu so genannten Verteilungskonflikten. Diese wiederum werden als Auslöser für gesell schaftlichen Wandel betrachtet. Zwar nicht ausschließlich aber sie tragen einen Teil zum meist gewünschten Veränderungsbedarf der Gesellschaft bei. (vgl. Schimank 2000, S. 10)

Aber es muss zwischen sozialer Ungleichheit und sozialer Differenzierung unterschieden werden, denn nicht jede Differenzierung birgt eine Benachteiligung. (vgl. Kreckel 1997, S. 16)

Die hier hervorgehobene differenzierungstheoretische Perspektive setzt sich aus zwei Aspekten zusammen: Zunächst der beruflichen Arbeitsteilung, welche vor allem durch die Industrialisierung eine Spezialisierung von Arbeitstätigkeiten erforderlich macht, die man unter den Begriff Rollendifferenzierung fasst, der ebenso die Geschlechtersrollen innerhalb von Familien beschreibt. Desweiteren nimmt sie Be zug auf die kapitalistische Wirtschaft, die „wirtschaftliches Handeln nicht länger in andere gesellschaftliche Bezüge etwa religiöser, familiärer oder politischer Art einbettet, sondern nunmehr gleichsam dafür freigesetzt war, nur noch dem eigenen Leitwert der Gewinnerzielung zu folgen.“ (Schimank 2000, S. 11)

Letzteres wurde vor allem in einer moralischen Indifferenz sichtbar, dass die „Kapitalisten“ ihre Arbeiter maßlos ausbeuteten, weil die Trennung zwischen beiden gesellschaftlichen Gruppen einfach zu groß war, um eine Solidargemeinschaft zu bilden. (vgl. Schimank 2000, S. 11)

2. THEORIEN SOZIALER DIFFERENZIERUNG NACH DEN „KLASSIKERN“

2.1 Durkheim

Emile Durkheim bezieht die gesellschaftliche Differenzierung auf die Arbeitsteilung, die zu seiner Zeit (Ende des 19. Jahrhunderts) vorrangig erschien und er orientierte sich hierbei an Herbert Spencer. (vgl. Schimank 2000, S. 29)

Er behandelt die Frage nach dem Zusammenhang von Differenzierung und Integration. (vgl. Schimank 2000, S. 31)

Die segmentäre Gesellschaft nach Durkheim könnte man als „einfach“ bezeichnen, da ihre Sozialstruktur vorrangig besteht um das Überleben zu sichern, das heißt Nah rung beschaffen, Kinder großziehen, Verteidigung gegen Feinde. Deshalb ist auch eine möglichst hohe Anzahl an Personen für diese Form der Gesellschaft erwünscht. Arbeitsteilung geschieht hier nach askriptiven Kriterien wie Alter und Geschlecht, was man als Rollendifferenzierung bezeichnet. Dieses Zusammenspiel nennt Durk heim mechanische Solidarität und es beschreibt Gesellschaft als Gesamtheit, die in eine Richtung denkt und funktioniert. (vgl. Schimank 2000, S. 31f)

Im Gegensatz dazu stehen die „höheren“ Gesellschaften, die sich durch hohe Arbeitsteilung auszeichnen. Genaueres dazu untersucht Durkheim allerdings nicht, da sein Interesse mehr der Integration galt. (vgl. Schimank 2000, S. 34)

Er meint, dass „gesellschaftliche Arbeitsteilung ihre Integration aus sich selbst heraus zu schaffen vermag“ (Schimank 2000, S. 35), aber auch hier zeigen sich große Unklarheiten in seinen Aufzeichnungen.

Aber übergreifend sagt Durkheim, dass eine wechselseitige Leistungsabhängigkeit zwischen den Gesellschaftsebenen besteht, wodurch sich seiner Ansicht nach eine Kooperationsmoral bildet. (vgl. Schimank 2000, S. 38)

Er ist nicht der Auffassung dass zunehmende Arbeitsteilung stets effizienz und effektivitätssteigernd wirkt, da der Koordinationsaufwand ebenfalls zunimmt. (vgl. Schimank 2000, S. 40)

Die Spezialisierung von Akteuren führt nach Durkheim dazu, dass der Konkurrenzdruck wegfällt, eine Nische für die Ausübung der eigenen Tätigkeit zu finden. Ferner behauptet er gesellschaftliche Differenzierung sei das Resultat von Konkurrenzvermeidung. (vgl. Schimank 2000, S. 41) Als positiven Effekt vermerkt er, dass mit zunehmender gesellschaftlicher Arbeitsteilung die Individualität er einzelnen Gesellschaftsmitglieder zunimmt. (vgl. Schimank 2000, S. 45)

[...]

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Theorien Sozialer Differenzierung nach Weber, Marx, Simmel und Durkheim
Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Note
2,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
16
Katalognummer
V180539
ISBN (eBook)
9783656033349
ISBN (Buch)
9783656033578
Dateigröße
407 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Soziale Differenzierung, Durkheim, Simmel, Weber, Marx
Arbeit zitieren
Medi Ramo (Autor), 2010, Theorien Sozialer Differenzierung nach Weber, Marx, Simmel und Durkheim, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/180539

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