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Davon haben meine Stimmen nicht gesprochen! Tim Staffels Jeanne d' Arc

Title: Davon haben meine Stimmen nicht gesprochen! Tim Staffels Jeanne d' Arc

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 23 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Astrid Lukas (Author)

Theater Studies, Dance
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1965 in Kassel geboren, studiert Tim Staffel von 1987 bis 1991/92 Angewandte
Theaterwissenschaft in Gießen bei Andrzej Wirth, wo er unter anderem die
Bekanntschaft mit René Pollesch macht.
„Da bin ich auf René Pollesch gestoßen, der dort geschrieben und inszeniert
hat. Ich schaute ihm ein bisschen zu und dachte mir, dass ich das auch
machen will. Und dann habe ich vier Jahre lang Stücke geschrieben und
habe sie inszeniert.“1
Auf diese Weise inspiriert, entstehen zahlreiche Aufführungen für die Studiobühne(n)
des Instituts wie „Pasch“ (1991), „Blaue Helden oder Die Dame mit dem nackten
Hals“ und „Ella & Lisa“ (beide 1993) sowie „Schindlers Kiste“ (1994). Andere in
dieser Zeit entwickelte Stücke wie „Stadt der Krieger“ (1992), „Titanic“ (1994) oder
„Das Mädchen mit dem Flammenwerfer“ (1994) kommen erst Jahre später zur
Aufführung.2
Nach dem Studium macht Staffel jedoch schnell die Erfahrung, dass die reale
Situation an den deutschen Theatern wenig mit dem geschützten Experimentierraum
des Instituts gemein hat - und geht 1994 als freier Autor nach Berlin.
„Ich habe gemerkt, dass alles, was außerhalb Gießens liegt, nicht mehr das
Theaterparadies ist. Ich hatte keinen Bock, Hierarchieleitern im Theater
hochzuklettern. Ich habe dann ein Stück geschrieben, das ‚Das Mädchen mit
dem Flammenwerfer’ heißt. Da war für mich so ein Endpunkt erreicht, was
Theater und Stückeschreiben betrifft. Da war klar, dass jetzt etwas anderes
kommen musste: die Prosa.“3 [...]

1 Tim Staffel in: Die offene Wunde Republik (LIBUS)
2 „Stadt der Krieger“ UA 01.10.1994 in Oberhausen; „Titanic“ UA 15.02.2001 am Staatstheater Mainz; „Das
Mädchen mit dem Flammenwerfer“ wurde im Juli 2000 auf dem Interszene-Symposium zu Theatralität und
Oralität im Netz vorgestellt, die für Januar 2003 geplante UA in den Sophiensälen wurde abgesagt.
3 Tim Staffel in: Die offene Wunde Republik (LIBUS)

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Der Autor

2 Das Stück

2.1 Komposition/ Struktur

2.2 Ort und Zeit

2.3 Figuren

2.4 Handlung

3 Der Stoff (Konzeptionelles)

4 Quellen

4.1 Primärliteratur

4.2 Sekundärliteratur

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit analysiert das Theaterstück „jeanne d' arc“ von Tim Staffel. Ziel ist es, die spezifische dramaturgische Struktur, die Figurenkonzeption sowie die diskursive Auseinandersetzung mit dem historischen Mythos der Jeanne d' Arc innerhalb eines zeitgenössischen, psychologisch und politisch aufgeladenen Rahmens zu untersuchen.

  • Analyse der fragmentarischen Dramaturgie und der Verschränkung historischer und gegenwärtiger Zeitebenen.
  • Untersuchung der funktionellen Figurenzeichnung als Sprachkörper für politische und existenzielle Diskurse.
  • Deutung des „Narrenturms“ als zentraler Raum der psychischen Isolation und gesellschaftlichen Simulation.
  • Beleuchtung der thematischen Auseinandersetzung mit Identitätsverlust, Gender-Rollen und religiösem Fundamentalismus.

Auszug aus dem Buch

2.2 Ort und Zeit

Ort der Handlung ist der sogenannte „Narrenturm“10. Ein Ort, der „Sicherheit suggerieren soll [...], aber Gefahren birgt.“11

jeanne: Und weißt du, wo wir sind, Jean?

jean: In Sicherheit.

[...]

brazzo: Wir sind im Paradies. [...] Ein Turm, aus dem du stürzen wirst. Ein Turm, in dem Träume wahr zu werden drohen.12

Eine konkretere Verortung findet nicht explizit statt, jedoch deutet einiges (z.B. „Pfleger“ und „Medikamentenausgabe“)13 auf eine psychiatrische Anstalt, eine Verwahrungsstätte für „aus der Welt Gefallene“14 hin. Die Bezeichnung „Narrenturm“ allein verweist bereits auf das real existierende Gebäude mit gleichem Namen in Wien, das 1784 als erstes psychiatrisches Krankenhauses errichtet und bis 1866 als solches genutzt wurde. Doch aus der vermeintlich Schutz bietenden Auffangstation, „wo viele sind, die nicht mehr weiter wissen, oder dürfen“15, wird am Ende ein Gefängnis, die geschlossene Abteilung.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Der Autor: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über den biografischen Hintergrund Tim Staffels, seine akademische Prägung in Gießen sowie seinen Weg vom Theatermacher zum freien Autor und Romancier.

2 Das Stück: Hier erfolgt eine detaillierte Analyse der szenischen Struktur, des Handlungsortes, der symbolischen Figurenkonstellation und der ineinander verwobenen Handlungsebenen des Stücks.

3 Der Stoff (Konzeptionelles): Dieses Kapitel beleuchtet die literarische Tradition des Mythos der Jeanne d' Arc und untersucht, warum Staffel diesen Stoff aufgreift und wie er ihn im Kontext von Globalisierung, Politik und Identitätssuche neu interpretiert.

4 Quellen: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Tim Staffel, jeanne d' arc, Mythos, Theaterwissenschaft, Narrenturm, Identität, Geschlechterrollen, Fundamentalismus, zeitgenössisches Drama, Figurenkonzeption, Psychiatrie, Globalisierung, Intertextualität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Theaterstück „jeanne d' arc“ von Tim Staffel unter Berücksichtigung seiner dramaturgischen Besonderheiten und seiner inhaltlichen Auseinandersetzung mit historischen und aktuellen gesellschaftlichen Themen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen Identitätssuche, die Instrumentalisierung von Mythen durch Politik, religiösen Fundamentalismus, Geschlechterrollen und die existenzielle Verfasstheit des Individuums in einem systemischen Rahmen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Staffel den Jeanne d' Arc-Mythos entmystifiziert und ihn in einen modernen, psychiatrischen Kontext überträgt, um Fragen nach Selbstbestimmung und Wahrheit zu stellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Textanalyse, die das Werk in einen theaterwissenschaftlichen Kontext einbettet und dabei Bezüge zu anderen literarischen Bearbeitungen sowie zeitgenössischen Diskursen herstellt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Struktur des Stückes, die symbolische Funktion der Figuren Brazzo und Jean, die räumliche Verortung im „Narrenturm“ sowie die verschiedenen Bedeutungsebenen der Handlung analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören unter anderem „Narrenturm“, „Identität“, „Mythos“, „Fundamentalismus“ und „dramaturgische Fragmentierung“.

Wie interpretiert der Autor die Figur der Jeanne?

Staffel zeichnet Jeanne nicht als strahlende Heldin, sondern als eine zutiefst menschliche, an sich selbst und ihrer Rolle zweifelnde Frau, deren „Stimmen“ ein Ausdruck ihres inneren Konflikts und ihres Strebens nach Normalität sind.

Welche Rolle spielt der „Narrenturm“ im Stück?

Der Turm fungiert sowohl als Schutzraum vor der Außenwelt als auch als Gefängnis, das den Einzelnen isoliert und eine Versuchsanordnung schafft, in der die Grenzen zwischen Wahn und Wirklichkeit verschwimmen.

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Details

Title
Davon haben meine Stimmen nicht gesprochen! Tim Staffels Jeanne d' Arc
College
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Kultur- und Kunstwissenschaften / Seminar für Theaterwissenschaft und Kulturelle Kommunikation)
Course
Aktuelle Dramatik - Berliner Theaterlandschaften IV / Unerbittliche Gegenwart 3
Grade
2,0
Author
Astrid Lukas (Author)
Publication Year
2003
Pages
23
Catalog Number
V18058
ISBN (eBook)
9783638224826
ISBN (Book)
9783656760191
Language
German
Tags
Davon Stimmen Staffels Jeanne Aktuelle Dramatik Berliner Theaterlandschaften Unerbittliche Gegenwart
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Astrid Lukas (Author), 2003, Davon haben meine Stimmen nicht gesprochen! Tim Staffels Jeanne d' Arc, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18058
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