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Spezifische Verflechtungsmuster in der japanischen Wirtschaft

Title: Spezifische Verflechtungsmuster in der japanischen Wirtschaft

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 22 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Tom Kuehner (Author)

Geography / Earth Science - Economic Geography
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Habatsu: ha bedeutet Sekte oder Partei und batsu die Clique. Traditionell sind Japaner Menschen,
welche die Gemeinschaft stark präferieren. Westlicher Individualismus ist in Japan
typischerweise selten zu beobachten.
Einerseits gelten Japaner als egoschwach, andererseits ist die Ausübung von Macht und Autorität
ein weit verbreitetes Ziel und gilt als äußerst erstrebenswert. Diese Disparität löst sich in
den Habatsu auf. Sie sind hierarchisch organisiert, treten jedoch immer als eine geschlossene
Gruppe auf. Ein Habatsu wird meist von einer sozial geschickten und charismatischen Person
geleitet, welche ihre Anhänger um sich schart.
Solche Cliquen bilden sich (wie im Westen auch) vornehmlich durch lokale Nähe: Die Mitglieder
derselben stammen aus der gleichen Dorfgemeinschaft, sind im selben Jahrgang einer
Schule gewesen, befanden sich in einem Semester an der Universität oder fingen zusammen
als Berufseinsteiger in einer Firma an. Das Bilden von Seilschaften ist stark ausgeprägt und
scheint für den Japaner der einzige Weg zum Erfolg zu sein.
Der Ex-Premierminister Kakuei Tanaka ist ein bekanntes Beispiel. Trotz sozialschwacher
Herkunft und nicht vorhandener klassischer Bildung, gelang es ihm durch geschickte Cliquen-
Etablierung zum einflussreichsten Mann des Staates zu werden.
Ein anderes Beispiel sind die Angestellten der mandschurischen Eisenbahn, welche ein nationales
schlagkräftiges Netzwerk bildeten, nachdem sie auf Grund des verlorenen Krieges
(zweiter WK) einflusslos nach Japan zurückkehrten. Hier verteilten sie sich wieder über das
ganze Land, blieben jedoch im ständigen Kontakt und förderten die gegenseitige Entwicklung.
Die Krönung dieser Netzwerk-Idee war die Bildung der Zaibatsu vor dem zweiten Weltkrieg
und die der Keiretsu in der Nachkriegszeit.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Die japanische Eigenart der Cliquenbildung

2 Die Entstehung der Zaibatsu

3 Von den Zaibatsu zu den Kigyo Keiretsu

4 Sogo Shosha – „Generalhandelshäuser“ als Teil der Keiretsu

5 Vertikale Keiretsu

6 Horizontale Keiretsu

7 Die Mitsubishi Corporation als Beispiel einer horizontalen Keiretsu

8 Aktuelle Entwicklungen / Die Zukunft der Keiretsu

9 Auswirkungen auf die räumliche Struktur der jap. Wirtschaft

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die spezifischen wirtschaftlichen Verflechtungsmuster in Japan, insbesondere die Transformation von den historischen Zaibatsu zu den modernen Keiretsu-Unternehmensnetzwerken und deren Auswirkungen auf die wirtschaftsräumliche Struktur des Landes.

  • Analyse der soziokulturellen Grundlagen japanischer Gruppenbildung (Habatsu).
  • Untersuchung der Entstehung und Organisation der Zaibatsu vor dem Zweiten Weltkrieg.
  • Detaillierte Betrachtung der Sogo Shosha als zentrales Element der Keiretsu.
  • Unterscheidung und Funktionsweise vertikaler versus horizontaler Keiretsu-Strukturen.
  • Diskussion aktueller Krisenentwicklungen in der Automobilindustrie und deren Einfluss auf Zuliefererbeziehungen.

Auszug aus dem Buch

4 Sogo Shosha – „Generalhandelshäuser“ als Teil der Keiretsu

Zu einem der drei Kernteile eines typischen Zaibatsu bzw. Keiretsu gehören die Sogo Shosha. Dort sitzen sie zusammen mit den Banken und anderen Top-Unternehmen im Zentrum der Macht der Keiretsu. Sie entscheiden mit über die Konzeption und Strategien der Unternehmensnetzwerke.

Sogo Shosha wird im Allgemeinen mit Generalhandelshäuser übersetzt, obwohl dies nicht mehr die Unternehmensart im heutigen Japan treffend beschreibt.

Hervorgegangen aus Handelshäusern, sind die Sogo Shosha nach internationaler Definition viel mehr multi- bzw. transnationale Unternehmen. Sie besitzen Niederlassungen in fast sämtlichen Ländern der Welt, mit denen sie nationale Absatz- und Beschaffungsnetze gesponnen haben. Das Spektrum ihrer Tätigkeiten hat sich ausgehend vom Handel weit aufgefächert. Sie betreiben Bank- und Darlehensgeschäfte, entwickeln neue Technologien und schaffen neue Industriezweige.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Die japanische Eigenart der Cliquenbildung: Einführung in das soziokulturelle Konzept der Habatsu als Basis für die spätere hierarchische Gruppenbildung in der japanischen Wirtschaft.

2 Die Entstehung der Zaibatsu: Beschreibung der historischen Wurzeln großer Finanzcliquen während der Tokugawa-Periode und deren Rolle in der frühen Industrialisierung.

3 Von den Zaibatsu zu den Kigyo Keiretsu: Erläuterung der Transformation der Vorkriegs-Zaibatsu in die nachkriegszeitlichen Industriekonglomerate unter dem Einfluss der US-Besatzung.

4 Sogo Shosha – „Generalhandelshäuser“ als Teil der Keiretsu: Analyse der vielseitigen Funktionen von Universalhandelshäusern als Dreh- und Angelpunkt der Unternehmensnetzwerke.

5 Vertikale Keiretsu: Darstellung der auf Aktienbesitz basierenden hierarchischen Struktur zwischen Kernunternehmen und Zulieferern.

6 Horizontale Keiretsu: Untersuchung der auf Ring- oder Kreuzbeteiligungen sowie Präsidentenclubs basierenden Organisationsform.

7 Die Mitsubishi Corporation als Beispiel einer horizontalen Keiretsu: Fallstudie zur Entwicklung der Mitsubishi-Gruppe als prototypisches Modell eines modernen Konglomerats.

8 Aktuelle Entwicklungen / Die Zukunft der Keiretsu: Diskussion über die Krise der japanischen Automobilindustrie und den Wandel der Zuliefererbeziehungen seit den 90er Jahren.

9 Auswirkungen auf die räumliche Struktur der jap. Wirtschaft: Analyse, wie die enge Verzahnung von Auftraggebern und Zulieferern zu einer spezifischen räumlichen Konzentration führte.

Schlüsselwörter

Japanische Wirtschaft, Keiretsu, Zaibatsu, Sogo Shosha, Habatsu, Unternehmensnetzwerke, industrielle Organisation, Mitsubishi Corporation, Zuliefererstrukturen, Automobilindustrie, Wirtschaftsgeographie, Finanzcliquen, Konglomerate, Japan, Wirtschaftsstruktur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den spezifischen japanischen Organisationsformen von Unternehmensnetzwerken und deren historischer Entwicklung sowie wirtschaftsräumlichen Folgen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die Entstehung der Zaibatsu, die Struktur von Keiretsu, die Rolle der Handelshäuser (Sogo Shosha) sowie der Wandel der Zuliefererbeziehungen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die interne Logik und die Funktionsweise japanischer Firmenkonglomerate verständlich zu machen und deren Einfluss auf die industrielle Landschaft Japans aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine deskriptive und strukturanalytische Methode, basierend auf einer Auswertung von Fachliteratur, Wirtschaftsdaten und statistischen Tabellen der damaligen Zeit.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Entwicklung, die Erläuterung der verschiedenen Keiretsu-Typen und eine Fallstudie zu Mitsubishi.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe umfassen Keiretsu, Zaibatsu, Sogo Shosha, Unternehmensnetzwerke und japanische Wirtschaftsstruktur.

Wie hat sich die Rolle der Zulieferer in den 90er Jahren verändert?

Durch zunehmenden Kostendruck und internationale Konkurrenz lösten sich die exklusiven Bindungen zu den Mutterkonzernen auf, was zu einer Diversifizierung der Kundenbeziehungen führte.

Warum spielt die räumliche Nähe in der japanischen Industrie eine solch große Rolle?

Aufgrund der Einführung von Just-in-Time-Produktionskonzepten und der Notwendigkeit intensiver persönlicher Kommunikation („face to face“) konzentrierten sich Zulieferer räumlich stark um ihre Auftraggeber.

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Details

Title
Spezifische Verflechtungsmuster in der japanischen Wirtschaft
College
University of Mannheim  (Geographisches Institut)
Course
Wirtschaftsgeographie II
Grade
2,3
Author
Tom Kuehner (Author)
Publication Year
2002
Pages
22
Catalog Number
V18071
ISBN (eBook)
9783638224918
Language
German
Tags
Spezifische Verflechtungsmuster Wirtschaft Wirtschaftsgeographie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tom Kuehner (Author), 2002, Spezifische Verflechtungsmuster in der japanischen Wirtschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18071
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