a) Deskriptive Analyse
Die Jahresrendite, die sich aus den aufgezinsten mittleren Monatsrenditen der US-Schatzwechsel von Januar 1977 bis Dezember 1987 ergibt, beträgt 8,522 %.
Ist diese Variable RSIKFREE wirklich risikofrei?
Versteht man unter einem Risiko den totalen Verlust seines angelegten Geldes, kann man die US-Schatzwechsel durchaus als risikofrei bezeichnen, da in keinem Jahr eine negative Rendite zu verzeichnen ist. Angesichts der Tatsache, dass der Schuldner dieser Anleihe der US-amerikanische Staat ist, und es sich bei den USA um eine der größten und reichsten Volkswirtschaften der Welt handelt, ist die Wahrscheinlichkeit eines Staatsbankrottes äußerst gering.
Erwartet man allerdings einen relativ konstanten Zinssatz, so kann dieser Anspruch nicht erfüllt werden, treten doch erhebliche Schwankungen des monatlichen Zinssatzes auf (Standardabweichung von 0,002 bei einem durchschnittlichen Wert von 0,0068).
Inhaltsverzeichnis
Deskriptive Analyse
Interdependenz höheren Varianzen - höheren mittleren Überschussrenditen
Höhe des Beta Schätzers
Januareffekt
Stabilität der Betas über die Zeit
Heteroskedastie
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht empirisch die Anwendbarkeit des Capital Asset Pricing Models (CAPM) auf ausgewählte Aktienrenditen. Im Zentrum steht die ökonometrische Überprüfung von Modellannahmen wie dem systematischen Risiko (Beta), der Stabilität von Parameterwerten sowie der Verteilungseigenschaften von Residuen.
- Deskriptive Analyse von Aktienrenditen und US-Schatzwechseln
- Schätzung und Validierung der Wertpapiermarktlinie
- Untersuchung von Kalendereffekten (Januar- und Aprileffekt)
- Analyse der Parameterstabilität mittels Chow-Test
- Prüfung auf Heteroskedastie und Normalverteilung der Residuen
Auszug aus dem Buch
Theorie: Das CAPM
Das Capital Asset Pricing Model (kurz CAPM) ist ein Bewertungsmodell aus der Finanzmarkttheorie, das Aussagen über die Bewertung von Wertpapieren im allgemeinen Gleichgewicht ermöglicht. Ein wesentlicher Beitrag dieser Theorie ist die Feststellung, daß die Gleichgewichtsrendite eines Wertpapiers vom sogenannten "Beta" des Wertpapiers abhängt. Das Beta entspricht der Kovarianz der Rendite des Wertpapiers mit der Rendite des Marktportfeuilles geteilt durch die Varianz der Rendite des Marktportfeuilles. (Das Marktportfeuille bezeichnet dabei dasjenige Portfeuille, das alle Wertpapiere enthält, die im Markt vorhanden sind.) Die Schwankungen der Rendite eines Wertpapiers, die durch gemeinsame Schwankungen mit dem Marktportfeuille hervorgerufen werden, bezeichnet man als systematisches Risiko des Wertpapiers, das nicht durch Diversifikation reduziert werden kann.
Zusammenfassung der Kapitel
Deskriptive Analyse: Es werden statistische Kenngrößen der untersuchten Variablen berechnet und deren Verhalten im Zeitverlauf grafisch visualisiert.
Interdependenz höheren Varianzen - höheren mittleren Überschussrenditen: In diesem Abschnitt wird geprüft, ob Aktien mit höherer Volatilität systematisch höhere Überschussrenditen aufweisen.
Höhe des Beta Schätzers: Die Schätzungen der Wertpapiermarktlinien werden analysiert, um die Sensitivität der einzelnen Aktien gegenüber Marktbewegungen zu bestimmen.
Januareffekt: Es wird untersucht, ob statistisch signifikante Renditeunterschiede in den Monaten Januar oder April gegenüber dem restlichen Jahr vorliegen.
Stabilität der Betas über die Zeit: Anhand eines Chow-Tests wird geprüft, ob strukturelle Ereignisse im Zeitverlauf zu einer signifikanten Veränderung der Modellparameter geführt haben.
Heteroskedastie: Mittels Breusch-Pagan-Godfrey-Test wird analysiert, ob die Varianz der Störgrößen konstant bleibt oder heteroskedastisch verteilt ist.
Schlüsselwörter
Capital Asset Pricing Model, CAPM, Wertpapiermarktlinie, Beta, Systematisches Risiko, Heteroskedastie, Chow-Test, Januareffekt, Ökonometrie, Zeitreihenanalyse, Aktienrendite, Kovarianz, Marktportfeuille, Regression, Residuenanalyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der praktischen Anwendung und empirischen Überprüfung des Capital Asset Pricing Models (CAPM) unter Verwendung ökonometrischer Methoden an historischen Aktienmarktdaten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der Schätzung der Wertpapiermarktlinie, der Analyse von systematischer Risikostruktur, der Prüfung auf Kalendereffekte sowie der statistischen Validierung der klassischen Regressionsannahmen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist die kritische Evaluierung, inwiefern das theoretische Modell des CAPM die tatsächlichen Renditeentwicklungen ausgewählter Unternehmen (Consolidated Edison, Public Service of New Hampshire, Tandy) in den Jahren 1978 bis 1987 erklären kann.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es werden verschiedene ökonometrische Verfahren angewendet, darunter die OLS-Regression, der Chow-Test zur Strukturbruchprüfung, der Breusch-Pagan-Godfrey-Test auf Heteroskedastie sowie der Jarque-Bera-Test zur Normalitätsprüfung.
Welche Inhalte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine deskriptive Datenanalyse, die Schätzung der Marktlinien, die Untersuchung saisonaler Effekte, die Prüfung der Parameterstabilität über die Zeit sowie die Analyse von Störgrößen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Analyse?
Wichtige Begriffe sind CAPM, Beta-Faktor, Heteroskedastie, Strukturbruch, Regressionsanalyse, systematisches Risiko und Residuenverteilung.
Wie wurde der Strukturbruch bei der Firma PSNH begründet?
Der Autor führt den möglichen Strukturbruch auf die massiven Liquiditätsprobleme und die anschließende Reorganisation der Firma zurück, die durch den langjährigen und kostspieligen Bau eines Atomkraftwerks verursacht wurden.
Warum ist die Analyse der Heteroskedastie in dieser Arbeit relevant?
Die Analyse ist notwendig, da bei der Aktie von PSNH eine deutliche Zunahme der Volatilität ab 1984 zu beobachten ist, was die Effizienz der OLS-Schätzer infrage stellt und weiterführende Korrekturmethoden wie die White-Heteroskedastie-Konsistenten Standardfehler erfordert.
- Arbeit zitieren
- Tom Kuehner (Autor:in), 2002, Das Capital Asset Pricing Model, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18072