Lepra im Mittelalter - Ein Überblick


Hausarbeit, 2011

14 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

Inhalt

Einleitung

1. Ausbreitung von Lepra im mittelalterlichen Europa

2. Das Bakterium Mycobacterium leprae (Hansens Bazillus)
2.1 Der Name
2.2 Der Übertragungsweg

3. Die Leprakrankheit
3.1 Die Krankheitsformen und deren Symptome
3.2 Das Krankheitsverständnis im Mittelalter
3.3 Die Lepradiagnostik, Behandlung und Prophylaxe im Mittelalter

4. Der Alltag der Leprakranken und der Umgang mit ihnen im Mittelalter

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Einleitung

In dem Seminar „Tod und Teufel - Krankheiten und Seuchen im Mittelalter“ habe ich Einblicke in verschiedene Krankheiten, die vor allem im Mittelalter auftraten, erhalten. Ich habe mich dazu entschieden das Krankheitsbild der Lepra näher zu untersuchen. Ein Grund war, dass die Lepra auch heute noch in einigen Regionen auf der Welt vorkommt und ich kaum etwas über diese Krankheit weiß. Durch die Beschäftigung mit passender Literatur hoffe ich, dass ich mein Wissen in diesem Bereich erweitern kann.

In dieser Hausarbeit möchte ich, nachdem ich kurz auf die Ausbreitung im mittelalterlichen Europa eingegangen bin, die Krankheit von der wissenschaftlichen Seite her beleuchten. Ich werde die verschiedenen Formen der Lepra und ihre Symptome aufzeigen, sowie die Übertragungsarten erläutern. Danach werde ich die Krankheit mit Hintergrund auf das Mittelalter erarbeiten. Dazu gehört auch das damalige Krankheitsverständnis der Menschen im Allgemeinen. Wenn das geklärt ist, möchte ich auf die Erkennungs- und Behandlungsmöglichkeiten der Lepra im Mittelalter eingehen. Zum Schluss werde ich mich dann mit dem Alltag von Leprakranken in der damaligen Zeit beschäftigen.

1. Ausbreitung von Lepra im mittelalterlichen Europa

Im Gegensatz zur Pest kann man bei der Lepra keine genauen Aussagen dazu machen, wie verbreitet die Krankheit damals war. Es gibt nur Schätzungen darüber, wie viele Menschen von der Bevölkerung im mittelalterlichen Europa an Lepra erkrankt waren. Aber auch hier gibt es viele verschiedene Aussagen, die von 10 ‰ bis 5 % erkrankter Menschen ausgehen.[1] Eine These ist die, dass die Lepra durch die Ausbreitung des Römischen Reiches in den westlichen Teil von Europa kam. Man geht davon aus, dass die Lepraerreger durch die Kreuzzüge im 11. Jahrhundert in Europa verbreitet wurden.[2] Durch den Anstieg der Leprosorien, die eröffnet wurden, kann man davon ausgehen, dass die Lepra im 13. Jahrhundert ihren Höhepunkt hatte. Zu dieser Zeit stieg auch die Bevölkerung stark an. Zu den Orten, an denen die Lepra stark verbreitet war, konnte ich leider keine Angaben finden. Vielleicht gibt es darüber auch kaum Aufzeichnungen, weil nur ein geringer Teil der Bevölkerung von der Lepra befallen war. „Im Laufe der frühen Neuzeit scheint die Lepra aus bislang nicht vollständig geklärten Gründen allmählich aus dem Reichsgebiet verschwunden zu sein.“[3] Ein Grund dafür könnte sein, dass die Hygiene besser wurde.

2. Das Bakterium Mycobacterium leprae (Hansens Bazillus)

2.1 Der Name

Das Bakterium Mycobacterium leprae oder Hansens Bazillus, wie es auch genannt werden kann, wurde im Jahre 1873 vom Norweger Gerhard Henrik Armauer Hansen (*29.07.1841 Bergen/Norwegen - 12.02.1912 Florø/Norwegen)[4] entdeckt.[5] Andere Bezeichnung für Lepra sind Miselsucht, Morbus Hansen, Hansen-Krankheit und der bekannteste Begriff Aussatz.

2.2 Der Übertragungsweg

Bei der Übertragung der Lepra spielt die Hygiene eine große Rolle. Lepra wird durch die sogenannte Tröpfchen- oder Schmutzinfektion übertragen. Eine Tröpfcheninfektion ist eine Infektion, die durch die Luft geschieht. Dabei werden die Erreger vom kranken Menschen beim Husten, Niesen oder sogar beim Sprechen ausgeschieden und von Menschen in der direkten Umgebung eingeatmet. Die Erreger setzen sich dann in den Schleimhäuten fest und vermehren sich dort. Allgemein kann man sagen, dass die Gefahr sich an Lepra zu erkranken steigt, umso intensiveren Kontakt man zu unbehandelten Leprakranken hat. Wichtig ist auch zu wissen, dass es verschiedene Formen von Lepra gibt, die sich unter anderem in der Anzahl der Mykobakterien unterscheiden. Daraus ergibt sich auch, wie ansteckend die jeweilige Form der Lepra ist. Ob sich und in welcher Form die Lepra bei einem infizierten Menschen ausbricht, hängt in großem Maße auch von dem Immunsystem der betroffenen Person ab. Wenn eine Person ein sehr gutes Immunsystem hat, kann es sein, dass die Lepra gar nicht ausbricht, obwohl sie sich mit dem Mycobacterium leprae angesteckt hat. Hat diese Person aber ein sehr schlechtes Immunsystem, kann man davon ausgehen, dass die Lepra in ihrer schlimmsten Form, der lepramatösen Form, ausbricht. Die Inkubationszeit kann sehr lange sein. Sie liegt zwischen ca. neun Monaten und 20 Jahren.[6]

3. Die Leprakrankheit

3.1 Die Krankheitsformen und deren Symptome

Die Symptome der Lepra sind je nach Erscheinungsform unterschiedlich. Die drei am häufigsten vorkommenden Krankheitsformen sind:

- Die indeterminierte Lepra

Die indeterminierte Lepra ist die Vorstufe zu den schwereren Formen. Sie äußert sich durch lokal begrenzte Hautflecken, die bei hellhäutigen Menschen rötlich und bei dunkelhäutigen Menschen hell sind. Es könnte sein, dass die Haut an den Stellen der Flecken eine Sensibilitätsstörung hat. In diesem Stadium der Krankheit kann es sein, dass die betroffene Person entweder keine weiteren Symptome hat (es kann sogar zur sogenannten Spontanheilung kommen) oder, dass sich die Lepra zu einer der anderen Formen weiter entwickelt.[7]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2 Typische Hauterscheinung bei Lepra im Frühstadium (indeterminierte Lepra)

[...]


[1] Vgl. Jankrift, K. P.: Mit Gott und schwarzer Magie. Medizin im Mittelalter. Darmstadt 2005. S. 121.

[2] Vgl. Vasold, M.: Grippe, Pest und Cholera. Eine Geschichte der Seuchen in Europa. Stuttgart 2008. S. 139.

[3] Jankrift: Mit Gott und schwarzer Magie. S. 121.

[4] Vgl. Fresquet, J. L.: Gerhard Henrik Armauer Hansen (1841-1912). URL: http://www.historiadelamedicina.

org/hansen.html

[5] Vgl. Jankrift: Mit Gott und schwarzer Magie. S. 119.

[6] Robert Koch-Institut (Hg.): Steckbriefe seltener und importierter Infektionskrankheiten. Berlin 2006. S. 71.

[7] Vgl. Bierbach, E./Georgi, P.: Infektionskrankheiten und Infektionsschutzgesetz. Allgemeine und spezielle Infektiologie. München 22007. S. 124.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Lepra im Mittelalter - Ein Überblick
Hochschule
Universität Paderborn  (Historisches Institut)
Veranstaltung
Tod und Teufel - Krankheiten im Mittelalter
Note
2,7
Autor
Jahr
2011
Seiten
14
Katalognummer
V180744
ISBN (eBook)
9783656035879
ISBN (Buch)
9783656035947
Dateigröße
796 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
lepra, mittelalter, überblick
Arbeit zitieren
Janin Huse (Autor), 2011, Lepra im Mittelalter - Ein Überblick, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/180744

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