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Der Kriegsverzicht im Japanischen Verfassungsrecht – Hintergründe und aktuelle Diskussion zu Art. 9 JV

Title: Der Kriegsverzicht im Japanischen Verfassungsrecht – Hintergründe und aktuelle Diskussion zu Art. 9 JV

Seminar Paper , 2011 , 26 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: LL.M. Markus Gascha (Author)

Law - Comparative Legal Systems, Comparative Law
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Kriegsverzicht im Japanischen Verfassungsrecht: Wie kam es dazu und ist Japan verglichen mit der Bundesrepublik Deutschland insoweit etwas Besonderes?

Japan ist zusammen mit Costa Rica das einzige Land der Erde, welches mit Art. 9 JV per Verfassung den Verzicht auf Militär, auf Kriegsmittel sowie auf das Kriegsführungsrecht festschreibt. Art. 9 JV wird aufgrund dieser eindeutigen Friedensproklamation auch als sog. „Friedensartikel“ bezeichnet.

Bereits kurze Zeit nach seinem Inkrafttreten war Art. 9 JV erstmals Gegenstand gerichtlicher Auseinandersetzung und politischer wie gesellschaftlicher Diskussion. Letztere hat nach dem Ende des Kalten Krieges erneut Auftrieb erhalten. Diese Arbeit zeigt die historische Entwicklung auf und stellt der aktuelle Diskussion in Japan das bundesdeutsche Streitkräfteverständnis gegenüber.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

§ 1 Einleitung

§ 2 Die Verfassungen Deutschlands und Japans unter dem Eindruck des Zweiten Weltkrieges

I. Zur Historie der deutschen und japanischen Nachkriegsverfassung

II. Art. 9 JV und dessen Auslegung

III. Das Friedensgebot im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland

§ 3 Verfassungsentwicklung in Japan und Deutschland

I. Verfassungsrechtliche Vorgaben

II. Die Rolle der Gerichte

1. Wichtige Urteile des OGH

2. Wegweisende Rechtsprechung des BVerfG

§ 4 Die Debatte um eine Verfassungsrevision in Japan im Vergleich zum deutschen Streitkräfteverständnis

I. Rolle der Selbstverteidigungsstreitkräfte in Japan

II. Die Meinung der japanischen Bevölkerung zu einer möglichen Revision des Artikels 9 JV

III. Bundesdeutsches Streitkräfteverständnis

§ 5 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Entstehung und die verfassungsrechtliche Auslegung des Artikels 9 der japanischen Verfassung, der einen umfassenden Kriegsverzicht festschreibt. Dabei wird analysiert, wie sich Japan im Vergleich zur Bundesrepublik Deutschland hinsichtlich des Umgangs mit diesem Friedensgebot und der Rolle der jeweiligen obersten Gerichte bei der verfassungsrechtlichen Einordnung von Streitkräften unterscheidet.

  • Historische Hintergründe der Nachkriegsverfassungen von Japan und Deutschland.
  • Auslegungskontroversen bezüglich Art. 9 der japanischen Verfassung.
  • Vergleichende Analyse der Rolle von OGH (Japan) und BVerfG (Deutschland) bei verfassungsrechtlichen Kontrollen.
  • Diskurs um eine mögliche Verfassungsrevision in Japan.
  • Gegenüberstellung des japanischen und bundesdeutschen Streitkräfteverständnisses im Wandel.

Auszug aus dem Buch

II. Art. 9 JV und dessen Auslegung

Aufgrund der von Japan ausgehenden Kriegsaggressionen Ende des 19. bis Mitte des 20. Jahrhunderts drängten sowohl die USA als auch die ostasiatischen Nachbarstaaten Japans, und hier insbesondere China, auf eine verfassungsrechtliche Absicherung, dass von Japan nie wieder kriegerische Aggressionen ausgehen können. Art 9 JV sollte diese Absicherung sein. Dementsprechend enthält Art. 9 JV in Abs. 1 auch den Kriegsverzicht des Japanischen Volkes „für alle Zeiten“.

So eindeutig die Formulierung des Art. 9 JV und hier gerade des Absatzes 2 auf den ersten Blick scheinen mag, so kontrovers wird Art. 9 JV aber tatsächlich diskutiert und ausgelegt. Zwei Hauptargumentationsrichtungen haben sich dabei herausgebildet. Diese werden nachfolgend zusammen mit einer als vermittelnde Meinung bezeichneten Ansicht sowie weiteren Meinungen hierzu dargestellt.

1. Entsprechend der ersten Ansicht soll Art. 9 JV lediglich den Angriffskrieg verbieten. Ein Defensivkrieg wäre hiernach in keiner Weise verboten. Grund für diese Ansicht sei, dass Art. 9 Abs. 1 JV „Gewalt als ein Mittel zur Regelung internationaler Streitigkeiten“ und damit lediglich für den Angriffskrieg verbiete. Demnach fielen solche Streitkräfte, die es nicht vermögen, internationale Streitigkeiten mit Gewalt zu lösen, nicht unter das Verbot aus Art. 9 Abs. 2 JV. Selbstverteidigungskräften fehle nach dieser Auslegung dieses Potential. Sie wären daher zulässig und keiner Beschränkung unterworfen.

Zusammenfassung der Kapitel

§ 1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Besonderheit des japanischen „Friedensartikels“ ein und skizziert die wissenschaftliche Fragestellung hinsichtlich der historischen Entwicklung und verfassungsrechtlichen Auslegung.

§ 2 Die Verfassungen Deutschlands und Japans unter dem Eindruck des Zweiten Weltkrieges: Dieses Kapitel vergleicht die Entstehungsgeschichte der Nachkriegsverfassungen beider Länder und analysiert die verschiedenen Auslegungsansätze des japanischen Artikels 9 sowie das Friedensgebot des deutschen Grundgesetzes.

§ 3 Verfassungsentwicklung in Japan und Deutschland: Hier werden die formellen Anforderungen an Verfassungsänderungen gegenübergestellt und die Rolle der Judikative, insbesondere des OGH in Japan und des BVerfG in Deutschland, anhand zentraler Urteile untersucht.

§ 4 Die Debatte um eine Verfassungsrevision in Japan im Vergleich zum deutschen Streitkräfteverständnis: Das Kapitel beleuchtet die Entwicklung der japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte sowie die öffentliche Debatte um eine Revision des Artikels 9 im Vergleich zur Entwicklung des bundesdeutschen Streitkräfteverständnisses.

§ 5 Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die Suche beider Länder nach einer selbstbewussten, friedensstiftenden Rolle in der Welt trotz der historischen Last.

Schlüsselwörter

Art. 9 JV, Kriegsverzicht, Friedensverfassung, japanische Verfassung, Grundgesetz, Selbstverteidigungsstreitkräfte, Verfassungsrevision, Verfassungsrecht, OGH, BVerfG, Friedensgebot, Sicherheitspolitik, Judikative, Verteidigungsbegriff, Nachkriegsordnung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der verfassungsrechtlichen Problematik des Kriegsverzichts in Japan, insbesondere mit der Interpretation des Artikels 9 der japanischen Verfassung und dessen Auswirkungen auf die Existenz der Selbstverteidigungsstreitkräfte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die verfassungsgeschichtliche Einordnung, die juristische Auslegung von Friedensartikeln, die Rolle der Verfassungsgerichte bei der Kontrolle politischer Entscheidungen sowie die öffentliche Debatte über eine Verfassungsreform.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu analysieren, wie Japan mit seinem verfassungsrechtlichen Kriegsverzicht umgeht und inwiefern sich dies in einem rechtsvergleichenden Kontext mit dem Umgang des deutschen Grundgesetzes mit ähnlichen Fragen unterscheidet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine rechtswissenschaftliche Analyse von Verfassungstexten, Kommentaren, Fachliteratur sowie die Untersuchung wegweisender gerichtlicher Präzedenzfälle in Japan und Deutschland.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Entstehungsgeschichte, die juristische Debatte über Art. 9, die Analyse der gerichtlichen Rechtsprechung zur Kontrolldichte und die sicherheitspolitische Entwicklung beider Nationen nach dem Zweiten Weltkrieg.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind „Kriegsverzicht“, „Art. 9 JV“, „Selbstverteidigungsstreitkräfte“, „Verfassungsrevision“ und „rechtsvergleichende Perspektive“.

Welche Bedeutung hat das „Sunakawa-Urteil“ für Japan?

Es gilt als wegweisend für die sogenannte „Regierungsaktstheorie“, da das Gericht hierbei einen weiten Einschätzungsspielraum des Gesetzgebers in Sicherheitsfragen anerkannte und sich somit bei der inhaltlichen Überprüfung der Selbstverteidigungskräfte zurückhielt.

Wie verändert sich die öffentliche Meinung in Japan gegenüber der Verfassung?

Die Umfrageergebnisse zeigen keine über den Zeitverlauf stabile Haltung; vielmehr schwanken die Befürworterquoten für eine Verfassungsreform erheblich, was auf eine komplexe und emotional geführte nationale Identitätsdebatte hindeutet.

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Details

Title
Der Kriegsverzicht im Japanischen Verfassungsrecht – Hintergründe und aktuelle Diskussion zu Art. 9 JV
College
University of Hagen  (Institut für Japanisches Recht)
Course
Seminar zum japanischen Verfassungs- und Zivilrecht
Grade
2,7
Author
LL.M. Markus Gascha (Author)
Publication Year
2011
Pages
26
Catalog Number
V180765
ISBN (eBook)
9783656035008
ISBN (Book)
9783656034988
Language
German
Tags
Japanrecht Kriegsverzicht Art. 9 Japanische Verfassung Selbstverteidigungsstreitkräfte Friedensartikel Japan Rechtsvergleichung Japanische Verfassung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
LL.M. Markus Gascha (Author), 2011, Der Kriegsverzicht im Japanischen Verfassungsrecht – Hintergründe und aktuelle Diskussion zu Art. 9 JV, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/180765
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