Gewaltdarstellung im Internet

Regelung und Zensur


Hausarbeit, 2004

19 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Gewalt als mediales Ereignis

2 Begriffserklärungen
2.1 Das Internet
2.1 Der Begriff der Gewalt
2.2 Der Begriff der Gewaltdarstellung

3 Gewaltdarstellungen im Internet
3.1 Wie wurden Gewaltdarstellungen im Internet gefunden
3.2 Trefferquote und weitere Vorgehensweise
3.3 Gefundene Darstellungen nach Kategorien
3.3.1 Verstümmelte Menschen, Leichen
3.3.2 „splatter“ und „horror“
3.3.3 Symbolische Gewalt gegen Prominente
3.3.4 S/M und sexuelle Gewalt
3.4 Was ist neu im Internet
3.5 Die Auswertung der Internetrecherche
3.5.1 Häufigkeit von relevanten Treffern
3.5.2 Selbstkontrolle der Anbieter

4 Regulierung und Zensur
4.1 Wer ist verantwortlich für Inhalte im Internet
4.2 Ordnungsrechtliche Regulierung
4.3 Technischer Jugendschutz im Internet
4.4 Beispiele für Programme, die den Zugang begrenzen können
4.4.1 http://www.cybersitter.com
4.4.2 http://www.netnanny.com
4.4.3 http://www.surfwatch.com
4.3.4 http://www.cyberpatrol.com
4.5 Vorgehen der Bundesregierung gegen Gewalt im Internet
4.5.1 Initiative „Schau hin“
4.5.2 Initiative „Jugend ans Netz“ sowie Jugendportal

5 Zusammenfassung

6 Literatur

1 Gewalt als mediales Ereignis

Obwohl der Titel bereits auf die Vermeidung von Gewaltdarstellungen im Internet hinweist, ist die Frage, ob Gewaltdarstellungen überhaupt Auswirkungen auf den User, insbesondere Kinder und Jugendliche, haben hier vorab zu stellen. Um ihre Beantwortung bemühten sich in den letzten drei Jahrzehnten Hunderte von Untersuchungen. Die Diskussion selbst ist aber wesentlich älter: Man muss auf die griechischen Philosophen Plato1 und Aristoteles2 verweisen, die zum Teil widersprüchliche Lehrmeinungen vertraten. Plato wollte das „Sittenverderbende“ aus der Poesie verbannen, z. B. auch die Texte von Homer, weil sie die Götter unsittlich und somit unwürdig darstellen. Auf Aristoteles berufen sich hingegen mehr oder weniger bewusst diejenigen, die lehren, das Ansehen von Gewalt habe eine psychohygienische Funktion: Wenn eine Diskussion bereits seit mehr als 2000 Jahren geführt wird, möchte man annehmen, dass sie allmählich beendet sein sollte und kein Interesse mehr zu wecken vermag. Es hat mehrere Gründe das dies nicht der Fall ist: Vor allem ist der rasante Fortschritt in der heutigen Zeit herauszuheben, der den Medien immer wieder neue Einflussmöglichkeiten eröffnet.

Aber auch spektakuläre Straftaten reißen die Öffentlichkeit immer wieder aus der Lethargie: Als in letzter Zeit relevantes Beispiel sei auf den Fall des Amokschützens im Gutenberg-Gymnasium in Erfurt verwiesen.

In dieser Arbeit werden Formen von Gewaltdarstellungen im Internet dargestellt und beleuchtet. Des Weiteren werden Möglichkeiten sowie Reglementierungen aufgezeigt.

2 Begriffserklärungen

2.1 Das Internet

Das Wort „Internet“ setzt sich aus zwei Teilen zusammen, aus „inter“3 und „net“4, der Abkürzung für „networking“. Im Computerbereich bedeutet „Internet“ somit die Vernetzung zwischen Computernetzen. Das Internet ist demnach ein Computernetz-Netz5. Bei Umfragen nach der bedeutendsten technischen Revolution des 20. Jahrhunderts wird mehrheitlich der Computer an erster Stelle genannt. Tatsächlich ist es aber wohl die Entwicklung der Kommunikationstechnologie, die Wirtschaft und Gesellschaft am meisten beeinflusst hat. Selbst ohne Computer hätten Datenübertragungstechnologien und Kommunikations- und Informationstechnologien wie Telefon, Radio und Fernsehen unsere Wirtschaft und die Gesellschaft grundlegend verändert. Computer werden erst durch die Verbindung miteinander, durch ihre Vernetzung also, so mächtig und auch im Sinne des „großen Bruders“ potenziell gefährlich. Umgekehrt benötigt moderne Telekommunikation den Computer, so dass es erst die Kombination von Kommunikationsnetzen mit Computern ist, die im Begriff ist, die Welt nachhaltig zu verändern. Das bekannteste Beispiel dafür ist das Internet, ein Zusammenschluss von Tausenden von Computernetzen, durch den heute fast jeder Ort der Welt über Computer erreichbar ist.6 Inzwischen setzt das WWW seinen Siegeszug fort. Nicht nur die Informations- und Transaktionsmöglichkeiten wachsen, neue Möglichkeiten wie das Einklinken in die Übertragungen von Videokameras, die irgendwo aufgestellt sind (sog. „webcams“), das Telefonieren über Internet und Dienste, die regelmäßig neue Informationen für ein bestimmtes Benutzerprofil liefern, aber auch die Vision des „Wissensmanagements“ für ganze Personengruppen werden allmählich sichtbar. Die Revolution unserer Gesellschaft durch Computernetze hat durch das WWW zusätzlich an Dynamik gewonnen.7

Exkurs: Mediennutzung von Jugendlichen/Kindern in Deutschland

Wenn man über Gewalt im Internet spricht, ist es wichtig, dass im Vorfeld genau über das Mediennutzungsverhalten von Jugendlichen bzw. Kindern nachzudenken ist.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Weise dar. In Anbetracht der Themenstellung wird hier nur auf das Medium Computer bzw. Internet eingegangen. Wie die KIM Studie festgestellt hat, haben bereits 60 % der 6 bis 13-jährigen Die 13. Shell Jugendstudie 2000 sowie die KIM Studie „Kinder und Medien“ 2003 stellt dies in ausführlicher Erfahrungen mit dem Computer gemacht (siehe Abbildung 1). Dies hat in der Regel zur Folge, dass diese Kinder, die den Computer nutzen, unweigerlich auch das Internet kennen lernen. Der Anteil der Kinder, die Erfahrungen mit dem Internet gemacht haben, stieg innerhalb eines Jahres von 53 % (2002) auf 60 % (2003)8. Während bei Jungen mit Computererfahrung der Anteil an Internetnutzern nur um fünf Prozentpunkte angestiegen ist, fiel der Zuwachs bei Mädchen mehr als doppelt so stark aus. Ein Drittel der Kinder, die ins Internet gehen, tut dies meist alleine, 39 % surfen meist gemeinsam mit den Eltern, 18 % mit Freunden9. Dabei sind Jungen (37 %) häufiger alleine online als Mädchen (25 %). Bei den Jüngsten (6-7 Jahre) surfen nach eigenen Angaben 16 % meist alleine, bei den Ältesten (12 bis 13 Jahre) sind es bereits 46 %. Die Liste der regelmäßigen Internettätigkeiten (mind. einmal pro Woche) wird von der Suche nach Informationen für die Schule (42 %) angeführt, es folgt dicht die Suche nach Informationen zu bestimmten Themen (41 %) sowie das Versenden und Empfangen von E-Mails (40 %).10

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Da die KIM Studie nur auf das Altersspektrum 6 bis 13 Jahre eingeht, muss man sich zusätzlich auch die Shell Studie ansehen. Die Shell Studie betrachtet die Altersstruktur der 15 bis 24-jährigen. Wie Abbildung 3 zeigt, nutzte im Jahr 2000 jeder vierte Jugendliche das Internet. Das Internet wird häufiger von männlichen Jugendlichen (34 %) als von weiblichen (20 %) genutzt. Deutlich wird auch, dass bei steigendem Alter auch die Nutzungshäufigkeit ansteigt.11

2.2 Der Begriff der Gewalt

Zunächst ist es wichtig, denn Begriff der Gewalt zu definieren, da ansonsten die Gefahr besteht, zu viele Handlungsweisen als gewalttätig, als Gewaltausübung, schlicht als Gewalt zu bezeichnen. Zunächst eine Aufzählung einiger Spielarten von Gewalt:

- Direkte Gewalt gegen Personen oder Sachen
- Physische Gewalt
- Psychische Gewalt als Androhung von physischer Gewalt
- Indirekte Gewalt, beispielsweise Folgen sozialer Ungerechtigkeit
- Innergesellschaftliche Gewalt
- Zwischenstaatliche Gewalt, also Krieg12

Es steht zu befürchten, dass diese Liste bei weitem nicht vollständig ist, da der Mensch auch auf dem Gebiet der Gewalt mehr als einfallsreich ist, aber auch weil es nicht klar ist, was in solch einer Liste alles aufgeführt werden soll. Schon anhand obiger Aufzählung sieht man , dass man Grenzbereiche betritt. Am deutlichsten wird dies, wenn man sich die Gegensatzpaare genauer ansieht, wie: Direkt – Indirekt, Psychisch – Physisch oder auch Innerstaatlich – Außerstaatlich. Dieser Liste muss aber noch ein weiteres Gegensatzpaar hinzugefügt werden: Akzeptierte Gewalt bzw. Abgelehnte Gewalt.13

2.3 Der Begriff der Gewaltdarstellung

Ebenso ist auch der Begriff der Gewaltdarstellung zu definieren. Vermutet wird, dass der Grad der Realitätsnähe einer Gewaltdarstellung sehr starken Einfluss auf die Wirkung nimmt.

[...]


1 Plato: lateinisch Plato, griechischer Philosoph, geboren in Athen 427 v. Chr., gestorben Athen 348/347 v. Chr.; Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, 2003, Brockhaus Multimedia

2 Aristoteles: griechisch Aristoteles, genannt der Stagirit, griechischer Philosoph, geboren in Stagira (östliche Chalkidike) 384 v. Chr., gestorben bei Chalkis (auf Euböa) 322 v. Chr., Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, 2003, Brockhaus Multimedia.

3 inter: lateinisch für „zwischen“

4 net: englisch für „vernetzen“

5 vgl. Internet & Recht

6 vgl. Maurer/Lampel in „Die Vernetzte Welt“

7 vgl.: Maurer/Lampel in „Die Vernetzte Welt“

8 Siehe KIM Studie

9 Shell 2000, S. 202

10 KIM studie

11 SHELL 2000, S. 202

12 vgl.: Schulz: S. 43

13 vgl.: Schulz: S. 43

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Gewaltdarstellung im Internet
Untertitel
Regelung und Zensur
Hochschule
Hochschule Bremen
Veranstaltung
Jugendliche als Täter und Opfer von Gewalt
Note
1,5
Autor
Jahr
2004
Seiten
19
Katalognummer
V180793
ISBN (eBook)
9783656040064
ISBN (Buch)
9783656040682
Dateigröße
580 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Internet, Jugendschutz, Gewalt, Medien
Arbeit zitieren
Dipl.-Soz.Päd. (FH) Jürgen Berndt (Autor), 2004, Gewaltdarstellung im Internet , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/180793

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