Wie schon der Titel dieser Arbeit verrät, wird die Rede von der neuen Märchentheorie bei E. T. A. Hoffmann sein, anhand des Märchens der „Goldene Topf“. Als erstes wird der Begriff des Märchens allgemein definiert und analysiert; weiter werden verschiedene Beispiele aus den unterschiedlichen Ländern herangezogen. Danach wird die Zeit um das neue Märchen angeschaut. Dabei wird verglichen, ob das Märchen in die damalige Zeit passt oder ob es absolut den Begriffen der Epoche widerspricht. Dann wird die eigentliche Theorie erörtert. Zum Schluß wird das neue Märchen als Gattungs- und Epochenproblem dargestellt, damit der Leser versteht, woran die Neuartigkeit des Märchen am deutlichsten hervortritt.
Von dem Autor ist zu sagen, daß diese Arbeit nicht zu große Kritik erfordert, denn nur wer Erfolg haben will, darf keine Angst haben, Fehler zu machen...
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 „Der Goldene Topf“ - Märchen der neuen Zeit.
3 Die Zeit um den «Goldenen Topf»
4 Die Märchentheorie bei E. T. A. Hoffmann
5 „Der goldene Topf“ als Gattungs-, Epochenproblem
6 Nachwort
7 Bibliographie
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die spezifische Märchentheorie von E. T. A. Hoffmann anhand seines Werkes „Der goldene Topf“ zu analysieren und dessen Bedeutung als „Märchen der neuen Zeit“ innerhalb des literaturgeschichtlichen Kontextes zu verorten.
- Definition und historisch-kulturelle Einordnung des Märchenbegriffs.
- Analyse der untypischen Erzählweise und Struktur in „Der goldene Topf“.
- Untersuchung des Spannungsfeldes zwischen Alltäglichkeit und poetischer Wunderwelt.
- Einordnung des Werkes im Kontext der Epochen Romantik und Klassik.
- Diskussion von Hoffmanns Konzept des „phantastischen Realismus“.
Auszug aus dem Buch
Die Zeit um den „Goldenen Topf“
Die Zeit um den „Goldenen Topf“ ist die Zeit der Klassik (1786- 1832) einerseits und der Romantik (1798- 1835) andererseits. Es ist auch die Zeit des Krieges mit Napoleon und den damit verbundenen Nöten: Hunger, Ruinen und Tote. Die Intelligenz isoliert sich von der Gesellschaft, wandte der Politik mehr und mehr den Rücken zu und führte ein elitäres Sonderdasein in literarischen Salons in Berlin. In der Praxis bedeutete dies, daß die romantische Avantgarde ausgerechnet jenes Publikum verhöhnte, auf dessen Kaufkraft sie als eine Gruppe „freier Künstler" angewiesen war. Denn wenn auch die Geschichte der Romantik eine Reihe von Adelsnamen nennt, war sie doch eine zutiefst bürgerliche Bewegung, und ihre Autoren produzierten ausschließlich für den freien Markt,
d. h. für das bürgerliche Publikum, das dem Buchmarkt durch die Schulpflicht und den Ausbau des Schulwesens immer neue Leseschichten zuführte, vor allem aus der Damenwelt. Den fürstlichen Mäzen gab es längst nicht mehr. Verschwunden war auch jene aristokratische Gesellschaft, die sich zum Beispiel im vorrevolutionären Frankreich an der höfisch- elitären Literaturgattung ergötzte. All das beeinflußt das Leben von E. T. A. Hoffmann. Wenn er nicht mit seinen dichterischen Werken beschäftigt ist, steigt er auf einen Berg, von welchem er die Farben der teilweise verbrannten Stadt sehen kann. Der Autor läßt sich auch nicht durch die vielen Opfer einschüchtern, im Gegenteil, er arbeitet viel mehr und intensiver als sonst. Die Ereignisse des Lebens faszinieren ihn.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung des Themas und Erläuterung der methodischen Vorgehensweise bei der Untersuchung von Hoffmanns Märchentheorie.
2 „Der Goldene Topf“ - Märchen der neuen Zeit.: Analyse der strukturellen und inhaltlichen Besonderheiten des Werkes im Vergleich zu traditionellen Märchenstereotypen.
3 Die Zeit um den «Goldenen Topf»: Beleuchtung des historischen und gesellschaftlichen Hintergrunds der Epochen Klassik und Romantik sowie deren Einfluss auf den Autor.
4 Die Märchentheorie bei E. T. A. Hoffmann: Erörterung von Hoffmanns poetologischem Verständnis, insbesondere der Verbindung von alltäglicher Realität und übernatürlicher Welt.
5 „Der goldene Topf“ als Gattungs-, Epochenproblem: Diskussion der Einordnung des Werkes an der Schwelle zwischen Romantik und Realismus sowie dessen Charakter als moderne Mischform.
6 Nachwort: Zusammenfassende Reflexion der Ergebnisse über die Neuartigkeit des Hoffmannschen Märchens und dessen literarische Wirkung.
7 Bibliographie: Auflistung der im Rahmen der Arbeit verwendeten Fachliteratur und Quellen.
Schlüsselwörter
E. T. A. Hoffmann, Der goldene Topf, Märchentheorie, Romantik, Phantastischer Realismus, Literaturwissenschaft, Poetologie, Gattungsproblematik, Alltagswirklichkeit, Wunderbares, Anselmus, Serpentina, Literaturgeschichte, Epochenwandel, Erzählweise.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die neuartige Märchentheorie von E. T. A. Hoffmann am Beispiel seines Werks „Der goldene Topf“.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen die Definition des Märchens, der historische Kontext des frühen 19. Jahrhunderts und die poetologische Ausgestaltung des „phantastischen Realismus“.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Hoffmann durch die Verbindung von Alltagswirklichkeit und übernatürlichen Elementen eine neue Art des Märchens schuf, die den Leser zur Erkenntnis der Welt der Poesie führt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer literaturwissenschaftlichen Analyse, die den Text des Werkes mit zeithistorischen Fakten und theoretischen Ansätzen zur Romantik verknüpft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Abgrenzung von traditionellen Märchen, der zeitgeschichtlichen Situation, Hoffmanns theoretischen Vorstellungen sowie der Einordnung des Werkes als Gattungs- und Epochenproblem.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind E. T. A. Hoffmann, Märchentheorie, Romantik, Phantastischer Realismus und die spezifische Problematik der Gattungsbestimmung.
Warum wird „Der goldene Topf“ als Märchen der neuen Zeit bezeichnet?
Weil Hoffmann die Grenzen zwischen banaler Alltagswirklichkeit und einer tieferen, wunderbaren Realität aufhebt und seine Protagonisten direkt in die bestehende Realität versetzt.
Welche Rolle spielt der Protagonist Anselmus für die These der Arbeit?
Anselmus dient als Beispiel für den Menschen, der zwischen der banalen Alltagswelt und einem poetischen Zauberreich steht, wodurch der Konflikt zwischen Künstler- und Bürgerwelt verdeutlicht wird.
- Arbeit zitieren
- Julia Lukjanova (Autor:in), 1999, Die neue Märchentheorie bei E.T.A. Hoffmann. Das Märchen "Der goldene Topf", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1807