Jugendzeitschriften als Ratgeber für Jugendliche am Beispiel der Jugendzeitschrift BRAVO


Vordiplomarbeit, 2003

40 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begrifferläuterungen
2.1 Jugendliche/ r
2.2 Pubertät
2.3 Jugendzeitschrift

3. Geschichte der BRAVO
3.1 Indizierung
3.2 Indizierungsanträge
3.3 Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften

4. Ratgeberrubriken in der Jugendzeitschrift BRAVO
4.1 „Dr. Sommer“
4.2 Arbeitsweisen von dem „Dr.-Sommer-Team“

5. Die Ratgeberseiten
5.1 Die Rolle der BRAVO als Aufklärungsmedium
5.2 Sexualverhalten Jugendlicher
5.3 Allgemeine Betrachtung der Ratgeberseiten
5.4 Überschriften
5.5 Leserbriefe
5.5.1 Leserbriefe
5.5.2 Antworten des Dr.-Sommer-Teams

6. Zusammenfassung

7. Literaturverzeichnis

8. Anhang

1. Einleitung

Jeder ist in seinem Leben schon einmal mit der Jugendzeitschrift BRAVO in Berührung gekommen, sei es in seiner eigenen Jugend oder durch seine Kinder. Die ehemals als skandalös angesehene Zeitung, die niemand je gelesen haben will und die man vor den Eltern versteckt hat, kann auf eine Verlagsgeschichte von über 40 Jahren zurückblicken. Dies hat mich auch dazu bewogen, diese Zeitschrift als Beispiel für dieses Thema der Arbeit „Jugendzeitschriften als Ratgeber für Jugendliche“ auszuwählen.

Diese Arbeit beschäftigt sich mit einem Stück Jugendkultur, der Jugendzeitschrift BRAVO. Besondere Aufmerksamkeit wird bei der Bearbeitung der Ratgeberrubrik „Dr.-Sommer-Team“ gewidmet. Ich werde mich keiner bestimmten Epoche der BRAVO widmen. Es soll vielmehr ein kleiner Überblick über die BRAVO und ihre Aufklärungsrubrik gegeben werden. Die Ausgaben der BRAVO, die hier beispielhaft herangezogen werden, sind willkürlich ausgewählt worden. Willkürlich in dem Sinne, dass sie bei einer Internetauktion ersteigert wurden, ohne zuvor näheres über den Inhalt der Ausgaben zu wissen.

Zunächst werde ich erläutern, was man unter den Begriffen Jugendlicher, Jugendzeitschrift und Pubertät versteht.

Im dritten Kapitel werde ich mich mit der Geschichte der BRAVO beschäftigen. In diesem Kapitel sollen auch die Indizierungsanträge behandelt werden, da sie die Geschichte der Zeitschrift mit geprägt haben. Um auch den Sinn und den Zweck einer Indizierung verständlich zu machen, wird die Arbeit der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften vorgestellt.

In dem anschließenden Kapitel werde ich einen Überblick über die bisher in BRAVO erschienenden Ratgeberseiten geben, bevor ich die Arbeitsweise des heute bestehenden Ratgeberteams beschreiben werde.

Das fünfte Kapitel beinhaltet Gründe, aus denen die Jugendlichen die BRAVO als Aufklärungsmedium wählen. Nach einer kleinen Einführung in das Sexualverhalten Jugendlicher, wird der Aufbau und der Inhalt der Ratgeberseiten näher betrachtet. Es werden dabei die Leserbriefe nach typischen Problembereichen geordnet und anschließend die Antworten der Redaktion hinsichtlich ihrer Aufklärungsziele untersucht. Im letzten Kapitel werde ich die Ergebnisse noch einmal zusammenfassen und kommentieren.

2. Begriffserläuterungen

In diesem Kapitel sollen die Begriffe Jugendlicher und Jugendzeitschrift erläutert werden. In dem Zusammenhang mit dem Begriff Jugendlicher soll kurz auf die Phase der Pubertät und die in ihr auftretenden Probleme eingegangen werde.

2.1 Jugendliche/ r

Die Adressatengruppe der BRAVO sind die Jugendlichen. Eine genaue Definition des Begriffes Jugendlicher ist nur bedingt möglich, da keine einheitlichen Definitionen aufzufinden sind. Je nachdem aus welcher Perspektive dieser Begriff betrachtet wird, wird das Augenmerk bei der Definition auf andere Bereiche gerichtet

Eine deutliche Abgrenzung des Begriffes Jugendlicher findet sich im Strafgesetzbuch. Denn dort geht hervor, dass ein Mensch im Alter von 14 bis 18 Jahren als Jugendlicher angesehen wird und nach dem Jugendstrafgesetz verurteilt wird. Die Jugendlichen sind außerdem dem Jugendschutz unterstellt.

Aus der pädagogischen Perspektive ist ein Jugendlicher, „ ein junge(r) Mensch auf dem Weg in eine selbständige Lebensführung als Erwachsener. Diese Phase ist heute durch jahrelange Ausbildungszeiten, die materielle, emotionale und soziale Abhängigkeiten von Eltern und gesellschaftlichen Einrichtungen mit sich bringen, gekennzeichnet.“( Schaub/ Zenke 2000, S. 308).

Unter psychologischen und soziologischen Gesichtspunkten kann man einen Menschen in seiner körperlichen und geistigen Entwicklung etwa zwischen dem 12. und 20. Lebensjahr als Jugendlichen bezeichnen. Diese Lebensphase wird auch Jugendalter genannt. Es ist eine „umfassende Bezeichnung für die zwischen Kindheit und Erwachsenenalter liegenden Entwicklungsphasen Pubertät und Adoleszenz, in denen sich die Fortpflanzungsfähigkeit entwickelt und zugleich persönliche, kulturelle und gesellschaftliche Orientierungen ausgebildet werden sollen. Während des Jugendalters vollziehen sich nicht nur einschneidende körperliche und intellektuelle Veränderungen, sondern auch kritische Auseinandersetzungen mit der eigenen Familie, Gleichaltrigen und kulturellen wie ethischen Wertmaßstäben sowie die schrittweise Selbstfindung, die Übernahme der Geschlechtsrolle, die Ablösung vom Elternhaus und im Allgemeinen auch die (erste, oft vorläufige) Berufs- und Lebensorientierung.“(Meyers Lexikonredaktion 1996).

2.2 Pubertät

Der Begriff der Pubertät stammt aus dem Lateinischen und bedeutete ursprünglich „Mannbarkeit“. Mit diesem Begriff wird die Phase des Lebens bezeichnet, in der sich bei den Jungen und Mädchen die Geschlechtsorgane entwickeln. Der genaue Eintritt in diese Phase ist nicht vorhersagbar, da er von Mensch zu Mensch verschieden ist. In dieser Phase können die jungen Menschen die Entwicklungen ihres Körpers intensiv wahrnehmen. Bei diesem Begriff wird der biologische Aspekt in den Vordergrund geschoben, auch wenn mit diesem Begriff heute ebenfalls die sozialen Aspekte, zum Beispiel, Ablösung vom Elternhaus, gemeint werden.

Bei den Mädchen sind folgende Veränderungen in der Pubertät zu verzeichnen: ein Busen wächst, die Hüften werden breiter, außerdem entwickeln sich Eierstöcke, Gebärmutter, Scheide und Schamlippen weiter und der Menstruationszyklus setzt ein. Mit diesen Veränderungen wird der Körper des Mädchen dazu fähig Kinder zu bekommen (Schneider/Rieger 1990, S.8).

Bei den Jungen verändert sich in der Pubertät die Stimmlage. Es setzt der Bartwuchs ein, die Brust und die Schultern werden breiter, die Hoden und der Penis wachsen. In den Hoden werden jetzt Samen produziert, mit denen der Junge in der Lage ist, Kinder zu zeugen (ebd.).

Die Befähigung, Kinder zeugen und Kinder bekommen zu können, verändert die Beziehung zwischen den beiden Geschlechtern. Die Unbefangenheit des Miteinander, die sich im Sandkasten oder beim „Vater, Mutter, Kind –Spiel“ noch erkennen ließ, fehlt. Es erscheinen die ersten Schwärmereien für den ehemals besten Sandkastenfreund und dies kann die Beziehung zwischen den beiden Geschlechtern komplizierter machen. Sie müssen den neuen Umgang miteinander wieder erlernen.

Neben den körperlichen Veränderungen treten auch seelische Veränderungen auf. Das Mädchen und der Junge entwickeln sich nicht nur im biologischen, sondern auch im psychologischen Bereich zu Erwachsenen. Es werden andere Ansprüche von ihrer Umwelt an sie gestellt, zum Beispiel sollen sie möglichst eigenständig werden, emotionale Partnerbeziehungen werden eingegangen und Sexualität wird thematisiert.

Diese Veränderungen und die Unsicherheit im Umgang mit diesen Veränderungen veranlassen die Jugendlichen Fragen zu stellen, die unter anderem in der BRAVO beantwortet werden.

2.3 Jugendzeitschrift

Die BRAVO zählt zu den kommerziellen Jugendzeitschriften. Der Begriff der Jugendzeitschrift enthält schon die Information über die Leserschaft bzw. die Adressatengruppe, für die die BRAVO konzipiert ist, nämlich die Jugend bzw. die Jugendlichen.

Diese Art von Magazinen gewann nach dem Krieg in den 50er Jahren an Bedeutung und verdrängte damit die bis dahin regional beschränkten, nicht kommerziellen, verbands- und kirchenorientierten Jugendzeitschriften. Sie widmeten in den Artikeln ihre Aufmerksamkeit vermehrt den Freizeitinteressen der Jugendlichen und verdrängten somit den Zeitschriftentyp, der auf Bildung und Information ausgerichtet war (vgl. Wenzel 1990, S. 19).

BRAVO erscheint wie alle kommerziellen Jugendzeitschriften überregional, sie hat nur einen Verleger als Herausgeber und es gibt Vollzeitredakteure, die für die Beiträge verantwortlich sind.

Als kommerzielle Zeitschrift ist der Inhalt von BRAVO am Markt orientiert und dient nicht nur zur Informationsgewinnung des Lesers . Der Werbeteil und der redaktionelle Teil der Zeitschrift sind eng miteinander verknüpft, sollten, zum Beispiel, Berichte über Medienkultur erscheinen, sind daneben sehr häufig die Werbungen für CDs oder Stereoanlagen zu finden. Somit wird der Inhalt einer Jugendzeitschrift von den Leserinteressen und den Konsumbedürfnissen der Jugendlichen abhängig gemacht, um möglichst viele Exemplare einer Ausgabe verkaufen zu können(ebd.).

Die Redaktion, Technik und der Vertrieb sind strikt getrennte Ressourcen.

3. Geschichte der BRAVO

BRAVO hat eine Verlagsgeschichte von mehr als 40 Jahren. Als sie 1956 das erste Mal im Kindler & Schiermeyer Verlag in München erschien, war die BRAVO noch keine Jugendzeitschrift. Auf dem Titelblatt der ersten Ausgabe stand „Zeitschrift für Film und Fernsehen“. Man wollte mit dieser Zeitschrift die fernsehende Bevölkerung ansprechen, denn ein Drittel aller Haushalte besaßen einen Fernsehen und man rechnete mit immer mehr Kinobesuchern. Zunächst waren die Erwachsenen als Leserschaft angesprochen, jedoch merkte man schnell, dass auch die Jugendlichen die Zeitschrift lasen. Dies nahm man zum Anlass den Untertitel der BRAVO zu verändern. Nun hieß es im Untertitel „Zeitschrift mit dem jungen Herzen“. Die Trennung der Unterhaltungskultur vollzieht sich zu Beginn der 60er Jahre. An die Stelle der Erziehung und Lebensplanung tritt nun der Knigge für Verliebte, mit dem der Verlag die Jugendlichen ansprechen wollte. Außerdem wurde das förmliche „Sie“ gegen ein persönliches „Du“ ausgetauscht. Dies konnte als Zeichen dafür gewertet werden, dass sich der Verlag auf die jugendlichen Leser eingestellt hat (vgl. Krüger 1985, S.364).

Der erste Chefredakteur war Peter Böhnisch. Die Startauflage mit 64000 Exemplaren war ein großer Erfolg. Ab Mitte der 60er Jahre versuchten viele Verlage mit BRAVO zu konkurrieren, zum Beispiel brachte der Bauer-Verlag 1965 die Jugendzeitschriften „OK“ und „WIR“ heraus, die ehemals unter dem Namen „Rasselbande“ bekannt geworden war. Jedoch waren diese Zeitschriften nicht so erfolgreich wie BRAVO und wurden 1966 dann an den Axel Springer Verlag verkauft, der ein Jahr zuvor den Kindler Verlag aufgekauft hatte, und gingen dann in BRAVO auf. Seit 1968 ist der Heinrich Bauer Verlag für die Jugendzeitschrift verantwortlich (vgl. Wenzel 1990, S. 19).

In den ersten zehn Jahren war es BRAVO möglich ihre Verkaufszahlen um das elffache zu steigern. Schon ein Jahr nach der ersten Ausgabe wurden 214300 Exemplare pro Woche verkauft und die Nachfrage stieg stetig an, so dass man 1967 schon eine Auflagenzahl von 765100 verzeichnen konnte. Die Millionengrenze wurde erstmals 1973 überschritten und lag 1986 bei 1,5 Millionen (vgl. Wenzel 1990, S. 22). Im Jahr 2000 lag die Auflage bei knapp 900000 verkauften Exemplaren (vgl. Knoll/ Monssen-Engberding 2000, S. 34). Wobei damit nur die verkauften Exemplare pro Woche gemeint sind und die zwei bis drei Mitleser nicht mit berücksichtigt werden.

Die Zielgruppe sind heute die 10 bis 17-jährigen und als Kerngruppe können die 12 bis 15jährigen angesehen werden (vgl., Knoll/ Monssen-Engberding 2000, S.17). Die BRAVO wird von Mädchen bevorzugt gelesen.

Der Zeitungsgeschmack der jugendlichen Lesern verändert sich, sobald sie dem BRAVO Alter entwachsen sind. Dann lesen sie auch Zeitschriften, wie „ran“(vgl. Krüger 1985, S. 366), „Brigitte Young Miss“ oder auch „Für Sie“.

3.1 Indizierung

Besonders im Anfang war die Zeitschrift BRAVO einer herben Kritik von Seiten der Pädagogik, Medien- und Sozialwissenschaften ausgesetzt. Joachim H. Knoll schreibt in seinem Buch „Pro und Contra BRAVO” (1978): „Es gibt für wahr eine dichte Fülle wissenschaftlicher, vermeintlich wissenschaftlicher, feuilletonistischer und denunziatorischer Auseinandersetzung mit der kommerziellen Jugendpresse und insbesondere mit dessen Auflagenstar >>BRAVO<<. Die anklägerische Absicht bei der Beschäftigung mit dem Medium >> Jugendzeitschrift<< scheint insgesamt zu überwiegen, wobei es unter den älteren Generationen eine Abneigung gibt, die von links bis rechts reicht.“

Anstoß wurde häufig an den Aufklärungsseiten gefunden. Man warf der BRAVO unter anderem vor, dass sie die Jugend verfrüht in die Sexualtechniken einführe, dass der Partnerschaftsgedanke in Liebesbeziehungen ausgeblendet würde und damit jede Beziehung auf die sexuelle Basis reduziert würde und dass man den Jugendlichen eine Scheinwelt konstruiere (Knoll/ Monssen-Engberding 2000, S. 123).

3.2 Indizierungsanträge

Aber nicht nur die Pädagogen, Medien- und Sozialwissenschaftler haben sich mit der Jugendzeitschrift kritisch auseinandergesetzt, sondern auch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften. Sie bekam, besonders in den Anfängen der Aufklärungsrubriken den Auftrag, die BRAVO auf ihren moralischen und sittlichen Inhalt hin zu überprüfen.

Der erste Antrag auf Indizierung wurde von dem Sozialministerium Rheinland-Pfalz gestellt und bezog sich auf die BRAVO-Ausgaben 19 bis 21 von 1959. Dieser Antrag blieb für die Zeitschrift folgenlos, weil die Behörde keinen Hinweis auf eine Jugendgefährdung gefunden hat.

1972 wurde erneut ein Antrag für die Ausgaben 6 und 7 gestellt. Dieses Mal war der Auftraggeber das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung. Nach der Prüfung dieser beiden Ausgaben wurden sie in die Liste der jugendgefährdenden Schriften aufgenommen und indiziert. In der Begründung hieß es, dass der Inhalt der beiden Hefte die Jugendlichen sittlich gefährden würde. Die sittliche Gefährdung war hier im sozial-ethischen Sinn gemeint und nicht im sexuell-erotischen Sinne. Es handelte sich speziell um die Aufklärungsreihe „Onanie und Onaniepraktiken“, die dort bemängelt wurde. Man hatte befürchtet, dass sich die jungen Leser aufgrund dieser Artikel minderwertig fühlen könnten und sich dazu verpflichtet sehen würden, Sex zu haben oder diese Praktiken anzuwenden. Es ginge von der Aufklärungsreihe eine suggestive, indoktrinierende Wirkung mit Aufforderungs- und Rechtfertigungscharakter aus (Wenzel 1990, S. 36).

Das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung gab 1977 der Bundesprüfstelle wiederum den Auftrag die Ausgabe 46 auf ihren sittlichen Verfall hin zu überprüfen. Man hatte den Eindruck erhalten, dass in der Foto-Story und im Fortsetzungsroman Gewalt verherrlicht werde. Die Bundesprüfstelle sah diesen Verdacht begründet und indizierte auch diese Ausgabe.

Ein zweiter Indizierungsantrag wurde in demselben Jahr von dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Sozialordnung Baden-Württemberg gestellt. Man bemängelte an der Ausgabe 49, dass das Weltbild der BRAVO eng und das Menschenbild primitiv sei. Dies wurde jedoch als Begründung abgelehnt.

Die folgenden Anträge für die Ausgaben 7/ 1980, 3 und 20/ 1981, 27/ 1982, 24 und 26/ 1983 wurden ebenfalls abgelehnt. Den Höhepunkt erreicht die Indizierung 1984/85, als sieben von neun Anträgen als berechtigt angesehen wurden und somit die Ausgaben indiziert wurden.

1984 sah das Jugendamt Kassel in der Ausgabe 24 eine Jugendgefährdung, da in der „Foto-Love-Story“ der Drogenmissbrauch verharmlost werden würde. Dieser Indizierung folgten drei weitere Indizierungen: Ausgaben 15 bis 17/ 1984.Ein Jahr später durften gleich vier Hefte nicht mehr an Jugendliche verkauft werden. Dabei handelte es sich um die Hefte 7, 10, 11 und 17 von 1985. In der Begründung hieß es, dass die Intimsphäre der Jugendlichen verletzt würde und die Minderjährigen zum Exhibitionismus aufgefordert werden würden(ebd.).

Es folgten bis heute noch eine Reihe von Indizierungsanträgen, jedoch beschäftigt sich die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften heute mehr mit den sogenannten „neuen Medien“, wie Computerspiele, DVD oder Internet. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die BRAVO nicht mehr kritisch betrachtet wird, denn auch heute erzeugen die Aufklärungsseiten noch einige Aufregungen (Knoll 1999), zum Beispiel Indizierung der Ausgaben 8 und 11/ 1996.

3.3 Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften

In diesem Abschnitt soll näher auf den Aufbau und die Arbeit der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften eingegangen werden.

Es können grundsätzlich alle Medien indiziert werden, zum Beispiel Printmedien, Tonträger oder auch Computerspiele. Man überprüft diese Medien auf ihren jugendgefährdenden Inhalt.

Im § 1 des Gesetzes über die Verbreitung jugendgefährdender Schriften und Medieninhalte heißt es:

(1) „Schriften, die geeignet sind, Kinder oder Jugendliche sittlich zu gefährden, sind in eine Liste aufzunehmen. Dazu zählen vor allem unsittliche, verrohend wirkende, zu Gewalttätigkeit, Verbrechen oder Rassenhass anreizende sowie den Krieg verherrlichende Schriften. Die Aufnahme ist bekannt zu machen.

(2) Eine Schrift darf nicht in die Liste aufgenommen werden

1. allein wegen ihres politischen, sozialen, religiösen oder weltanschaulichen Inhalts;
2. wenn sie der Kunst oder der Wissenschaft, der Forschung oder der Lehre dient;
3. wenn sie im öffentlichen Interesse liegt, es sei denn, dass die Art der Darstellung zu beanstanden ist.

(3) Den Schriften stehen Ton- und Bildträger, Datenspeicher, Abbildungen und andere Darstellungen gleich. Schriften im Sinne dieses Gesetzes sind nicht Rundfunksendungen nach § 2 des Rundfunkvertrages sowie inhaltliche Angebote bei Verteil- und Abrufdiensten, soweit die redaktionelle Gestaltung zur Meinungsbildung für die Allgemeinheit im Vordergrund steht, nach § 2 des Mediendienste-Staatsvertrages in der Fassung vom 20. Januar bis 7. Februar 1997.“(Knoll 1999, S. 203).

[...]

Ende der Leseprobe aus 40 Seiten

Details

Titel
Jugendzeitschriften als Ratgeber für Jugendliche am Beispiel der Jugendzeitschrift BRAVO
Hochschule
Universität Duisburg-Essen  (Diplom-Erziehungswissenschaften)
Note
1,7
Autor
Jahr
2003
Seiten
40
Katalognummer
V18082
ISBN (eBook)
9783638225007
ISBN (Buch)
9783638645478
Dateigröße
590 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Jugendzeitschriften, Ratgeber, Jugendliche, Beispiel, Jugendzeitschrift, BRAVO
Arbeit zitieren
Sandra Bruessow (Autor), 2003, Jugendzeitschriften als Ratgeber für Jugendliche am Beispiel der Jugendzeitschrift BRAVO, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18082

Kommentare

  • Gast am 4.4.2008

    danke.

    danke das ihr jugendlichen hilft ich hoffe das durch ihnen jugendliche versuchen zu verstehen.
    ich hoffe das ihr immer da seit wenn wir eure hilfe brauchen denn ihr macht das einfach toll.
    auch den text den ihr geschrieben habt kann helfen wenn man ihn liest und versteht
    ich freue mich das es sowas noch giebt
    also macht weiter so
    und viel spaß dabei
    by by

Im eBook lesen
Titel: Jugendzeitschriften als Ratgeber für Jugendliche am Beispiel der Jugendzeitschrift BRAVO



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden