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Die Dingwelt ist tot - lang lebe die Entität?

Überlegungen zu Bruno Latours Theorie der "handelnden" Dinge und ihrer Kritik

Titel: Die Dingwelt ist tot - lang lebe die Entität?

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2010 , 29 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Alice Fleischmann (Autor:in)

Kulturwissenschaften - Allgemeines und Begriffe
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In einigen Kreisen ist Bruno Latours Theorie der "handelnden" Dinge immer wieder strenger Kritik ausgesetzt, zugleich wurde der Philosoph, Soziologe und Kulturanthropologe bereits vielfach für seine wissenschaftliche Arbeit ausgezeichnet. Die vorliegende Arbeit setzt sich damit auseinander, wie naiv oder gar unsinnig Bruno Latours Ansatz tatsächlich ist. Hierzu wird zunächst analysiert, worum es sich sowohl im geistes- und sozialwissenschaftlichen als auch rechtlichen Sinne bei einem "Ding" handelt. Der zweite Teil der Arbeit behandelt zunächst die Grundannahmen Bruno Latours, klärt Begrifflichkeiten und zeichnet seine Argumentation nach. Seine These, wir seien nie modern gewesen, die "Akteur-Netzwerk-Theorie" sowie "Das Parlament der Dinge" stehen dabei im Zentrum des Interesses . Desweiteren wird auf die häufigsten Kritikpunkte an Latours Arbeit eingegangen. Zuletzt wird die Frage, ob diese tatsächlich haltbar sind, erneut aufgegriffen und auf Basis der vorausgehenden Untersuchungen beantwortet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Über das Ding

2.1. De philosophia: Geistes- und sozialwissenschaftliche Ansätze

2.1.1 Hartmut Böhme

2.1.2 Martin Heidegger

2.1.3 Vergleich der Modelle

2.2. De jure: Das Ding im Rechtssystem

2.2.1 Der Stand der Dinge in der Bundesrepublik Deutschland

2.2.2 Zur Dinghaftigkeit von Tieren

3. Bruno Latour

3.1. Wir sind nie modern gewesen – Über die Leitthese

3.2. Aktanten, Black Boxes, Übersetzungen: Die Akteur-Netzwerk-Theorie

3.3. Das Parlament der Dinge

4. Analyse

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen von Bruno Latours Akteur-Netzwerk-Theorie sowie seine Forderung nach einem „Parlament der Dinge“. Das primäre Ziel ist es, die Berechtigung und den Nutzen der Annahme zu prüfen, dass auch Dingen Handlungsmacht zukommt, und dabei die Kritik an Latours Ansätzen kritisch zu hinterfragen, insbesondere im Hinblick auf aktuelle Entwicklungen im Rechtswesen.

  • Grundlagen des Dingbegriffs in Geisteswissenschaften und Recht
  • Die Philosophie Bruno Latours und seine Kritik an der Moderne
  • Methodik der Akteur-Netzwerk-Theorie (ANT)
  • Vergleich der theoretischen Entwürfe mit realen Tendenzen im Tier- und Umweltrecht

Auszug aus dem Buch

Aktanten, Black Boxes, Übersetzungen: Die Akteur-Netzwerk-Theorie

Mit seinen Kollegen Michel Callon und John Law arbeitet Bruno Latour seit Anfang der 1980er Jahre an der Akteur-Netzwerk-Theorie (ANT). Es handelt sich um „eine radikal andere Sozialtheorie, die zu den vorliegenden soziologischen Theorieangeboten klassischer und moderner Provenienz auf deutliche Distanz geht“. Ausgehend von Latours Grundsatz, die moderne Natur-Kultur-Dichotomie ausschalten zu wollen, werden in der ANT „neben Menschen auch natürliche und artifizielle Objekte, Pflanzen und Tiere als Teil der Sozialwelt begriffen“. Genau genommen existiert eine soziale Sphäre demnach nicht, da alles Existierende Teil eines alles umfassenden Netzwerkes sein kann – was zunächst äußerst abstrakt klingt.

Das methodische Grundgerüst der ANT entspricht einer „Fortschreibung und Radikalisierung des sozialkonstruktivistischen Ansatzes in der Wissenschafts- und Technikforschung“. Es basiert David Bloors Strong Programme in the Sociology of Knowledge, das aus den vier Grundsätzen Kausalität, Unparteilichkeit, Symmetrie und Reflexivität besteht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Sokal-Affäre ein und skizziert die wissenschaftliche Kontroverse um Bruno Latours Theorie der handelnden Dinge.

2. Über das Ding: Dieses Kapitel erörtert philosophische Perspektiven (Böhme, Heidegger) auf den Dingbegriff und analysiert dessen rechtliche Verankerung sowie die Sonderstellung von Tieren in Deutschland.

3. Bruno Latour: Hier werden die Kernthesen Latours – die Kritik an der Moderne, die Akteur-Netzwerk-Theorie sowie die Vision eines Parlaments der Dinge – detailliert erläutert.

4. Analyse: Die Analyse hinterfragt kritisch die Vorwürfe gegen Latour und setzt seine Theorie in Bezug zu aktuellen Tendenzen im Rechtssystem, insbesondere beim Wandel des Tierstatus.

Schlüsselwörter

Bruno Latour, Akteur-Netzwerk-Theorie, Dinge, Natur-Kultur-Dichotomie, Handlungsfähigkeit, Aktant, Quasi-Objekt, Parlament der Dinge, Rechtssystem, Tierrecht, Moderne, Hybridität, Soziologie, Sozialkonstruktivismus, Entität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit Bruno Latours philosophischer Theorie, die Dingen Handlungsmacht zuschreibt, und untersucht, inwiefern diese These trotz scharfer wissenschaftlicher Kritik an aktuellen rechtlichen Entwicklungen an Bedeutung gewinnt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Feldern gehören die Definition des Begriffs „Ding“ in verschiedenen Disziplinen, die Dekonstruktion der modernen Trennung von Natur und Kultur sowie die Analyse von Akteur-Netzwerken.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die kritische Prüfung der Argumente für Latours Ansatz und die Hinterfragung, ob seine oft als „unwissenschaftlich“ bezeichneten Thesen durch reale Veränderungen im gesellschaftlichen und rechtlichen Umgang mit Dingen und Tieren gestützt werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine qualitative Untersuchung, bei der philosophische Theorien analysiert und mit juristischen Diskursen sowie dem aktuellen Stand der Rechtsprechung kontrastiert werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine philosophische Begriffsbestimmung, eine detaillierte Erläuterung der Akteur-Netzwerk-Theorie (ANT) und eine Diskussion über die institutionelle Umsetzung eines „Parlaments der Dinge“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Akteur-Netzwerk-Theorie, Hybride, Handlungsmacht, Natur-Kultur-Dichotomie und Rechtssubjektivität bestimmt.

Wie definiert Latour den Begriff des „Aktanten“?

Ein Aktant ist nach Latour ein potenzieller Handlungsträger – dies umfasst nicht nur Menschen, sondern auch Tiere, technische Objekte oder Konzepte, die in einem Netzwerk Wirkungseinheiten bilden.

Warum spielt das Tierrecht eine so zentrale Rolle für die Argumentation?

Das Tierrecht dient als Beispiel für den Wandel im Verhältnis zwischen Mensch und Ding/Tier; da Tiere rechtlich zunehmend vom Objektstatus befreit werden, sieht die Autorin darin eine Bestätigung für Latours Forderung, die Trennung zwischen Kultur und Natur aufzubrechen.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Dingwelt ist tot - lang lebe die Entität?
Untertitel
Überlegungen zu Bruno Latours Theorie der "handelnden" Dinge und ihrer Kritik
Hochschule
Universität Mannheim  (Philosophische Fakultät )
Note
1,0
Autor
Alice Fleischmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
29
Katalognummer
V181003
ISBN (eBook)
9783656037361
ISBN (Buch)
9783656037811
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Latour Bruna Latour Dinglichkeit Martin Heidegger Hartmut Böhme Sachenrecht Akteur-Netzwerk-Theorie Wir sind nie modern gewesen Parlament der Dinge Alan Sokal
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Alice Fleischmann (Autor:in), 2010, Die Dingwelt ist tot - lang lebe die Entität?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/181003
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  29  Seiten
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