Analyse der Wirkung des E-Procurement auf Bestände und Prozessgeschwindigkeit in einer Supply Chain


Hausarbeit, 2008
15 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Einführung in die Thematik
1.2. Aufbau und Zielsetzung des Assignments

2. Abgrenzung der Begriffe
2.1. Begriff und Aufgaben des Einkaufs
2.2. Begriff Supply Chain
2.3. Begriff und Entwicklung des E-Procurement
2.4. Einordnung und Abgrenzung des Begriffs E-Procurement

3. Grundlagen für E-Procurement
3.1. Gründe für den Einsatz von E-Procurement
3.2. Voraussetzungen für die Einführung von E-Procurement

4. Analyse der Auswirkungen der Einführung eines E-Procurement
4.1. Auswirkungen auf die Prozessgeschwindigkeit
4.2. Auswirkungen auf die Bestände

5. Kritische Betrachtung und Ausblick

6. Literaturverzeichnis

1.Einleitung

1.1. Einführung in die Thematik

Neue Technologien wie das Internet ermöglichen einerseits die Vernetzung von Unternehmen über geografische Grenzen hinweg, aber auch zwischen den Mitarbeitern innerhalb eines Unternehmens. [1] Durch die schnell voranschreitende logistische Vernetzung der Welt müssen Unternehmen flexibel und anpassungsfähig sein. Im globalen Wettbewerb steigt der Konkurrenzdruck mit der Folge, dass sich Unternehmen auf Kernbereiche innerhalb ihrer unternehmerischen Wertschöpfung konzentrieren müssen. Die Beschaffung ist ein Bereich, der sehr stark vom Einsatz der modernen Kommunikations- und Informationstechnologien profitiert. Daraus resultieren neue Modelle für Einkauf und Beschaffung. Diese Ansätze bedeutenfür den strategischen und operativen Einkauf große Chancen in Bezug auf ihre Effizienz. Die umfassende Palette der geschäftlichen Anwendungsmöglichkeiten wird unter dem Begriff Electronic Business, E-Business zusammengefasst. Die internetbasierte Form der Beschaffung wird als Electronic Procurement bezeichnet. E-Procurement ist eines der zentralen Themen im Beschaffungsmanagement: „Das Thema E-Procurement ist seit seiner Entstehung inzwischen vor allem bei großen Unternehmen zu einem Reifegrad gelangt, der den Einsatz von E-Procurement zu einer Standardvorgehensweise im Einkauf macht.“[2]

Im Vordergrund stehen dabei in der Literatur Kosten- und Zeiteinsparungen durch Automatisierung und Verkürzung von Prozessabläufen.

1.2. Aufbau und Zielsetzung des Assignments

In diesem Assignment werden zunächst die Begriffe Einkauf und Supply Chain erläutert. Dann wird der zentrale Begriff E-Procurement und die Entwicklung des E-Procurement erörtert. Anschließend wird der Begriff E-Procurement in sein Umfeld eingeordnet und abgegrenzt. Darauf aufbauend werden Gründe für den Einsatz und die Voraussetzungen für die Einführung von E-Procurement beschrieben. Anschließend werden die Auswirkungen von E-Procurement auf die Bestände und Prozessgeschwindigkeit in der gesamten Supply Chain analysiert. Auf EDV- seitige, technische Hintergründe wird im Rahmen dieser Arbeit verzichtet. Das Assignment endet mit einer kritischen Betrachtung und einem Ausblick.

2. Grundlagen und Abgrenzung der Begriffe

2.1. Begriff und Aufgaben des Einkaufs

Da die Wirtschaftspraxis mit dem Begriff Einkauf lediglich die operativen Tätigkeiten des Versorgungsvorganges im Unternehmen bezeichnete, verbreiterte die Betriebswirtschaftslehre ihre Funktionspalette durch Begriffe wie Beschaffung und Materialwirtschaft.[3] Zur Aufgabe der Beschaffung (engl.: procurement) gehören alle Aktivitäten für die sichere und kostengünstige Versorgung eines Unternehmens (strategisch und operational) mit den benötigten Produktionsfaktoren, hauptsächlich Roh-, Hilfs-, und Betriebsstoffe sowie Halbfertigfabrikaten und Handelswaren.[4]

In der Materialwirtschaft wird eine hohe Wirtschaftlichkeit erreicht, wenn die Ressourcen und Optimierungsbestrebungen gebündelt und dort eingesetzt werden, wo der Einsatz sich am meisten lohnt. Zu diesem Zweck gruppiert man die zu beschaffenden und zu lagernden Materialien in Kategorien von großer und geringer Bedeutung mit Hilfe von zwei Analysemethoden: Die ABC-Analyse gruppiert die Güter nach ihrem Wert, die XYZ-Methode nach der Prognostizierbarkeit ihres Bedarfs. Dabei haben A-Güter einen hohen Anteil am Gesamtwert (ca. 80%), jedoch einen geringen Anteil an der Gesamtzahl (ca. 20%) aller zu beschaffenden Güter, bei C-Gütern verhält es sich andersherum (ca. 5% zu 70%). X-Gütersind gut prognostizierbar, Y-Güter mittelgut und Z-Güter schwer. Die Kombination aus der ABC- und XYZ-Analyse erlaubt den bestmöglichen Einsatz der materialwirtschaftlichen Aktivitäten um so dem Optimum näher zu kommen.[5]

2.2. Begriff Supply Chain

„Unter einer Supply-Chain versteht man die Gesamtheit aller Geschäftsprozesse, die zur Befriedigung der Nachfrage nach Produkten oder Serviceleistungen erforderlich sind.“[6] In einer Supply Chain wird die gesamte Versorgungskette, vom Einkauf der eigenen Rohstoffe über die Weiterveredelung bis zur Entsorgung bzw. Recycling abgebildet. Das Supply Chain Management fokussiert auch auf die Logistik eines Unternehmens, sowohl im Beschaffungsbereich, als auch auf Absatztseite. Im Rahmen dieser Arbeit steht der Lieferanten-seitige Blick auf die Supply Chain im Vordergrund, also im Beschaffungsbereich.

2.3. Begriff und Entwicklung des E-Procurement

Die Begriffe um E-Procurement leiten sich aus den englischsprachigen Begriffen des Einkaufs ab: „procurement“ für Beschaffung und „e“ für „electronic“. E-Procurement unterstützt den Beschaffungsprozess mit Einsatz elektronischer Werkzeuge und umfasst sowohl strategische als auch operative Beschaffung:

„E-Procurement unterstützt die strategische und operative Beschaffung derart durch elektronische Hilfsmittel, dass der Beschaffungsprozess im Hinblick auf die Kenngrößen Prozesskosten und Prozessergebnis optimal wird.“[7]

Ende der neunziger Jahre hat sich der Business to Business (B2B) Handel grundlegend gewandelt: Internet Online-Shops/Portale gaben die ausschlaggebende Stimulation und Richtung für den B2B Handel. Jedoch wurden diese Systeme als uneffizient in den Hintergrund gedrängt: kein Einkäufer wollte unzählige Shops der Anbieter durchsurfen um nach geeigneten Produkten zu suchen und vergleichsfähige Angebote zu finden. In den Jahren 1997/98 entstand ein regelrechter Boom an neuen Applikationen von Softwareanbietern für die elektronische Beschaffung. In dieser Zeit wurden elektronische Kataloge der Shops im Einkauf in reverser Art in Form eines Multilieferantenkatalogs eingesetzt, um die Katalogdaten mehrerer Anbieter ineinheitlicher Art undWeise zu bündeln. Große Unternehmen konnten aufgrund ihrer Einkaufsmacht bestehende und neue Lieferanten auffordern, ihre Waren und Dienstleistungen in die jeweiligen Formate der Multilieferantenkataloge einzuordnen.[8]

2.4. Einordnung und Abgrenzung des Begriffs E-Procurement

Wie schon in der Einleitung beschrieben, umfasst E-Business die Unterstützung der Prozesse und Beziehungen zwischen Geschäftspartnern, Mitarbeitern und Kunden durch elektronische Medien. E-Business schließt die Teilstrategien für E-Commerce, E-Procurement und E-Organisation (rein innerbetrieblich) ein. E-Commerce ist der Teil des E-Business, der sich auf vertriebliche Aktivitäten bezieht. Als Geschäftspartner kommen Privatpersonen (Business to Consumer: B2C) und andere Unternehmen (B2B) in Frage. E-Procurement (teilweise wird in der Literatur synonym der Begriff E-Purchasing verwendet) ist der Teil des E-Business, der sich auf die Beschaffungsaktivitäten bezieht und wird in die B2B Kategorie eingeordnet. Der Prozess der Beschaffung lässt sich in strategische und operative Beschaffung unterteilen. Gemäß der in 2.2 gelieferten Definition können die Begriffe E-Sourcing und E-Ordering entsprechend unterschiedlichen Schwerpunkten zugeordnet werden: bei E-Sourcing- Lösungen stehen im strategischen Beschaffungsprozess die Einsparungen von Produktkosten im Vordergrund, zum Beispiel durch die IT-gestützte Auswahl geeigneter Lieferanten, durch elektronische Marktplätze und Auktionsplattformen. Im E-Ordering im stehen für den operativen Beschaffungsprozess die Minimierung von Prozesskosten zum Beispiel mit Hilfe von Katalogmanagementsystemen im Vordergrund[9].

Als hochintegrierte Gesamtlösung sämtlicher Beziehungen aller Beteiligten entlang der Wertschöpfungskette ist das C-Commerce (Collaboration Commerce) bzw. E-Collaboration angesiedelt. Dies geht allerdings über die „Kette“ des Supply-Chain weg zum „Netz“ des kollaborativen, unternehmensübergreifenden Netzwerkes.

3. Grundlagen des E-Procurement

3.1. Gründe für den Einsatz von E-Procurement

Der traditionelle Einkauf hat mit einer Reihe von Problemen zu kämpfen, wie das in entsprechender Literatur häufig zitierte Beispiel der Bestellung eines Bleistiftes zeigt, der Produktkosten von circa 0,70€ und Prozesskosten von circa 100,00€ verursacht.[10] Der klassische Beschaffungsprozess ohne Unterstützung von E-Procurement: Bedarfsermittlung, Bestandskontrolle, Lieferantenauswahl, Budgetfreigabe/Genehmigung, Bestellabwicklung, Bestellüberwachung, Wareneingang, Rechnungsprüfung und Zahlungsabwicklung ist kostenintensiv, fehleranfällig, zeitaufwändig, unkontrollierbar und demotivierend. E-Procurement liefert eine durchgängige Neugestaltung der Prozesse, die zusätzlich neue Potenziale ermöglichen, wie die vollständige Automatisierung von Prozessen. Idealtypisch werden die Beschaffungsprozesse: Lieferantenauswahl, Budgetfreigabe und Genehmigung, Bestellabwicklung und –Überwachung sowie Rechnungsprüfung von E-Procurement Systemen übernommen. Maverick Buying kann bei konsequenter Abwicklung mit E-Ordering-Systemen von der Artikelsuche über die Auswahl bis zur Bestellung vermieden werden.[11] Gleichzeitig erfolgt eine Optimierung der Beschaffungsstrategien zum Beispiel durch eine verbesserte Materialbündelung.[12]

Produktionssynchrone Beschaffung (Just-in-time-Konzept) wäre beispielsweise ohne E-Procurement schwer möglich.

Mit E-Procurement werden die Beschaffungsprozesse wesentlich beschleunigt und damit auch günstiger abgewickelt.

[...]


[1] Vgl. Arthur Andersen Business Consulting (2001) S.1

[2] Stoll, Patrick (2008) S.1

[3] Vgl. Arnolds, Hans., Heege, Franz, Tussing, Werner (1996) S. 21

[4] Vgl. Jung, Hans (2006) S.314

[5] Vgl. May, Dietrich (1998) S. 16f.

[6] Berning, Ralf (2000) S.6

[7] Stoll, Patrick (2008) S.2 und Stoll, Patrick (2007) S.17

[8] Vgl. Nenninger, Michael & Lawrenz, Oliver; (2002) S.2

[9] Vgl. Stoll, Patrick (2007) S.18

[10] Vgl. Stoll, Patrick (2007) S.1-2

[11] Vgl. Stoll, Patrick (2007) S.70

[12] Vgl. Nenninger, Michael & Lawrenz, Oliver; (2002) S.2

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Analyse der Wirkung des E-Procurement auf Bestände und Prozessgeschwindigkeit in einer Supply Chain
Note
2,3
Autor
Jahr
2008
Seiten
15
Katalognummer
V181029
ISBN (eBook)
9783656041610
ISBN (Buch)
9783656042846
Dateigröße
493 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
In diesem Assignment werden zunächst die Begriffe Einkauf und Supply Chain erläutert. Dann wird der zentrale Begriff E-Procurement und die Entwicklung des E-Procurement erörtert. Anschließend wird der Begriff E-Procurement in sein Umfeld eingeordnet und abgegrenzt. Darauf aufbauend werden Gründe für den Einsatz und die Voraussetzungen für die Einführung von E-Procurement beschrieben. Anschließend werden die Auswirkungen von E-Procurement auf die Bestände und Prozessgeschwindigkeit in der gesamten Supply Chain analysiert.
Schlagworte
E-Procurement, Supply Chain, Bestände, Prozessgeschwindigkeit
Arbeit zitieren
Sigrun Gindorff (Autor), 2008, Analyse der Wirkung des E-Procurement auf Bestände und Prozessgeschwindigkeit in einer Supply Chain, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/181029

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