Gewalt ist ein Phänomen, welches die Menschheit seit jeher begleitet hat. Sie „ist
allgegenwärtig und prägt die Geschichte der Menschheit. Sie findet in den verschiedensten
Ausprägungen statt“ (Varbelow 2000, S. 13). Mit dieser sehr allgemein gehaltenen
Feststellung hat Dirk Varbelow grob umrissen, wie gross das Ausmass ist, welches Gewalt
erreichen kann.
Die vorliegende Arbeit jedoch will nicht soweit gehen. Sie beschäftigt sich zunächst vielmehr
mit einer groben Darstellung von Gewalt an Schulen, wobei auf die verschiedenen Ursachen,
die Täter-Opfer-Problematik und die verschiedenen Ausprägungen von Gewalt kurz
eingegangen wird. Speziell thematisiert wird hierbei auch Fremdenfeindlichkeit als Form von
Gewalt. Der Grund dafür ist wohl die weite Verbreitung des Rechtsextremismus in
Einwanderungsland Deutschland. Fremdenfeindlichkeit ist fast zu einem alltäglichen
Bestandteil des Lebens geworden. So habe ich mich entschlossen, diese spezielle Form von
Gewaltanwendung kurz separat zu thematisieren.
Den grössten Teil der Arbeit bildet die Gewaltprävention speziell an Schulen. Hierfür konnte
ich die Ausführungen von Lothar R. Martin über seine „Zwölf Grundformen der
Gewaltprävention“ verwenden, die meiner Ansicht nach eine gute Grundlage für
auszuführende Projekte bilden, weil sie nicht nur wiederum kurz auf die Ursachen von Gewalt
innerhalb und ausserhalb des schulischen Rahmens eingehen, sondern auch theoretische
Ansätze zur Prävention als Schlussfolgerung daraus anbieten. Ferner werden an konkreten
Beispielen und Vorschlägen auch die praktische Umsetzung dargestellt.
Beim letzten Teil der Arbeit über das Projekt „People’s Theater“ in Offenbach soll eine
konkrete und sehr besondere Art und Weise vorgestellt werden, wie Gewaltprävention an
Schulen mit Elementen des Theaters aussehen kann. Ich hoffe vor allem, dem Leser das
Projekt näherzubringen, weil es indirekt und vielleicht unbeabsichtigt an die zwölf
Grundformen der Gewaltprävention angelehnt ist.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Gewalt an Schulen
Gewalt an Schulen in Form von Fremdenfeindlichkeit
Gewaltprävention
Gewaltprävention an Schulen
Die zwölf Grundformen der Gewaltprävention nach Lothar R. Martin
Grundform 1: „Raum geben – Schulleben ermöglichen“
Grundform 2: „Frustration abbauen – Regeln achten – Fairness üben in Sport und Spiel“
Grundform3: „Miteinander reden – Einander verstehen“
Grundform 4: „Interagieren – Identität fördern“
Grundform 5: „Medienkonsum – Durch Medien lernen“
Grundform 6: „Werte bilden – Moralisch handeln“
Grundform 7: „Projekte durchführen – Lernen durch tun“
Grundform 8: „Gemeinschaft fördern – Gemeinsinn entwickeln“
Grundform 9: „Konflikte bewältigen – Konfliktfähig werden“
Grundform 10: „Mit Tätern umgehen – Gewalt entmachten“
Grundform 11: „Kooperieren – Vernetzen“
Grundform 12: „Menschen und Schöpfung achten – In Würde leben“
Das gewaltpräventive, soziale Projekt „People’s Theater“
Ziel und Konzept der Show von „People’s Theater“
Resonanz und Erfahrungen an den Schulen über und von „People’s Theater“
Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Gewalt an Schulen sowie Möglichkeiten der Gewaltprävention. Das primäre Ziel ist es, theoretische Ansätze zur Prävention vorzustellen und diese an dem praktischen Beispiel des Projekts „People’s Theater“ zu illustrieren, um aufzuzeigen, wie Gewaltprävention im Schulalltag erfolgreich umgesetzt werden kann.
- Ursachen und Ausprägungen von Gewalt an Schulen
- Fremdenfeindlichkeit als spezifische Form von Gewalt
- Lothar R. Martins „Zwölf Grundformen der Gewaltprävention“
- Das gewaltpräventive, soziale Projekt „People’s Theater“
- Integration von Theatermethoden in die schulische Präventionsarbeit
Auszug aus dem Buch
Grundform 4: „Interagieren – Identität fördern“
„Miteinander reden – Einander verstehen“ bildet nur einen Teil menschlicher Interaktion. Deshalb hat Martin in seiner vierten Grundform der Gewaltprävention auch „Interagieren – Identität fördern“ in den Vordergrund gestellt. Menschliche Interaktion bedeutet gemeinsames, sich gegenseitig beeinflussendes Handeln. Dieser Prozess wird jedoch auch für die Entstehung von abweichendem, spezifisch aggressivem Verhalten verantwortlich gemacht. Dies erscheint überraschend, den Gewalttätigkeit selbst ist Teil dieser nicht nur einseitig geschehenden Aktionen und Interaktionen. Addressaten und Opfer sind dabei, an die diese Aktionen gerichtet sind. Unter der Hinzunahme von familiären, schulischen und gesellschaftlichen Bedingungen sieht man dann, dass Gewalthandlungen in sehr verzweigte Interaktionsprozesse, welche ganze Gesellschaften (z.B. durch Krieg) bewegen können, eingebettet sind.
Menschliche Interaktion ist zudem auch das Medium, über welches Jugendliche und Kinder sich sozialisieren und ihre Identität entwickeln. Wie können sich also Kinder und Jugendliche zu Personen entwickeln, die Gewalt ablehnen und ihr entgegentreten? Zur Identitätsfindung junger Menschen gehören auch fundamentale Fragen (Wer bin ich? Was kann ich? Wer und was möchte ich sein? Wofür möchte ich mich einsetzen?) auf die sie selbst fortführende Antworten finden müssen. Für diese Entwicklung sind also nicht nur die oben genannten Gespräche und Verständnis notwendig, sondern auch Möglichkeiten des Handelns. Allein schon im Klassenraum werden durch Wissenserwerb, Aufforderungen zum Handeln, Appelle zu Stellungnahmen und Entscheidungen Handlungsräume geschaffen. So ist eine Gewaltprävention auch in der Unterrichtsgestaltung wichtig.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Arbeit gibt einen Überblick über das Phänomen Gewalt an Schulen und führt in die theoretische Basis sowie das praktische Projektbeispiel ein.
Gewalt an Schulen: Es werden Ursachen, Erscheinungsformen und die Täter-Opfer-Problematik bei schulischer Gewalt analysiert.
Gewalt an Schulen in Form von Fremdenfeindlichkeit: Dieser Abschnitt thematisiert die Verbreitung von Fremdenfeindlichkeit als spezifische Gewaltform im schulischen Kontext.
Gewaltprävention: Der Begriff der Prävention wird definiert und in den breiteren gesellschaftlichen Zusammenhang eingeordnet.
Gewaltprävention an Schulen: Hier werden notwendige umfassende Strategien und die interinstitutionelle Zusammenarbeit bei der schulischen Prävention diskutiert.
Die zwölf Grundformen der Gewaltprävention nach Lothar R. Martin: Die Arbeit erläutert detailliert die zwölf Konzepte zur Prävention und Intervention, die als theoretisches Fundament dienen.
Das gewaltpräventive, soziale Projekt „People’s Theater“: Vorstellung des gewaltpräventiven Projekts in Offenbach, welches soziale Erziehung durch theatrale Methoden unterstützt.
Ziel und Konzept der Show von „People’s Theater“: Detaillierte Beschreibung der interaktiven Show als Instrument zur Förderung sozialer Kompetenz und konstruktiver Konfliktlösung.
Resonanz und Erfahrungen an den Schulen über und von „People’s Theater“: Analyse der Rückmeldungen von Schülern und Lehrern sowie der praktischen Wirkung des Projekts.
Zusammenfassung und Ausblick: Fazit zur Wirksamkeit des Projekts und Reflexion darüber, dass erfolgreiche Gewaltprävention Theorie und Praxis verbinden muss.
Schlüsselwörter
Gewaltprävention, Schule, Gewalt, People’s Theater, Lothar R. Martin, Identität, Sozialkompetenz, Konfliktbewältigung, Fremdenfeindlichkeit, Forumtheater, Schulerziehung, Jugendarbeit, Verhaltensmodifikation, pädagogische Intervention, soziales Lernen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von Gewalt an Schulen und der Darstellung von präventiven Maßnahmen, um ein friedfertigeres Schulklima zu fördern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Ursachen schulischer Gewalt, die Bedeutung moralischer Werte, die Rolle von Interaktion bei der Identitätsbildung und die praktische Anwendung von Gewaltpräventionsprogrammen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Hauptziel ist es, theoretische Konzepte zur Gewaltprävention (insbesondere nach Lothar R. Martin) vorzustellen und deren erfolgreiche praktische Anwendung anhand des Projekts „People’s Theater“ aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse pädagogischer und psychologischer Theorien sowie auf die qualitative Auswertung von Erfahrungen und Rückmeldungen zum „People’s Theater“-Projekt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Auseinandersetzung mit Gewalt an Schulen, die detaillierte Vorstellung der zwölf Grundformen der Gewaltprävention nach Lothar R. Martin und die praxisnahe Untersuchung des „People’s Theater“-Modells.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Gewaltprävention, schulische Erziehung, soziale Kompetenz, Konfliktfähigkeit und interaktive Theaterarbeit charakterisiert.
Was zeichnet das Projekt „People’s Theater“ aus?
Das Projekt verbindet interaktive Elemente des Theaters mit der Talkshow-Struktur, um Schüler zur aktiven Reflexion und Lösung von Konflikten zu animieren, anstatt sie nur theoretisch zu belehren.
Wie wird das Vertrauensverhältnis im Rahmen der Show gestärkt?
Durch eine offene Gesprächsführung, das ernsthafte Eingehen auf die Beiträge der Schüler und die Förderung einer angstfreien Atmosphäre, in der sich die Jugendlichen ausprobieren können, wird eine Grundlage der Ermutigung geschaffen.
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- Dominik Schreiner (Author), 2003, Gewaltprävention an Schulen. Dargestellt am Projekt "People's Theater", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18118