Bericht über die Durchführung meines Sozialpraktikums an einem Förderzentrum mit Schwerpunkt geistige Entwicklung


Praktikumsbericht / -arbeit, 2010
17 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Vorstellung der Einrichtung
2.1 Die Schulvorbereitende Einrichtung
2.2 Die Hauptschulstufe
2.3 Die Berufsschulstufe
2.4 Pädagogische Zielsetzung und Leistungsangebot der Einrichtung

3 Beobachtungen, eigenes Handeln und Reflexion
3.1 Vorstellung ausgewählter Schüler
3.2 Situationen und Reflexion

4 Schlussbemerkung

5 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

In der Zeit vom 09.03. bis 03.04.2009 habe ich mein Sozialpraktikum an der ‚Musterschule-1‘ in Musterstadt-1 und der ‚Musterschule-2‘ in Musterstadt-2 absolviert. Ziel des Praktikums war es, Struktur, Abläufe und die Arbeit in einer sozialen Einrichtung kennenzulernen sowie erste eigene Erfahrungen in der pädagogischen Praxis zu sammeln. Dementsprechend wurde ich mit unterschiedlichen Situationen konfrontiert, um meine pädagogische Handlungsfähigkeit unter Beweis stellen zu können. Helfend und betreuend stand ich denjenigen zur Seite, die Hilfe benötigten. Verantwortung für andere zu übernehmen, Förderung der sozialen Sensibilisierung und gelebte Mitmenschlichkeit zu praktizieren sind in diesem Zusammenhang wohl die bedeutendsten Aspekte, die im Rahmen des Praktikums zum Tragen kommen sollten.

Beide Ganztagseinrichtungen weisen in den Grundzügen die gleiche Struktur auf. Prägnantester Unterschied ist die Fachrichtung, die der Förderung zugrunde liegt. Währenddessen die ‚Musterschule-1‘ sprachheilpädagogisch ausgerichtet ist, findet man bei der ‚Musterschule-2‘ ausschließlich Kinder und Jugendliche mit einer geistigen Behinderung. Aufgrund des hohen Praktikantenaufkommens in Musterstadt-2 und Umgebung konnte ich mein Sozialpraktikum leider nur zwei Wochen in der ‚Musterschule-2‘ absolvieren. Da ich dort aber häufiger in den Tagesablauf mit einbezogen wurde und folglich mein pädagogisches Handeln mehr Anwendung finden konnte, möchte ich bei den nachfolgenden Ausführungen die verschiedenen Erfahrungen, die ich in der ‚Musterschule-2‘ sammeln durfte in den Fokus nehmen.

Beginnen möchte ich im vorliegenden Praktikumsbericht mit der Vorstellung der gesamten Einrichtung, bevor im Anschluss daran die Darstellung meiner dort getätigten Beobachtungen sowie die Reflexion meines eigenen pädagogischen Handelns erfolgt. Gesammelte Eindrücke, gemachte Erfahrungen und gewonnene Erkenntnisse sollen schließlich zum Schluss noch einmal zusammenfassend erläutert werden.

Aus Vereinfachungsgründen wird im vorliegenden Praktikumsbericht nur die männliche Form verwendet.

2 Vorstellung der Einrichtung

Träger des Förderzentrums mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung ist der Musterverein e.V. in Musterstadt, deren Ziel es ist, Menschen mit einer geistigen, körperlichen und / oder seelischen Behinderung in allen Lebensphasen so zu unterstützen, dass ihnen ein weitgehend selbstständiges und selbstbestimmtes Leben ermöglicht wird, um dem Hauptanliegen des Verein, „das Wohl (…) behinderter Menschen und Ihrer Familien“ (http://www.lebenshilfe-berlin.de/fileadmin/ user_upload/Downloads/04_Angebote_Bildung/Allgemein/Lebenshilfe_Grundsatzprogramm.pdf) Rechnung zu tragen.

Die Musterschule-2 selbst umfasst eine Schulvorbereitende Einrichtung, eine Grundschulstufe mit den Klassen 1-4, eine Hauptschulstufe mit den Klassen 5-9 sowie eine Berufsschulstufe mit den Klassen 10-12. Aufgeteilt in 22 Gruppen beziehungsweise Klassen besuchen derzeit über 200 Schüler im Alter von 3 bis höchstens 21 Jahren diese integrierte Tagesstätte, für deren Leitung Herr Mustermann verantwortlich ist. Für die Betreuung der Schüler (in der Regel von 8.00 Uhr bis 16.00 Uhr) stehen Mitarbeiter unterschiedlichster Berufsgruppen zur Verfügung. Neben Sonderschullehrern, Heilerziehern und Betreuern findet man beispielsweise auch Beschäftigte aus den Bereichen Ergo-, Physio-, Logo- und Motopädie. Darüber hinaus wird auf eine enge Zusammenarbeit mit Ärzten aller Fachrichtungen besonderer Wert gelegt.

Im Nachfolgenden werden nun ausgewählte Einrichtungen der Tagesstätte näher dargestellt.

2.1 Die Schulvorbereitende Einrichtung

Kinder ab drei Jahren mit einem ausgewiesenen Förderbedarf im Bereich geistige Entwicklung werden in eine der vier altersgemischten Gruppen der SVE aufgenommen. Um auf die jeweiligen Bedürfnisse und Erfordernisse jedes Einzelnen optimal eingehen zu können, besteht jede Gruppe aus maximal acht Kindern, die in der Regel von zwei Mitarbeitern betreut werden. Wie lange ein Kind in der SVE bleibt, hängt stark von seiner individuellen Entwicklungsmöglichkeit ab. Die Betreuung erfolgt jedoch längstens bis zur Einschulung. Gefördert werden die Kinder in unterschiedlichen Bereichen. Neben der Förderung von Kommunikation und Sprache sowie Wahrnehmung und Bewegung spielen unter anderem auch der Aufbau von Spielverhalten, die künstlerische Erziehung und die Selbstversorgung eine entscheidende Rolle. Natürlich ist dies nur eine kleine Auswahl der vielfältigen förderungsfähigen Bereiche, die in dieser Einrichtung zum Tragen kommen. Unter Anwendung unterschiedlicher Methoden ist der Tagesablauf in der Schulvorbereitenden Einrichtung geprägt von einem Wechsel zwischen Freizeitspielen, Gruppenunterweisung und der individuellen Arbeit des Mitarbeiters mit dem einzelnen Kind.

2.2 Die Hauptschulstufe

In der Hauptschulstufe, die die Klassen 5 bis 9 umfasst, können sich die Schüler entscheiden, ob sie an der Schule bleiben wollen oder eine Außenklasse besuchen möchten. Der Übergang von der Grundschulstufe zur Hauptschulstufe wird häufig begleitet von einer Veränderung der Klassenzusammensetzung sowie von einem Wechsel der zuständigen Lehrer. Die neue Situation soll jedem Schüler eine Weiterentwicklung seiner selbst aber auch der Gruppe ermöglichen. Daraus abgeleitet ergibt sich schließlich das Leitziel der pädagogischen Arbeit in dieser Stufe: Die Schüler sollen mit Hilfe verschiedener inhaltlicher Angebote und Methoden langsam an die Themen Selbstständigkeit, Selbstbestimmung und Eigenverantwortung herangeführt werden. Für die erfolgreiche Umsetzung dieses Zieles werden die Schüler in weitestgehend homogene Leistungsgruppen eingeteilt. Diese äußere Differenzierung in unterschiedliche Gruppen weg vom konventionellen Klassenunterricht soll dazu beitragen, dass jeder entsprechend seinem Niveau und angepasst an sein individuelles Tempo arbeiten kann. Schnellere Fortschritte im Lernen und in der persönlichen Weiterentwicklung des Einzelnen stellen letztlich die positiven Aspekte dar, die sich hieraus ergeben können. Die Kulturtechniken Deutsch und Mathematik werden in der Hauptschulstufe als besonders wichtig erachtet und daher je zweimal die Woche unterrichtet. Zusätzlich erhalten Schüler mit hohem Förderbedarf an vier Wochenstunden Angebote aus dem basalen, kreativ-künstlerischen Bereich oder aus dem Gebiet der Selbstversorgung. Für die Gestaltung der Freizeit können die Schüler aus einem Pool vielfältiger Angebote wählen. Sport, Entspannung und Handwerk sind nur einige Bereiche, die den Schülern am Nachmittag zur Verfügung stehen. So gibt es unter anderem Sport-, Computer- als auch Theaterkurse an denen sich die Schüler je nach Interesse beteiligen können.

2.3 Die Berufsschulstufe

Diese Stufe dient primär der Vorbereitung auf die bevorstehende Berufs- und Arbeitswelt. Zunächst sollen die Schüler unterschiedliche Berufsfelder kennenlernen, um eine erste Orientierung zu erhalten. Eine Vielzahl von Praktika in verschiedenen Bereichen bietet hierbei eine grundlegende Hilfestellung. Darüber hinaus werden innerhalb der Schule ganzjährig diverse Projekte, wie zum Beispiel Wäschepflege oder der Besorgungsdienst angeboten, die den Bedingungen wie sie in der realen Arbeits- und Berufswelt vorhanden sind, weitestgehend entsprechen sollen. Schon während der Orientierungsphase erwerben die Schüler durch die Praktika und die Arbeit im Projekt sowohl berufsrelevante Schlüsselqualifikationen als auch spezielle Kenntnisse und Fertigkeiten auf dem jeweiligen Gebiet. Den letzten Schritt bildet schließlich die Eingliederung in den ausgewählten Beruf. Begleitende Gespräche mit dem Betreuer und Hospitationen sind von fundamentaler Bedeutung für die erfolgreiche Integration des Jugendlichen in die Berufswelt und werden daher regelmäßig durchgeführt. Ergänzend zur Vorbereitung auf die Berufs- und Arbeitswelt durch Praktika und ganzjährige Projekte werden die Schüler natürlich weiterhin in den Kulturtechniken Mathematik und Deutsch unterrichtet und müssen auch an verschiedenen Unterrichtsvorhaben verbindlich teilnehmen.

[...]

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Details

Titel
Bericht über die Durchführung meines Sozialpraktikums an einem Förderzentrum mit Schwerpunkt geistige Entwicklung
Hochschule
Universität Rostock  (Sonderpädagogik)
Autor
Jahr
2010
Seiten
17
Katalognummer
V181190
ISBN (eBook)
9783656272793
ISBN (Buch)
9783656273073
Dateigröße
439 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Praktikumsbericht, Geistigbehindertenpädagogik, Geistigbehindertendidaktik, Schule, Förderzentrum, Behinderung, Praktikum
Arbeit zitieren
Kristin Kunert (Autor), 2010, Bericht über die Durchführung meines Sozialpraktikums an einem Förderzentrum mit Schwerpunkt geistige Entwicklung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/181190

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