Chancen für Unternehmen durch die Einführung eines Carbon Footprint

Umweltcontrolling


Seminararbeit, 2010

17 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungs- und Begriffsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Umweltcontrolling
2.1 Zweck und Aufgabenstellung
2.2 Chancen und Zielgrößen

3 Carbon Footprint
3.1 Definition, Zweck und Grenzen
3.2 Product Carbon Footprint
3.3 Corporate Carbon Footprint
3.4 Maßnahmen zur CO2 Reduzierung

4 Fazit

Literaturverzeichnis

Abkürzungs- und Begriffsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

- Abb. 1: Beispielhafte Umweltbilanz eines Textilunternehmens, Quelle: in An- lehnung an Schäffer, U. / Jais, S.-D., 2005, S.381

- Abb. 2: Process Map, Quelle: PAS 2050:2008, S.11

1 Einleitung

Verbraucher legen bei ihren Kaufentscheidungen zunehmend Wert darauf, dass die von Ihnen erworbenen Produkte ökologisch verantwortungsvoll hergestellt und ver- trieben werden und dass Unternehmen insgesamt Verantwortung gegenüber der Umwelt übernehmen. Das Klimagas Kohlenstoffdioxid (CO2) gilt laut Wissenschaft und der öffentlichen Meinung als Hauptverursacher für den Klimawandel. Deshalb sind Produkte, bei denen man die CO2 Emissionen entlang dessen gesamter Wert- schöpfungskette transparent nachvollziehen können, für Kunden zunehmend interes- santer.1 Damit ein Unternehmen diese CO2 Emissionen ausweisen kann, muss es seinen Carbon Footprint, zu deutsch CO2 Fußabdruck, erfassen. Die Kundenpräfe- renz ist jedoch nicht der einzige Vorteil, den die Erfassung des Carbon Footprint für Unternehmen bringt. Vielmehr ist die Erfassung der CO2 Emissionsquellen in einem Unternehmen eine Chance zur Kosteneinsparung, wodurch hier ökologische und ökonomische Unternehmensziele in Einklang gebracht werden können.

Der Carbon Footprint (CF) wird in Personal Carbon Footprint, Product Carbon Footprint (PCF) und Corporate Carbon Footprint (CCF) unterschieden. Der Personal Carbon Footprint misst die direkten und indirekten CO2 Emissionen eines einzelnen Menschen. Da dies eine betriebswirtschaftliche Hausarbeit ist, wird diese Form des CF daher hier vernachlässigt.

Ziel dieser Hausarbeit ist es, aufzuzeigen, wie Unternehmen ihren PCF und CCF erfassen und daraus Handlungsalternativen ableiten können. Dazu widmet sich diese Hausarbeit zunächst dem Umweltcontrolling, um im Anschluss näher auf PCF und CCF einzugehen. Nach der Darstellung von Handlungsmöglichkeiten zur CO2 Re- duzierung wird im Fazit die Sinnhaftigkeit des Carbon Footprint beurteilt.

2 Umweltcontrolling

2.1 Zweck und Aufgabenstellung

Unter Umweltcontrolling versteht man ein Teilsystem des betrieblichen Umwelt- managements, welches Umweltziele festlegen und Umweltbelastungen, Material- und Energieeinsatz analysieren, planen und kontrollieren soll. Ziele des Umweltcon- trolling sind es, den Umweltschutz als Zielgröße in den Entscheidungsprozess des Managements zu integrieren, Schwachstellen der betrieblichen Leistungserstellung aufzudecken und entsprechende Optimierungspotenziale aufzuzeigen und durchzu- setzen.2

Zur Erreichung dieser Ziele übernimmt das Umweltcontrolling eine bereichsüber- greifende Querschnittsfunktion mit der Hauptaufgabe, ökologisch relevante Informa- tionen zu beschaffen und dem Management entscheidungsorientiert aufzubereiten. Die hierbei relevanten Informationen beziehen sich auf Stoff- und Energiedaten des Betriebes, ihre ökologische Wirkung und deren rechtliche und gesellschaftliche Be- deutung.3

Um diese Informationen zu beschaffen und auszuwerten bedient sich das Umwelt- controlling zum einen allgemein-betrieblicher Controlling Instrumente, wie z.B. die Kostenarten-, Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung, die Balanced Scorecard, die Portfolio- und die ABC-Analyse, welche um Umweltgesichtspunkte ergänzt werden. Zum anderen gibt es spezifisch-umweltbezogene Instrumente, die speziell für das Umweltcontrolling entwickelt wurden und auch nur zu diesem Zweck eingesetzt werden. Hierzu zählen vor allem die Ressourcenkostenrechnung und die Umweltbilanz.4

Exemplarisch für spezifisch-umweltbezogene Controlling-Instrumente sei die Umweltbilanz kurz erläutert. Mit Hilfe der Umweltbilanz werden Input- und Outputmengen eines Untersuchungsgegenstandes erfasst und übersichtlich darge- stellt. Der Grundgedanke hierbei ist, dass alle in den Produktionsprozess eingebrach- ten Stoffe und Energien erhalten bleiben und durch die Produktion nur ihre Formen und Zustände ändern. Die Inputseite zeigt die eingesetzten Stoffe und Energien, wäh- rend die Outputseite die Endprodukte und alle bei der Produktion freigesetzten Emis- sionen zeigt. Input- und Outputseite werden durch einen vorher festgelegten Konten- rahmen gegliedert.5 In der folgenden Abbildung ist die Umweltbilanz eines Textilbe- triebes beispielhaft dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Beispielhafte Umweltbilanz eines Textilunternehmens, Quelle: in Anlehnung an Schäffer, U. / Jais, S.-D., 2005, S.381

2.2 Chancen und Zielgrößen

Die Chancen und Ziele des Umweltcontrollings sind z.B. die Reduzierung von Haftungsrisiken durch die Einhaltung von Umweltgesetzen, die Minimierung von Gesundheits- und Unfallrisiken, die Verbesserung der Öffentlichkeitswirkung, die Verbesserung der Marktposition durch umweltfreundlichere Produkte, die Steigerung der Mitarbeitermotivation, der Vorsprung bei Know How und Innvoationen und vor allem die Kostensenkung durch effizienteren Einsatz von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sowie durch die Reduzierung des Energieeinsatzes.6

CO2 Emissionen fallen in einem Unternehmen hauptsächlich die direkte oder indi- rekte Verbrennung von fossilen Energieträgern an. Auch bei anderen unternehmeri- schen Aktivitäten, wie z.B. bei der Produktion von Gütern, entstehen CO2 Emissio- nen. Ein wichtiges Kriterium des Umweltcontrollings ist daher die Höhe der CO2 Emissionen einer Unternehmung. Zur Erfassung dieses Kriteriums dient die Einfüh- rung eines Carbon Footprint.

3 Carbon Footprint

3.1 Definition, Zweck und Grenzen

Der CF ist das Maß für die Auswirkungen von sämtlichen (unternehmerischen) Aktivitäten auf die Umwelt bzw. speziell auf den Klimawandel. Er wird in Tonnen oder in kg als Kohlenstoffdioxid-Äquivalent gemessen und setzt sich aus dem primä- ren und dem sekundären CF zusammen. Der primäre CF misst die CO2 Emissionen eines Menschen oder Objekts, die er bzw. es direkt verursacht. Dies umfasst alle Handlungen, für die fossile Energieträger zur Energieerzeugung benötigt werden, z.B. der Transport per PKW, Bahn oder Flugzeug, oder die Verwendung von techni- schen Haushaltsgeräten oder Produktionsmaschinen etc. Den primären CF kann der Mensch bzw. das betrachtete Objekt daher auch direkt beeinflussen. Der sekundäre CF misst alle indirekten CO2 Emissionen, die während der gesamten Wertschöp- fungskette, also von der Rohstoffförderung und -beschaffung über die Produktion und den Vertrieb bis hin zum Recycling von Produkten entstehen.7

Die Erfassung des CF bietet für ein Unternehmen zwei wesentliche Chancen. Die CO2 Emissionen sollten durch ein umfangreiches Carbon Controlling einzelnen Pro- dukten zugeordnet und an die Endverbraucher und weitere Stakeholder transparent kommuniziert werden. Dadurch können diese als ökologische Produkte positioniert werden und es kann ein ökologisch bewusstes Unternehmensimage geschaffen wer- den, was zu direkten Wettbewerbsvorteilen im Markt führt. Die zweite Chance bietet sich in der Ermittlung der hauptsächlichen CO2 Verursacher in einem Unternehmen und die dadurch mögliche Ermittlung von Energieeffizienzpotenzialen. Durch die Umsetzung von Energieeinsparungen, vor allem bei Strom, Gas und Öl, können Kos- tensenkungspotenziale ausgeschöpft werden.8

Bevor ein Unternehmen mit der Erfassung der CO2 Emissionen beginnt, muss es die eigenen Systemgrenzen festlegen. Es muss bestimmen, in welchem Umfang es die CO2 Emissionen erfasst. Dabei gibt es die wesentliche Unterscheidung zwischen dem PCF und dem CCF.

3.2 Product Carbon Footprint

Innerhalb des PCF gibt es bei der Betrachtung des Produktlebenszyklus´ ebenfalls Systemgrenzen, die vor der CO2 Emissionserfassung vom Unternehmen zu definie- ren sind. Beim Cradle to Gate Ansatz werden alle CO2 Emissionen erfasst, die bei der Produktion und dem Vertrieb eines bestimmten Produktes anfallen. Beim Cradle to Grave Ansatz werden zusätzlich die CO2 Emissionen beim Ver- bzw. Gebrauch eines Produktes berücksichtigt, z. B. bei der Nutzung eins PKW. Cradle to Cradle ist der umfangreichste Ansatz, da er den kompletten Produktlebenszyklus eines Produk- tes bis hin zur Produktion eines neuen Produktes betrachtet. Der Umfang und die Komplexität der CO2 Emissionserfassung nehmen vom Cradle to Gate bis zum Cradle to Cradle stark zu, weshalb momentan der Cradle to Gate Ansatz der in der Praxis gängigste ist.9

Lange Zeit gab es keinen Standard für die Ermittlung eines PCF, bis 2008 die briti- sche Regierung in Form des British Standards Institute (BSI) in Kooperation mit dem Carbon Trust und dem britischen Department für Umwelt, Nahrung und Landwirt- schaft (defra) den Standard PAS 2050:2008 (PAS 2050) entwickelte und veröffent- lichte. Die Vorgehensweise zur Erfassung des PCF gliedert sich demnach in drei Abschnitte.

Im ersten Abschnitt werden allgemeine Grundsätze zur PCF Erfassung und konkrete Ziele definiert. Danach werden die zu erfassenden Produkte ausgewählt und die relevanten Zulieferer, Absatzmittler und Recyclingunternehmen ermittelt.

Im zweiten Abschnitt wird die Erfassung des PCF umgesetzt. Hierzu wird im ersten Schritt eine Prozesslandschaft aufgebaut, indem alle Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und Aktivitäten und Prozesse im Zusammenhang mit dem zu betrachtenden Produktlebenszyklus identifiziert werden. Der Umfang der Prozesslandschaft unterscheidet sich hierbei zwischen Business to Consumer und Business to Business Produkten, wie die folgende Abbildung verdeutlicht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Process Map, Quelle: BSI / Carbon Trust / defra, Guide to PAS 2050, S.11

[...]


1 vgl. Eitelwein, O. / Goretzki, L., Carbon Controlling, 2010, S. 1

2 vgl. Neuhaus, D., Öko-Controlling, 2008, S.1

3 vgl. Neuhaus, D., Öko-Controlling, 2008, S.1

4 vgl. Schäffer, U. / Jais, S.-D., Umweltcontrolling, 2005, S.375

5 vgl. Schäffer, U. / Jais, S.-D., Umweltcontrolling, 2005, S.380f.

6 vgl. Schäffer, U. / Jais, S.-D., Umweltcontrolling, 2005, S.373

7 vgl. carbonfootprint.com, 2010, S.1

8 vgl. Eitelwein, O. / Goretzki, L., Carbon Controlling, 2010, S.1

9 vgl. Eitelwein, O. / Goretzki, L., Carbon Controlling, 2010, S.28

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Chancen für Unternehmen durch die Einführung eines Carbon Footprint
Untertitel
Umweltcontrolling
Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule
Note
1,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
17
Katalognummer
V181311
ISBN (eBook)
9783656045410
ISBN (Buch)
9783656044840
Dateigröße
743 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Controlling, Umweltcontrolling, Öko-Controlling, Carbon Footprint, Carbon Controlling, CSR, Bereichscontrolling
Arbeit zitieren
Paul Ladewig (Autor), 2010, Chancen für Unternehmen durch die Einführung eines Carbon Footprint, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/181311

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