Die vorliegende Hausarbeit belegt anhand empirischer Daten einen Zusammenhang von sozialer und gesundheitlicher Ungleichheit. Zu diesem Zweck werden nachfolgende The-sen, mit ihrer jeweils zugrunde liegenenden Theorie dargestellt, und der Zusammenhang von sozialer und gesundheitlicher Ungleichheit mithilfe recherchierter Daten betrachtet.
(1) Je höher die soziale Schicht der Eltern, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass ihre Kinder Übergewicht oder Adipositas aufweisen.
(2) Die sozio-ökonomische Lage, insbesondere das Ausmaß an sozialem und kulturellem Kapital, beeinflusst gesundheitsbezogenes Risikoverhalten von Kindern und Jugendli-chen.
(3) Während Personen mit überdurchschnittlichem Einkommen eine vergleichsweise län-gere Lebenserwartung aufweisen, sind Personen mit unterdurchschnittlichem Ein-kommen häufiger von vorzeitiger Mortalität betroffen.
Inhaltsverzeichnis
(1) Je höher die soziale Schicht der Eltern, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass ihre Kinder Übergewicht oder Adipositas aufweisen.
(2) Die sozio-ökonomische Lage, insbesondere das Ausmaß an sozialem und kulturellem Kapital, beeinflusst gesundheitsbezogenes Risikoverhalten von Kindern und Jugendlichen.
(3) Während Personen mit überdurchschnittlichem Einkommen eine vergleichsweise längere Lebenserwartung aufweisen, sind Personen mit unterdurchschnittlichem Einkommen häufiger von vorzeitiger Mortalität betroffen.
Zielsetzung & Themen
Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, den Zusammenhang zwischen sozialer Ungleichheit und gesundheitlichen Risiken bzw. Lebenserwartung anhand von drei zentralen Thesen und statistischen Daten zu analysieren und theoretisch zu fundieren.
- Theorie der sozialen Schichtung und Ungleichheit
- Einfluss der sozialen Schicht auf das Körpergewicht bei Kindern
- Auswirkungen von sozialem und kulturellem Kapital auf das Risikoverhalten
- Zusammenhang zwischen Einkommenshöhe und Lebenserwartung
- Statistische Evidenz für gesundheitliche Ungleichheiten
Auszug aus dem Buch
(2) Die sozio-ökonomische Lage, insbesondere das Ausmaß an sozialem und kulturellem Kapital, beeinflusst gesundheitsbezogenes Risikoverhalten von Kindern und Jugendlichen.
Da die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder und Jugendliche gesundheitsbezogenes Risikoverhalten zeigen, insbesondere vom Ausmaß an sozialem und kulturellem Kapital beeinflusst wird, handelt es sich hier um einen probabilistischen Zusammenhang.
Im Folgenden werden die zentralen Begriffe der These definiert. Relevante Merkmale der sozio-ökologischen Lage sind nach Bourdieu „Umfang und Struktur des Kapitals jeweils in synchronischer wie diachronischer Dimension“ (Bourdieu 1982: 278). „Kapital ist akkumulierte Arbeit, entweder in Form von Materie oder in verinnerlichter, „inkorporierter” Form“ (Bourdieu 1983: 183). Soziales Kapital lässt sich als „Ressourcen, die auf der Zugehörigkeit zu einer Gruppe beruhen“ definieren. Sein individuelles Ausmaß hängt auch vom Umfang des ökonomischen und kulturellen Kapitals der Gruppenmitglieder ab (vgl. Bourdieu 1983: 190 f.). Kulturelles Kapital existiert in drei Formen. Inkorporiertes bezieht sich auf dauerhafte Dispositionen, objektiviertes meint den Besitz von kulturellen Gütern und institutionalisiertes ist beispielsweise als schulischer Titel objektivierbar (Bourdieu 1983: 185). Zwischen den Kapitalarten bestehen Interdependenzen. Zudem können sie geerbt und/oder erworben sein. „Als gesundheitsbezogenes Risikoverhalten wird ein Verhalten bezeichnet, das sich unmittelbar oder langfristig schädigend auf die Gesundheit auswirkt“ (Perrez/Gebert zitiert nach Ullrich 2000: 159).
Zusammenfassung der Kapitel
(1) Je höher die soziale Schicht der Eltern, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass ihre Kinder Übergewicht oder Adipositas aufweisen.: Dieses Kapitel untersucht mittels der funktionalen Schichtungstheorie, wie die soziale Lage der Eltern mit dem Körpergewicht ihrer Kinder korreliert und belegt dies anhand Berliner Einschulungsdaten.
(2) Die sozio-ökonomische Lage, insbesondere das Ausmaß an sozialem und kulturellem Kapital, beeinflusst gesundheitsbezogenes Risikoverhalten von Kindern und Jugendlichen.: Hier wird anhand Bourdieus Habitus- und Kapitaltheorie erläutert, wie soziale Ressourcen das individuelle Risikoverhalten (Tabak-, Alkohol-, Drogenkonsum) von Heranwachsenden prägen.
(3) Während Personen mit überdurchschnittlichem Einkommen eine vergleichsweise längere Lebenserwartung aufweisen, sind Personen mit unterdurchschnittlichem Einkommen häufiger von vorzeitiger Mortalität betroffen.: Das Kapitel analysiert den Zusammenhang zwischen Einkommenshöhe und Sterblichkeit unter Verwendung amtlicher Periodensterbetafeln und bestätigt die geringere Lebenserwartung von einkommensschwachen Bevölkerungsgruppen.
Schlüsselwörter
Soziale Ungleichheit, Gesundheitsrisiken, Adipositas, Lebenserwartung, Soziales Kapital, Kulturelles Kapital, Schichtungstheorie, Risikoverhalten, Einkommensverteilung, Mortalität, Salutogenese, Soziale Lage, Kinder und Jugendliche, Armutsrisikogruppe, Gesundheitsberichterstattung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den systematischen Zusammenhang zwischen verschiedenen Dimensionen sozialer Ungleichheit und gesundheitlichen Folgen für den Menschen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die soziale Schichtung, die Auswirkungen sozio-ökonomischer Ressourcen auf das Risikoverhalten und die ungleiche Verteilung der Lebenserwartung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, drei aufgestellte Thesen zur gesundheitlichen Ungleichheit theoretisch zu begründen und mit verfügbaren statistischen Daten empirisch zu untermauern.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es werden theoretische Ansätze der Soziologie (insb. Davis/Moore und Bourdieu) mit der Auswertung von Statistiken, wie etwa Einschulungsdaten oder Periodensterbetafeln, verknüpft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in drei Abschnitte, die jeweils eine spezifische These zu Gewicht, Risikoverhalten und Mortalität im Kontext sozialer Ungleichheit behandeln.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind soziale Ungleichheit, Gesundheitsrisiken, Kapitalformen nach Bourdieu, Lebenserwartung und Armutsrisiko.
Warum wird die funktionale Schichtungstheorie von Davis und Moore herangezogen?
Diese Theorie dient dazu, die gesellschaftlich bedingte ungleiche Verteilung von Positionen und Belohnungen zu erklären, was die Basis für die Entstehung sozialer und gesundheitlicher Ungleichheit bildet.
Welche Rolle spielt das Kapital-Konzept von Pierre Bourdieu?
Das Konzept hilft zu verstehen, wie das Ausmaß an sozialem und kulturellem Kapital die Handlungsspielräume und das Risikoverhalten von Individuen maßgeblich mitbestimmt.
Was zeigen die Daten zum Zusammenhang von Einkommen und Lebenserwartung?
Die Daten verdeutlichen eine signifikante Differenz in der Lebenserwartung zwischen Armutsrisikogruppen und wohlhabenderen Bevölkerungsschichten, sowohl bei der Geburt als auch im Alter von 65 Jahren.
Welche Bedeutung haben die familiären Ressourcen beim Risikoverhalten von Kindern?
Die Arbeit zeigt, dass Kinder aus Familien mit unauffälligen Ressourcen seltener gesundheitsgefährdendes Verhalten wie Rauchen oder Drogenkonsum aufweisen als Kinder mit defizitären familiären Bedingungen.
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- Sophia Schulz (Author), 2010, Soziale Ungleichheit von Gesundheitschancen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/181319