Die Protokolle sind zum Zwecke eines persönlichen Lernportfolios angelegt worden. Sie umfassen nicht alle Themen die in der Vorlesung besprochen wurden, da der Schwerpunkt auf der Vertiefung von bestimmten Inhalten gelegt wurde.
Die Auswahl der Themeninhalte zur Vertiefung begründet sich aus persönlichem Interesse und den Fragestellungen die sich während der einzelnen Sitzungen ergeben haben. Die Entscheidung über die Auswahl der ausgearbeiteten Themeninhalte soll der persönlichen Wissensbereicherung dienen und die vorhandenen Wissenslücken füllen sowie aufgekommene Fragen beantworten.
Die Verfasserin hat bei der Ausarbeitung der Themeninhalte großen Wert auf Anschaulichkeit und Illustration gelegt, um den eigenen Lerneffekt zu verstärken. Desweiteren sind bei einzelnen Themen informative Info-Kästen angelegt worden um eine Information zu einem bestimmten Inhalt in Kürze anschaulich zusammenzufassen.
Die Verfasserin hat sich bemüht einen roten Faden durch die einzelnen Themeninhalte herzustellen, damit die einzelnen Themen nicht abgebrochen wirken und aufeinander aufbauen. ..........
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Begriff der Erlösung in verschiedenen Religionen
3. Jesus als Erlöserfigur und religiöser Zugang (Sünde / Erlösung)
4. Das Böse in verschiedenen Religionen (Hinduismus, Islam)
5. Der Ursprung des Bösen (Engelfall)
6. Buße im Judentum und Christentum
7. Tod und Auferstehung Christi
8. Theorie der Erlösung
9. Fazit
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit den soteriologischen Grundfragen, insbesondere mit der Dynamik von Sünde, Mittlerfigur und Erlösung im interreligiösen Vergleich. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie unterschiedliche Weltanschauungen – primär das Christentum, das Judentum sowie Ansätze aus Hinduismus und Islam – das Böse und die menschliche Bedürftigkeit nach Erlösung definieren und bewältigen.
- Vergleichende Analyse des Erlösungsbegriffs in verschiedenen Weltreligionen.
- Untersuchung der christologischen Erlösung durch Jesus Christus und die Bedeutung der Kreuzsymbolik.
- Reflexion über den Ursprung des Bösen, insbesondere im Kontext des Engelfalls und der Erbsündentheorie.
- Kontrastierung der Bußkonzepte im Judentum und Christentum als Wege zur Wiederherstellung der Beziehung zu Gott.
- Religionsphilosophische und -phänomenologische Zugänge zur Erlösung (z.B. nach Schopenhauer und Campbell).
Auszug aus dem Buch
Der Ursprung des Bösen (Engelfall)
Um den Ursprung und den Zusammenhang des Bösen und das des Übels im Christentum zu verstehen und anschaulich zu verdeutlichen, wurde zu Beginn der Vorlesung das Gemälde „Das Paradies“ von Hieronymus Bosch zur Analyse herangezogen. Betrachtet wurde der linke Innenflügel unter folgender Anordnung: Der Engelfall, die Erschaffung Evas, der Sündenfall und die Vertreibung aus dem Paradies (Abb.: 6). Das ganze Gemälde misst 163 cm in der Höhe und 127 cm in der Breite die Flügel messen 167.7 x 60 cm können in der Galerie der Akademie der Bildenden Künste in Wien besichtigt werden.
Der linke Flügel zeigt das Paradies mit der Erschaffung Evas, der Versuchung durch die Schlange, dem Kosten der verbotenen Frucht und der Vertreibung. Engel werden aus dem Himmels verwiesen. Sie werden in Gestalt von Insekten, Echsen und fischartige Wesen dargestellt, die aus den Wolken auf die Erde stürzen.
Der Fall der Engel und diesem zugeschriebene Gründe sollte aus sieben Perspektiven erläutert werden, nur fünf Betrachtungen wurden in der Sitzung herangezogen. Bei der ersten Betrachtungsweise wurde schon im Voraus die Frage gestellt: Warum wurden Engel überhaupt böse?
Nun, die Erklärung sieht die Lust als den Auslöser für den Engelsturz. Die Engel haben das Verlangen verspürt das Gefühl der sinnlichen Lust im Akt des Geschlechtsverkehrs mit den Menschen zu erleben. Dieses ist jedoch den Menschen vorbehalten, da Engel nicht als Schöpfer fungieren und nicht an der Schöpfung beteiligt sind. Dieser Akt wird als eine Schändung der Menschheit gesehen, wobei aus der Verbindung zwischen den Engeln und den Menschen böse Kreaturen entsprungen sind. Die Verführung der Menschentöchter durch die Engel wird ebenfalls in im Apokryphon des Johannes geschildert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung erläutert die Entstehung der Protokolle im Rahmen eines Lernportfolios und den Fokus auf eine vertiefende, anschauliche Aufarbeitung der Vorlesungsinhalte.
2. Der Begriff der Erlösung in verschiedenen Religionen: Das Kapitel führt anhand der kunstgeschichtlichen Analyse eines Altargemäldes in die Thematik der Erlösung ein und thematisiert biographische Hintergründe sowie die Rolle der Religion in der Kunst.
3. Jesus als Erlöserfigur und religiöser Zugang (Sünde / Erlösung): Hier werden begriffliche Definitionen von Erlösung analysiert und die existenzielle Erlösungsbedürftigkeit des Menschen sowie verschiedene philosophische und phänomenologische Zugänge erläutert.
4. Das Böse in verschiedenen Religionen (Hinduismus, Islam): Dieses Kapitel kontrastiert die hinduistische Sichtweise, in der das Böse Teil der Weltordnung ist, mit der islamischen Perspektive, die das Böse als Versuchung durch Iblis und den Menschen als zur Reue fähig begreift.
5. Der Ursprung des Bösen (Engelfall): Anhand von Hieronymus Boschs Gemälde wird der Engelfall untersucht und dabei verschiedene theologisch-philosophische Erklärungsmodelle für die Entstehung des Bösen und des Übels diskutiert.
6. Buße im Judentum und Christentum: Die Arbeit beleuchtet die Konzepte von Umkehr und Bekenntnis in beiden Religionen und hebt dabei die unterschiedlichen Ansätze bezüglich der göttlichen Gnade und der menschlichen Handlungsweise hervor.
7. Tod und Auferstehung Christi: Das Kapitel untersucht die Kreuzsymbolik, die Rolle Jesu als Erlöser und die Bedeutung seines Leidens und seiner Auferstehung für die Versöhnung zwischen Gott und Mensch.
8. Theorie der Erlösung: Abschließend wird das Motiv Gottes bei der Erlösung der Menschheit kritisch hinterfragt und das Wirken der Doppelnatur Christi als notwendige Konsequenz für die Wiederherstellung der göttlichen Ordnung dargestellt.
9. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Religionen zwar unterschiedliche Schwerpunkte im Umgang mit dem Bösen und der Erlösung setzen, jedoch grundlegende Gemeinsamkeiten in ihrem Aufbau erkennen lassen.
Schlüsselwörter
Soteriologie, Erlösung, Sünde, Erlöserfigur, Das Böse, Christentum, Judentum, Hinduismus, Islam, Buße, Engelfall, Kreuzsymbolik, Gnade, Mythologie, Religionsphänomenologie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert soteriologische Kernkonzepte in verschiedenen Religionen, insbesondere wie die Begriffe Sünde, Mittlerfigur und Erlösung interpretiert werden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der Ursprung des Bösen, die Funktion der Buße, die Kreuzsymbolik sowie philosophische Zugänge zur Erlösungsbedürftigkeit des Menschen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, ein Verständnis für die interreligiösen Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Umgang mit dem menschlichen Leid und der göttlichen Heilserwartung zu entwickeln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Verfasserin nutzt eine auf Lernportfolios basierende Methode, die deskriptive Analyse religiöser Texte und kunsthistorischer Zeugnisse mit philosophischen Erklärungsansätzen verknüpft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene religionsvergleichende Analysen, von der Entstehung des Bösen über Bußpraktiken bis hin zur christologischen Theorie der Erlösung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Soteriologie, Erlösung, Sünde, Engelfall, Buße, sowie der interreligiöse Vergleich zwischen Christentum, Judentum, Hinduismus und Islam.
Welche besondere Bedeutung kommt dem Iblis im Islam in diesem Text zu?
Iblis fungiert im Islam als der Widersacher Gottes, der den Menschen zum Bösen anstiftet, wobei betont wird, dass im Islam keine Erbschuld existiert, sondern eine „Urverführung“.
Wie erklärt die Arbeit den Engelfall in der christlichen Tradition?
Die Arbeit diskutiert fünf verschiedene Erklärungsmodelle, darunter den Stolz der Engel, den Neid auf Christus durch dessen Inkarnation sowie den Drang der Engel nach Freiheit und Nachlässigkeit.
Welchen Stellenwert nimmt die "Buße" im interreligiösen Vergleich ein?
Buße wird sowohl im Judentum als auch im Christentum als notwendiger Weg zur Umkehr und Rehabilitierung des Sünders dargestellt, wobei der Schwerpunkt auf der inneren Haltung und der göttlichen Gnade liegt.
- Arbeit zitieren
- M. Ed. Julia Steblau (Autor:in), 2011, Soteriologie. Sünder - Mittler - Erlöser, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/181388