„If you cannot measure it, you cannot control it. If you cannot control it, you cannot manage it. If you cannot manage it, you cannot improve it”. (Harrington, 1991)
Harrington macht in seinem Zitat deutlich, dass man Dinge, die nicht messbar sind, weder kontrolliert noch verbessert werden können. Wird versucht die Lieferkette eines Produktes von Anfang bis zum Ende nachzuverfolgen, wird schnell festgestellt, dass es nahezu unmöglich ist, diese zu überblicken. Die gesamte Supply Chain kann aufgrund ihrer Länge und Größe nur noch mithilfe eines Supply Chain Controlling kontrolliert und gesteuert werden.
Durch die Globalisierung und die dadurch entstehende Auslagerung von Produktionsstätten, den Handel der Roh- und Produktionsstoffe auf den Weltmärkten und den immer größeren Wettbewerb, steigt der Druck auf ein Unternehmen kontinuierlich. Wenn versucht wird die Entwicklung des Supply Chain Management der letzten Jahre zu beobachten, kann die zu-nehmende Bedeutung schon allein an der steigenden Zahl an Publikationen abgelesen werden.
Nun stellen sich die Fragen wie: Wie müssen Wertschöpfungsketten ausgerichtet werden, damit eine optimale Leis-tungsfähigkeit gewährleistet werden kann? Welche Merkmale muss ein Instrument1 haben, um den Anforderungen des Supply Chain Management gerecht zu werden? Wo liegen die Stärken und Schwächen dieser Instrumente? Lohnt es sich, mehrere Instrumente parallel einzusetzen, die sich ergänzen?
Um die Supply Chain gemäß den Unternehmenszielen auszurichten zu können, wird aufgrund des Umfangs der Supply Chain mindestens ein Instrument benötigt. In dieser Hausarbeit soll die Balanced Scorecard für die Supply Chain2 (SCBSC) sowie das Supply Chain Operation Reference Model (SCOR-Modell) vorgestellt und anschließend die Stärken und Schwächen gegeneinander abgewogen werden, um am Ende eine Empfehlung abgeben zu können.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen
2.1 Die Balanced Scorecard für die Supply Chain
2.1.1 Definition
2.1.2 Zweck
2.1.3 Entstehung
2.1.4 Aufbau
2.1.5 Stärken
2.1.6 Schwächen
2.2 SCOR-Modell
2.2.1 Definition
2.2.2 Zweck
2.2.3 Entstehung
2.2.4 Aufbau
2.2.5 Stärken
2.2.6 Schwächen
3 Gegenüberstellung
3.1 Gemeinsamkeiten
3.2 Unterschiede
4 Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Untersuchung und Gegenüberstellung der Balanced Scorecard für die Supply Chain (SCBSC) und des Supply Chain Operation Reference Models (SCOR-Modell), um deren Eignung als Steuerungsinstrumente zu bewerten und eine Empfehlung für ihren Einsatz auszusprechen.
- Vergleichende Analyse der theoretischen Grundlagen beider Konzepte.
- Detaillierte Gegenüberstellung von Stärken und Schwächen der SCBSC und des SCOR-Modells.
- Identifikation von Gemeinsamkeiten und Unterschieden in der Anwendung.
- Bewertung der Anforderungen an moderne Instrumente für das Supply Chain Controlling.
- Erörterung der Möglichkeiten einer kombinierten oder parallelen Nutzung der Instrumente.
Auszug aus dem Buch
2.2.5 Stärken
Durch seine hohe Standardisierung ist das SCOR-Modell gut für das unternehmensübergreifende Erfassen der gemeinsamen Prozesse geeignet und gilt daher heutzutage als Standardtool im SCM. Die nahtlose Integration von Kunden, Lieferanten, Partnern, Informationssystemen und Geschäftsprozessen schafft Transparenz und erleichtert die Kommunikation. Das gemeinsame Prozessverständnis und die geschaffene Transparenz lassen ein Bewusstsein für Prozessoptimierung schaffen, mit dem langfristig einen Wettbewerbsvorteil generiert werden kann.
Eine weitere Stärke des SCOR-Modells in der Zuverlässigkeit und Vorhersagbarkeit von zeitlicher Dauer und Kosten zu sehen. Durch die prozessorientierte Darstellung kann das SCOR-Modell nicht nur zur Überprüfung und Verbesserung von Prozessen genutzt werden und wird häufig auch für interorganisationale Benchmark-Projekte und empirische Untersuchungen eingesetzt. Zusätzlich schreibt Plotzki, dass bis heute die meisten Lieferkette nicht allgemein verständlich definiert wurden und dadurch deren Modelle unvollständig sind. Mithilfe des SCOR-Modells können gezielt Strategien festgelegt werden und mit einer neuen Supply Chain umgesetzt werden.
Kotzab bezeichnet die Aktivitäten des SCC als anwendungsorientiert, da die Erweiterungen und Konkretisierungen des Modells hauptsächlich von Mitgliedern stammen, die selbst mit den Modellen in der Praxis arbeiten. Die Kennzahlen sind dadurch valide und es ist von Beginn an eine quantitative und qualitative Bewertung der Supply Chain möglich.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung thematisiert die Notwendigkeit von Messbarkeit und Kontrolle in der Supply Chain und stellt die beiden zu untersuchenden Instrumente vor.
2 Grundlagen: Hier werden die Balanced Scorecard für die Supply Chain sowie das SCOR-Modell mit ihren Definitionen, Entstehungsgeschichten, Zielen und Aufbauweisen im Detail erläutert.
3 Gegenüberstellung: In diesem Kapitel werden die Konzepte anhand ihrer Anforderungen an ein SCM-Instrument verglichen und deren Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede herausgearbeitet.
4 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung ab und empfiehlt, die beiden Konzepte aufgrund ihrer komplementären Stärken parallel einzusetzen.
Schlüsselwörter
Supply Chain Management, SCOR-Modell, Balanced Scorecard, SCBSC, Supply Chain Controlling, Prozessoptimierung, Unternehmenssteuerung, Wertschöpfungskette, Kennzahlensystem, Strategieumsetzung, Benchmarking, Prozessarchitektur, Unternehmensübergreifende Prozesse, Wettbewerbsvorteil.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht zwei maßgebliche Instrumente des Supply Chain Managements: die Balanced Scorecard für die Supply Chain und das SCOR-Modell.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Themenfelder umfassen die Definition, den Aufbau sowie die Vor- und Nachteile beider Konzepte hinsichtlich ihrer Anwendung in der unternehmensübergreifenden Steuerung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, die Stärken und Schwächen der beiden Instrumente einander gegenüberzustellen, um zu prüfen, wie sie den Anforderungen des Supply Chain Controllings gerecht werden.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Die Autorin nutzt eine theoretische Analyse und Literaturrecherche zur systematischen Gegenüberstellung und Bewertung der beiden Management-Konzepte.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Vorstellung der Konzepte, gefolgt von einer vergleichenden Gegenüberstellung basierend auf Anforderungskriterien für das Supply Chain Controlling.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Supply Chain Management, SCBSC, SCOR-Modell, Controlling, Prozessoptimierung und strategische Unternehmenssteuerung.
Welche Rolle spielt die Strategieentwicklung bei den untersuchten Modellen?
Die Arbeit stellt heraus, dass keines der beiden Modelle für die Strategieentwicklung selbst gedacht ist; beide Instrumente setzen voraus, dass eine Strategie bereits existiert.
Was ist die zentrale Schlussfolgerung hinsichtlich der parallelen Nutzung beider Konzepte?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass ein paralleler Einsatz sinnvoll ist, da die SCBSC hohe Akzeptanz bietet, während das SCOR-Modell prozessuale Analysen und Visualisierungen ermöglicht.
- Arbeit zitieren
- Ines-Dorothee Weisbach (Autor:in), 2010, Balanced Scorecard für die Supply Chain und SCOR-Modell, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/181443