Krieg in den Medien. Analyse zu "Das Boot" von Lothar-Günther Buchheim

Ausarbeitung zum Thema "Historische Romane – Zwischen Fiktionalität und Historie"


Ausarbeitung, 2010
5 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

In der folgenden Ausarbeitung zum Thema „Historische Romane - Zwischen Fik- tionalität und Historie“, soll aufgezeigt werden, welche Eigenschaften historische Romane haben und wie sich diese auf das Verhältnis von historischer Wahrheit und fiktionaler, literarischer Ausschmückung auf die Adressaten dieser Romane auswirken. Zudem soll analysiert werden, ob und in welchem Maße historische Romane als Quelle, sowohl für die Forschung, als auch für den Geschichtsunterricht relevant sind und eingesetzt werden können.

Im zweiten Teil der Ausarbeitung steht der Wandel der Nutzung historischer Ro- mane im dritten Reich im Mittelpunkt der Untersuchung. Hierbei sollen vor allem die Arbeiten von Hugo Aust und Frank Westenfelder zu diesem Thema Auf- schluss geben.

Der Roman gilt als eine der beliebtesten literarischen Gattungen und zudem als ideales Mittel der Überlieferung von Wissen, Bildung und Ideologie. Der Begriff des historischen Romans steht allerdings bei vielen Geschichtswissenschaftlern in der Kritik. Das hohe Maß an fiktionalen Elementen, die rund um die historischen Fakten gespickt sind, lässt den historischen Roman aus wissenschaftlicher Sicht lediglich der Unterhaltungsindustrie dienen.1

Dieser Einwand mag durchaus seine Berechtigung finden, trifft aber nicht den Kern des Ziels dieser Gattung. Die meisten Autoren diverser historischer Romane erheben keinesfalls den Anspruch, nichts anderes als die Wahrheit abzubilden und machen dieses oftmals in der Einleitung gleich zu Beginn ihres Romans deutlich. Ein wesentlich höher gestecktes Ziel ist hierbei die Herausbildung eines Ge- schichtsbewusstseins und die Weckung von historischem Interesse in der Leser- schaft. Alles das, was der Geschichtswissenschaft durch das Sieb der Erkenntnis fällt, soll durch literarische Einflüsse seitens des Autors ergänzt und zudem zum Leben erweckt werden.2 „Trockene“ historische Fakten führen meist nicht zu ei- ner Identitätsbildung und auch nicht zwangsläufig in Perspektiven vergangener Zeiten. Durch literarische Ausschmückungen jedoch ist es dem Leser möglich, sich in bestimmte Personen, Zeiten, Orte und Vorgänge hineinzuversetzen und durch dargestellte Gefühle, Motivation, Mittelwahl und Bewertung, geschichtliche Abläufe besser verstehen und nachvollziehen zu können. Aust nahm diesbezüg- lich eine Unterscheidung in zwei elementare Aspekte vor. Er teilte die Geschichte im historischen Roman in einen medialen und einen genetischen Aspekt. Unter dem genetischen Aspekt versteht man die Aufnahme, Verarbeitung und Vermitt- lung geschichtswissenschaftlicher Erkenntnisse und unter dem genetischen As- pekt die schöpferische Leistung, in der der Geschichte Ästhetik und Leben verlie- hen wird. Im oben genannten findet sich also die grundlegende Funktion histori- scher Romane.

[...]


1 Aust, Hugo, Der historische Roman, Stuttgart 1994, S. 1f..

2 Ladenthin, Volker, Dialog über den historischen Roman als Form der Geschichtsdarstellung, in: Geschichte, Politik und ihre Didaktik 17 (1989), S.124.

Ende der Leseprobe aus 5 Seiten

Details

Titel
Krieg in den Medien. Analyse zu "Das Boot" von Lothar-Günther Buchheim
Untertitel
Ausarbeitung zum Thema "Historische Romane – Zwischen Fiktionalität und Historie"
Hochschule
Universität Bielefeld
Note
1,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
5
Katalognummer
V181512
ISBN (eBook)
9783656047186
Dateigröße
456 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Krieg, Medien;, Boot, Historische Romane, Buchheim
Arbeit zitieren
Christopher Stickdorn (Autor), 2010, Krieg in den Medien. Analyse zu "Das Boot" von Lothar-Günther Buchheim, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/181512

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Krieg in den Medien. Analyse zu "Das Boot" von Lothar-Günther Buchheim


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden