Tezuka Osamu. Ein Überblick über sein Leben und die westlichen Einflüsse auf sein Werk


Hausarbeit, 2011

12 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Biographischer Uberblick

3. Tezukas Figurenensemble
3.1 Ken'ichi
3.2 Hige Oyaji (Onkel Schnauzbart)
3.3 Azetylen Lampe (Achiren Rampu)
3.4 Tezuka Osamu

4. Westliche Einflusse

5. Wichtige Werke
5.1 Shintakarajima (Die neue Schatzinsel)
5.2 Metoroporisu (Metropolis)
5.3 Ribon no kishi (Prinzessin Saphir)
5.4 Janguru taitei (Der Herrscher des Dschungels)

6. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Tezuka Osamu wird in Japan auch [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] (Manga no kami-sama) genannt - der Gott des Manga. Er ist ein wichtiger Bestandteil derjapanischen Popularkultur, in der Manga und Anime einen hohen Stellenwert besitzen. In dieser Arbeit mochte ich mich auf die fruhe Phase seines Schaffens beschranken, die laut Susanne Phillipps, die Zeit von etwa 1947 bis zur Mitte der 60er Jahre umspannt. Dabei mochte ich einige wichtige Werke vorstellen, ubergreifende Charakteristika dieser Schaffensphase darstellen und insbesondere den westlichen Einfluss auf seine gewahlten Themen und Erzahlweisen herausstellen. Dabei stutze ich mich hauptsachlich auf die Dissertation von Susanne Phillipps aus dem Jahr 2000 mit dem Titel ,,Tezuka Osamu - Figuren, Themen und Erzahlstrukturen im Manga-Gesamtwerk“, da diese einen sehr umfassenden Uberblick uber das Schaffen Tezuka Osamus gibt und sich dabei auch aufjapanische Literatur stutzt, deren Studium mir leider zu diesem Zeitpunkt sprachlich noch nicht moglich ist.

2. Biographischer Uberblick

Zur Rahmung und besseren zeitlichen Einordnung soll im folgenden ein kurzer biographischer Abriss dienen. Tezuka Osamu wurde am 3.November 1928 in Toyonaka, in der Prafektur Osaka geboren, verbrachte seine Kindheit aber in Takarazuka in der Prafektur Hyogo. Wahrend des Krieges besuchte er noch die Oberschule, wurde dann aber in den letzten Monaten des Krieges zur Waffenproduktion in einer Munitionsfabrik eingezogen. Nach Japans Kapitulation begann er 1945 ein Medizinstudium. In den darauffolgenden Jahren versuchte er den sicheren Beruf des Arztes und die unsichere Tatigkeit als Manga-ka nebeneinander herlaufen zu lassen.

Seine fruhen Veroffentlichungen, wurden in Osaka als akahon (Rotbuch-Manga) veroffentlicht, billige gedruckte Ausgaben in roten Umschlagen, die eine abgeschlossene Erzahlung beinhalten. Diese Geschichten zeichnete er zum Grofiteil bereits in seiner Schulzeit und wahrend er in der Munitionsfabrik arbeitete. Daraus lasst sich auch der grofie Erfolg bei Jugendlichen ableiten, da die Leser haufig in dem gleichen Alter waren wie Tezuka als er die Geschichten schrieb bzw. zeichnete. 1952 gab er den Arztberuf nach einigen erfolgreichen Veroffentlichungen wie zum Beispiel „Shintakarajima“ (Die neue Schatzinsel, 1947) endgultig auf und konzentrierte sich nur noch auf die Tatigkeit als Manga-ka und erfullte sich 1961 auch den Traum eines eigenen Animestudios namens „Mushi Productions'‘. 1963 konnte er auch den Durchbruch im Anime-Bereich mit „Tetsuwan Atomu“ (Astro-Boy) feiern. 1967 grundete er die Manga-Zeitschrift „COM“, durch die er die Moglichkeit nutzte neue Erzahlformen auszuprobieren und auch neuen Manga-Zeichnern diese Chance einraumte.

In dieser Zeit kam es langsam zum Umbruch im Manga-Genre. Kindgerechte Mangas wie Osamu sie zumeist herausbrachte wurde immer starker abgelost von sogenannten ,,Gekiga“ (dramatische Bilder), Mangas die sich mit deutlich dusteren Themen befassten und eher auf ein erwachsenes Publikum zugeschnitten waren. Diese Zeit stellte das Ende seiner ersten Schaffensphase dar. Durch wachsende Popularitat, der neuen erwachseneren Mangas, verlor Tezuka stark an Popularitat und musste sich stilistisch verandern. 1968 musste seine Manga-Serie ,,Tetsuwan Atomu“ (Astro Boy), die bereits seit 1951 bestand, eingestellt werden, bald darauf wurde auch sein Anime-Studio geschlossen. Die Manga-Zeitschrift „COM“ wurde 1971 eingestellt. Nach einer Zeit der Umorientierung und des oben schon genannten Ausprobieren neuer Erzahlformen orientierte sich Tezuka in seiner zweiten Schaffensphase ab Mitte der 70er Jahre an Biographien und historischen Vorfallen. In dieser Zeit entstanden Werke wie ,,Buddha“ (1972-1983), ,Adorufu no tsugu“ (1983) und „Rudouihi B.“ (Ludwig B., 1987-1989), die alle auf den Biographien beruhmter Personlichkeiten, also Siddhartha Gautama, Adolf Hitler und Ludwig van Beethoven, beruhen und deutlich realistischer gezeichnet sind als seine Fruhwerke. Am 9. Februar 1989 stirbt Tezuka Osamu im Alter von 60 Jahren an Krebs.

3. Tezuka Osamus Figurenensemble

Wie bei bekannten amerikanischen Zeichentrickfilmen, allen voran den Disney-Cartoons, gibt es auch bei Osamu ein festes Figurenensemble, dass sich in vielen Geschichten wiederfindet. In Kapitel 4 werde ich weiter auf die westlichen Einflusse auf die Werke der ersten Schaffensphase eingehen, doch der Bezug zu Disney und auch Tezukas lebenslange grofie Begeisterung dafur soll hier schon vorweggenommen werden.

Ahnlich wie die festen Figuren Mickey Mouse, Donald Duck und Goofy, hat auch Tezuka eine feste Besetzung, die in vielen Stucken wiederkehrt und vom Leser wiedererkannt und somit auch schon charakterlich fest eingeordnet werden kann. Wie beim Vorbild der Disney-Figuren haben auch diese Manga-Figuren fest zugeordnete Starken, Schwachen und Charakteristika, erleben verschiedene Abenteuer und spielen darin verschiedene Rollen. Hier zeigt sich eine filmische Darstellungsweise, da die Figuren seines Ensembles ahnlich wie Schauspieler in immer neuen Rollen zu sehen sind, wobei ihre Charakterzuge aber gleich bleiben.

Im folgenden sollen kurz beispielhaft einige der Bedeutendsten dieser Figuren vorgestellt werden.

3.1 Ken'ichi

Die Figur, die in der Literatur als Ken'ichi zu finden ist, tritt erstmalig in ,,Shintakarajima“ (Die neue Schatzinsel) unter dem Namen Pete (Pito) auf. Es handelt sich um einen Jungen mit einer uber der Stirn hochstehenden Locke, der in fast allen fruhen Mangas denjugendlichen Helden verkorpert. Sein Charakter ist gepragt von einem hohen Sinn fur Gerechtigkeit, Idealismus, Verantwortungsbewusstsein, und auch ein wenig Naivitat, da er ungebrochen und ungeachtet der Hindernisse die sich in den Weg stellen an das Gute glaubt (vgl. Phillipps 2000:100f).

3.2 Hige Oyaji (Onkel Schnauzbart)

Hige Oyaji ist eine vaterliche Figur, die oft Ken'ichi, demjugendlichen Helden, zur Seite steht. Er wird als alterer Herr mit Schnauzbart und meist mit Anzug dargestellt. Verlasslichkeit, Intelligenz, aber auch etwas Tollpatschigkeit zeichnen ihn aus. Durch seine manchmal auftretende Ungeschicktheit ist er eine Figur die haufiger das Element des ,,Comic relief4 liefert, welches ein fester Bestandteil der Erzahlweise Osamus ist. Aber hauptsachlich dient Hige Oyaji als Beschutzer und als Bezugsperson fur Ken'ichi. Meist findet man ihn in verantwortungsvollen beruflichen Positionen wie zum Beispiel als Arzt oder Detektiv. Diese Figur stellt auch einen Gegner von Atomwaffen dar, rettet misshandelte Kinder und verkorpert den guten Beschutzer. Als eine der altesten Figuren ist ihr Charakter sehr klar definiert (vgl. Phillipps 2000:98f).

3.3 Azetylen Lampe (Achiren Rampu)

Im Gegensatz zu den beiden bisher vorgestellten Figuren handelt es sich hierbei um einen Bosewicht des Ensembles. Er wird meist als korrekt gekleideter Herr dargestellt, der meist grimmig schaut. Sein Name leitet sich davon ab, dass eine Kerze an einer Delle seines Hinterkopfes erschient sobald er uberrascht oder verargert ist. Charakteristisch ist fur ihn, dass er durch und durch Bose ist. Tezuka Osamu lasst diesen Charakter zum Beispiel Unschuldige erschiefien und Sabotagen anrichten. Er zeigt keine Reue, keine Skrupel und ist ein Sadist. Als eine der wenigen Figuren dieses Starensembles der fruhen Schaffensphase taucht diese Figur auch in spateren Werken wieder auf (vgl. Phillipps 2000:103f)

3.4 Tezuka Osamu

Auch der Kunstler selbst lasst sich in seiner Riege der festen Figuren wiederfinden. Er zeichnet sich als Arzt, Mangazeichner oder Chef seines Anime-Studios. Ein weiteres Element des ,,Comic Relief4 lasst sich finden, wenn er mit seinen Figuren uber ihre Rollen diskutiert (Phillipps 2000:108f).

[...]

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Tezuka Osamu. Ein Überblick über sein Leben und die westlichen Einflüsse auf sein Werk
Hochschule
Universität Trier
Veranstaltung
Medien und Kultur Japans
Note
1,3
Autor
Jahr
2011
Seiten
12
Katalognummer
V181520
ISBN (eBook)
9783656047131
ISBN (Buch)
9783656047421
Dateigröße
411 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Manga, Anime, Japan
Arbeit zitieren
Christina Martin (Autor), 2011, Tezuka Osamu. Ein Überblick über sein Leben und die westlichen Einflüsse auf sein Werk, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/181520

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