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Das Patientenverfügungsgesetz in Deutschland und Österreich

Juristische und philosophische Fragen im Rahmen der Medizinethik

Title: Das Patientenverfügungsgesetz in Deutschland und Österreich

Seminar Paper , 2011 , 19 Pages

Autor:in: MMag. phil. MMag. theol Renate Enderlin (Author)

Medicine - Other
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In meiner Arbeit möchte ich zunächst versuchen, Fragen zu beantworten, welche die aktuellen Gesetzesentwürfe betreffen. Im Folgenden soll auf das deutsche und österreichische Patientenverfügungsgesetz (bezüglich Geltungsdauer, Reichweitenbegrenzung und Beratungspflicht) eingegangen werden. Welche Unterschiede bezüglich Patientenverfügungsgesetzes gibt es zwischen Deutschland und Österreich? Welche Probleme können bei der Errichtung einer Patientenverfügung und welche bei deren Anwendung auftauchen? Die Möglichkeiten einer standardisierten Patientenverfügung und die theologische Diskussionen zur Patientenverfügung werden dabei zu kurz kommen und auch die Entstehung des Gesetzes in Deutschland und Österreich (und deren juristischen Wurzeln in den USA) wird nicht im Detail referiert. Dafür wird es darum gehen, Voraussetzungen und einige offene Fragen zu aktuellen Gesetzesentwürfen zusammenzufassen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Voraussetzungen

3. Unterschiede zwischen österreichischer und deutscher Regelung

a) Einwilligungsfähigkeit und Schriftlichkeit

b) Beratungspflicht

c) Geltungsdauer

d) Reichweitenbegrenzung

4. Offene Fragen zur Patientenverfügung

5. Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen

Diese Arbeit untersucht die juristischen und ethischen Implikationen von Patientenverfügungen im Vergleich zwischen Deutschland und Österreich. Ziel ist es, die Herausforderungen bei der Umsetzung und Anwendung dieser Instrumente im Kontext der modernen Medizinethik und der zunehmenden Patientenautonomie kritisch zu hinterfragen.

  • Rechtliche Rahmenbedingungen von Patientenverfügungen in Deutschland und Österreich
  • Die Rolle der Patientenautonomie gegenüber der ärztlichen Expertise
  • Vergleich der Formerfordernisse und Beratungspflichten
  • Bedeutung und Problematik der Reichweitenbegrenzung
  • Ethische Reflexion des Sterbens in der modernen Hightech-Medizin

Auszug aus dem Buch

d. Reichenweitenbegrenzung

Unterschiede zwischen österreichischer und deutscher Gesetzeslösung sind auch in Bezug auf die Frage der Reichweitenbegrenzung anzuführen. Die Lösung dieser Frage war viel diskutiert und in Deutschland mit ein Grund, warum die Verabschiedung des Gesetzes so lange gedauert hat. In Deutschland wird die Reichenweitenbegrenzung „in § 1901a Abs. 3 BGB nunmehr ausdrücklich aufgegeben. Der künftige Patient soll vielmehr genauso wie der in der aktuellen Situation entscheidungsfähige Patient ohne Rücksicht auf Art und den Verlauf seiner Erkrankung selbst darüber befinden können, ob und ggf. welche ärztlichen Maßnahmen an ihm vorgenommen werden dürfen, wenn er nicht mehr einwilligungsfähig ist. Es sei Ausfluss seines verfassungsrechtlich verbürgten Selbstbestimmungsrechts, eine solche Entscheidung auch im Voraus für den Fall der Entscheidungsunfähigkeit treffen und von seinem Vertreter die Durchsetzung des Willens erwarten zu können.“

Fallbeispiele können das Problem der Reichenweitenbegrenzung vielleicht am besten verdeutlichen. Angenommen, ein Mann wünscht sich „nach Ablauf von zehn Tagen in einem komatösen Zustand die Einstellung aller lebenserhaltenden Maßnahmen. [...] Falls der Zustand reversibel ist, dürfte der Patientenverfügung bei Bestehen einer Reichweitenbegrenzung nicht Folge geleistet werden.“

Angenommen, eine alte Frau, die noch keine gesundheitlichen Beschwerden hat, fürchtet sich vor einem Herzinfarkt und schreibt in ihrer Patientenverfügung, „dass eine Wiederbelebung bei Herzinfarkt oder Schlaganfall zu unterbleiben hat.“ Was tun in einem solchen Fall? Die Verfügung Ernst nehmen und nicht reanimieren, obwohl sie gute Chancen hätte, danach noch zwanzig Jahre ohne wesentliche Einschränkungen weiter leben zu können?

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beleuchtet das Spannungsfeld zwischen paternalistischem ärztlichem Handeln und der zunehmenden Bedeutung der Patientenautonomie am Lebensende.

2. Voraussetzungen: Erläutert die medizinischen und rechtlichen Grundbedingungen, unter denen Patientenverfügungen relevant werden und ihre Gültigkeit entfalten.

3. Unterschiede zwischen österreichischer und deutscher Regelung: Analysiert detailliert die Divergenzen in Schriftlichkeit, Beratungspflicht, Geltungsdauer und der Reichweitenbegrenzung in beiden Ländern.

4. Offene Fragen zur Patientenverfügung: Diskutiert ungeklärte rechtliche und technische Herausforderungen sowie die Rolle der Kirchen in der Sterbebegleitungsdebatte.

5. Zusammenfassung: Reflektiert die Verschiebung der Rechtslage als Folge gesellschaftlicher Pluralisierung und betont die unverzichtbare persönliche Verantwortung trotz gesetzlicher Entscheidungshilfen.

Schlüsselwörter

Patientenverfügung, Patientenautonomie, Medizinethik, Österreich, Deutschland, Rechtsvergleich, Lebensende, Reichweitenbegrenzung, Beratungspflicht, Einwilligungsfähigkeit, Sterbehilfe, Behandlungsabbruch, Selbstbestimmungsrecht, Ärztliche Expertise, Vorausverfügung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die philosophischen und juristischen Fragestellungen rund um das Patientenverfügungsgesetz in Deutschland und Österreich im Rahmen der Medizinethik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen der Vergleich der gesetzlichen Rahmenbedingungen, die Bedeutung der Patientenautonomie, ethische Dilemmata am Lebensende und die praktische Anwendbarkeit von Patientenverfügungen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Unterschiede zwischen den nationalen Regelungen herauszuarbeiten und zu hinterfragen, inwieweit Patientenverfügungen als Kommunikationshilfe zur Rechtssicherheit beitragen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer rechtsvergleichenden Analyse der Gesetzestexte sowie einer philosophisch-ethischen Reflexion der zugrunde liegenden Prinzipien.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Voraussetzungen für Patientenverfügungen, den detaillierten Vergleich von Formvorschriften, Geltungsdauer und Reichweitenbegrenzung sowie eine Diskussion offener Fragen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Patientenverfügung, Patientenautonomie, Medizinethik, Reichweitenbegrenzung und Selbstbestimmungsrecht.

Wie unterscheidet sich die Beratungspflicht in Österreich und Deutschland?

In Österreich ist eine ärztliche Beratung zwingende Voraussetzung für eine verbindliche Patientenverfügung, während sie in Deutschland keine notwendige Bedingung für die Gültigkeit darstellt.

Gibt es eine Reichweitenbegrenzung in den beiden Ländern?

Nein, sowohl in Deutschland als auch in Österreich wurde bei der gesetzlichen Regelung auf eine starre Reichweitenbegrenzung verzichtet.

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Details

Title
Das Patientenverfügungsgesetz in Deutschland und Österreich
Subtitle
Juristische und philosophische Fragen im Rahmen der Medizinethik
College
University of Vienna
Course
Alter – Krankheit – Sterben. Philosophisch-medizinische und ethische Probleme in der Geriatrie.
Author
MMag. phil. MMag. theol Renate Enderlin (Author)
Publication Year
2011
Pages
19
Catalog Number
V181535
ISBN (eBook)
9783656047094
ISBN (Book)
9783656047391
Language
German
Tags
patientenverfügungsgesetz deutschland österreich juristische fragen rahmen medizinethik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
MMag. phil. MMag. theol Renate Enderlin (Author), 2011, Das Patientenverfügungsgesetz in Deutschland und Österreich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/181535
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