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Lyssenko und Lyssenkoismus

Eine Überblicksdarstellung

Titel: Lyssenko und Lyssenkoismus

Hausarbeit , 2011 , 12 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Robert Pilgrim (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Nachkriegszeit, Kalter Krieg
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit soll einen kurzen Überblick über den sowjetischen Agronom Trofim Denissowitsch Lyssenko, sowie über Phänomen des Lyssenkoismus – einerseits als Lyssenkos neolamarckistische Theorie der Vererbung von durch Umweltbedingungen erworbenen Eigenschaften, anderseits als die ideologisch gefärbte und systematische Unterdrückung anderer wissenschaftlicher Meinungen und Interpretationen – liefern.
Dazu sollen Lyssenkos politischer und wissenschaftlicher Werdegang im historischen Kontext der Sowjetunion aufgezeigt werden. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf der Lyssenko-Debatte bis 1948.
Ein Fazit soll die Ergebnisse zusammenfassen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wissenschaftlicher und politischer Werdegang

2.1 Studium und erste Anstellung bis 1929

2.2 Propaganda und Machtwachstum 1929-1936

2.3 Terror und Abkühlung 1936-1948

2.4 Der Höhepunkt des Lyssenkoismus 1948-1952

2.5 Lyssenkos Abstieg

3. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht den politischen und wissenschaftlichen Werdegang des sowjetischen Agronomen Trofim Denissowitsch Lyssenko. Ziel ist es, das Phänomen des Lyssenkoismus sowohl als pseudowissenschaftliche Theorie der Vererbung als auch als Ausdruck einer systematischen ideologischen Unterdrückung abweichender Meinungen im Kontext der Sowjetunion darzustellen.

  • Analyse der neolamarckistischen Vererbungstheorien Lyssenkos
  • Untersuchung des Zusammenspiels von Ideologie und wissenschaftlicher Repression
  • Historische Einordnung des Aufstiegs und Falls des Lyssenkoismus
  • Die Rolle der politischen Führung und des Terrors im wissenschaftlichen Diskurs
  • Folgen für die sowjetische Landwirtschaft und die biologische Forschung

Auszug aus dem Buch

2.2 Propaganda und Machtwachstum 1929-1936

Das Jahr 1929 stellt neben dem Beginn der zweiten großen Terrorwelle einen generellen Wechsel im Ton des wissenschaftlichen Diskurses der Sowjetunion dar: Das politische Klima wurde repressiver und die Systemideologie auf die Wissenschaft dergestalt bezogen, dass in den folgenden Jahren Theorien aus dem nicht-sozialistischen Ausland als per se falsch, kapitalistisch, reaktionär und bourgeois dargestellt wurden. Der Lyssenkoismus als Unterdrückung anderer wissenschaftlicher Meinungen in der Vererbungslehre war also keineswegs ein Ausnahmefall, sondern steht stellvertretend für die Repression in nahezu allen wissenschaftlichen Bereichen; Lyssenkoismus „was only the most extreme of many manifestations of philosophical dogmatism and politcal oppression under Stalin“.

Die Kritik an Lyssenkos Lehren hielt sich demnach in diesem wissenschaftsfeindlichen Klima stark in Grenzen. Alleine N. A. Maksimow, Leiter des Physiologischen Laboratoriums des Institus für angewandte Botanik und neue Nutzpflanzen, wagte es zwischen 1929 und 1931 Kritik an Lyssenko zu üben – und wurde bald daraufhin inhaftiert und trotz seines Fürsprechers Nikolai Iwanowitsch Wawilow, dem sehr renommierten Botaniker und später erbittertstem Gegner Lyssenkos, nach Saratow verbannt, wo ihm das Bekenntnis, seine Kritik sei unberechtigt gewesen, heraus gepresst wurde.

Unterdessen arbeitete Lyssenko einerseits weiterhin an seinen Theorien und andererseits an der Beseitigung von wissenschaftlichen Gegnern, insbesondere Wawilow, der seinerseits u. a. von 1928-1935 Direktor der Lenin-Akademie für Landwirtschaftswissenschaften, von 1930-1940 Direktor des Instituts für Genetik der Akademie der Wissenschaften der UdSSR und Mitglied des Zentralkomitees der KPdSU war. Wawilow war zunächst Förderer von Lyssenko, stand der Jarowisation aber skeptisch gegenüber und vertrat eine genetische Sichtweise bzgl. der Vererbungslehre im Gegensatz zu Lyssenkos neolamarckistischem Ansatz, den dieser ab Ende 1934 öffentlich postulierte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, einen Überblick über Lyssenko und das Phänomen des Lyssenkoismus zu geben und den wissenschaftlichen wie politischen Kontext zu beleuchten.

2. Wissenschaftlicher und politischer Werdegang: Dieses zentrale Kapitel beschreibt detailliert den Aufstieg, die Methoden zur Machtsicherung durch Denunziation und die ideologische Durchdringung der sowjetischen Wissenschaft durch Lyssenko bis zu seinem späteren Abstieg.

3. Fazit: Das Fazit resümiert die schädlichen Auswirkungen Lyssenkos auf die sowjetische Wissenschaft und betont die historische Mahnung zur Freiheit der Forschung.

Schlüsselwörter

Trofim Lyssenko, Lyssenkoismus, Sowjetunion, Genetik, Agrarwissenschaft, Stalinismus, Repression, Jarowisation, Nikolai Wawilow, Wissenschaftsgeschichte, Neolamarckismus, Ideologie, Landwirtschaft, Wissenschaftliche Freiheit, Biologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Person des sowjetischen Agronomen Trofim Denissowitsch Lyssenko und dem nach ihm benannten Phänomen des Lyssenkoismus, das die sowjetische Wissenschaft über Jahrzehnte prägte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen sind die Entwicklung der neolamarckistischen Vererbungstheorien, die Unterdrückung konkurrierender wissenschaftlicher Denkschulen und der Einfluss politischer Machtstrukturen auf die Forschung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist die historische Aufarbeitung von Lyssenkos politischem und wissenschaftlichem Werdegang sowie die Darstellung der Folgen seiner Lehren für die sowjetische Landwirtschaft und Wissenschaft.

Welche wissenschaftliche Methode wurde für diese Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine historische Überblicksdarstellung, die auf einer fundierten Auswertung von Fachliteratur und zeitgenössischen Quellen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in fünf Unterkapitel, die chronologisch von Lyssenkos Ausbildung über seinen Aufstieg und die Zeit des Terrors bis hin zur Dominanz zwischen 1948 und 1952 und dem späteren Abstieg reichen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Lyssenkoismus, Genetik, Stalinismus, Repression und der Gegensatz zwischen der klassischen Genetik und den pseudowissenschaftlichen Methoden Lyssenkos.

Warum konnte sich Lyssenko so lange an der Macht halten?

Sein Erfolg basierte auf einer Kombination aus seiner bäuerlichen Herkunft, seiner meisterhaften Selbstdarstellung und der Unterstützung durch das politische System, das wissenschaftliche Arbeit dem ideologischen Nutzen unterordnete.

Welche Rolle spielte Nikolai Wawilow in diesem Konflikt?

Wawilow war einer der renommiertesten Botaniker seiner Zeit und ein erbitterter Gegner Lyssenkos; seine Ausschaltung und Verhaftung markierten einen Wendepunkt in der Unterdrückung der freien Genetik.

Was bedeutet der Begriff "Jarowisation" im Kontext der Arbeit?

Die Jarowisation war eine von Lyssenko propagierte Methode der Kältebehandlung von Wintergetreide, die als revolutionäre Entdeckung zur Lösung von Ernährungsproblemen vermarktet wurde, jedoch wissenschaftlich höchst umstritten war.

Wie endete der Einfluss von Lyssenko?

Sein Einfluss schwand nach Stalins Tod und der Entschlüsselung der DNA, die seine Thesen wissenschaftlich unhaltbar machten, was letztlich 1965 zu seiner Absetzung führte.

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Details

Titel
Lyssenko und Lyssenkoismus
Untertitel
Eine Überblicksdarstellung
Hochschule
Universität Hamburg  (Historisches Seminar)
Veranstaltung
Sowjetische Technikgeschichte
Note
1,7
Autor
Robert Pilgrim (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
12
Katalognummer
V181539
ISBN (eBook)
9783656047070
ISBN (Buch)
9783656047360
Sprache
Deutsch
Schlagworte
lyssenko lyssenkoismus eine überblicksdarstellung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Robert Pilgrim (Autor:in), 2011, Lyssenko und Lyssenkoismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/181539
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Leseprobe aus  12  Seiten
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