Die heilende Wirkung des Weines ist schon seit Jahrhunderten bekannt doch auch
andere Eigenschaften des Rebensaftes sind seit jeher sehr begehrt. Als Getränk der
Götter und zum Teil als Grabbeigabe verwendet, genoss der Wein schon bei frühen
Kulturen hohes Ansehen. Die Jahrtausende alte Tradition des Weingenusses und -gebrauchs
und die dazugehörigen Arbeiten des Anbaus und der Verarbeitung der Reben
wecken das Interesse für diesen Handwerkszweig.
Für das Winzerhandwerk entstand eine spezifische Fachterminologie, die sich auch
heute noch stetig weiterentwickelt. An jeden technologischen Fortschritt ist auch eine
Anpassung der entsprechenden Termini geknüpft. Als praktisches Beispiel hierfür sei
das Rebmesser genannt, welches zum Beschneiden des Weinstrauchs verwendet wurde.
Seit einiger Zeit wird hierfür allerdings die weitaus praktischere Rebschere benutzt, was
zu Folge hatte, dass dieser Terminus Einzug in die Winzersprache hielt. Besonders
auffällig sind auch die zum Teil sehr starken regionalen Unterschiede im Wortschatz der
Winzer. Die Geschichte des Weinbaus und die damit einhergehende Entwicklung der
Winzerterminologie werden Inhalt der ersten beiden Kapitel der vorliegenden Hausarbeit
sein.
Die beiden darauffolgenden Kapitel sind einem herausragenden linguistischen Projekt
gewidmet, dem Wortatlas der kontinentalgermanischen Winzerterminologie von Wolfgang
Kleiber. Als Nachfolgeprojekt dazu ist auch das Wörterbuch der deutschen Winzersprache
erwähnenswert, welches die gesammelten Materialien lexikographisch aufarbeitet.
Die zweite Teil dieser Hausarbeit umfasst die praktische Textanalyse eines mittelhochdeutschen
Textes zum Thema Wein. Dieser wird auf eventuelle fachsprachliche
Besonderheiten in Struktur, Syntax und Terminologie untersucht.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
I. Theorie
1.1 Überblick über die Geschichte des Weinbaus in Deutschland
1.2 Die deutsche Winzerterminologie
a) zeitliche Entwicklung
b) regionale Unterschiede
1.3 Der Wortatlas der kontinentalgermanischen Winzerterminologie
1.4 Das Wörterbuch der deutschen Winzersprache
II. Textanalyse
2.1 Textstruktur
2.2 Syntax
2.3 Terminologie
Anhang
Mittelhochdeutscher Text
Übersetzung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit der historischen Entwicklung und den regionalen Ausprägungen der deutschen Winzerterminologie sowie deren wissenschaftlicher Dokumentation durch sprachwissenschaftliche Projekte. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der praktischen Analyse eines mittelhochdeutschen Rezepttextes zur Weinbehandlung, um fachsprachliche Merkmale innerhalb der historischen Gebrauchsliteratur zu identifizieren.
- Historische Genese des Weinbaus in Deutschland
- Entwicklung und regionale Varianz der Winzerterminologie
- Dokumentation durch den „Wortatlas der kontinentalgermanischen Winzerterminologie“ (WKW)
- Systematik des „Wörterbuchs der deutschen Winzersprache“ (WDW)
- Analyse von Struktur, Syntax und Terminologie in mittelhochdeutscher Rezeptliteratur
Auszug aus dem Buch
1.2 Die deutsche Winzerterminologie
Durch den leichteren Zugang zu Papier und die zunehmende Verschriftlichung auch in deutscher Sprache, findet man sehr viele Hinweise zum Weinbau in jeder größeren Urkundensammlung. Vor allem sind hier die Weinbergsordnungen zu nennen, welche Regelungen über die Anlage der Weingärten, die Arbeitsverteilung über das Jahr und Verbote und Strafandrohungen enthielten. Durch diese und „eine[...] kaum überschaubare[...] Zahl“ anderer Dokumente, wie Urkunden, Weistümer, Rechnungen, Chroniken, Hausbücher und dergleichen mehr, lässt sich die frühe deutsche Winzersprache rekonstruieren. Auch trug das Pelzbuch Gottfrieds von Franken zu einem großen Teil zur Kenntnis über die mittelhochdeutsche Weinkultur bei.
Für den Weinbau gibt es im Deutschen eine vielfältige Terminologie, vor allem Bezeichnungen für Geräte, Arbeitstechniken sowie Reb- und Weinsorten. Die Wörter sind zum Großteil seit althochdeutscher Zeit belegt, teilweise auch schon eher. Die Ausdrücke variieren regional sehr stark und sind bis heute einem ständigem Wandel unterworfen, der nicht zuletzt durch die ständige Modernisierung der Techniken begründet ist, unter anderem den Wegfall einst gebräuchlicher Termini durch modernere Geräte oder Verfahren.
In Struktur und Syntax lässt sich nichts Allgemeingültiges für die Winzersprache feststellen, sie wird ausschließlich durch ihre Terminologie von anderen Fachsprachen abgegrenzt. Diese wiederum ist dadurch gekennzeichnet, dass es sich zum überwiegenden Teil um Lehnwörter aus dem Lateinischen handelt. Darüber hinaus gibt es auch einheimische Weinbauwörter und einheimische Wörter, die lediglich vereinzelt als Weinbautermini in Erscheinung treten.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Bedeutung des Weines ein und skizziert die Entwicklung einer spezifischen Fachterminologie sowie das Ziel der Arbeit, diese terminologisch und anhand eines Textbeispiels zu untersuchen.
I. Theorie: Dieses Kapitel erläutert die Geschichte des Weinbaus in Deutschland, die zeitliche und regionale Entwicklung der Fachsprache und stellt bedeutende Forschungsprojekte wie den WKW und das WDW vor.
II. Textanalyse: Der zweite Teil widmet sich der praktischen Untersuchung eines mittelhochdeutschen Rezepttextes, wobei dessen Struktur, Syntax und fachsprachlicher Wortschatz analysiert werden.
Anhang: Der Anhang bietet den direkten Zugriff auf den untersuchten mittelhochdeutschen Quelltext sowie dessen moderne Übersetzung.
Schlüsselwörter
Winzerterminologie, Weinbau, Fachsprache, Sprachgeschichte, Dialektologie, Wortatlas, mittelhochdeutsch, Rezeptliteratur, Etymologie, Weinkultur, Weinlese, Lexikographie, Textanalyse, Winzersprache, historische Fachsprachen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Sprache des Winzerhandwerks, ihrer historischen Entwicklung und ihrer fachsprachlichen Einordnung, illustriert durch historische Dokumente und moderne Forschungsprojekte.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert auf die Etymologie von Fachbegriffen, die regionale Ausprägung der Winzersprache, die wissenschaftliche Erfassung in Sprachatlanten sowie die Analyse historischer Rezepttexte.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Entwicklung der Winzerterminologie aufzuzeigen und durch eine Textanalyse eines mittelhochdeutschen Beispiels zu prüfen, wie sich fachsprachliche Elemente in zeitgenössischer Rezeptliteratur niederschlagen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es werden eine historisch-etymologische Analyse der Terminologie sowie eine strukturelle und syntaktische Analyse eines ausgewählten historischen Quelltextes durchgeführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Geschichte und Forschungsprojekte (WKW/WDW) sowie eine konkrete sprachwissenschaftliche Analyse eines mittelhochdeutschen Textes.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Winzerterminologie, Sprachgeschichte, Dialektologie, Weinbau und historische Fachsprachen charakterisiert.
Warum spielt der „Wortatlas der kontinentalgermanischen Winzerterminologie“ eine so wichtige Rolle?
Der WKW dokumentiert den mündlich überlieferten, dialektalen Winzerwortschatz vor der zunehmenden Technisierung nach 1960 und bewahrt damit Sprachwissen aus heute teilweise erloschenen Sprachinseln.
Wie unterscheidet sich der analysierte mittelhochdeutsche Text von klassischer Winzerliteratur?
Bei dem untersuchten Text handelt es sich um Rezeptliteratur, die weniger fachspezifische Winzertermini enthält, sondern eher allgemeine Anleitungen mit volkssprachlichem Vokabular zur Behandlung von Wein wiedergibt.
- Arbeit zitieren
- Elisabeth Eidner (Autor:in), 2010, Die deutsche Winzerterminologie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/181564