Die Ableitung des Äther-Begriffs bei Aristoteles


Referat (Ausarbeitung), 2011
8 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Die Ableitung des Äther-Begriffs
II.1 Körper und Größen
II.2 Naturgemäße und naturwidrige Bewegungen
II.3 Die Bewegung der Sterne
II.4 Der Äther-Begriff

III. Fazit

I. Einleitung

Aristoteles, einer der bedeutendsten Philosophen der Antike, liefere unzählige Grundlagen und Erkenntnisse über die Physik, die Politik und die Ethik. Teilweise sind seine Ableitungen noch heute gültig; in jedem Falle waren und sind sie Ausgangspunkte für die weitergehende Forschung und Entwicklung der Wissenschaften. Insbesondere stellt sein Werk "Vom Himmel" eine Art Schlüsselschrift für die Physik dar, welche unter anderem Giordano Bruno und Galilei in ihrer physikalischen Forschung weitgehend beeinflusste.

Im Folgenden soll mit Hilfe dieses Werkes die Ableitung des Äther-Begriffs nach Aristoteles beschrieben werden. Dafür ist es zunächst notwendig, die zu Zeiten von Aristoteles (384-324 v.Chr.) gängige Vorstellung der Welt zu beschreiben: Die Erde wurde als eine hügelige Scheibe betrachtet, auf welcher die Menschen leben. Unter der Erde wurde die Unterwelt vermutet, während über der Erde die Luft inklusive Sonne und Mond sei. Dies werde vom Himmelszelt überspannt, an welchem die Sterne "haften". Nachts befände sich die Sonne in der Unterwelt.

Dieses Weltbild wurde durch Aristoteles von einer neuen kosmischen Vorstellung abgelöst, welche er mit Hilfe deduktiver Schlüsse konstruierte. Unter anderem geht Aristoteles davon aus, dass die Erde kugelförmig ist. Die Beschreibung seiner Gedankengänge im Hinblick auf die Entwicklung des Äther-Begriffs erfolgt auf Grundlage des Skripts "Vom Himmel. Erstes Buch", in welchem die entsprechenden Passagen (Seitenzahlen in Klammern) nachzulesen sind.

II. Die Ableitung des Äther-Begriffs

II.1 Körper und Größen

Aristoteles beginnt seine Ausführungen mit einer Einteilung der von Natur aus bestehenden Dinge der Welt in einerseits Körper bzw. Größen, also mechanische Gegebenheiten, und andererseits nicht mechanische Prinzipien in Form von sich reproduzierenden Kräften und virtuellen Begriffen. Er geht nun insbesondere auf die erste Thematik ein und beschäftigt sich mit den Körpern. Unter einem Körper versteht Aristoteles das, was allseitig (also in allen drei Dimensionen: Länge, Breite und Tiefe) teilbar ist (vgl. S. 55 f.). Linien und Flächen sind für ihn im Gegensatz dazu abstrakte Begriffe: Linien oder auch Geraden erstrecken sich in nur eine Richtung bzw. Flächen in nur zwei Richtungen und sind ausschließlich durch den Geist des Menschen erfassbar. Sie sind demnach reine Denkleistungen. Damit negiert Aristoteles auch den Atom-Begriff, da es sich bei einem Atom (was per definitionem unteilbar ist) nur um einen abstrakten Begriff, einen "Punkt" handle.

Körper hingegen sind empirisch greifbar, lassen sich in wieder Körperliches teilen und sind gegeneinander abgegrenzt (vgl. S. 56), d.h. es gibt "kein Weiterschreiten" (S. 56) in etwas Anderes mehr (die Linie kann sich zur Fläche ausdehnen, die Fläche zum Körper, aber der Körper kann sich nicht weiter in etwas Vierdimensionales entwickeln oder in die andere Richtung zurückgehen; er ist zwar teilbar, aber nicht reduzierbar, d.h. er kann nicht zu etwas Unkörperlichem werden).

II.2 Naturgemäße und naturwidrige Bewegungen

Weiterhin ist allen Körpern und Größen laut Aristoteles von Natur aus eine räumliche Bewegung zu Eigen, die entweder geradlinig, kreisförmig oder eine Mischung aus beiden ist. Dementsprechend gibt es drei mögliche naturgemäße Bewegungsformen: die geradlinige Bewegung teilt sich auf in die steigende (vom Mittelpunkt weggehende) und die fallende (zum Mittelpunkt hingehende) Bewegung und die kreisförmige geht um den (Erd-)Mittelpunkt herum. All diese Bewegungen bezeichnet Aristoteles als "einfach", wenn sie "einfachen Körpern" (S. 57) zugeordnet sind; diese einfachen Körper sind die Elemente. Dabei wohnt jedem Element von Natur aus nur eine einfache Bewegung inne. Dies impliziert, dass (mindestens) ein Element eine Kreisbewegung vollzieht. Naturgemäß haben Feuer und Luft geradlinig steigende Bewegungen, wohingegen sich Erde (Irdenes, beispielsweise ein Stein) und Wasser (beispielsweise Regen) geradlinig fallend bewegen. Der naturgemäßen ist nun die naturwidrige Bewegung entgegengesetzt, die gewaltsam (da entgegen der Natur) abläuft, also beispielsweise im Falle des Anhebens von etwas Irdenem. Bei der naturgemäßen Bewegung vollzieht ein Element demnach geradlinig und ungestört den Weg (zurück) zu seiner ursprünglichen Elementlage, da eine Gerade die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten ist. Bevor diese jedoch vollzogen werden kann, bedarf es logischerweise einer naturwidrigen Bewegung, die die naturgemäße erst nötig bzw. möglich macht. Die Kreisbewegung hat dabei jedoch keine Entgegensetzung und wird daher von Aristoteles als die ursprünglichste angesehen, da sie "vollkommen" und ewig, also unbegrenzt ist. Allerdings vollziehen alle vier Elemente offenkundig geradlinige Bewegungen; daher schließt Aristoteles darauf, dass es ein weiteres, ursprünglicheres Element geben muss, welchem die Kreisbewegung zugeordnet werden kann (vgl. S. 58). Naturwidrige Bewegungen gehen wegen ihrer Gewaltbewegung schnell zugrunde, aber die kreisförmige stellt für alle vier Elemente eine naturwidrige Bewegung dar (und dürfte daher nicht ewig und kontinuierlich sein), weshalb es nach logischem Schluss einen einfachen und ursprünglichen Körper geben muss, für den die Kreisbewegung naturgemäß ist (vgl. S. 59).

Aristoteles vertritt hier die Position, dass die Welt physikalisch aufgebaut ist; er geht von einer Elementeordnung im Raum aus, die sich durch die Bewegungen ergibt, d.h. es gibt kein wirkliches Oben und Unten mehr. In der (hypothetischen) Mitte ist der Erdmittelpunkt, aus dessen Richtung sich Feuer und Luft wegbewegen, während Erde und Wasser sich auf ihn zu bewegen. Erde ist dem Mittelpunkt dabei am nächsten, darauf folgt das Wasser, dann die Luft und ganz "außen" das Feuer. Dabei erläutert Aristoteles auch die Begriffe "leicht" und "schwer"; die Erde ist im Verhältnis zu den anderen Elementen schwerer und das "unterste"; Wasser ist leichter als Erde, aber schwerer als Luft und Feuer; das Feuer ist demnach das leichteste Element. Was sich (naturgemäß) in Richtung des Mittelpunktes bewegt, ist also relativ gesehen schwer, während das vom Mittelpunkt Weggehende leicht ist (vgl. S. 60).

[...]

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Details

Titel
Die Ableitung des Äther-Begriffs bei Aristoteles
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Philosophie)
Note
1,3
Autor
Jahr
2011
Seiten
8
Katalognummer
V181606
ISBN (eBook)
9783656049098
ISBN (Buch)
9783656048688
Dateigröße
449 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ableitung, äther-begriffs, aristoteles
Arbeit zitieren
Sina Volk (Autor), 2011, Die Ableitung des Äther-Begriffs bei Aristoteles, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/181606

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