Ich habe bei dieser Arbeit, so weit es mir mit meinen Sprachkenntnissen möglich war, mit
dem griechischen Urtext (in der Ausgabe von Nestle) gearbeitet. Als deutsche
Übersetzung diente Luther ´84. Obwohl die Elberfelder Übersetzung einige Wörter
genauer wiedergibt z.B. „[Sonderzeichen]“ mit „Hades Pforten“, Luther dagegen: „Hölle“.
Ich habe mich allerdings für den Luthertext entschieden, weil er mir geläufiger ist und ich
diesen als Paralleltext in: Nestele-Aland „Das Neue Testament Griechisch und Deutsch“
vorliegen hatte.
Inhaltsverzeichnis
1. Vergleich verschiedener Übersetzungen:
2. Kontext und Abgrenzung des Textes:
3. Gliederung des Textes:
4. Literarkritik, Überlieferungs-, Redaktionsgeschichte I:
5. Formkritik:
6. Traditionsgeschichte:
7. Redaktionsgeschichte II:
8. Religionsgeschichtlicher Vergleich:
9. Einzel - Exegese:
10. Skopus:
11. Verkündigungsansatz:
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit der historisch-kritischen Exegese des Abschnitts Matthäus 16, 13-20, um das Bekenntnis des Petrus sowie die damit verbundene Primatverheißung exegetisch zu durchdringen und in ihrem theologischen Kontext zu verorten.
- Literarkritische Analyse und synoptischer Vergleich
- Formgeschichtliche Untersuchung des Textaufbaus
- Traditionsgeschichtliche Einordnung von Petrus als Fels und der Gemeinde-Begrifflichkeit
- Erarbeitung eines Skopus für die heutige Zeit
- Entwicklung eines homiletischen Verkündigungsansatzes für die Jugendarbeit
Auszug aus dem Buch
6.2. „Εκκλησία“:
In der LXX finden wir 98mal das Wort „ἐκκλησία“, davon z.B. 23mal in den Apokryphen. Es wird für das hebr. Wort [qahal] eingesetzt. Wo [qahal] mit „ἐκκλησία“ wiedergegeben wird, bezeichnet es den Aufruf zu einer Versammlung und den Akt des Sich-Versammelns und wäre am besten mit „Aufgebot“ zu übersetzen. In alten Überlieferungsschichten des AT ist diese Versammlung das Aufgebot der wehrfähigen Männer zum Kriegszug.
In der Zeit des Dtn (7 Jh. v.Chr.), wird [qahal]/„ἐκκλησία“ dann, in Verbindung mit dem Jahwe-Namen, als Kultgemeinschaft gesehen. So erhält [qahal] dadurch zeitweise, neben dem Charakter des feierlichen, besonderen Aufgebots, eine religiöse Komponente. Dafür muss aber Jahwe Menschen zur Versammlung rufen, die Versammelten geben dadurch das sie sich Gruppieren, Antwort auf den Ruf Jahwes.
Aber das Wort verlor im Laufe der Zeit diese religiöse Komponente wieder und meinte dann einfach nur eine allgemeine Volksversammlung. Selbst in nachexilischer Zeit ist es ohne religiöses Gewicht. Hier steht es wieder für „Herraufgebote“, „Kriegshaufen“. Hauptsächlich wird es für die historische Größe Israel benutzt.
Für die religiösen Versammlungen wurde meist das Wort „συναγωγή“ eingesetzt. Dieses erinnert an die großen heilsgeschichtlichen Ereignisse und Verheißungen an Israel.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vergleich verschiedener Übersetzungen: Der Verfasser erläutert die Wahl des griechischen Urtextes (Nestle-Aland) und der deutschen Luther-Übersetzung als Arbeitsgrundlage.
2. Kontext und Abgrenzung des Textes: Es wird die Stellung des Textes am Ende der öffentlichen Tätigkeit Jesu in Galiläa und seine Funktion als Einleitung der Gemeindeordnung dargelegt.
3. Gliederung des Textes: Der Textabschnitt wird strukturell in die Befragung der Jünger, das Petrusbekenntnis, die Verheißungen an Petrus und das Messiasgeheimnis unterteilt.
4. Literarkritik, Überlieferungs-, Redaktionsgeschichte I: Durch einen synoptischen Vergleich wird die Anwendung der Zwei-Quellen-Theorie und die Eigenart der matthäischen Erzählung diskutiert.
5. Formkritik: Untersuchung der gattungskritischen Struktur, wobei die Verse 17-19 als ein eigenständiges dreistrophiges Gedicht analysiert werden.
6. Traditionsgeschichte: Tiefgehende Untersuchung der Begrifflichkeiten „Sohn Gottes“, „Ekklésia“ und „Petros“, um deren Herkunft und theologische Bedeutung zu klären.
7. Redaktionsgeschichte II: Diskussion der Frage, ob die Verse 17-19 durch einen späteren Redaktor oder durch Matthäus selbst in den Text eingefügt wurden.
8. Religionsgeschichtlicher Vergleich: Prüfung, ob Traditionen außerhalb des jüdisch-christlichen Raums zum Verständnis des Textes beitragen können.
9. Einzel - Exegese: Detaillierte Auslegung der Verse 13 bis 20 unter Berücksichtigung der vorangegangenen literar- und traditionsgeschichtlichen Erkenntnisse.
10. Skopus: Zusammenfassung der theologischen Bedeutung für die damalige Gemeinde und Übertragung auf die heutige Zeit.
11. Verkündigungsansatz: Vorschläge zur Vermittlung der Inhalte in einem jugendgottesdienstlichen Kontext.
Schlüsselwörter
Matthäus 16, Petrusbekenntnis, Messiasgeheimnis, Exegese, historisch-kritisch, Ekklésia, Traditionsgeschichte, Primatverheißung, synoptischer Vergleich, neutestamentliche Wissenschaft, Söhne Gottes, Gemeindeordnung, Apostel, Verkündigung, Jesus Christus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit bietet eine historisch-kritische Exegese des Textabschnitts Matthäus 16, 13-20, der das Bekenntnis des Petrus und die Verheißung des Primats durch Jesus thematisiert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Untersuchung konzentriert sich auf literarkritische, formgeschichtliche und traditionsgeschichtliche Analysen zentraler Begriffe wie „Sohn Gottes“, „Ekklésia“ und der Person des Petrus.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die exegetische Durchdringung des Textes, um seine Bedeutung im matthäischen Kontext zu verstehen und daraus Impulse für die moderne Verkündigung zu gewinnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es kommt die historisch-kritische Methode zum Einsatz, ergänzt durch synoptische Vergleiche und formgeschichtliche Strukturanalysen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die textkritische Einordnung, die formkritische Untersuchung des Aufbaus sowie eine tiefgehende traditionsgeschichtliche Analyse der zentralen Leitmotive des Abschnitts.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie Petrusbekenntnis, Ekklésia, Messiasgeheimnis, Exegese und Traditionsgeschichte charakterisiert.
Wie bewertet der Autor die Rolle des Petrus im Text?
Der Autor sieht Petrus als einen bedeutenden Zeugen, dessen Rolle in der matthäischen Gemeinde auf eine Weise umgedeutet wurde, die ihm eine fundamentale Funktion für die weltweite Kirche zuweist.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor für die heutige Verkündigung?
Der Autor schlägt vor, das Bekenntnis zu Jesus als „Sohn Gottes“ als ein Geschenk zu begreifen, das in der Jugendarbeit aktiv aufgegriffen und vermittelt werden sollte.
Warum wird die „Zwei-Quellen-Theorie“ in der Arbeit herangezogen?
Sie dient als Basis für den synoptischen Vergleich, um die Besonderheiten und die spezifische Redaktion des Matthäusevangeliums gegenüber Markus und Lukas besser identifizieren zu können.
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- Maik Wunder (Author), 2003, Historisch-kritische Exegese zu Matthäus 16, 13-20, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/181615