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Deutsche Direktinvestitionen 1880-1914

Eine Analyse anhand konkreter Unternehmensbeispiele

Title: Deutsche Direktinvestitionen 1880-1914

Bachelor Thesis , 2011 , 44 Pages , Grade: 1,50

Autor:in: Niklas Körner (Author)

Business economics - Economic and Social History
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Summary Excerpt Details

Unternehmen tätigen heutzutage aus unterschiedlichen Gründen Direktinvestitionen, meist mit dem Ziel zu wachsen und einen höheren Gewinn zu erwirtschaften. Was heute zu den üblichen Methoden gehört, um im Ausland ein weiteres wirtschaftliches „Standbein“ aufzubauen, war zur Zeit des Kaiserreiches noch nicht entsprechend verbreitet.
Im 19. Jahrhundert begannen im Zuge der Industrialisierung und der ersten
Globalisierungswelle die ersten deutschen Unternehmen ins Ausland zu expandieren. Der reine Export von Gütern in Drittländer war diesen Unternehmen nicht genug, man wollte zunehmend auch vor Ort aktiv werden. Um dies zu ermöglichen, mussten die Unternehmen
Investitionen durchführen und Kapital ins Ausland transferieren. Dabei konnten sich die Firmen entweder für Portfolio-Investitionen oder Direktinvestitionen entscheiden. In dieser Abschlussarbeit wird die Aktivität deutscher multinationaler Unternehmen (MNU) im Bereich
der Direktinvestitionen analysiert. Es werden gezielt MNUs analysiert, da diese im betrachteten Zeitraum am ehesten Direktinvestitionen tätigten und die nötigen Kapazitäten bündeln konnten, um im Ausland aktiv zu werden. Der Zeitraum 1880 bis 1914 wird im folgenden betrachtet, da in diesem Zeitfenster erstmalig Direktinvestitionen großflächig
getätigt wurden. Die Industrialisierung in Deutschland war weit fortgeschritten, sodass die großen Konzerne Ausschau nach neuen Absatz- und Beschaffungsmärkten hielten. Die zentrale Fragestellung dieser Ausarbeitung ist die Suche nach den einzelnen Motiven für
ausgewählte Direktinvestitionen. Das Ziel dieser Arbeit ist zudem zu begründen, ob stets wirtschaftliche Interessen hinter den Direktinvestitionen standen oder ob auch andere Faktoren dazu führten. Dabei sollen besonders innen- und außenpolitische Einflüsse,
rechtliche Veränderungen und wirtschaftspolitische Maßnahmen in den Zielländern untersucht werden. Die im Zuge dieser Bachelorarbeit analysierten MNUs investierten weitreichend, um auf ausländischen Märkten aktiv zu werden. Dabei wurde gezielt mit Siemens ein
bedeutendes Unternehmen der elektrischen Industrie, die BASF als damals schon weltweit dominierender Chemiekonzern und die Deutsche Bank als Kreditgeber der Industrie im Ausland ausgewählt. Aufgrund der Zugehörigkeit zu unterschiedlichen Branchen unterscheiden sich die drei Unternehmen auch in der Art ihrer Motivation für die Durchführung von Direktinvestitionen. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Multinationale Unternehmen

3 Direktinvestitionen

3.1 Foreign Direct Investment (FDI)

3.2 Historischer Hintergrund von FDI

3.3 John Dunnings Eklektisches Paradigma

3.3.1 Überblick über andere Theorieansätze

3.3.2 Theoretische Grundlage des Eklektischen Paradigmas

3.3.2.1 Ownership Advantages

3.3.2.2 Locational Advantages

3.3.2.3 Internalisation Advantages

3.3.3 Dynamische Ansätze des Eklektischen Paradigmas

3.3.4 Kritische Würdigung des Eklektischen Paradigmas

4 Siemens und die Expansion der elektrischen Industrie

4.1 Die Anfänge und der Aufstieg auf den Weltmärkten

4.2 Das Auslandsengagement von Siemens ab 1880

4.2.1 Russland

4.2.2 Großbritannien

4.2.3 Österreich

4.2.4 China

4.2.5 Vereinigte Staaten von Amerika

4.2.6 Frankreich, Italien und Spanien

5 Die Badische Anilin- und Sodafabrik (BASF)

5.1 Die Expansion der BASF in die weite Welt

5.2 Auslandsdirektinvestitionen der BASF

5.2.1 Großbritannien

5.2.2 Russland

5.2.3 Frankreich

6 Die Deutsche Bank

6.1 Die Deutsche Bank und die Finanzierung des Außenhandels

6.2 Ausgewählte Auslandsengagements der Deutschen Bank

6.2.1 Großbritannien

6.2.2 China und Japan

6.2.3 Lateinamerika

6.2.4 Die Finanzierung des internationalen Eisenbahnbaus

6.2.5 Rumänien

7 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert die Motive und Aktivitäten deutscher multinationaler Unternehmen (MNU) im Zeitraum von 1880 bis 1914 im Bereich der Direktinvestitionen. Ziel ist es, unter Anwendung des OLI-Paradigmas nach John Dunning zu begründen, ob diese Investitionen primär wirtschaftlichen Interessen folgten oder durch politische und rechtliche Rahmenbedingungen motiviert waren.

  • Analyse der Internationalisierungsstrategien von Siemens, BASF und der Deutschen Bank
  • Anwendung des OLI-Paradigmas (Ownership, Locational, Internalisation Advantages)
  • Untersuchung von Unternehmensmotiven in verschiedenen Zielmärkten
  • Bedeutung politischer Einflüsse und rechtlicher Rahmenbedingungen für Direktinvestitionen
  • Vergleich von Branchenunterschieden (Elektroindustrie, Chemie, Bankensektor)

Auszug aus dem Buch

4.2.1 Russland

In Russland hatte Siemens & Halske bereits vor 1880 das Telegraphennetz im Zeitraum zwischen 1853 und 1855 unter der Ägide von Carl von Siemens gebaut. Dieses Netz erstreckte sich über 10 000 Kilometer von Finnland bis an die Krim und brachte Siemens lukrative Wartungsverträge seitens der russischen Regierung ein. Diese wurden „Remonte“ genannt. Nach mehrjähriger Tätigkeit in Großbritannien kehrte von Siemens 1880 nach Russland zurück, um die inzwischen aufgrund schlechter wirtschaftlicher Lage liquidierte St. Petersburger Zweiggesellschaft wieder in die Profitabilität zu führen.

Zuerst setzte er durch, dass Siemens & Halske St. Petersburg wieder den Status einer selbständig abrechnenden Gesellschaft der Berliner Zentrale wurde. Das Unternehmen wuchs rapide, sodass die Werkstatt bald ihre Kapazitätsgrenze erreichte und von Siemens 1881 die Produktion auf ein größeres Fabrikgelände im Stadtwesten verlegte. Die sich dadurch erhöhenden Ownership und Locational Advantages machten sich besonders bezahlt, als die russische Regierung 1883 die Importzölle für elektrotechnische Erzeugnisse drastisch erhöhte. So konnten kurzfristig Dynamomaschinen und Elektromotoren eigenständig weiterproduziert und der Marktanteil gegenüber den Wettbewerbern gesteigert werden. Durch die Eröffnung einer eigenen Kabelfabrik an der Newamündung im Juni 1882 profitierte Siemens zusätzlich von den daraus resultierenden Locational Advantages. Von Siemens verwies bei der Vergabe eines Großauftrages zur Legung eines Doppelkabels auf den „local content“ seiner Kabel und konnte sich gerade dadurch bei dem Auftrag im Wert von vier Mio. Mark gegen die englische Konkurrenz durchsetzen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Definiert das Thema der Direktinvestitionen deutscher Unternehmen (MNU) im Zeitraum 1880-1914 und erläutert die methodische Herangehensweise anhand der ausgewählten Unternehmen Siemens, BASF und Deutsche Bank.

2 Das Multinationale Unternehmen: Erörtert verschiedene Definitionen multinationaler Unternehmen und deren Entstehung im Kontext der ersten Globalisierungswelle.

3 Direktinvestitionen: Definiert Direktinvestitionen, erläutert deren historischen Hintergrund und führt detailliert in John Dunnings Eklektisches Paradigma (OLI-Modell) ein.

4 Siemens und die Expansion der elektrischen Industrie: Analysiert die internationale Expansion von Siemens und die Anwendung der OLI-Vorteile in verschiedenen Weltregionen wie Russland, Großbritannien und China.

5 Die Badische Anilin- und Sodafabrik (BASF): Betrachtet die Strategie der BASF, bei der Direktinvestitionen primär der Umgehung von Patenten oder Zöllen dienten, mit Fokus auf die Standorte Großbritannien, Russland und Frankreich.

6 Die Deutsche Bank: Beschreibt die Rolle der Deutschen Bank als Finanzier deutscher Außenhandelsinteressen und ihre Expansion in Regionen wie Großbritannien, Ostasien und Lateinamerika.

7 Fazit: Fasst zusammen, dass die drei untersuchten Unternehmen ihre Direktinvestitionen sowohl aktiv aus Expansionsstrategien als auch defensiv aufgrund regulatorischer Eingriffe in den Zielmärkten tätigten.

Schlüsselwörter

Direktinvestitionen, MNU, OLI-Paradigma, John Dunning, Siemens, BASF, Deutsche Bank, Internationalisierung, Außenhandel, Industrialisierung, Globalisierung, Patentrecht, Schutzzölle, Unternehmertum

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Aktivitäten deutscher multinationaler Unternehmen (MNU) im Bereich der Direktinvestitionen während des Zeitraums von 1880 bis 1914.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Internationalisierungsstrategien von Großunternehmen aus der Elektro- und Chemiebranche sowie dem Bankensektor unter Berücksichtigung ökonomischer und politischer Motive.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, mittels des OLI-Paradigmas zu analysieren, welche Faktoren (wirtschaftlich, politisch, rechtlich) deutsche Firmen dazu bewegten, Kapital ins Ausland zu transferieren und dort eigene Zweiggesellschaften aufzubauen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf eine Analyse von Sekundärliteratur zu Unternehmensgeschichten und wendet das von John Dunning entwickelte Eklektische Paradigma (OLI-Modell) zur Auswertung der Direktinvestitionen an.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Unternehmensgeschichten und Auslandsengagements von Siemens, BASF und der Deutschen Bank in verschiedenen Zielmärkten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Direktinvestitionen, das OLI-Paradigma, multinationale Unternehmen (MNU), Internationalisierung sowie die spezifischen Einflussfaktoren wie Patente und Schutzzölle.

Warum waren die Investitionen der BASF in Großbritannien anders gelagert als die von Siemens?

Während Siemens bei Siemens Brothers & Co. eine umfassende Produktion und lokale Präsenz aufbaute, nutzte die BASF ihre britischen Standorte oft defensiv, um durch das lokale Patentrecht auferlegte Produktionspflichten zu erfüllen, bei gleichzeitigem Fokus auf eine zentrale Produktion in Deutschland.

Welche Rolle spielte politischer Druck bei den Investitionen der Deutschen Bank?

Politischer Druck durch das Deutsche Kaiserreich zwang die Deutsche Bank teilweise in Großprojekte wie die Bagdadbahn, obwohl diese aus rein wirtschaftlicher Sichtweise des Bankmanagements zeitweise als zu risikoreich und unrentabel eingestuft wurden.

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Details

Title
Deutsche Direktinvestitionen 1880-1914
Subtitle
Eine Analyse anhand konkreter Unternehmensbeispiele
College
University of Göttingen  (Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte)
Grade
1,50
Author
Niklas Körner (Author)
Publication Year
2011
Pages
44
Catalog Number
V181639
ISBN (eBook)
9783656048398
ISBN (Book)
9783656048022
Language
German
Tags
Unternehmensgeschichte Wirtschaftsgeschichte Strategisches Management Direktinvestition Foreign Direct Investment Deutsche Bank Siemens BASF
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Niklas Körner (Author), 2011, Deutsche Direktinvestitionen 1880-1914, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/181639
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