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Supp'd Full With Horrors - Änderungen und ihre Aussage in Roman Polanskis Film 'Macbeth' im Vergleich mit Shakespeares Text

Title: Supp'd Full With Horrors - Änderungen und ihre Aussage in Roman Polanskis Film 'Macbeth'  im Vergleich mit Shakespeares Text

Term Paper (Advanced seminar) , 2000 , 28 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Daniela Schroeder (Author)

English Language and Literature Studies - Literature
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Roman Polanskis Verfilmung des Macbeth aus dem Jahre 1971 ist sicher auch die blutigste. Die extensive Darstellung von Gewalt wurde stets auf die Biographie Polanskis bezogen. Geboren im August 1933 verbrachte der Regisseur seine Kindheit und Jugend im Krakauer Ghetto, von wo aus er kurz vor dessen Liquidierung entkam. Die Mutter starb im Konzentrationslager; er selbst floh vor den Nazis durch ganz Polen. Das andere prägende Ereignis seines bisherigen Lebens war die brutale Ermordung seiner zweiten Frau Sharon Tate, damals im achten Monat schwanger, und einigen engen Freunden 1969 in Polanskis Haus in Los Angeles durch Mitglieder der Kultbande "Manson-family". Erlebnisse, die der polnische Filmemacher zweifellos mithilfe seiner Werke zu bewältigen versucht hat.

Hinter der bluttriefenden Verfilmung des Macbeth durch Roman Polanski scheint aber mehr zu stecken. Der Film weicht in verschiedenen Punkten deutlich von der Vorlage Shakespeares ab. Wäre der Regisseur nur davon geleitet gewesen, seine tragische Biographie aufzuarbeiten, dann wäre ihm das auch ohne die Eingriffe in den Originaltext gelungen, da Shakespeare bereits genug Gewaltpotential im Text angelegt hat. Thema dieser Arbeit soll es daher sein, die Änderungen, die Polanski am Text, an Sprache, Handlung und an den Charakterkonzeptionen vorgenommen hat, zu analysieren und ihre Folgen für die Gesamtaussage des Films zu beschreiben. Im Mittelpunkt stehen wird dabei die Frage, ob in diesen Änderungen eine bestimmte Lesart des Dramas erkennbar wird und wenn ja, wodurch sie gekennzeichnet ist, bzw. inwiefern sie von Shakespeares Stück abweicht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Umsetzung des Originaltextes

2.1. Durch den Medienwechsel bedingte Veränderungen

2.2. Subjektive Veränderungen des Regisseurs

2.2.1. Streichungen und Kürzungen des Textes

2.2.2. Frei gewählte Visualisierungen einzelner Handlungselemente

2.2.3. Änderungen in der Sprache

2.2.4. Eingriffe in die Struktur der Handlung

2.2.5. Änderungen der Charakterzeichnungen

2.2.5.1. Lady Macbeth

2.2.5.2. Die Jugend der Macbeths im Film

2.2.5.3. Hexen

2.2.5.4. Rosse

2.2.5.5. Malcolm

2.3. Zur Art der Verfilmung

3. Konsequenzen der Änderungen für die Gesamtaussage des Films

3.1. Die Dominanz des foul

3.2. Die Sinnlosigkeit des Leben im Angesicht von Gewalt

4. Deckung der Interpretation durch den Shakespeare-Text

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit analysiert die filmische Adaption von William Shakespeares "Macbeth" durch Regisseur Roman Polanski aus dem Jahr 1971. Ziel der Untersuchung ist es, die systematischen Änderungen an Text, Sprache, Handlung und Charakterkonzeption im Vergleich zur dramatischen Vorlage aufzuzeigen und zu ergründen, welche spezifische, pessimistische Weltsicht des Regisseurs durch diese Anpassungen transportiert wird.

  • Analyse des Medienwechsels vom Theaterstück zum Film und dessen Auswirkungen auf die Texttreue.
  • Untersuchung der Regie-Eingriffe in die Charakterpsychologie und die Darstellung der Hauptfiguren.
  • Bewertung der visuellen Inszenierung von Gewalt als zentrales, pessimistisches Leitthema.
  • Erörterung der philosophischen Implikationen, insbesondere im Hinblick auf den "foul-fair"-Gegensatz.

Auszug aus dem Buch

2.2.5.1. Lady Macbeth

Shakespeares Lady Macbeth erscheint als harte und gefühllose Frau, die zu äusserster Gewalt greifen würde, um ihre ehrgeizigen, aus Machthunger erwachsenen Wünsche wahr werden zu lassen (vgl. I.7.51-59). Polanski verändert diese Figurenkonzeption völlig. Er stellt Lady Macbeth dar als „[...] eine attraktive, scheinbar schwache und empfindsame Kindfrau, die ihren Mann nicht durch kalte Logik, sondern mit ‘weiblichen Waffen’ zur Tat treibt – unter Tränen appelliert sie an ihren Mann, ihr durch die Tat seine Liebe zu beweisen.“45 Die Lady im Film handelt emotional statt logisch; sie reagiert impulsiv und unüberlegt. Diese veränderte Figurenkonzeption macht ihre Selbsttäuschung im Bezug auf die Konsequenzen des Mordes als auch auf ihre eigene Stärke sowie dem daraus folgenden psychischen Zusammenbruch plausibel.46

Bis zum Mord an Duncan hat Lady Macbeth das Heft in der Hand. Als Macbeth jedoch der tonangebende Partner wird, beginnt der tragische Abstieg der beiden. Polanski stellt Lady Macbeths Einfluss auf ihren Mann als die treibende Kraft hinter dem Königsmord dar. Dazu gibt es vier Schlüsselszenen:

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Einleitung in die Entstehungsgeschichte des Films unter Berücksichtigung der traumatischen Biographie Polanskis und Definition des Untersuchungsgegenstandes.

2. Umsetzung des Originaltextes: Analyse der technischen und inhaltlichen Anpassungen, die beim Übergang vom Drama zum Medium Film sowie durch die künstlerische Vision des Regisseurs vorgenommen wurden.

3. Konsequenzen der Änderungen für die Gesamtaussage des Films: Diskussion darüber, wie die gestalterischen Entscheidungen den Film zu einer pessimistischen Vision einer von Gewalt und Nihilismus geprägten Welt machen.

4. Deckung der Interpretation durch den Shakespeare-Text: Abschließende Betrachtung, inwiefern Polanskis radikale Neuinterpretation noch im Rahmen der textlichen Möglichkeiten Shakespeares verbleibt.

Schlüsselwörter

Roman Polanski, Macbeth, Shakespeare, Verfilmung, Gewalt, Brutalität, Adaptation, Charakterkonzeption, Lady Macbeth, Medienwechsel, Nihilismus, Pessimismus, Schuld, Macht, Hexen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die filmische Adaption von Shakespeares "Macbeth" durch Roman Polanski und analysiert, wie inhaltliche und stilistische Änderungen die Interpretation des Dramas beeinflussen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Medientransformation vom Wort zum Bild, die psychologische Umdeutung der Hauptcharaktere und die visuelle Betonung von Gewalt und Brutalität.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, ob in Polanskis filmischen Eingriffen eine spezifische, pessimistische Lesart des klassischen Dramas erkennbar wird und worin diese begründet liegt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine vergleichende Literatur- und Filmanalyse, die das Originalstück Shakespeares mit den spezifischen filmischen Entscheidungen Polanskis konfrontiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Untersuchung der Streichungen, der neu visualisierten Handlungsstränge, der veränderten Charakterzeichnungen sowie der philosophischen Konsequenzen dieser Änderungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie "Adaptation", "Pessimismus", "Gewalt", "Charakterpsychologie" und "Medienwechsel" definiert.

Wie verändert Polanski die Rolle der Lady Macbeth?

Im Gegensatz zur harten Shakespeare-Figur wird sie bei Polanski als empfindsame, fast kindliche Frau gezeichnet, die ihren Mann durch sexuelle Macht und emotionale Appelle statt durch Logik zur Tat treibt.

Warum ist die Schlussszene des Films für die Interpretation so bedeutend?

Die Schlussszene (Donalbains Besuch bei den Hexen) deutet einen ewigen, zyklischen Kreislauf von Mord und Machtgier an, was den Film als nihilistisches und pessimistisches Werk kennzeichnet.

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Details

Title
Supp'd Full With Horrors - Änderungen und ihre Aussage in Roman Polanskis Film 'Macbeth' im Vergleich mit Shakespeares Text
College
University of Bamberg  (Lehrstuhl für Englische Literaturwissenschaft)
Course
Hauptseminar: Shakespeare, the movie
Grade
2,0
Author
Daniela Schroeder (Author)
Publication Year
2000
Pages
28
Catalog Number
V1816
ISBN (eBook)
9783638111171
Language
German
Tags
Shakespeare/Macbeth/Film/Polanski
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniela Schroeder (Author), 2000, Supp'd Full With Horrors - Änderungen und ihre Aussage in Roman Polanskis Film 'Macbeth' im Vergleich mit Shakespeares Text, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1816
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