Aufgrund der Tatsache, dass es zu einen immer schnelleren Wandel in den Lebensbereichen kommt, ist es unumgänglich dem selbständigen Lernen eine immer wichtiger werdende Bedeutung beizumessen.
Die immense Schnelligkeit des Wandels bedeutet für die Lernenden, dass ihnen nicht mehr alles auf dem goldenen Teller dargeboten werden kann, wie es z.B. einst in Schulen und Kursen im Fall des Frontalunterrichts noch der Fall war. „Lebenslanges Lernen“ ist ein Stichwort, welches im Zusammenhang mit rapider Wissensveraltung immer wieder fällt. Es verdeutlicht, dass man z. B. auch nach der Schulzeit noch dazu in der Lage sein sollte, Wissen aufzunehmen und zu erweitern. Um dieses zu gewährleisten, muss die Schule den Lernenden vorbereiten und ihm Kompetenzen unterbreiten, die es ihm ermöglichen, die benötigten Prozesse in Bewegung zu setzen, sprich: selbständiges Lernen.
Aber nicht nur die sich immer schneller verändernden Sachverhalte sind Grund für selbständiges Lernen. Ein weiterer Grund liegt in den immer größer werdenden Daten- und Informationsmengen („Wissensexplosion“). Es ist den Schulen mittlerweile nicht mehr möglich, das gesamte Wissen im Unterricht zu verarbeiten. In Lernfeldern, die viel Orientierungswissen erfordern, sollten Sachverhalte selbständig erarbeitet werden, so dass sie „später in komplexeren Lernsituationen benötigt werden“ können. Das gilt gleichermaßen für den umgekehrten Fall: In der Schule wird das Basiswissen vermittelt, welches durch selbständiges Erlernen aufgestockt werden soll, um die Komplexität und den Tiefgang der Sachverhalte zu erhöhen.
Inhaltsverzeichnis
1. Warum selbstgesteuertes Lernen?
2. Abgrenzung des selbstgesteuerten Lernen vom fremdgesteuertem Lernen
3. Komponenten für die Vorraussetzung von selbstgesteuertem Lernen
3.1 Motivationale Komponenten
3.1.1 Strukturelle motivationale Komponenten
3.1.2 Prozessual motivationale Komponenten
3.2 Kognitive Komponenten
3.2.1 Strukturelle kognitive Komponenten
3.2.2 Prozessual kognitive Komponenten
4. Maßnahmen zur Förderung des selbständigen Lernens
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, das Konzept des selbstgesteuerten Lernens theoretisch zu fundieren, von fremdgesteuerten Lernformen abzugrenzen und praktische Maßnahmen zu dessen Förderung im Unterricht aufzuzeigen. Dabei wird insbesondere untersucht, welche motivationalen und kognitiven Komponenten für den Lernerfolg maßgeblich sind und wie Lehrkräfte den Übergang zum selbständigen Lernen methodisch unterstützen können.
- Grundlagen und Definition des selbstgesteuerten Lernens
- Analyse motivationaler und kognitiver Voraussetzungen
- Lernstrategien zur Wissenserarbeitung (z.B. SQ3R-Methode, Webbing)
- Das Konzept des problemorientierten Lernens als Förderinstrument
Auszug aus dem Buch
3.1 Motivationale Komponenten
Motivationale Komponenten sind entscheidend bei der Auswahl der jeweiligen Aufgabe bezüglich Inhalt und Anspruch. Weiterhin haben sie auch Auswirkungen auf die anzuwendenden Lernstrategien und auf die Menge von Anstrengung und Ausdauer, die man in die Aufgabe investieren möchte.
3.1.1 Strukturelle motivationale Komponenten
Zu den strukturellen motivationalen Komponenten gehören „motivationstheoretische Konzepte wie Bedürfnis, thematisches Interesse, Ziel und Selbstwirksamkeitsüberzeugungen“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Warum selbstgesteuertes Lernen?: Dieses Kapitel erläutert die steigende Bedeutung des selbstständigen Lernens aufgrund des raschen Wandels in der modernen Gesellschaft und der Wissensexplosion.
2. Abgrenzung des selbstgesteuerten Lernen vom fremdgesteuertem Lernen: Hier werden die internen und externen Steuerungsfaktoren von Lernprozessen gegenübergestellt und synonyme Begriffe für den Oberbegriff des selbstgesteuerten Lernens geklärt.
3. Komponenten für die Vorraussetzung von selbstgesteuertem Lernen: Das Kapitel analysiert die motivationalen und kognitiven Strukturen und Prozesse, die notwendig sind, damit ein Individuum den Lernprozess aktiv steuern kann.
4. Maßnahmen zur Förderung des selbständigen Lernens: Dieser Teil beschreibt methodische Ansätze wie die SQ3R-Methode oder das problemorientierte Lernen, um Schüler gezielt zu selbstständigem Handeln zu befähigen.
Schlüsselwörter
selbstgesteuertes Lernen, Metakognition, Motivation, kognitive Komponenten, Lernstrategien, problemorientiertes Lernen, Wissenserarbeitung, Selbstwirksamkeit, volitionale Steuerung, SQ3R-Methode, Webbing, Begriffs-Mapping, Selbstbeurteilung, Lehrerrolle
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den theoretischen Grundlagen und praktischen Ansätzen des selbstgesteuerten Lernens im schulischen Kontext.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die motivationalen und kognitiven Voraussetzungen des Lernens, verschiedene Lernstrategien zur Wissensverarbeitung und die Methode des problemorientierten Lernens.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Lernende durch gezielte Förderung zu selbstverantwortlichem Lernen befähigt werden können, um den Anforderungen lebenslangen Lernens gerecht zu werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse etablierter pädagogischer und psychologischer Konzepte, insbesondere der Ansätze von Friedrich, Mandl, Schiefele und Pekrun.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse motivationaler und kognitiver Komponenten sowie in die Darstellung konkreter Lerntechniken und unterrichtlicher Gestaltungsformen wie das problemorientierte Lernen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Metakognition, Selbstwirksamkeit, Lernstrategien, Wissenserarbeitung und die Rolle des Lehrers als Coach.
Wie unterscheidet sich die SQ3R-Methode von anderen Strategien?
Die SQ3R-Methode ist ein systematischer Fünf-Schritte-Prozess, der explizit darauf abzielt, das Textverständnis durch aktives Fragen, Lesen, Wiedergeben und Rückblicken nachhaltig zu verbessern.
Welche Rolle spielt die Selbstbeurteilung?
Die Selbstbeurteilung ist essenziell, da sie Lernende befähigt, ihre eigenen Stärken und Schwächen zu reflektieren, metakognitive Prozesse zu aktivieren und konstruktive Kritik besser anzunehmen.
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- Mirko Friedrich (Author), 2001, Selbständiges Lernen und seine Förderung im Unterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18171