The development of oil-price and the consequences for the Security


Hausarbeit, 2008

14 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhalt:

1. Einleitung

2. Die historische Preisentwicklung

3. Ursachen für den Preisanstieg

4. Die Menge der Funde & der Förderung

5. Prognosen…
5.1. …zur Preisentwicklung
5.2. …zur Entwicklung der Reserven

6. Sichere Vorhersagen

7. Fazit

1. Einleitung

Weltweit ist Erdöl die wichtigste Energiequelle. Rund 35 Prozent des Primärenergieverbrauchs der Welt werden von Erdöl gedeckt. Weit über 90 Prozent des Verkehrs, das heißt, des Straßen-, Wasser- und Luftverkehrs, sind auf Energie aus Öl angewiesen. Die Wirtschaft und der Lebensstil der Industriegesellschaften sind auf eine ausreichende Versorgung mit Öl, wahrscheinlich sogar mit „billigem“ Öl angewiesen. Länder, in denen Öl vor allem genutzt statt gefördert wird, haben also ein großes Interesse, den Ölpreis langfristig gering zu halten.

Am 26. Februar 2008 überschritt der Ölpreis für die Nordseesorte Brent in London erstmals die 100-Dollar-Marke. Brent wird als Referenz für die Bewertung von mehr als 65 Prozent der weltweit gehandelten Ölvorräte benutzt. Am 10. März 2008 erreichte der Preis für ein Fass USLeichtöl (WTI) in New York im Handelsverlauf 108,00 US-Dollar und überschritt damit eine historische Marke: Absolut und auch inflationsbereinigt war Rohöl nie teurer als zu diesem Zeitpunkt. Am 26. Juni 2008 erreichte der Ölpreis die Marke von 140 Dollar.

Angesichts rasanter Preissteigerungen stellt sich die Frage, wie sich der Ölpreis weiter entwickeln wird. Er stieg im gesamten Jahr 2007 um 57 Prozent, allein den ersten sechs Monaten des Jahres 2008 um 40 Prozent. Insgesamt stieg der Ölpreis so lange an, wie seit 1861 nicht mehr1. Der höchste jemals gemessen Preis für ein Barrel Rohöl betrug Anfang Juli diesen Jahres 147,27 US$. Das entspricht einem kumulativen Preisanstieg von 300% seit Januar 2003.

Wird der Ölpreis in Zukunft tendenziell steigen oder fallen?

Ich werde diese Frage nicht abschließend beantworten können, versuche aber Indizien zu finden, die darüber Aufschluss geben, welche Entwicklung wahrscheinlich ist.

Da sich die Veränderung des Preises sehr schnell und stark schwankend vollzieht, habe ich mich bei meiner Untersuchung auf aktuelle Studien, Nachrichten und Zahlen der letzten 2 Jahre gestützt, um die aktuelle Entwicklung abbilden zu können.

Ich werde zuerst die historische Preisentwicklung darstellen, um dann Ursachen für einen Preisanstieg herauszustellen. Ein Faktor, welcher besonders Preis treibend wirkt, ist eine mögliche Abnahme der Erdölvorräte auf der Erde, da der Preis durch das Angebot und die Nachfrage bestimmt wird. Ich werde versuchen die Wirkung dieses Faktors herauszustellen. Am Ende möchte ich auf dieser Grundlage eine Aussage über die zukünftige Preisentwicklung treffen.

Die Interessen zwischen Öl - fördernden und verbrauchenden Länder unterscheiden sich in bestimmten Punkten, wie zum Beispiel in der Frage eines angemessenen Preises. Aktuellstes Beispiel für die Ölpreiskontrolle ist ein Krisentreffen am 22. Juni 2008 in Dschidda, Saudi Arabien. Zwischen Verbraucher- und Erzeugerländern wurden aber keine Maßnahmen beschlossen, die ein Sinken des Ölpreises hätten bewirken können. Deutschland und die USA konnten ihre Forderung nach steigenden Fördermengen nicht durchsetzen. Die Öl - produzierenden Länder wiegelten ab: Der saudische König verwies auf eine bereits erfolgte Steigerung seines Landes. Katars Ölminister sagte, es sei genug Öl auf dem Markt. Auch der Präsident der OPEC bezeichnete eine Steigerung der Produktion für unnötig: „Die Märkte sind im Gleichgewicht.“ Der deutsche Wirtschaftsminister und der US-amerikanische Energieminister betrachten hingegen die Produktion als nicht ausreichend für die steigende Nachfrage der Schwellenländer wie China und Indien.2

Der Ölpreis ist also ein Thema von hoher Brisanz. Wie sich dieser in der Vergangenheit verändert hat, werde ich im Folgenden klären.

2. Die historische Preisentwicklung

Nachdem seit den 1860er Jahren Erdöl gewinnbringend gefördert werden kann, stellten sich schnell die ersten realen Preissteigerungen und Nachfragesprünge ein. Ein vergleichsweise hoher Ölpreis kam im Laufe des Ölbooms ab 1859 zustande. Bis 1864 stieg der Ölpreis auf den Höchststand von 8,06 US-Dollar pro Barrel3. Inflationsbereinigt, nach Preisen des Jahres 2007, mussten damals im Jahresdurchschnitt 107,38 US-Dollar gezahlt werden. Mit der Aufnahme russischer Erdölexporte fiel der Ölpreis 1876 auf 2,56 US-Dollar pro Barrel (inflationsbereinigt 50,05 US-Dollar).

Die verringerte Nachfrage nach Erdöl während der Weltwirtschaftskrise war die Ursache, dass der Ölpreis 1931 auf seinen historischen Tiefststand von 0,65 Dollar pro Barrel (inflationsbereinigt 8,92 US-Dollar) sank.

Verhältnismäßig billig war Öl auch zwischen dem Ersten Weltkrieg bis zur ersten Ölkrise 1973. Die kurzfristige Betrachtung seit 1985 zeigt, dass seit etwa 1999 der Ölpreis tendenziell zunimmt.4

3. Ursachen für den Preisanstieg

Es kann nicht festgestellt werden, welche Seite Recht hat, da der Ölpreis durch verschiedenste Faktoren beeinflusst wird. Die wichtigsten werde ich im Folgenden beschreiben.

Einigkeit zwischen Experten und der Mineralindustrie besteht in der Einschätzung dass der Wirtschaftsboom der Entwicklungs- und Schwellenländer und die damit einhergehende steigende Nachfrage den Hauptgrund für den ständig steigenden Ölpreis darstellt. China ist seit 2003 zum zweitgrößten Ölverbraucher der Welt aufgestiegen. Auf den steigenden Verbrauch folgte aus unbekannten Gründen keine Produktionssteigerung. Darüber hinaus erlebt auch die Wirtschaft der Industriestaaten ein Wachstum.5

In den USA werden immer öfter Ölbohrplattformen durch die Hurrikans im Herbst zerstört, in diesem Jahr sind 50 Plattformen außer Betrieb oder zerstört.

In wichtigen Öl - fördernden Ländern gibt es politische Krisen oder gewaltsame Konflikte, was die Gewinnung des Rohstoffes erschwert, verteuert oder verhindert.

So besteht im Rahmen des internationalen Streits um das Iranische Atomprogramm die Möglichkeit von Lieferbeschränkungen von Seiten des Iran, wenn die Sanktionen der USA ausgeweitet werden oder die Konflikte gar militärische ausgetragen werden. Iran ist der viertgrößte Förderstaat von Erdöl und besitzt im Rahmen der Erdölversorgung eine große Bedeutung. Im ebenfalls ölreichen Irak gibt es immer wieder Unruhen und Attentate, auch auf Ölpipelines. Rebellenangriffe auf Ölförderanlagen spielen auch in Nigeria eine Rolle.

Auch Spekulationen auf den Preis des Öls werden ebenfalls als Preis treibend angenommen.

Durch seine hohe Krisenanfälligkeit ist der Ölpreis beliebtes Ziel für Spekulationen an den Finanz-Terminmärkten. Demzufolge schnellt der Preis besonders zu Zeiten politischer Instabilität oder drohender Konflikte in die Höhe. Der Ölpreis unterliegt außerdem saisonalen Schwankungen.6 Von der Mehrheit der Vertreter der Mineralindustrie und dem EU - Energiekommissar aber werden Spekulationen nicht als Ursache für den Preisanstieg gesehen. Die Fundamentaldaten des Marktes werden durch Spekulationen nicht verändert.7

Des Weiteren argumentiert auch der BP - Bericht, anders als die Mehrzahl der Mineralölkonzerne, das Finanzinvestitionen in Energie und andere Rohstoffe drastisch zugenommen haben und zu einem Preisanstieg führten. Der Gesamtumfang der offenen RohölKontraktpositionen an der NYMEX für Futures und Optionen hat sich in den letzten fünf Jahren ungefähr verdreifacht.

Der Ölkonzern BP begründet den Ölpreisanstieg in seiner 57. Ausgabe seines Welt- Energieberichtes unter anderem damit, dass der Markt „gewissen Einschränkungen unterliegt.“ So sei eine Ursache, dass im Jahr 2007 die OPEC die Produktion kontrollierte. Da das aber schon immer der Fall ist, deutet diese Begründung eher darauf hin, dass der Autor des BP-Berichtes versucht den Eindruck zu erwecken, der Preisanstieg könnte zukünftig doch wieder gebremst oder umgekehrt werden, denn das Verhalten der OPEC wäre theoretisch veränderbar. Wie oben geschildert deutet nicht darauf hin, dass die OPEC - Staaten Schritte unternehmen würden, den Preis niedrig zu halten. Die Wirkung dieses Einflusses wird also eher zu- als abnehmen.

Zusätzlich gab es „politische Probleme auf der Angebotsseite“, wie in den OPEC - Mitgliedsstaaten Iran, Irak oder Nigeria. Diese so bezeichneten Probleme sind kriegerische Auseinandersetzungen und sind mit „politische Probleme“ nur unzureichend umschrieben. Vielmehr handelt es sich bei den beschriebenen Konflikten um kriegerische Auseinandersetzungen und damit existenzielle Probleme für die westlichen Industrieländer, welche mittelfristig möglicherweise nicht einmal gelöst werden können. Denn zur Lösung des Problems des Terrorismus, welches zu Förderausfällen führt, gibt es keine verlässliche Lösungsstrategie.

Zweitens sei das Angebot durch eine verstärkte staatliche Kontrolle und die Beschränkung des Zugangs privater Investitionen in anderen großen Ölregionen beeinflusst, wofür Russland ein gutes Beispiel ist. Der BP-Bericht spricht auch von einer Verschärfung der Restriktionen in Gegenden, die für private Investitionen noch offen sind. Dies sei dem „natürlichen Rückgang in den OECD-Ländern“ geschuldet. Es ist zu beobachten, dass dieser Trend anhält und die politischen Führer die Steuerung der Erdölförderung und des Exports zunehmend politisch instrumentalisieren. Insofern spricht auch diese Entwicklung für einen weiteren Anstieg des Erdöls.

Weitere Hemmnisse für eine stärkere Förderung waren eine begrenzte Industriekapazität und die Kosteninflation. Mit „Kosteninflation“ meint der Autor vermutlich die steigenden Kosten der Förderung, welche allerdings von den seit 1999 steigenden Verkaufserträgen relativiert werden. Die begrenzte Industriekapazität scheint allerdings auch nicht hinreichend nachvollziehbar, da die Öl fördernden Staaten ja ein finanzielles Interesse haben soviel zu fördern, wie sie verkaufen möchten. Vielmehr ist der Wille oder eine andere Möglichkeit nicht vorhanden, größere Mengen zu fördern. Die Industriekapazität hätte bei einem seit längerem bekannten steigenden Bedarf leicht erhöht werden können.

Insgesamt versucht der Autor die Ursachen als weniger dramatisch zu schildern, als sie sich tatsächlich darstellen. Offenbar soll der Eindruck einer immer unsicheren Versorgung mit Öl nicht so dramatisch ausfallen, wie ernsthafte Schätzungen vorhersagen.

Eine weitere Ursache gewinnt in der breiten öffentlichen Diskussion zur Preisentwicklung erst langsam an Bedeutung. So schreiben die Autoren des aktuellen Welt-Energieberichtes der BP - Gruppe: „Geologische Einschränkungen bestimmen jetzt die Obergrenze der künftig möglichen Ölversorgung, während wirtschaftliche und politische Faktoren diese Grenze nur noch weiter nach unten ziehen können.“8

Diese „Geologischen Einschränkungen“ können nur die Verknappung der Ressource und ihre schlechtere Erreichbarkeit bezeichnen. Beide Faktoren würden zu einem nicht mehr umkehrbaren Preisanstieg führen.

Die verbleibende Menge Öl ist der einzige Faktor, welcher von den Menschen nicht beeinflusst werden kann. Daher der wichtigste, beziehungsweise der aussagekräftigste, was die mögliche Entwicklung des Preises für Öl betrifft.

4. Die Menge der Funde & der Förderung

Da das Maximum der Neufunde in den 1960ern erreicht wurde, muss zwangsläufig das Maximum der Förderung folgen. Das Fördermaximum wird „Peak Oil“ genannt. Wann dieser Punkt erreicht ist und ob er schon überschritten wurde, gibt es verschiedene Berechnungen.

Immer mehr Experten gehen von der Peak-Oil-Theorie aus, dass die weltweite Verfügbarkeit von Öl nach Erreichen dieses Zeitpunktes Jahr für Jahr zurückgehen wird. Die meisten von ihnen sehen deutliche Anzeichen dafür, dass sich die weltweite Ölförderung nahe ihres Maximums befindet.

Wie auf der folgenden Grafik zu erkennen ist, gehen die Funde neuer Ölvorkommen zurück und die Förderung von Erdöl steigt kontinuierlich an.

Im Zeitraum von 1960 bis 1970 betrug die durchschnittliche Größe neuer Ölfunde 527 Mb pro Aufschlussbohrung (New Field Wildcat). Dieser Wert ist im Zeitraum von 2000 bis 2005 auf 20 Mb pro New Field Wildcat gefallen.

[...]


1 Berliner Zeitung, 19.06.2008

2 Berliner Zeitung, 23.06.2008, S.1

3 Ein Barrel Öl entspricht 159 Liter

4 http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96lpreis

5 Berliner Zeitung, 19.06.2008

6 http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96lpreis , http://de.wikipedia.org/wiki/Erd%C3%B6l

7 Berliner Zeitung, 19.06.2008 +

8 http://www.deutschebp.de/genericarticle.do?categoryId=9003692&contentId=7045559

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
The development of oil-price and the consequences for the Security
Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
1,3
Autor
Jahr
2008
Seiten
14
Katalognummer
V181806
ISBN (eBook)
9783656059240
Dateigröße
680 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
security
Arbeit zitieren
Kai Peschel (Autor), 2008, The development of oil-price and the consequences for the Security, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/181806

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: The development of oil-price and the consequences for the Security



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden