Literaturepoche Barock

Literatur im Barock


Referat (Ausarbeitung), 2011
7 Seiten, Note: 1,9

Leseprobe

Barock

Das Wort Barock stammt ursprünglich aus dem portugiesischem und heißt übersetzt so viel wie "seltsam geformte, schiefrunde Perle". Der Begriff wurde von den Franzosen früher für Gemälde benutzt, welche ihnen nicht gefielen, und ist somit eigentlich ein abwertender Begriff. Das Zeitalter 'Barock' setzte sich erst im 19. Jahrhundert durch.1

Sinnbild im Barock war das Barockschloss, welches ein riesiges Bauwerk ist und dazu dienen sollte den Besucher zu beeindrucken und ihm zeigen sollte wie wohlhabend und mächtig man war.2

Das Zeitalter des Barock ging von 1600 bis 1720 und wurde vom Absolutismus, der Kirche und den Traditionen der Antike bestimmt und wurde sehr durch Todesangst, fanatischen Glauben und dem Vergänglichkeitsbewusstsein geprägt. 3

Literatur im Barock

Keine Epoche ist so sehr von Gegensätzen geprägt wie im Barock. So beschäftigte sich die Renaissance zum Beispiel mit dem Diesseits und wurde dann im Zuge der Gegenreformation auch damit konfrontiert, dass der Tod allgegenwärtig ist und alles Gute auch von Bösem überschattet wird. Vor allem ging es um das Diesseits und Jenseits und um das Sein und den Schein. Im Barock wurde überall auch die andere, ‚schlechte Seite‘ genannt. So wurde bewusst gemacht, dass Lebensfreude oder Weltgenuss kein dauerhafter Zustand ist, sondern immer von Todesangst und Jenseitssehnsucht begleitet wird. Die Tatsache das alles vergänglich und nicht dauerhaft ist, steigerte das Interesse und erhöhte die Aufmerksamkeit vor allem bei den betroffenen Menschen in den Gebieten des dreißigjährigen Krieges.4

Da in der Renaissance noch überwiegend auf Lateinisch geschrieben wurde, begann man erst im Barock, allmählich in der deutschen Sprache zu schreiben. Die prägte sich in der Epoche der Aufklärung aus, wo dann allerdings die Natur eine neue Rolle im Denken und Dichten spielte. Dabei hat Martin Opitz mit seinem Werk ‚Buch von der Deutschen Poeterey‘ die erste deutschsprachige Poetik geschrieben. Sie enthielt Vorschriften für Verse, Stilmittel und Gattungsabgrenzungen aller Gattungen.

Dieses Werk war eine Anleitung für Dichter, nach dem sich die deutschen Dichter auch richten sollten. Hierbei waren waren für Opitz die Einleitungen der Inhalte an bestimmte, von ihm genannte Genres festzumachen. Auch setzte er sich für das alternierende Versprinzip Jambus und Trochäus ein, weil er der Meinung war, dass es am Besten zur deutschen Sprache passe.

Diese Regeln wurden von den Dichtern im Barock auch meist eingehalten, um den Erwartungen des Lesers zu entsprechen und ihnen das liefern zu können, was der Leser lesen wollte. So basierten die Inhalte und Aussagen der Gedichte nicht auf Erlebnisse oder Meinungen des Dichters, sondern beinhalteten nur die vorgegebenen Themen in der vorgegebenen Form.5

Merkmale der Barockliteratur

In der Literatur im Barock gab es verschiedene Arten der Einteilung, welche sich in drei Gattungen gliederten.6 Die Sprache und die Ausdrucksweise hing von der Art der Gattungen ab und wurde zu bestimmen Zielgruppen zugeteilt. Die bevorzugte Literaturform war zum Beispiel die Dichtung und vor allem das Sonett, welche man in drei Stile einteilte.

Der hohe Stil hatte eine gehobene, würdevollere und wohlklingende Sprache und war für die Reichen und Adligen gedacht, welche die höchste Bildung hatten, allerdings auch stark in der Unterzahl waren. Der hohe Stil durfte nur ernsthafte und erhabene Themen beinhalten.

Der mittlere Stil war für den Mittelstand, also die Bürger der Stadt gedacht. Zu diesem Stil gehörten komische und lustige Themen, welche zu Unterhaltung dienten. Gedichte dieses Stils waren meist scherzhaft, fröhlich und heiter.

Zum niedrigen Stil wurden die Bauern zugeordnet. Der niedrige Stil beinhaltete perverse, obszöne und brutale Themen. Die Stile wurden in drei Stile eingeteilt, da man auch die Gesellschaft in drei verschiedene Schichten einteilte (Adel, Bürger und Bauern). Höhere Schichten wurden für wichtiger und besser empfunden und dementsprechend war auch die Sprache der Gedichte.

So gab es im Barock zum Beispiel gar keine eindeutige ‚Liebeslyrik‘, sondern es wurde auch hier in die drei verschiedenen Gattungen eingeteilt. So gab es die hohe Liebeslyrik der Oberschicht, die erotische und lustvolle Dichtung der mittleren Schicht und die perverse, obszöne Dichtung der untersten Schicht.

In der hohen Liebeslyrik wurde die Frau in ihrer vollen Schönheit und Pracht geschildert und ihre Eigenschaften und Körperteile mittels Metaphern oder auch durch schöne Bilder beschrieben. So war immer klar, dass die Geliebte elegant, unschuldig und liebenswert war. In der heiteren Liebeslyrik der mittleren Schicht stand die erotische Liebe der Paare im Mittelpunkt. Hier ging es hauptsächlich darum, dass der Mann versucht körperlichen Kontakt mit der Frau zu haben.

Hier wurden wurden die unsittlichen Wörter wie die Geschlechtsteile meist anhand von Vergleichen oder zweideutigen Wörtern umschrieben.

In der Liebeslyrik der unteren Schicht, also der Bauern, handelte es sich meist um perverse Handlungen, welche sehr direkt und extrem geschildert wurden.

Die hohe Liebeslyrik kam immer im Sonett vor.7 Sonett bedeutet so viel wie „Klanggedicht“, da die Gedichte in einer gehobeneren Sprache gedichtet wurden und sich wohlklingend anhörten. Außerdem hatte das Sonett eine festgeschriebene Gedichtsform von 14 Versen und wurde in Quartette und Terzetten eingeteilt. Die Liebeslyrik der mittleren und niedrigen Schicht kam nicht im Sonett vor.8 Auch wurde Lyrik wie zum Beispiel Gedichte nach einem bestimmten Muster und nach ungeschriebenen Vorgaben gedichtet. Da die Lyriker zu dieser Zeit nur anerkannt und als gut galten, wenn sie diese Merkmale und Erwartungen erfüllten, entsanden keine besonderen Gedichte, die als neu und einzigartig galten, wie es heute versucht wird. In der heutigen Zeit möchte man möglichst originell sein und sich von den anderen abgrenzen, um besonders zu sein.

[...]


1 Vgl. literaturgeschichte: Begriff Barock, http://www.literaturwelt.com/epochen/barock.html, 08.10.2011

2 Vgl. frustfrei-lernen: Barock, www.frustfrei-lernen.de/deutsch/barock-deutsche-literatur-epochen.html, 08.10.2011

3 Vgl. pohlw: Grundlagen, www.pohlw.de/literatur/epochen/barock.html, 08.10.2011

4 Vgl. xlibris: Literaturepoche Barock,www.xlibris.de/Epochen/Barock, 07.10.2011

5 Vgl. literaturwelt: Reform der deutschen Dichtung, www.xlibris.de/Epochen/Barock, 09.10.2011

6 Vgl. frustfrei-lernen: Die Literatur des Barock, http://www.frustfrei-lernen.de/deutsch/barock-deutsche-literatur-epochen.html, 01.10.2011

7 Vgl. pohlw: Merkmale der Barockliteratur, http://www.pohlw.de/literatur/epochen/barock.htm, 29.09.2011

8 Vgl. kerber-net: Das Sonett, http://www.kerber-net.de/literatur/deutsch/lyrik/sonett1.htm, 03.10.2011

Ende der Leseprobe aus 7 Seiten

Details

Titel
Literaturepoche Barock
Untertitel
Literatur im Barock
Hochschule
Fachschule für Sozialpädagogik maxQ. im bfw Hamburg
Note
1,9
Autor
Jahr
2011
Seiten
7
Katalognummer
V181842
ISBN (eBook)
9783656060925
Dateigröße
720 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
literaturepoche, barock, literatur
Arbeit zitieren
Antonio von Haller (Autor), 2011, Literaturepoche Barock, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/181842

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