Geschäftsmodelle Spartenkanal, Shopping-Kanal, Call-In-TV


Seminararbeit, 2011
26 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

II. Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Spartenkanal
2.1 Definition
2.2 Nutzenversprechen
2.3 Architektur der Wertschöpfung
2.4 Ertragsmodell
2.4.1. Private Spartenprogramme
2.4.1.1 Werbeeinnahmen
2.4.1.2 Pay-TV.
2.4.2 Öffentlich-rechtliche Anbieter

3 Shopping-Kanäle
3.1 Definition
3.2 Nutzenversprechen
3.3 Architektur der Wertschöpfung
3.4 Ertragsmodell

4 Call-In-TV.
4.1 Definition
4.2 Nutzenversprechen
4.1 Architektur der Wertschöpfung
4.1 Ertragsmodell

5 Zusammenfassung

6 Ausblick

7 Quellenverzeichnis

II. Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Entwicklung der täglichen TV-Sehdauer 2000 - 2010

Abbildung 2: Wertschöpfungskette Spartensender

Abbildung 3: Wertschöpfungskette Shopping-Sender

Abbildung 4: Wertschöpfungskette Call-In-Sender

1 Einleitung

In der ersten Generation des Fernsehzeitalters in Deutschland existierten allein die analogen, öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF. Erst seit 1984 weist Deutschland ein duales Rundfunksystem auf, welches das Nebeneinander von privaten und öffentlich-rechtlichen Sendern beinhaltet. Seit 1991 entwickelte sich durch fortschreitende technische Neuerungen das digitale Fernsehen, welches mehr Frequenzeffizienz vorweist und somit mehr Sender ausstrahlen kann.[1] Aus diesem Grund entstanden ab dieser dritten TV-Generation zielgruppenspezifische Sparten- und Quiz-Sender wie 9Live oder QVC, die eine Interaktion vom Rezipienten verlangen. Anfang 2000 kam es in der vierten Generation aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung zu einem weiteren Ausbau des Spartensenderangebots. Laut Goldmedia befinden wir uns im Moment in der fünften TV-Generation, der Phase der sogenannten „Mesomedien“[2], d.h. der Medien für Kleinstzielgruppen. Durch die Digitalisierung stieg die Anzahl der TV-Programme auf 1.000 und mehr an.

Laut dem statistischen Bundesamt Deutschland besaßen im Jahr 2004 95% der deutschen Haushalte mindestens einen Fernseher. 40% nutzten sogar zwei oder mehr Geräte.[3] Dies beweist, dass die technischen Voraussetzungen für den TV-Konsum gegeben sind. Laut der Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF) stieg die tägliche Sehdauer pro Tag pro Person ab drei Jahren seit 2000 stetig an. Nur in den Jahren 2007 und 2008 ist ein leichter Rückgang auf 223 bzw. 221 Minuten zu verzeichnen. Im Jahr 2009 lag die durchschnittliche Sehdauer der Zuschauer ab 3 Jahren bei 212 Minuten (3h 32min). Im darauffolgenden Jahr 2010 ist bereits eine deutliche Steigerung auf 223 Minuten (3h 43min) zu vermerken. Wie in Abbildung 1 zu sehen, ist dieser Trend bei allen Altersklassen der deutschen Bevölkerung zu verzeichnen.[4]

Im Vergleich zu den 223 Minuten TV-Konsum hörten die Deutschen 2010 laut der Langzeitstudie „Massenkommunikation“ der ARD und des ZDF im Schnitt 187 Minuten Radio. Damit machten TV und Radio in etwa zwei Drittel des täglichen Medienkonsums aus. Dagegen stand das Internet 2010 mit 83 Nutzungsminuten. Es handelt sich dabei um das Medium mit dem größten Zuwachs, da es im Jahr 2005 erst 44 Minuten verzeichnete. Tageszeitungen wurden im Durchschnitt 23 Minuten, Bücher 22 Minuten und Zeitschriften 6 Minuten gelesen und spielen somit eine untergeordnete Rolle.[5]

Abbildung 1: Entwicklung der täglichen TV-Sehdauer 2000 - 2010

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: AGF/GfK Fernsehforschung in Jahrbuch 2010/2011 Landesmedienanstalten und privater Rundfunk in Deutschland

Diese Zahlen beweisen, dass das Fernsehen noch immer das aufmerksamkeitsstärkste Medium darstellt. Dies reizt die dahinterstehenden wirtschaftsorientierten Medienunternehmen. Neben den Einnahmen über den Werbemarkt sowie über die Rundfunkgebühren sind die Unternehmen auf der Suche nach weiteren bzw. neuen Ertragsmodellen.

In der folgenden Arbeit sollen die nach Glückstein in der dritten bzw. vierten TV-Generation entstandenen Geschäftsmodelle Spartenkanal, Shopping-Kanal und Call-in-TV untersucht werden.[6]

Bei einemGeschäftsmodellhandelt es sich laut Strähler um einemodellhafte BeschreibungdesGeschäftes.Es besteht aus dem Nutzenversprechen,derArchitektur der Wertschöpfungsowie demErtragsmodell.Die drei Themen dieser Arbeit, der Spartenkanal, Shopping-Kanal und Call-in-TV sollen jeweils unter diesen drei Faktoren untersucht werden. Dabei beschreibt das Nutzenversprechen, welchen Vorteil der Rezipient bzw. Kunde oder andere mit dem Unternehmen in Verbindung stehende Partner haben. Wie dieser Nutzen generiert wird, erklärt die Architektur der Wertschöpfung. Die allgemeine TV-Wertschöpfungskette besteht nach Wirtz aus den folgenden Stufen: Beschaffung der Inputfaktoren, Programmproduktion, Programmhandel, Programmgestaltung und Packaging, technische Produktion und Programmdistribution.[7] Diese muss bei speziellen TV-Geschäftsmodellen angepasst werden. Im dritten Teil des Geschäftsmodells, dem Ertragsmodell, wird benannt, durch welche Einnahmen sich der Sender finanziert. Bei dem Ertragsmodell gibt es, abhängig vom Medienunternehmen, differenzierte Finanzierungsformen. Öffentlich-rechtliche Sender setzen den Auftrag der Information, Bildung und Unterhaltung vom Gesetzgeber um. Sie finanzieren sich hauptsächlich durch die Rundfunkgebühren. Die privaten Sender dagegen haben das ökonomische Ziel der Gewinnmaximierung. Sie finanzieren sich durch Werbemärkte, Rechtemärkte oder Rezipientenmärkte. Shopping-Kanäle, Pay-TV oder Call-in-TV finanzieren sich dagegen hauptsächlich nur über die Rezipientenmärkte, da sie eine Interaktion von den Konsumenten fordern.[8]

2 Spartenkanal

2.1 Definition

Im Sinne desStaatsvertrages(RStV)ist einSpartenprogrammein Rundfunkprogramm mit im Wesentlichen gleichartigen Inhalten“.[9] Dies bedeutet, dass sich der Spartenkanal einem speziellen thematischen Inhalt verschrieben hat.Beispiele fürdeutscheprivateSpartenprogramme sind nach Wirtz für den Schwerpunkt NachrichtendieSender n-tv, N24 oder Bloomberg TV, für Sport Sport1[10] oderfür die Zielgruppe Frauen der Sender SIXX.Dabei ist zu beachten, dass sowohldieöffentlich-rechtlichenals auchdieprivatenSender Spartenkanäle betreiben.Die Spartenkanäle der ARD lauten EinsPlus, EinsExtra, EinsFestival, des ZDF ZDFinfokanal, ZDFtheaterkanal, ZDFneo, sowie die in Gemeinschaftsprogramme Phoenix, KI.KA, 3sat und arte.[11]

Spartenkanälesind aufgrund ihres speziellen Themaszielgruppenfixiert und sprechen in den meisten Fällen nicht die breiteÖffentlichkeitan.Laut Schnitzlerund Glückssteinhandelt es sich bei allgemeinen Spartensendern, wie zum BeispielSport 1,um Special-Interesst-Programme, bei differenzierten Spartensendern, wiezum BeispieldemSailing- oder Golf-Sender, umVery-Special-Interest-Programme.[12]

Für die Verständlichkeitdes Spartenprogrammssoll im Folgenden eine kurze Abgrenzung zu den Vollprogrammen erfolgen.„Im Sinne desStaatsvertrages ist ein Vollprogrammein Rundfunkprogramm mit vielfältigen Inhalten, in welchem Information, Bildung, Beratung und Unterhaltung einen wesentlichen Teil des Gesamtprogramms bilden.“[13] Information, Bildung, Beratung und Unterhaltunggelten auch als die Pflichtbereiche eines Vollprogramms, die jedoch oft ineinander übergreifen. Typische Vollprogramme bieten die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF sowie die privaten Sender RTL oder SAT.1.Hier steht die Programmattraktivität für die breite Masse im Vordergrund.Nach Faulstich existieren bei den VollprogrammendreiArten von Fernsehgenres:

-Informations- und Dokumentarsendungen (Nachrichten,Magazine, Dokumentar-filme,Reportagen, Wissenschaftsprogramme,Lehr- und Bildungsfernsehen);
-fiktionale Sendungen (Fernsehserien, Literaturverfilmungen, Spielfilme);
-Unterhaltungssendungen und Zielgruppenprogramme (Quiz- und Gamesshows, Talkshows,Sportsendungen, Kindersendungen, Ratgebersendungen).[14]

Da sich Spartensender einem bestimmten Genre annehmen, stellen Regional- und Lokalfernsehsender, wie beispielsweise FAB und TV.Berlin, aufgrund ihrer geografischen Abgrenzung eine weitere Senderform dar.

2.2 Nutzenversprechen

Spartenkanäle bieten im Gegensatz zu dem Vollprogramm kein umfassendes Angebot der oben genanntendreiGenres. Es handelt sich dabei um„Programme mit gleichartigen Nutzungsinhalten“[15]. Somit weisen sie eine „Monothematik“[16] auf. Der Vorteil für den Rezipienten liegt darin, dass ereine Programmgarantie erhält, d.h. er weiß, welche Inhalte ihn erwarten.Bei N24 trifft er auf Nachrichten,Sport 1überträgt sportliche Ereignisseund auf VIVA erhält er Informationen über Musik.Dies schafft dem oft überforderten Rezipienten eine Orientierungshilfe.[17] Dazu ist die ständige Verfügbarkeit des speziellen Themas ein großer Vorteil der Spartenprogramme. Der Rezipient muss sich nicht einespezielleSendung aus der Fernsehzeitung heraussuchen,sondern schaltetbewusstauf den entsprechenden Spartensender.[18] Dort trifft ermeistauf kleine Programmeinheiten, da dieNachrichten, das Wetter oderdieMusik-Clips in kurze, überschaubare Segmente gegliedertwerden.[19] Im Gegensatz zum Vollprogramm arbeiten beidenSpartensendern Mitarbeiter mit einer hohen fachlich-spezifischenKompetenz. Dies ist möglich, da sie sich auf ein spezielles Thema konzentrierenund kein Vollprogramm bearbeiten.Davon profitieren die Rezipienten, denen die Themen aufbereitet werden.[20] Dazu können Spartensender unlimitiert auf spontane Ereignisse eingehen. Mögliche Katastrophen oder Sportverlängerungen ziehen Programmänderungen bzw.-verspätungen mit sich. Aus diesem Grund können sie beim Vollprogramm nur eine geringe Sendezeit in Anspruch nehmen.Im Gegensatz dazu könnenzum Beispiel Nachrichtensender den wichtigen,tagesaktuellenpolitischenThemen Schwerpunkte widmen. Auf Sportspartensendernkann derder Rezipientnachvollziehen, warum die Fußballverlängerung anstatt des Golfspiels gezeigt wird. Dies ist bei demnicht-sportbegeisterte Rezipientender ARD möglicher Weisebei der Sendung einer Fussballverlängerung anstatt der Lindenstraßenichtder Fall.[21] Somitkönnen aufSpartenkanälen individuelle Bedürfnisseeiner Minderheitenzielgruppebefriedigt werden.Bei der Brent Spar handelte es sich um eine 137 m hohe und 14.500 Tonnen schwere zylindrische Offshore-Anlage, die in der britischen Nordsee verankert war und die als Lager- und Verladestation für Tankschiffe diente. Die Brent Spar wurde 1976 in Betrieb genommen. Eigentümer der Plattform waren Shell U.K. und Esso U.K., wobei die Betriebsführung allein bei Shell U.K. lag[22]. Im Jahr 1991 erfolgte die Stilllegung der Brent Spar. Die Gründe dafür waren die sich immer wiederholenden technischen Pannen, steigende Unterhaltskosten sowiebereitsdie zu dieser Zeit bestehenden Pipelineverbindungen. Nachdem die Öltanks leer gepumpt, die Leitungen durchgespült und mit Wasser gefüllt wurden, stand Shell U.K. vor der Frage der Entsorgung.[23] Das Unternehmen gab 30 Gutachten und Expertisen in Auftrag, die unter Beachtung aller britischen und internationalen Vorschriften sowie aller technischen und ökologischen Aspekte alle Beseitigungsmethoden prüfen sollten. Die Wahl fiel auf die Versenkung in 2.000 m Tiefe im Ost-Atlantik. Diese Methode wurde als sicherste, umweltschonendste sowie kostengünstige Lösung festgestellt. Die britische Regierung erteilte Mitte Februar 1995 eine vorläufige Genehmigung für die Versenkung der Plattform und informierte gleichzeitig die Öffentlichkeit und gemäß dem Oslo-Paris-Abkommen alle Nordsee-Anrainerstaaten über das Vorhaben. Dabei wird ausführlich berichtet, dass es sich ausschließlich um eine Einzelgenehmigung handelt. Keine derNachbarstaatenerhob Einwände. In Deutschland fand zu dieser Zeit keine Thematisierung der Versenkung statt. Keine der namenhaften Medien berichtete über die bevorstehende Entsorgung der Verladestation.[24]

Erste Phase: B

2.3 Architektur der Wertschöpfung

Die allgemeine Wertkette von TV-Unternehmen besteht laut Wirtz aus fünf verschiedenen Stufen. Diese ist auch auf die Spartensender anzuwenden.

Während der ersten Stufe findet die Beschaffung der Inputfaktoren, wie zum Beispiel Informationen, Drehbücher bzw. deren Rechte, Beiträge und Werbeinhalte, Personal (Moderatoren, Schauspieler, Redakteure) sowie der Technik statt. Anbieter sind hier vorgelagerte Medienunternehmen wie Nachrichtenagenturen, Drehbuchautoren, Schauspielagenturen und Werbeagenturen. In der zweiten Stufe, der Programmproduktion, folgt die Planung, Steuerung und Ausführung der Produktion. Dies kann durch TV-Eigenproduktion oder TV-Auftragsproduktion geschehen. Bei der Eigenproduktion wird die gesamte Produktion, also Idee, Auswahl, Produktion, Postproduktion und Ausstrahlung, von dem ausstrahlenden Sender übernommen. Voraussetzung dafür ist das Vorhandensein der notwendigen Ressourcen. Ist dies nicht der Fall, weichen die Sender auf Auftragsproduktionen aus, bei denen die Produktion bzw. Teile davon an spezialisierte Firmen ausgelagert werden. Die dritte Stufe beschreibt den Programmhandel mit Rechten und Lizenzen. Entweder können Fremdproduktionen gekauft oder Rechte an Eigenproduktionen verkauft werden. Die Zusammenstellung der Beiträge erfolgt während der vierten Stufe in der Programmgestaltung. Hier wird der Sendeablauf mit den Werbespots durch die Programmredaktion geplant. Das Ende der Wertschöpfungskette bildet die technische Produktion sowie die Programmdistribution über die Nutzung der Telekommunikationsinfrastruktur durch Kabelnetzbetreiber bzw. Satellitenbetreiber.[25]

Im Folgenden soll eine schematische Übersicht die beschriebene Wertschöpfungskette darstellen.

Abbildung 2: Wertschöpfungskette Spartensender

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Vgl. Wirtz (2011). S. 410ff.

2.4 Ertragsmodell

Sowohldieöffentlich-rechtlichenals auchdieprivatenSender betreiben Spartenkanäle.Da diese Sender unterschiedliche Ertragsmodelle aufweisen, wirddiese Differenzierungim Folgendenvollzogen.

2.4.1. Private Spartenprogramme

2.4.1.1 Werbeeinnahmen

Private Spartenprogramme streben eine Gewinnmaximierung an. Senden Spartenkanäle über Satellit erfolgt die Finanzierung größtenteils über Werbeeinnahmen. Somit sind die Sender auf den Werbemarkt ausgerichtetHier zeigen Spartenprogramme gegenüber Vollprogrammen einendeutlichenVorteil, da durch die homogene Gruppe vor den Bildschirmen keine Streuverluste zu verzeichnen sind.Eine zielgruppenspezifische Werbung ist möglich, die von denaffinenRezipienten nicht als Störung angesehenund somit interessiert aufgenommenwird. Dazu kann dieWerbung themenspezifisch ins Programm gesetzt werden, wie zum Beispiel einTennisschuh-Spot bei einerTennisturnierübertragung.[26] Geringere Reichweiten als bei den Vollprogrammen werden durch die Qualität der Kontakte ausgeglichen.[27] Dazu bieten die Spartensender den Werbenden neue Sonderwerbeformen. So setzt beispielsweise der Sender TV.Gusto bei seinen Kochshows auf Product Placement. Nach Aussage des Senders ist es durch die Nutzung des Produktes einfacher, den Kunden von seinen Vorzügen zu überzeugen, als in einem herkömmlichen Werbespot.[28] Dabei zahlen die Werbetreibenden, egal ob der Rezipient die Werbung konsumiert oder nicht. Diese Preispolitik der Sender richtet sich nach dem Tausender-Kontakt-Preis (TKP), der sich aus dem Preis für den Werbespot und der Reichweite berechnet und somit die Kosten für das Erreichen von eintausend Kontakten benennt.[29]

2.4.1.2 Pay-TV

Den Spartenkanälen, die das Signal digital über Kabel verbreiten, ist es möglich, sich über Pay-TV zu finanzieren. Somit erfolgt die Finanzierung über die Rezipientenmärkte, d.h. der Kunde zahlt für den sogenannten Content, den er konsumiert. Daher muss ihm ein attraktives Programm geboten werden, für welches er zu zahlen bereit ist. Durch Exklusivität und Aktualität der Beiträge oder alleinige Übertragungsrechte können Kunden gelockt werden. Dabei muss für den Kunden ein Mehrwert generiert werden, da er sonst das Free-TV konsumiert. Das Fernsehsignal wird verschlüsselt an die Decoder der zahlungswilligen Kunden gesandt und wieder entschlüsselt. Beim Pay-TV existieren nach Wirtz und Glücksstein verschiedene Entgeltformen, die im Folgenden näher beschrieben werden.

Beim Pay-per- Channel (PPC), oder auch Abonnement-Fernsehen genannt, zahlen die Rezipienten einen monatlichen Pauschalbetrag für die Nutzung aller Programme und Sendungen des Anbieters. Im Gegensatz dazu bezahlt der Rezipient beim Pay-per-View (PPV) nur für die Sendung, die er auch tatsächlich konsumiert. In beiden Entgeltmöglichkeiten hat der Kunde keinen Einfluss auf den Sendezeitpunkt. Hier ist er vom aktuellen Programmangebot des Anbieters abhängig. Durch das Video-on-Demand-Serviceangebot (VoD) kann der Rezipient durch ein interaktionsfähiges Fernsehgerät, bzw. eine installierte Set-Top-Box, sein Programm sowie den Startpunkt seiner Sendung selbst bestimmen. Die Box ist der Rückkanal des Rezipienten. Durch diese kann er auf ein breites TV-Angebot zurückgreifen. Auch hier zahlt er nur für die konsumierten Programme, die er jedoch auch anhalten und in Teilen wiederholen kann. Dadurch stellt er sich ein individualisiertes Fernsehprogramm zusammen. Bei der Pay-TV-Form des Near-Video-on-Demand (NVoD) kann der Rezipient zwischen verschiedenen, regelmäßigen Anfangszeiten seiner Sendung wählen und zahlt ebenfalls nur für die konsumierte Zeit.[30] VoD und NVoD zeigen deutliche Vorteile zur üblichen Videothek, denn hier gibt es keine Schließzeiten, keine zurückzulegenden Wege und keine leeren Regale.

In Deutschland konnte sich der Pay-TV-Anbieter SKY, ehemals Premiere, als Marktführer durchsetzen. Das Unternehmen bietet themenspezifische Spartenkanäle an, die einzeln oder individuell zusammengestellt bezogen werden können. Bei SKY sind alle oben genannten Entgeltformen möglich.[31] Im Pay-TV sehen viele Fachautoren die Zukunft des Fernsehens.[32] Die vermehrte Zahl an digitalen Fernsehsendern kann sich durch den begrenzten Werbemarkt nicht mehr finanzieren. Aus diesem Grund benötigt sie neue Erlösquellen – wie zum Beispiel das soeben beschriebene Pay-TV.

[...]


[1] Vgl. Faulstich (2004). S. 133ff.

[2] Vgl. Goldmedia GmbH (2007). Zukunft der TV-Übertragung, Folie 5, URL: http://www.bvdw.org/fileadmin/downloads/marktzahlen/mafo_jump/Goldmedia_Zukunft_der_TV_Uebertragung_2007.pdf, [letzter Zugriff am 12.08.2011].

[3] Statistisches Bundesamt (2004). Fast 40% der Haushalte besitzen zwei oder mehr Fernsehgeräte, URL: http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2004/11/PD04__492__631.psml [letzter Zugriff am 06.08.2011].

[4] Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (2010). Die neue Lust am Fernsehen, URL: http://www.agf.de/agf/presse/?name=Fernsehnutzung%20auf%20Rekordkurs [letzter Zugriff am 06.08.2011].

[5] Vgl. Engel & Ridder (2010). Massenkommunikation 2010, URL: http://www.media-perspektiven.de/uploads/tx_downlods/ARD_ZDF_Medienkommission_-_Handout.pdf [letzter Zugriff am 14.08.2011].

[6] Vgl. Glücksstein (2004). S. 10.

[7] Vgl. Wirtz (2011). S. 410.

[8] Vgl. Stähler (2001). S. 41f.

[9] RStV§ 2 Artikel 2 Nr. 2.

[10] Vgl. Wirtz (2011). S. 403.

[11] Vgl. Wirtz (2011). S. 372.

[12] Vgl. Schnitzler (2008). S. 42f.; vgl. Glückstein (2004). S. 10.

[13] RStV§ 2 Artikel 2 Nr. 2.

[14] Vgl. Faulstich (2004). S. 35ff.

[15] Pohl (1999). S. 86.

[16] Pohl (1999). S. 86.

[17] Vgl. Pohl (1999). S. 115.

[18] Vgl. Pohl (1999). S. 115f.

[19] Vgl. Pohl (1999). S. 116.

[20] Vgl. Pohl (1999). S. 116.

[21] Vgl. Pohl (1999). S. 166f.

[22] Vgl.Deutsche Shell AG (1995),S. 7; 28.

[23] Vgl. Puttenat, D. (2009), S. 96.

[24] Vgl. Deutsche Shell AG (1995), S. 7; Vgl. Berens, H. (2001), S. 35.

[25] Vgl. Wirtz (2011). S. 410.

[26] Vgl. Schnitzler (2008). S. 61.

[27] Vgl. Glückstein (2004). S. 14.

[28] Vgl. Glückstein (2004). S. 17.

[29] Vgl. Wirtz (2001). S. 543.

[30] Vgl. Wirtz (2011). S. 405ff; Glückstein (2004). S. 26.

[31] Vgl. Wirtz (2011). S. 419.

[32] Vgl. Schrag (2007). S. 225f.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Geschäftsmodelle Spartenkanal, Shopping-Kanal, Call-In-TV
Hochschule
Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin
Note
1,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
26
Katalognummer
V181890
ISBN (eBook)
9783656052197
ISBN (Buch)
9783656052432
Dateigröße
717 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Geschäftsmodell, Spartenkanal, Spartensender, Shopping-Kanal, Shopping-Sender, Call-In-TV, Quiz-TV, 9 live, Nutzenversprechen, Architektur der Wertschöpfung, Ertragsmodell, privat
Arbeit zitieren
BA Sabrina Meißner (Autor), 2011, Geschäftsmodelle Spartenkanal, Shopping-Kanal, Call-In-TV, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/181890

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