Bildung des Strompreises für Haushaltskunden eines ehemaligen kommunalen Monopolisten in einem liberalisierten Markt

Am Beispiel der Stadtwerke Düsseldorf AG


Hausarbeit, 2011
27 Seiten, Note: 1,30

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einführung

2 Theoretische Grundlagen
2.1 Die Besonderheiten des Produktes Strom
2.2 Der deutsche Strommarkt vor der Liberalisierung
2.3 Definition von Wettbewerb und Wettbewerbspolitik
2.4 Meilensteine der Liberalisierung
2.5 Die Wertschöpfungsstufen im Strommarkt

3 Preisbestandteile der Stromrechnung
3.1 Preisvergleich Stadtwerke Düsseldorf AG und Stromio
3.2 Staatliche Abgaben EEG, KWK, Stromsteuer, Konzessionsabgabe und Umsatzsteuer
3.3 Netznutzungsentgelte (Arbeitspreis, Messung, Abrechnung, Messstellenbetrieb)
3.4 Residualgröße für Strombeschaffung, Abwicklung, Marketing, Vertrieb, sonstige Gemeinkosten und Marge

4 Analyse des Wettbewerbes
4.1 Der Wettbewerb um Haushaltskunden in Düsseldorf
4.2 Grundversorger
4.3 Grundversorger versus Wettbewerber
4.4 Zieldreieck: Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit und Nachhaltigkeit

5 Schlussbetrachtung

Anhang

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Wertschöpfungsstufen im Strommarkt

Abbildung 2: Vergleich der Preisbestandteile Stadtwerke Düsseldorf AG und Stromio .

Abbildung 3: Prozentualer Anteil der Preisbestandteile am Strompreis

Abbildung 4: Energiepolitisches Zieldreieck

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einführung

Kann man auf Grund einer retrograden Betrachtung einer Strompreisbildung den funktionierenden Wettbewerb in einem ehemaligen Monopolmarkt ableiten?

"Nur der Kunde kann uns helfen, den Wettbewerb in Gang zu setzen und dieVerkrustungen der Energie-Monopolwelt zu ü berwinden"1, sagte Matthias Kurth,Präsident der Bundesnetzagentur 2007. Auch Ende 2010 rief er die Verbraucher dazuauf, den Stromversorger zu wechseln "Je mehr Verbraucher wechseln, desto weniger k ö nnen es sich die Anbieter leisten, die Preise zu erh ö hen. Immer noch befindet sich knapp die H ä lfte der Haushaltskunden in der teuren Grundversorgung. “2 Der damaligeBundeswirtschaftsminister Michael Glos forderte in der Pressemitteilung vom 27.11.2008 des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie zum Wechsel desStromanbieters auf. "Die Verbraucher haben es mit in der Hand, den Wettbewerbsdruck auf die Stromversorger wirksam zu erh ö hen."3 DieVerbraucherzentrale fuhr von August 2007 bis März 2008 eine Kampagne zumStromanbieterwechsel unter dem Motto „ Strom. Jetzt wechseln. Jetzt sparen. “4

Wie diesen Zitaten und auch den aktuellen Presseberichten zu entnehmen ist, wird den Energieversorgern meistens vorgeworfen, dass kein Wettbewerb herrscht und der örtliche Grundversorger zu teuer sei. Auf den folgenden Seiten werden diese Vorwürfe kritisch betrachtet und so ausgearbeitet, dass ein allgemeines Verständnis der aktuellen Lage möglich ist.

In Kapitel2 der Arbeit wird die Liberalisierung des deutschen Strommarktesthematisiert. Nachdem zuerst die besonderen Merkmale des Gutes Strom dargestelltwurden, wird dann in chronologischer Reihenfolge der lange Weg vom ehemaligenkommunalen Monopolmarkt zum Wettbewerb skizziert. Es wird aufgezeigt, warum esbis zur Liberalisierung des deutschen Strommarktes 1998 keinen Wettbewerb gab.Danach wird erläutert was unter dem Begriff Wettbewerb zu verstehen ist und welcheWettbewerbstheorien die deutsche Wirtschaftspolitik als Leitbilder beeinflussten. Ausder Veränderung der Leitbilder ist der Paradigmenwechsel der Regierung, dieStrommonopole zu deregulieren, ableitbar. Um die Voraussetzungen für denWettbewerb auf dem Strommarkt zu schaffen, hat der deutsche Staat seit 1998 einigeMeilensteine auf dem Weg gebracht. Aber nicht auf allen Wertschöpfungsstufen derStromwirtschaft herrscht Wettbewerb.

Nach dem theoretischen Teil werden in Kapitel3anhand desInternetvergleichsportales Verivox, die Gesamtpreise für einen Musterhaushalt mit 3.500 kWh im Marktgebiet Düsseldorf zwischen der Grundversorgung der StadtwerkeDüsseldorf AG und dem günstigsten Wettbewerber Stromio classic miteinanderverglichen. Anschließend erfolgt eine Erörterung aller Preisbestandteile derStromrechnung. Die Gesamtbeträge werden um die staatlich regulierten und induzierten Kosten bereinigt, um als Residualgröße die Bestandteile der Musterrechnungen zu erhalten, die dem Wettbewerb unterworfen sind.

Nach der Detailanalyse der Stromrechnung wird in Kapitel4 der Wettbewerbanalysiert. Ist der Wettbewerb auf dem Strommarkt in Düsseldorf angekommen?Welche besondere Rolle hat der Staat dem Grundversorger zugeordnet und wasunterscheidet ihn vom Wettbewerber? Kann das im EnWG § 1 Satz 1 geforderteZieldreieck der Energiewirtschaft zwischen Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit undVersorgungssicherheit überhaupt noch bestehen, wenn der Fokus auf den Preisgerichtet wird? Abgeschlossen wird die Arbeit mit einer Schlussbetrachtung inKapitel 5.

2 Theoretische Grundlagen

2.1 Die Besonderheiten des Produktes Strom

Das Produkt Strom ist im deutschen Alltag omnipräsent und unverzichtbar. Es istnahezu in jedem deutschen Haushalt vorhanden und dient teilweise zur Deckung vonGrundbedürfnissen.5 Die charakteristischen Merkmale von Strom sind imWesentlichen:

Immaterialität: Der Kunde hat Schwierigkeiten das Produkt Strom wahrzunehmen und zu beurteilen, da es keine Eigenschaften wie Farbe, Form, Duft oder Geschmack besitzt.6 Strom hat keine Masse und kein Volumen und ist daher immateriell.7

Mittelbare Nutzenstiftung: Strom hat erst durch die Verwendung von elektrischen Geräten einen Nutzen für den Kunden. Diese sekundäre Wahrnehmbarkeit wird als indirekte Nutzenstiftung bezeichnet.8

Leitungsgebundenheit und Nicht-Lagerbarkeit: Die Lieferung von Strom an denEndkunden erfolgt über Energieversorgungsleitungen. Die Herstellung von Strom undderen Einsatz beim Kunden erfolgt zeitgleich, da Strom nicht gelagert werden kann.9

Low-Involvement: Der Endkunde hat ein geringes Interesse am Produkt Strom, da erihn als selbstverständlich ansieht. Erst durch Werbekampagnen, Preiserhöhungen,Schlagzeilen in den Medien oder Stromausfall wächst das Interesse des Kunden amProdukt Strom.10

Produkthomogenität und Austauschbarkeit: Strom gehört zu den Commodities,Güter, die als undifferenziert und homogen wahrgenommen werden, bei denen dieMenge und der Preis das hauptsächliche Differenzierungskriterium ist.11 Strom wird,wie viele andere Commodities, an internationalen Börsen gehandelt an denen derPreis durch Angebot und Nachfrage und durch die Knappheit des Gutes bestimmt wird.

2.2 Der deutsche Strommarkt vor der Liberalisierung 1998

Mit dem Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) von 1998 wurde der deutsche Strommarktliberalisiert. Seitdem kann jeder Kunde sein EVU frei wählen und die EVU´s könnenunabhängig von ihrem Standort die Stromkunden in Deutschland beliefern.12 In denJahren vor 1998 gab es keinen Wettbewerb auf dem deutschen Strommarkt.13 Mit demin Kraft treten des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) von 1958 warein Ausschluss von Wettbewerb grundsätzlich unzulässig. Für die Stromwirtschaftwurde mit dem Paragraphen 103 GWB eine Bereichsausnahme formuliert, dieDemarkations-, Konzessions-, Preisbindungs- und Verbundverträge vom Kartellamtausschloss.14 Die Ausnahme der Monopolstellung wurde damit begründet, dass hoherKapitalbedarf und langfristige Investitionen notwendig sind, Strom nicht gespeichertwerden kann, Reservekapazitäten für Lastspitzen bereit gehalten werden müssen undvor allem die Sicherung der Versorgung gewährleistet sein muss, auch in ungünstigenGebieten.15

2.3 Definition von Wettbewerb und Wettbewerbspolitik

Der Strommarkt ist seit 1998 dem Wettbewerb unterworfen. Der Begriff Wettbewerbwird in den Rechts- und Wirtschaftswissenschaften zwar häufig benutzt, ist aber nichtklar definiert.16 Als Basis für eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesemThemenkomplex ist es eine Grundvoraussetzung, diesen Begriff und seineVerwendung in der deutschen Wirtschaftspolitik genauer zu bestimmen. Wettbewerbist ein Synonym für Konkurrenz und „ ist das Streben von zwei oder mehr Personen bzw. Gruppen nach einem Ziel, wobei der h ö here Zielerreichungsgrad des einen i.d.R. einen geringeren Zielerreichungsgrad des anderenbedingt. “17 Auf dasWirtschaftsleben bezogen sind die Merkmale für Wettbewerb die „ Existenz von M ä rkten mit mindestens zwei Anbietern und Nachfragern, die sich antagonistisch verhalten d.h., durch Einsatz eines oder mehrerer Aktionsparameter ihren Ziele]]rreichungsgrad zu Lasten anderer Wirtschaftssubjekte verbessern wollen. “18

Das wirtschaftliche Leben in Deutschland wird durch die Wirtschaftspolitik geregelt. Sieist eingeteilt in Ordnungs-, Prozeß- und Strukturpolitik.19 Die Wettbewerbspolitik ist einTeil der Ordnungspolitik, deren Aufgabe es ist, die wirtschaftlichenRahmenbedingungen für das Marktverhalten zu steuern.20 Die Wettbewerbspolitikorientiert sich wiederum an Wettbewerbstheorien, die als Leitbilder für das staatlicheHandeln herangezogen werden.21 Vor dem Hintergrund der diversenWettbewerbstheorien, die teilweise konträre Sichtweisen vom Verhältnis Monopol, Wettbewerb und Regulierung haben, hat sich auch das Verständnis von Wettbewerbspolitik vielfach gewandelt.

Zur Einführung vom GWB am 1. Januar 1958 orientierte sich die Wettbewerbspolitik ander Konzeption der vollkommenen Konkurrenz, also Leitbilder des klassischenLiberalismus und Ordoliberalismus. Die Wirtschaftspolitik war unter dem Leitbild dervollkommenen Konkurrenz damit beschäftigt, oligopolistische und monopolistischeMärkte zu verhindern, zu kontrollieren oder zu beseitigen. Kritiker bemängelten, dassdas Leitbild zu statisch ist und die Dynamik der Märkte völlig unberücksichtigt blieb.Wettbewerb ist ein Prozess und kein Zustand.22 Aus diesen Überlegungen aufbauend,entwickelte sich die Theorie des funktionsfähigen Wettbewerbs. Der Staat reguliertdabei die Marktunvollkommenheiten im Rahmen der Missbrauchsaufsicht. Die Theorieder optimalen Wettbewerbsintensität ergänzt das Idealbild um dynamische Prozesseund stellt die Wichtigkeit von Innovationen heraus. Die temporären Monopolstellungen,die durch Innovationen herbeigeführt werden können, soll der Staat ausgleichen durchein Gleichgewicht von Regulierung und Innovationsförderung. Das Konzept derWettbewerbsfreiheit stellt dagegen die Selbstorganisationsfähigkeit der Märkte in denMittelpunkt.23

Mit der 6. Novelle des GWB 1998 wurde eine teilweise Harmonisierung mit dem europäischen Wettbewerbsrecht angestrebt, indem der Missbrauch der marktbeherrschenden Stellung als echter Verbotsbestand aufgenommen wurde. Mit der 7. Novelle des GWB am 1. Juli 2005 ist eine nahezu vollständige Angleichung an die Regelungen des EU-Kartellrechts erfolgt.24

2.4 Meilensteine der Liberalisierung

Mit dem starken Einfluss der EU auf das deutsche GWB waren auch die monopolistischen Strukturen in der Stromwirtschaft nicht mehr haltbar. Der Wandel von den monopolistischen Strukturen zum freien Wettbewerb erfolgte schrittweise. Die Liberalisierung des deutschen Strommarktes begann im Jahre 1996 mit der EUBinnenmarkt-Richtlinie. Die europäische Kommission verabschiedete damit die Öffnung der Energiemärkte in den EU-Mitgliedsländern.25

In Deutschland wurde die EU-Vorgabe umgesetzt, in dem das seit dem 13. Dezember1935 gültige Energiewirtschaftsgesetz im Jahre 1998 novelliert wurde.26 Das EnWGüberließ die Höhe der Netzentgelte und das Prozedere der Durchleitung der freienVereinbarung der Marktpartner. Die Verbände VDEW, BDI und VIK einigten sich imgleichen Jahr auf die Verbände-Vereinbarung I Durchleitung. Im Juni 1999 fiel dieEntscheidung eine Strombörse in Deutschland zu gründen. Mit der VerbändeVereinbarung II Netznutzungsentgelte im Dezember 1999 und derVerbändevereinbarung II plus im Dezember 2001 wurde die Vereinfachung der Abwicklung der Netznutzung angestrebt. Der neue Kalkulationsleitfaden zur Ermittlung der Netznutzungsentgelte von Mai 2002 ergänzte die Verbände Vereinbarung II plus. Im Jahre 2003 beschloss die EU-Kommission mit der Beschleunigungs-Richtlinie ein zweites Liberalisierungspaket und führte einheitliche Wettbewerbsbedingungen für alle EU-Mitgliedsstaaten ein und schaffte damit die diversen Wahlmöglichkeiten bei der Ausgestaltung des Strommarktes aus der ersten Richtlinie wieder ab. Kernpunkte der zweiten Richtlinie waren die Entflechtung der Netze, die Verbindlichkeit zur Einführung einer nationalen Regulierungsbehörde und die Öffnung aller Elektrizitätsmärkte in Europa für sämtliche Kunden bis zum 1. Juli 2007.27

Die Beschleunigungs-Richtlinie wurde durch eine vollständige Überarbeitung des Energiewirtschaftsgesetzes am 13. Juli 2005 in nationales Recht umgesetzt. Im Oktober 2007 wurde die Anreizregulierungsverordnung verabschiedet, die einen Systemwechsel in der Regulierung der Netzentgelte darstellte. Orientierten sich vorher die Netznutzungsentgelte an den Kosten der Netzbetreiber, so wurden bei der Anreizregulierung Obergrenzen für die Erlöse festgelegt.

2.5 Die Wertschöpfungsstufen im Strommarkt

Mit Blick auf die Wertschöpfungsstufen im Strommarkt wird erkennbar, dass nicht alledem Wettbewerb unterworfen sind. Die Stromnetze sind natürliche Monopole undkönnen ohne staatliche Regulierung zu Marktversagen führen. Ein natürliches Monopolliegt vor, wenn „ ein einziger Anbieter einen Markt kosteng ü nstiger bedienen kann, als mehrere Anbieter “.28 Wegen der Leitungsgebundenheitvon Strom, sind alleMarktteilnehmer auf das Stromnetz als Infrastrukturdienstleister angewiesen. DerWettbewerb auf dem deutschen Strommarkt kann nur funktionieren, wenn allenMarktteilnehmern das Netz diskriminierungsfrei zur Verfügung steht. Aus diesemGrund sind die Netze staatlich reguliert. Die Bundesnetzagentur (BnetzA) prüft undgenehmigt die Höhe der Netzentgelte. Die vor- und nachgelagertenWertschöpfungsstufen im Strommarkt wie Erzeugung, Beschaffung, Großhandel undVertrieb sind dem Wettbewerb unterworfen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Wertschöpfungsstufen im Strommarkt

3 Preisbestandteile der Stromrechnung

3.1 Preisvergleich Stadtwerke Düsseldorf AG und Stromio

Die Preisbestandteile der Stromrechnung spiegeln die Aufspaltung derWertschöpfungsstufen in dem Sinne wider, dass sie zwischen beeinflussbaren, demWettbewerb unterworfenen Kosten (Strombeschaffung, Vertrieb) und nichtbeeinflussbaren, staatlich regulierten Kosten (Netz) und staatlich induzierten Kosten(Steuern und Abgaben) unterschieden werden können. Die Preisunterschiede auf demStrommarkt können theoretisch nur durch den Anteil der Preisbestandteile zu Standekommen, die dem Wettbewerb unterworfen sind, da alle anderen Kosten für alleMarktteilnehmer identisch sind.

Für die Transparenz der Stromversorgungsunternehmen in Deutschland sorgen u.a.Strompreisvergleichsrechner im Internet, wie der im Folgenden verwendetePreisrechner von Verivox. Für einen fairen Vergleich wurden nur Tarife ausgesucht, diekeine Vorauskasse, Kaution und einmalige Boni beinhalten. Die Selektion für einenMusterhaushalt mit einem Verbrauch von 3.500 kWh/a29 ergab 134 Tarife mitEndpreisen von 788,61 Euro (Stromio classic) bis 1.059,23 Euro (HitStrom Naturhitsafe). Die Grundversorgung (Düsselstrom Klassik) des örtlichen Versorgers, derStadtwerke Düsseldorf AG liegt auf Platz 82 mit 876,47 Euro. Was unterscheidet dengünstigsten Tarif der Stromio classic und die Grundversorgung der StadtwerkeDüsseldorf AG?

Um diese Frage zu beantworten werden in diesem Kapitel die Musterrechnungen derbeiden Versorger retrograd (rückwärtsgerichtet) betrachtet, so dass die nichtbeeinflussbaren Kosten subtrahiert werden und die dem Wettbewerb unterworfenenPreisbestandteile separat betrachtet werden können. Die Haushaltskunden schließenin der Regel Vollversorgungsverträge mit ihrem Energieversorgungsunternehmen ab.Diese Verträge beinhalten die Strombeschaffung, die Stromversorgung und dieNetznutzungsentgelte.30 Die Ausführungen der im Folgenden aufgeführten Strombestandteile beziehen sich ausschließlich auf den Marktort Düsseldorf, speziell auf das

Haushaltskundensegment31 und spiegeln den aktuellen Stand Juli 2011 wider. AndereMarktorte, die Berücksichtigung von Sonderkunden oder die Aufzählung derAusnahmeregelungen von Steuern und Abgaben wären zu umfangreich, um sie hierabzubilden. Desweiteren wurden die Abgaben und Steuern in den letzten dreizehnJahren mehrfach angepasst und werden es auch zukünftig, insbesondere die Abgabenaus dem EEG und KWKG.

3.2 Staatliche Abgaben EEG, KWK, Stromsteuer,Konzessionsabgabe und Umsatzsteuer

Jede Stromrechnung beinhaltet eine Reihe von Steuern und Abgaben, die für alle Marktteilnehmer bindend sind, aber nur eine Seite, der Verkäufer ist zur Abführung verpflichtet. Die Steuern und Abgaben werden im Einzelnen kurz dargestellt:

EEG-Umlage: Das aktuelle Ziel der Bundesregierung ist es den Anteil anErneuerbaren Energien an der Stromversorgung bis 2020 auf mindestens 30% zuerhöhen. Auch nach diesem Zeitpunkt ist eine kontinuierliche Erhöhung vorgesehen.Der bundesweiteinheitliche EEG-Satz beträgt 3,53 Ct./kWh/netto. Der EEG-Satz wirdaktuell durch die Übertragungsnetzbetreiber bis zum 15. Oktober des Vorjahres aufihrer Internetseite veröffentlicht. Die EEG-Umlage wurde zur Förderung erneuerbarerEnergien eingeführt und ist durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geregelt.32

KWK-Umlage: Die Grundlagen für die KWK-Umlage sind im Kraft-Wärme-Kopplungs- Gesetz geregelt. „ Zweck des KWK-Gesetzes ist es, einen Beitrag zur Erh ö hung der Stromerzeugung aus Kraft-W ä rme-Kopplung in der Bundesrepublik Deutschland auf 25Prozent durch den befristeten Schutz, die F ö rderung der Modernisierung und des Neubaus von Kraft-W ä rme-Kopplungsanlagen (KWK-Anlagen), die Unterst ü tzung der Markteinf ü hrung der Brennstoffzelle sowie die F ö rderung des Neu- und Ausbaus von W ä rmenetzen, in die W ä rme aus KWK-Anlagen eingespeist wird, im Interesse der Energieeinsparung, des Umweltschutzes und der Erreichung der Klimaschutzziele der Bundesregierung zu leisten. “33 Der bundesweiteinheitliche KWK-Satz beträgt 0,03 Ct./kWh/netto.34

Stromsteuer: Die Stromsteuer ist durch das Stromsteuergesetz (StromStG) geregelt. Die so genannte Ökosteuer gehört zu den Verbrauchssteuern und wurde im April 1999 eingeführt, um den sparsamen Umgang mit der Energie zu fördern und die Lohn(neben)kosten zu senken bzw. zu stabilisieren.35 Der bundesweiteinheitliche Stromsteuersatz beträgt 2,05 Ct./kWh/netto.36

Konzessionsabgabe: Die Konzessionsabgabenverordnung (KAV) regelt die Entgelte, welche Kommunen dafür erhalten, dass die Straßen und Wege für den Betrieb von Stromleitungen benutzt werden dürfen.37 Die Höhe der Konzessionsabgabe ist nach der Anzahl der Einwohner gestaffelt.38 Für die Haushaltskunden im Marktort Düsseldorf gilt der höchste Satz, da die Stadt über 500.000 Einwohner hat. Der Konzessionsabgabensatz beträgt 2,39 Ct./kWh/netto.39

Umsatzsteuer: Die Umsatzsteuer ist im Umsatzsteuergesetz (UStG) geregelt. DieUmsatzsteuer wurde zuletzt am 1. Juli 2007 von 16 Prozent um 3 Prozentpunkte auf 19 Prozent angehoben.40

3.3 Netznutzungsentgelte (Arbeitspreis, Messung, Abrechnung,Messstellenbetrieb)

Die Netznutzungsentgelte sind staatlich reguliert aber von Verteilnetzbetreiber zu Verteilnetzbetreiber unterschiedlich hoch. Der örtliche Verteilnetzbetreiber in Düsseldorf ist die Stadtwerke Düsseldorf Netz GmbH. Die Höhe der zu entrichtenden Netznutzungsentgelte ist in folgende Preisbestandteile gegliedert, wobei die Angaben der Prämisse unterliegen, dass die Haushaltskunden in der Regel einen Niederspannungs-Eintarif-Zähler in Rechnung gestellt bekommen:

Arbeitspreis: Der Arbeitspreis ist der Preis für die verbrauchte Menge. In Düsseldorf beträgt die Höhe des Arbeitspreises 3,85 Ct./kWh/netto.41

Messstellenbetrieb: Die Kosten für den Messstellenbetrieb enthalten die Bereitstellung und Nutzung der erforderlichen Mess- und Steuereinrichtungen und werden mit 8,10 Euro/Jahr/netto in Rechnung gestellt.42

Messung: Die Kosten für die Messung der Stromverbrauches belaufen sich auf 2,60 Euro/Messung/netto.43

Abrechnung: Die Kosten für Abrechnung der Preisbestandteile betragen 10,90 Euro/Jahr/netto.44

3.4 Residualgröße für Strombeschaffung, Abwicklung, Marketing,Vertrieb, sonstige Gemeinkosten und Marge

Unter der Verwendung der retrograden Preisbetrachtung wird der Endkundenpreis um die Preisbestandteile bereinigt, die nicht dem Wettbewerb unterliegen und für alle Marktteilnehmer gleich sind. Darunter fallen die Steuern und Abgaben so wie die staatlich regulierten Netzentgelte. Als Residualgröße bleiben die dem Wettbewerb unterliegenden Kosten für Strombeschaffung, Abwicklung, Marketing, Vertriebskosten, sonstige Gemeinkosten und der Marge.

Die Residualgrößen für die im Rahmen dieser Arbeit untersuchten Fälle sind für die Stadtwerke Düsseldorf AG 8,57 Ct./kWh und für die Stromio classic 6,46 Ct./kWh und damit ein Unterschied von 2,11 Ct./kWh (absolut 73,85 Euro) netto bzw. 2,51 Ct./kWh (absolut 87,85 Euro) brutto. Für eine weitere Zergliederung der Residualgröße sind die diversen EVU´s zu heterogen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Vergleich der Preisbestandteile Stadtwerke Düsseldorf AG und Stromio

Jeder Versorger hat seine individuelle Beschaffungsstrategie und in vielen Fällen aucheigene Stromerzeugungsanlagen, deshalb wäre eine generelle Aussage über dieBeschaffungskosten sehr wage. Selbst unter der Prämisse, dass alle EVU´s ihrenStrom zu Börsenpreisen an der European Energy Exchange (EEX) in Leipzigbeziehen, bleiben noch weitere Variablen, wie der Zeitpunkt der Beschaffung und inVerbindung damit, ob auf dem Spotmarkt oder dem Terminmarkt beschafft wurde.

In der Abwicklung der Kunden zeichnen sich die Systeme der (neuen) Wettbewerberdurch die Spezialisierung der Kundenakquisition und Kundenbetreuung außerhalb deseigenen Stammgebietes aus, wo gegen der Grundversorger tendenziell komplexereSysteme besitzt, die häufig auf die Anforderungen der Grundversorgung im eigenenNetzgebiet abzielen. Das führt zu einem höheren Aufwand bei der Einführung neuerProdukte.45

Ebenso vielfältig sind die Marketing- und Vertriebsaktivitäten. Dabei sindKooperationen außerhalb der Energiebranche mit Einzelhandelsketten oder derdeutschen Post zum Standard geworden. Darüber hinaussind die EVU´sunterschiedlich groß und bieten unterschiedlichen Service. Die etablierten Stadtwerkez.B. bieten eine zuverlässige Bereitstellung von Strom, Erdgas, Wasser, Fernwärmeund weiteren Produkten, zeichnen sich durch gute Erreichbarkeit vor Ort undschnellem Service aus und engagieren sich im kulturellen, sportlichen und sozialenBereichen in ihrem Versorgungsgebiet.46

4 Analyse des Wettbewerbes

4.1 Der Wettbewerb um Haushaltskunden in Düsseldorf

Betrachtet man die prozentuale Zusammensetzung des Strompreises, wie in dieser Arbeit am Beispiel der Stadtwerke Düsseldorf AG, so sind lediglich 34% der Musterstromrechnung dem Wettbewerb unterworfen, die restlichen 66% sind staatlich regulierte und induzierte Kosten.

Der Stromkunde in Düsseldorf kann, wie in dem untersuchten Fall, unter134verschiedenen Tarifen auswählen und 87,85 Euro/a (10%) im Gegensatz zurGrundversorgung sparen. Die Preisvorteile vergrößern sich, wenn der KundeZahlungen per Vorauskasse oder Kautionen akzeptiert. Es hat sich auf dem Markt eineProduktdifferenzierung im Sinne von diversen Tarifoptionen etabliert. Der Kunde hatdie Wahl zwischen Standarttarifen, Kombitarifen, Zeittarifen, Pakettarifen,Mengentarifen, Ökotarifen und längeren Vertragslaufzeiten. Die Kunden werden mitNeukundenbonus, Frei-kWh, Ökostrombonus, Preisgarantien etc. beworben. Die rund 1.100 Stromunternehmen47 in Deutschland erweitern sukzessiv ihren Vertriebsradius und bieten ihre Produkte teilweise auch in Düsseldorf an, um die Kundenverluste im eigenen Gebiet zu kompensieren.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Prozentualer Anteil der Preisbestandteile am Strompreis

4.2 Grundversorger

Grundversorger ist das EVU, das die meisten Haushaltskunden in einem Netzgebietversorgt.48 Der Grundversorger ist verpflichtet, für das jeweilige Netzgebiet, dieallgemeinen Preisen und allgemeinen Bedingungen öffentlich bekannt zu geben und imInternet zu veröffentlichen.49 Er ist verpflichtet, jeden Haushaltskunden, zu denallgemeinen Bedingungen und Preisen zu beliefern.50 Der Grundversorger unterstehtdamit einem „ Kontrahierungszwang, der sicherstellen soll, dass jeder Haushaltskunde von mindestens einem Energieversorgungsunternehmen zu angemessenen Preisen beliefert wird. “51 Die Versorgungspflicht entfällt, wenn die Versorgung des Kunden demEVU wirtschaftlich nicht zumutbar ist, der Haushaltskunde eine Eigenanlage zurVersorgung besitzt oder sich von Dritten versorgen lässt.52 Aber auch im letzten Fallhat der Haushaltskunde einen eingeschränkten Anspruch auf Grundversorgung.53 Darüber hinaus ist der Grundversorger zur Ersatzversorgung der Haushaltskunden verpflichtet.54 Das bedeutet, wenn ein Kunde Strom bezieht ohne einen gültigenVertrag, der Vorversorger die Belieferung seiner Kunden unterbrochen hat (z.B. ausGründen der Insolvenz) oder der vom Kunden gewählte Lieferant nicht in der Lage ist,die Versorgung aufzunehmen bzw. fortzuführen (z.B. keine Bereitstellung von Energie,fehlender Netzzugang, Kündigung des Netznutzungsvertrages wegen fälligerNetzentgelte).

4.3 Grundversorger versus Wettbewerber

Die Implementierung eines Grundversorgers pro Netzgebiet ist lediglich einNotfallinstrument, für den Fall, dass ein Haushaltskunde keine Stromversorgung zuangemessenen Preisen erhalten würde.55 Es steht jedem Kunden frei beim EVU, dasauch Grundversorger ist, einen sogenannten Sondervertrag zu anderen Konditionenabzuschließen oder ein anderes EVU als Lieferant zu wählen. Auch die StadtwerkeDüsseldorf AG bieten preisgünstigere Sonderverträge neben der Grundversorgung an.Der Grundversorger hat den Wettbewerbsvorteil, dass ein Stromkunde durchkonkludentes Verhalten, indem er den Lichtschalter betätigt, auch ohne einen gültigenStromvertrag, Kunde wird. Die Nachteile sind im Wesentlichen, dass derGrundversorger verpflichtet ist auch Kunden aufzunehmen, die von anderenVersorgern abgelehnt werden und einspringen muss, wenn ein anderer Versorger imNetzgebiet des Grundversorgers z.B. Insolvenz anmeldet und dadurch die Belieferungeinstellt, wie aktuell der Versorger TelDaFax. Der Grundversorger gerät damit in dieSituation Strom zu den aktuellen Marktkonditionen beschaffen zu müssen und wird ggf.in seiner Wettbewerbsposition geschwächt. Aus Gründen der volatilen Strommärktedecken sich die EVU´s in der Regel tranchiert bis drei Jahre vor dem aktuellenLieferjahr ein, um die Risiken zu minimieren.

4.4 Zieldreieck: Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit undNachhaltigkeit

Das Zieldreieck in der Versorgungswirtschaft besteht aus Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit und Nachhaltigkeit.56

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Energiepolitisches Zieldreieck57

Sind die Ziele komplementär, wie z.B. Versorgungssicherheit und effizienteEnergienutzung, so führt die Zielerreichnung des einen Ziels auch zur Verbesserungdes anderen Zieles. In der Regel sind die Ziele konträr zueinander, so dass für dieErreichbarkeit des einen Ziels, Abstriche bei dem anderen Ziel in Kauf genommenwerden müssen.58 Der in dieser Arbeit betrachtete Preiswettbewerb ist das Hauptzielder Wirtschaftlichkeit. Niedrige Preise konfligieren zum einen das energiepolitische Zielden Energieverbrauch zu senken, um so die Klimaziele zu erreichen, zum anderen dasZiel der Versorgungssicherheit. Das ist z.B. der Fall, wenn lediglich der Preis im Fokussteht und Versorger wie TelDaFax mit Dumpingpreisen die Kunden gewinnen, dieseaber dann nicht mehr versorgen können.

Die Bundesregierung hat den Ausstieg aus der preisgünstigen Atomenergiebeschlossen. Dies bestärkt das Ziel der Nachhaltigkeit, spricht aber für eineVerknappung der Stromkapazitäten und steigende Strompreise am Großhandelsmarktund gegen günstige Endkundenpreise. Die Bundesregierung ist gefordert, den Ausbauder erneuerbaren Energien und Kraftwerksneubauten zu beschleunigen, um einenNotstand zu verhindern, wie in Kalifornien am 17. Januar 2001.59 Jedoch wirkenlangfristige Genehmigungsverfahren, die zukünftige Zuteilung von CO²Emmissionszertifikaten und gesellschaftliche so wie politische Widerstände gegenKraftwerksneubauten in Deutschland hindernd. Die hohen Subventionskosten für umweltfreundliche KWK-Anlagen und erneuerbaren Energien, werden dem Endkunden in Form von Umlagen wieder belastet.60

5 Schlussbetrachtung

Seit der Liberalisierung des Strommarktes 1998 hat sich die Wettbewerbsintensität aufdem Strommarkt sukzessiv erhöht. Die rund 1.100 Energieversorgungsunternehmenhaben den Wettbewerb innerhalb und außerhalb ihres Stammgebietes angenommen.Jedoch unterliegt der größte Anteil an der Stromrechnung (66%) nicht demWettbewerb, sondern ist staatlich reguliert oder induziert. Ob damit ein Wettbewerbgewährleistet ist, der den Leitbildern der Wettbewerbspolitik entspricht, ist fraglich.

Um den Wettbewerb weiter zu beleben, muss der Ordnungsrahmen derStromwirtschaft weiter optimiert werden. Durch eine verstärkte Anreizregulierung derNetze und Bestrebungen die Kosten für erneuerbaren Energien und KWK-Anlagen zusenken und damit die Umlagen für die Endkunden, können auch die vom EVU nichtbeeinflussbaren Kosten gesenkt werden. Aber auch an den WertschöpfungsstufenErzeugung, Großhandel und Vertrieb sind Verbesserungspotentiale möglich. Diepolitisch induzierten Markteintrittsbarrieren bei der Stromerzeugung müssen entschärft,der länderübergreifende Stromaustausch und Stromhandel gefördert so wie dieTransparenz der Strombörsen durch die geplante Wettbewerbsaufsicht erhöht werden.

Der (Preis-)Vergleich zwischen dem Grundversorger und Wettbewerbern, wie vom Chef der BnetzA Matthias Kurth, ist aufgrund der gesetzlichen Pflichten des Grundversorgers nicht zulässig. Der Grundversorger ist i.d.R. das Stadtwerk vor Ort, welches auch andere Tarife bzw. Verträge anbietet, die günstiger sind als die Grundversorgung. Der Kunde kann sich jederzeit frei entscheiden seinen Tarif oder das EVU zu wechseln. Er muss abwägen, ob ihm das ggf. gesparte Geld mehr wert ist, als umfangreicher Service oder eine gute Erreichbarkeit und er dafür ggf. Vorauskasse, Kaution oder längere Vertragsbindung in Kauf nehmen möchte.

Darüber hinaus ist der Preis nicht der einzige Wettbewerbsindikator. Neben den schonin dieser Arbeit erwähnten Indikatoren, wie z.B. Anzahl der Anbieter, Entwicklungneuer Produkte und Dienstleistungen oder grenzüberschreitender Energiehandelmüssen noch weitere Indikatoren untersucht werden, um ein umfassendes Bild vomWettbewerb auf dem deutschen Strommarkt zu erhalten. Weitere Indikatoren sind z.B.Einfachheit der Wechselprozesse, Preisentwicklung, Rationalisierungsmaßnahmen,Liquidität der Handelsmärkte, Entwicklung der Branchenstruktur (Kooperationen,Fusionen), Werbeaufwendungen etc.

Die Ziele der Energieversorgung zwischen Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheitund Nachhaltigkeit konfligieren und müssen in einem ausgewogenen Verhältniszueinander stehen. Die massive Fixierung auf ein Ziel, gefährdet die anderen Ziele.

Darum gehören die Schlussworte Prof. Dr. Utz Claassen(ehemaliger Vorstandsvorsitzender der EnBW) „ Betrachtet man die Frage unter dem Aspekt der Knappheit von Ressourcen, wie etwa J ü rgen Trittin, oder im Hinblick darauf, was Strom an Lebensqualit ä t bietet, wie EON Chef Wulf Bernotat in einem Interview, dann k ö nnte man vielleicht meinen, Strom sei zu teuer. Doch ö konomisch tragen letztlich beide Antworten nicht: Wenn der Markt funktioniert - und niemand hat hiergegen bisher ü berzeugende Fakten vorlegen k ö nnen-, dann kann der Strompreis weder zu hoch noch zu niedrig sein. Er bildet nur das Marktgeschehen ab. “61

[...]


1 Bein, H. W., Strompreiserhöhungen Wut und Wechsel, 2007

2 Mühlfeit, P., Strompreise Wechselfaule Verbraucher trotz hoher Preise, 2010

3 o. V. , Bundesminister Glos kritisiert Strompreiserhöhungen, 2008

4 o. V. , Stromanbieter wechseln, 2011

5 Vgl. Lohse, L., Künzel, M., (Customer Relationship, 2011), S.384

6 Vgl. Esch, F. R., (Markenführung, 2009), S.356ff

7 Vgl. Schikarski, A., (Markenbildung, 2005), S.8

8 Vgl. ebenda, S.8

9 Vgl. Erdmann, G., Zweifel, P.,(Energieökonomik, 2007), S.294ff

10 Vgl. Bakay, Z., (Kundenbindung,2003), S.57

11 Vgl. Geißler, C., Commodities?, 2010

12 Vgl. o. V. , Strom und Gas Mit Ratgeber und Tarifrechner Kosten sparen, 2011

13 Vgl. Leisten, R., Krcal, H. C., (Unternehmensführung, 2003), S.139

14 Vgl. Peuser, M. M., (Markenkooperationen, 2008), S.14

15 Vgl. Krisp, A., (Stromwirtschaft, 2008), S.32f

16 Vgl. Musil, A., (Wettbewerb, 2005) , S.12 , Schmidt, I., (Wettbewerbspolitik, 2005), S.1

17 Schmidt, I., (Wettbewerbspolitik, 2005), S.1

18 Ebenda, S.1f

19 Vgl. Wilke, G., (Wirtschaft, 2003), S.120

20 Vgl. Schmidt, I., (Wettbewerbspolitik, 2005), S.77

21 Vgl. Knieps, G., (Wettbewerbsökonomie, 2008), S.67

22 Vgl. Knieps, G., (Wettbewerbsökonomie, 2008), S.67ff, Schrüfer, K., (VWL, 2010), S.324ff

23 Vgl von Andrian, S., Betermieux, F., (Energieversorger, 2005), S.708ff

24 Vgl. Knieps, G., (Wettbewerbsökonomie, 2008), S.126ff, Schmidt, I., (Wettbewerbspolitik, 2005) S.170ff

25 Vgl. Krisp, A., (Stromwirtschaft, 2008), S.9

26 Vgl. Bontrup, H. J., Marquardt, R., (Elektrizitätswirtschaft, 2010), S.29

27 Vgl. Bontrup, H. J., Marquardt, R., (Elektrizitätswirtschaft, 2010), S.31f

28 Knieps, G., (Wettbewerbsökonomie, 2008), S.23

29 BDEW und Bundesumweltamt verwenden 3.500 kWh/a für einen Referenzhaushalt

30 Vgl. Konstantin, P., (Energiewirtschaft, 2009), S.53ff

31 Definition von Haushaltskunden gemäß EnWG § 3 Ziffer 22

32 Vgl. EEG § 1

33 Vgl. KWKG § 1

34 Vgl. Stadtwerke Düsseldorf Netz GmbH, (Netznutzungsentgelte, 2011), S.2

35 Vgl. Hegner, H. D., (Energieeinsparverordnung, 2002), S.5

36 Vgl. StromStG § 3

37 Vgl. KAV § 1 Abs. 2

38 Vgl. KAV § 2

39 Vgl. KAV § 2

40 Vgl. Umsatzsteuergesetz §12 Abs. 1

41 Vgl. Stadtwerke Düsseldorf Netz GmbH, (Netznutzungsentgelte, 2011), S.1

42 Vgl. Stadtwerke Düsseldorf Netz GmbH, (Messung, Messstellenbetrieb und Abrechnung, 2011), S.1

43 Vgl. Stadtwerke Düsseldorf Netz GmbH, (Messung, Messstellenbetrieb und Abrechnung, 2011), S.1

44 Vgl. Stadtwerke Düsseldorf Netz GmbH, (Messung, Messstellenbetrieb und Abrechnung, 2011), S.1

45 Stender, A., Gasparic, C, Arms, H., Cord, M., (Neue Wettbewerber, 2009), S.34ff

46 Kopsch, A., (Management-Instrumenten, 2010), S.8ff

47 BDEW, 2009

48 Vgl. EnWG § 36 Abs. 2

49 Vgl. EnWG § 36 Abs. 1

50 Vgl. ebenda

51 Koenig, C., Kühling, J., Rasbach, W., (Energierecht, 2006), S.172

52 Vgl. EnWG § 36f

53 Vgl. Koenig, C., Kühling, J., Rasbach, W., (Energierecht, 2006), S.172

54 Vgl. EnWG § 38

55 Vgl. Koenig, C., Kühling, J., Rasbach, W., (Energierecht, 2006), S.173

56 Vgl. EnWG § 1

57 o. V., Energiepolitisches Zieldreieck, 2011

58 Vgl. Erdmann, G., Zweifel, P., (Energieökonomik, 2007), S.9ff

59 Vgl. Federico, T., (Risikomanagement, 2004), S.93ff

60 Vgl. Haucab, J., (Energiemarkt, 2010), S.18ff

61 Dankert, U., (Billigstrom, 2008), S.15

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Bildung des Strompreises für Haushaltskunden eines ehemaligen kommunalen Monopolisten in einem liberalisierten Markt
Untertitel
Am Beispiel der Stadtwerke Düsseldorf AG
Hochschule
Private Fachhochschule Göttingen
Note
1,30
Autor
Jahr
2011
Seiten
27
Katalognummer
V181909
ISBN (eBook)
9783656052111
ISBN (Buch)
9783656052357
Dateigröße
543 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Strom, Liberalisierung, Wettbewerb, Grundversorgung, Zieldreieck, Monopol, Preisvergleich, Wertschöpfungsstufen, Haushaltskunde, EEG, KWK, Stromsteuer, Konzessionsabgabe, Netznutzungsentgelte
Arbeit zitieren
Matthias Jablonski (Autor), 2011, Bildung des Strompreises für Haushaltskunden eines ehemaligen kommunalen Monopolisten in einem liberalisierten Markt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/181909

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