Der kategorische Imperativ nach Kants Grundlegung zur Metaphysik der Sitten


Referat (Ausarbeitung), 2001
12 Seiten, Note: 1

Leseprobe

Der kategorische Imperativ nach Kants „Grundlegung zur Metaphysik der Sitten“

- Kant hat mit seinem kategorischen Imperativ das begründet, was man heute durchgängig als Pflichtethik bezeichnet (Pflicht bedeutet für uns heute Einschränkung von Freiheit ® nicht aber für Kant.
- Der Mensch kann und soll mit Hilfe seines Verstandes eine Vernunft-Regel für sittliches Verhalten aufstellen.
- Kant war fest davon überzeugt etwas gefunden zu haben, was den Menschen befähigt, mit der Vernunft eindeutige sittliche Entscheidungen zu treffen
? dies nennt er „Sittengesetz“, „praktisches Gesetz“ oder auch „moralisches Gesetz“
- Kants Ethik ist, dem moralischen Gesetz zu gehorchen ® diesem wird nämlich alles untergeordnet; auch die christliche Ethik muss sich hier beugen (sogar Gott ist nach Kant dem Sittengesetz unterworfen).
- Alles in der Natur wirkt nach Gesetzen ® nur vernünftige Wesen können nach den Vorstellungen der Gesetze (also nach Prinzipien) handeln ® also: nur vernünftige wesen haben einen Willen.
- Die Ableitung der Handlung von Gesetzen erfordert Vernunft. Also ist der Wille nichts anderes als praktische Vernunft.
- Wenn die Vernunft den Willen ausreichend bestimmt, so sind die Handlungen, die als objektiv notwendig erkannt werden, auch subjektiv notwendig
- also: der Wille ist ein Vermögen, nur das zu wählen, was die Vernunft unabhängig von Neigungen als praktisch notwendig (also als gut) erkennt.
- Wenn aber die Vernunft den Willen nicht ausreichend bestimmt, so ist dieser subjektiven Bedingungen (sogenannten Triebfedern) unterworfen, die nicht immer mit den objektiven Bedingungen übereinstimmen.
- also: der Wille ist nicht der Vernunft gemäß
- Wenn der Wille von objektiven Gesetzen bestimmt wird, ist dies Nötigung.
Wenn ein objektives Prinzip für einen Willen nötigend ist, heißt es Gebot.
Die Formel des Gebotes heißt Imperativ.
- Alle Imperative werden durch ein Sollen ausgedrückt und beschreiben das Verhältnis eines objektiven Gesetzes der Vernunft zu einem Willen, der nach seiner subjektiven Beschaffenheit dadurch nicht unbedingt bestimmt wird.
- Alles in der Natur wirkt nach Gesetzen ® das trifft auch auf den Menschen zu,
aber: darüber hinaus hat er als Vernunftwesen die Möglichkeit ein eigenes Gesetz seinem Willen vorzustellen, d.h. ein Prinzip vorzustellen.
- Für die Befolgung von Naturgesetzen(z.B. Essen bei Hunger) braucht man keine Vernunft, wohl aber für das Handeln aus Prinzipien.
- Wenn man danach handelt, was die Vernunft als notwendig erkennt, ist dies Wille oder praktische Vernunft.
- Nach Kant ist es eine Illusion zu glauben, die Vernunft habe totale Gewalt über unsere Handlungen, denn zwischen uns und der Vernunft stehen gewisse Triebfedern und subjektive Bedingungen (Lust, Laune, Neigungen, ...)
deswegen muss der Wille durch Gründe der Vernunft gezwungen werden (Kant nennt dies Nötigung.
- Alle Imperative sind nun entweder hypothetisch oder kategorisch.

Der hypothetische Imperativ

- von Hypothese = Vorweg – Annahme
- also: wenn ich eine bestimmte Sache will (z.B. gut Klavier spielen können), dann muss ich auch etwas bestimmtes tun, um dies zu erreichen (z.B. täglich klavier spielen üben).
- Der hypothetische Imperativ sagt also nur, dass die Handlung zu irgendeiner möglichen oder wirklichen Absicht gut sei.
- Ein solcher Imperativ kann aber nie ohne Einschränkungen für alle gelten (also kategorisch sein), sondern nur unter bestimmten Voraussetzungen (z.B. dass ich überhaupt Klavier spielen will).
Der kategorische Imperativ
- Der kategorische Imperativ gebietet unmittelbar ein Verhalten, welchem keine zu erreichende Absicht zugrunde liegt.
- Er betrifft nicht das, was der Handlung folgen/ aus ihr resultieren soll, sondern die Form und das Prinzip der Handlung selbst.
- dieser Imperativ heißt kategorisch oder auch Imperativ der Sittlichkeit.
- Die Nötigung des Willens unterscheidet beide Imperative voneinander
- die Nötigung des hypothetischen Imperativs gilt nur bedingt; die des kategorischen Imperativs gilt bedingungslos (hat also unbedingten/ kategorischen Charakter).
- Unbedingten oder kategorischen Charakter hat aber nur die Nötigung durch ein Gesetz (z.B. auch in unserem Strafgesetz, welches für alle allgemein und notwendig gilt).
- Bei Kant geht es hier um das praktische Gesetz, also das Sittengesetz, welches herrschen würde, wenn die Vernunft vollkommene Kontrolle über uns hätte.
- Kant betont mehrmals, dass dieses Gesetz nicht durch Beispiele oder irgendwelche Erfahrungen auszumachen ist, weil man die Ursachen des gesetzmäßigen Handelns nicht wahrnehmen kann und sie somit auch keine Gegenstände der Erfahrungen sind (man kann z.B. ehrlich sein, weil man Achtung vor dem Sittengesetz hat oder man kann ehrlich sein, weil man Angst vor Bestrafung hat).
- Nach dieser Hinführung kommt Kant endlich zu dem von ihm gefundenen Gesetz, von dem er behauptet, dass es nicht die Materie (bzw. Absicht) der Handlung zum Gegenstand hat, sondern die Form der Handlung ® deshalb wird Kants Ethik auch formale oder formalistische Ethik genannt.
- Die Grundlegung kennt den kategorischen Imperativ in 5 Formulierungen.
Die erste Formulierung ist auch die Grundform und lautet:
„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“
- Dieser kategorische Imperativ unterliegt zahlreichen Mißverständnissen und wird oft durch Interpretationen verzerrt (Bsp. „Was du nicht willst, das man dir tu', das füg auch keinem andern zu!“)
- Hinter diesen halbwahren Interpretationen steckt aber wohl die richtige Erkenntnis, nämlich dass die Verallgemeinerung von handlungen untrennbar mit der frage der Ethik verbunden ist.

Die fünf Formeln des kategorischen Imperativs

1 Formel (siehe oben):

- „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie allgemeines Gesetz werde.“
- Anwendung auf ein Beispiel:

Ich sehe einen Geldboten der Sparkasse auf der Straße, der die Geldtasche ungesichert in der hand trägt und beschließe, sie ihm zu entreißen ohne ihm Schaden zuzufügen und schnell in der Menge zu verschwinden.

Ich denke mir, dass das nicht so schlimm ist, weil die Banken sowieso im Geld schwimmen und alle versichert sind.

Warum ist diese Handlung unsittlich?

- das 7. Gebot („du sollst nicht stehlen“) kann hierfür kein Grund sein, weil dies nach kant eine heteronome Bestimmung der Vernunft, also Fremdbestimmung ist, die von außen an mich herangetragen wird.

? den Grund für das Nicht-Stehlen sollte ich jedoch in meiner Vernunft finden.

Die Selbstbestimmung der Vernunft muss also die Antwort nach Sittlichkeit oder Unsittlichkeit geben.

[...]

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Der kategorische Imperativ nach Kants Grundlegung zur Metaphysik der Sitten
Hochschule
Hochschule Zittau/Görlitz; Standort Görlitz  (Sozialwesen)
Note
1
Autor
Jahr
2001
Seiten
12
Katalognummer
V18194
ISBN (eBook)
9783638225878
Dateigröße
496 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Kants Kategorischer Imperativ in seinen fünf Formulierungen.
Schlagworte
Imperativ, Kants, Grundlegung, Metaphysik, Sitten
Arbeit zitieren
Franziska Röser (Autor), 2001, Der kategorische Imperativ nach Kants Grundlegung zur Metaphysik der Sitten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18194

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